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Deloitte Schweiz: Fast ein Fünftel der Schweizer fürchten die Entlassung, Reyl will Schweizer Markt mit digitaler Privatbank aufmischen – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 05.05.2020

Deloitte Schweiz: Fast ein Fünftel der Schweizer fürchten die Entlassung

(awp) Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Schweizer Wirtschaft und den Arbeitsmarkt sind laut einer repräsentativen Umfrage drastisch: Knapp ein Fünftel der Angestellten hält es demnach für wahrscheinlich, den Job zu verlieren, und fast ein Viertel der Selbständigen rechnet mit einem Konkurs.

Dies teilte das Beratungsunternehmen Deloitte Schweiz am Mittwoch mit. Die Berater gehen davon aus, dass eine schnelle Erholung der Wirtschaft kaum realistisch ist. Es werde lange dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht sei.

Ein Kunde und der Coiffeur Giuseppe Decarlo tragen Schutzmasken. Aufnahme vom 27. April in Zürich. ; Arnd Wiegmann / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Ein Kunde und der Coiffeur Giuseppe Decarlo tragen Schutzmasken. Aufnahme vom 27. April in Zürich. ; Arnd Wiegmann / Reuters

Gemäss der Mitte April erhobenen Umfrage bei 1500 Personen im erwerbsfähigen Alter hat die Corona-Krise die Arbeitssituation von 63% der Befragten negativ beeinflusst. Konkret musste etwa mehr als die Hälfte (54%) das Pensum reduzieren.

27% der Befragten mussten ihre Überstunden abbauen und 24% ihre Ferien vorbeziehen, erklärte Deloitte. Und 2% aller Angestellten wurden gar entlassen. Besonders hart getroffen hat es naturgemäss die Branchen Gastronomie und Tourismus.

Und die Krise ist laut Deloitte noch lange nicht ausgestanden. Zwar rechne mit 71% eine deutliche Mehrheit der Angestellten nicht mit einer Entlassung. Dennoch hielten 12% dieses Szenario für «eher wahrscheinlich» und 7% sogar für «sehr wahrscheinlich».

Von der Krise stark betroffen sind die Selbständigen: Gemäss Umfrage mussten bisher 18% ihren Betrieb schliessen. Bei 21% seien die Umsätze auf null gefallen und weitere 38% hätten tiefere Umsätze gemeldet. Für 77% aller Selbständigen habe die Krise also deutlich negative Folgen.

Die Zukunftsaussichten beim Kleingewerbe und den Freelancern sind ebenfalls düster. 24% der verbliebenen Selbständigen halten es gemäss der Deloitte-Umfrage für «sehr» oder «eher» wahrscheinlich, dass sie Konkurs anmelden müssen.

Reyl will Schweizer Markt mit digitaler Privatbank aufmischen

(Reuters) Der Genfer Vermögensverwalter Reyl will kommendes Jahr mit einer neuen Digitalbank an den Start gehen. Das Angebot Alpian ziele auf Schweizer Kunden mit Vermögen von 100 000 bis 1 Mio. Fr. Franken ab, wie Reyl-Partner Pasha Bakhtiar in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Es gebe zwar bereits Onlinebanken, wie etwa Swissquote. Doch bei solchen Angeboten sei die auf den Kunden zugeschnittene Anlageberatung beschränkt. «Deshalb sind wir überzeugt, dass die Lancierung der ersten digitalen Privatbank der Schweiz definitiv Zugkraft hat.»

Gemäss der eigenen Marktforschung seien viele jüngere berufstätige Kunden mit investierbaren Vermögen von mehreren hunderttausend Franken mit den bestehenden Angeboten in der Vermögensverwaltung unzufrieden. Die meisten seien der Meinung, dass ihre Mittel für eine traditionelle Privatbank nicht ausreichten. Bei den im Massengeschäft tätigen Instituten vermissten sie dagegen den persönlichen Service. Zudem sei es oft schwierig, sich in deren Online-Anlageangeboten ohne vertiefte Finanzkenntnisse zurechtzufinden.

Bei Alpian soll sich der Kunde dereinst nicht mittels schwer lesbaren PDF-Dokumenten mit einer Investitionsmöglichkeit vertraut machen, sondern durch einen 60 Sekunden langen Videoclip. Zuvor würde die Plattform gestützt auf Künstliche Intelligenz eine Anlageauswahl treffen, die den persönlichen Interessen und dem Risikoprofil Rechnung trage. Bei Bedarf wäre auch ein Kundenberater per Video-Chat verfügbar.

Smartphone-Banken wie die deutsche N26 oder die britische Revolut haben innerhalb weniger Jahre bereits Millionen an Kunden gewonnen. Alpian verfolgt einen anderen Ansatz: Weniger Kunden, die aber mehr als nur Zahlungs- und Kontodienste beanspruchen und dafür auch zu zahlen bereit sind. Alpian rechne gegenwärtig verschiedene Preismodelle durch. Bei einem davon müssten die Kunden jährlich 0,5% der verwalteten Vermögen als fixe Gebühr entrichten. Das liege deutlich unter den Preisen der meisten Schweizer Vermögensverwaltungsbanken und sei nur dank dem digitalen Ansatz möglich. «Unser Ziel ist es nicht nur, das Angebot aufzumischen, sondern auch die bestehende Preisgestaltung», sagte Bakhtiar. Im Basisszenario sei Alpian ab 80 000 Kunden profitabel.

In einer ersten Finanzierungsrunde sammelte Alpian im Januar 12,2 Mio. Fr. ein und kommt damit auf einen Gesamtwert von rund 56 Mio. Fr. Ein knappes Viertel der Anteile gehöre nun Investoren wie Private-Equity-Gesellschaften und reichen Privatpersonen, 26% seien für Mitarbeiter reserviert. Die Mehrheit liegt immer noch in den Händen von Reyl sowie den Partnern von Reyl. Die Finanzmittel dürften ausreichen, um Anfang 2021 den Betrieb aufnehmen zu können, erklärte Bakhtiar. «Wir planen eine zusätzliche Finanzierungsrunde im dritten oder vierten Quartal 2020, um das regulatorische Kapital zu beschaffen, das die Finma vor der Erteilung einer Lizenz benötigt.» Bis zum Start wolle Alpian den Personalbestand von gegenwärtig einem guten Dutzend Mitarbeitern in etwa verdoppeln.

Chinas Dienstleistungssektor wächst im April

(Reuters) Chinas Dienstleistungstätigkeit ist im April gestiegen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg von 52,3 im März auf 53,2, wie das Nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte.

Die 50-Punkte-Marke trennt Wachstum und Kontraktion auf monatlicher Basis. Die Regierung in Peking setzt auf einen Aufschwung im Dienstleistungssektor, um die infolge der Coronavirus-Pandemie eingebrochene Wirtschaft wiederzubeleben.

Analysten warnten jedoch, dass die Erholung durch den schwachen Konsum und die sinkende globale Nachfrage gebremst werde, da viele Volkswirtschaften durch Geschäftsbeschränkungen zur Eindämmung des Virus zum Stillstand gebracht worden seien. Der offizielle PMI für Verbundstoffe im April, der sowohl die Produktion als auch die Dienstleistungstätigkeit umfasst, stieg von 53 im März auf 53,4.

Gewaltiger Gewinneinbruch für Walt Disney

(Reuters) Der amerikanische Unterhaltungsriese Walt Disney hat aufgrund der Coronavirus-Pandemie einen gewaltigen Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss ging in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich um über 90% auf 460 Mio. $ zurück. Dies teilte der Konzern am Dienstag (Ortszeit) nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mit. Dabei stiegen die Erlöse dank boomender TV- und Streaming-Angebote um 21% auf 18 Mrd. $. Die bereits gesenkten Gewinnerwartungen wurden weit verfehlt.

Vor allem Disneys Vergnügungsparks, Ferienresorts, Kreuzfahrten und Fanartikel-Shops litten jedoch extrem unter der Coronavirus-Pandemie - hier fiel der Betriebsgewinn um 58%, obwohl die Virus-Krise sich erst zum Quartalsende hin richtig ausbreitete. Das Streaming-Geschäft mit dem florierenden neuen Videodienst Disney+ wuchs zwar enorm, verursacht bisher aber auch hohe Kosten. Das Minus der Sparte fiel mit 812 Mio. $ mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum.

Disneys neuer Konzernchef Bob Chapek, der im Februar vom langjährigen Konzernlenker Bob Iger übernahm, bemühte sich dennoch um Optimismus. «Die Covid-19-Pandemie hat beträchtliche Auswirkungen auf eine Reihe unserer Geschäfte», räumte der Top-Manager zwar ein. Die Disney-Führung sei jedoch zuversichtlich, die Krise gut zu überstehen und letztlich gestärkt aus ihr hervorzugehen. Der Konzern habe schon oft genug gezeigt, dass er «aussergewöhnlich belastbar» sei.

Touristinnen mit Gesichtsmasken: Das Disneyland Schanghai soll demnächst mit Einschränkungen wieder öffnen. Hu Chengwei / Getty Images AsiaPac © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Touristinnen mit Gesichtsmasken: Das Disneyland Schanghai soll demnächst mit Einschränkungen wieder öffnen. Hu Chengwei / Getty Images AsiaPac

Im abgelaufenen Quartal waren Disneys Freizeitparks, die zu den wichtigsten Stützen und Gewinnbringern des Unternehmens zählen, die Hauptleidtragenden der Coronavirus-Krise. Zunächst mussten internationale Attraktionen etwa in Asien schliessen, Mitte März folgten dann die grossen Themenparks in den USA. Dadurch stehen hohen Kosten plötzlich keine nennenswerten Einnahmen mehr gegenüber. Am 11. Mai soll immerhin Disneyland Schanghai wieder eröffnen, allerdings mit deutlichen Einschränkungen. Insgesamt bezifferte Disney den Schaden durch die Pandemie im Quartal auf rund 1,4 Mrd. $.

Doch auch die Filmsparte ächzte unter der Corona-Krise, wegen der Menschen weltweit zu Hause bleiben, Kinos dichtmachen und Studios ihre Produktionsarbeiten aussetzen mussten. Der Geschäftsbereich spielte 8% weniger Gewinn als im Vorjahr ein – obwohl es zu Beginn des Quartals mit «Frozen 2» und «Star Wars: The Rise of Skywalker» noch vielversprechende Filmstarts gegeben hatte. Das TV- und Kabelgeschäft steigerte die Einnahmen indes deutlich, auch wenn der kriselnde Sportsender ESPN die Sparte weiterhin runterzieht.

Bei Anlegern kamen die Quartalszahlen zunächst nicht gut an, die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursabschlägen. Der Gewinn lag deutlich unter den Markterwartungen, auch wenn die Erlöse höher als angenommen ausfielen. Besonders missfiel den Investoren, dass Disney ankündigte, die halbjährliche Dividendenzahlung aufgrund der Belastungen durch die Pandemie auszusetzen. Die Aktie hat ohnehin schon stark gelitten – der Kurs fiel seit Jahresbeginn um 30%.

Beyond Meat wächst weiter rasant, während amerikanische Fleischbetriebe kriseln

(dpa) Der Fleischersatz-Hersteller Beyond Meat, der für vegane Burger bekannt ist, setzt sein rasantes Wachstum auch in der Corona-Krise fort. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 141% auf 97,1 Mio. $ (94,4 Mio. Fr.), wie Beyond Meat am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Zudem schrieb Beyond Meat einen Gewinn von 1,8 Mio. $, im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 6,6 Mio. $ angefallen. An der Wall Street waren rote Zahlen und weniger Umsatz erwartet worden. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu. Seit Jahresbeginn ist der Kurs bereits um über 30% gestiegen.

Beyond Meat wurde 2009 gegründet und ist seit Mai 2019 an der Börse. Das Unternehmen stellt Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis her – ohne tierische Zutaten. Die Burger bieten inzwischen diverse Fast-Food-Ketten an. Gerade in der Corona-Pandemie bieten Beyond Meat und der Rivale Impossible Foods willkommene Alternativen zur klassischen amerikanischen Fleischindustrie, die stark unter der Krise ächzt.

Fleischfabriken grosser Hersteller wie Smithfield oder Tyson Foods gelten als Covid-19-Infektionsherde und mussten daher schliessen. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat bereits das eigentlich für Kriegszeiten vorgesehene Gesetz «Defense Production Act» angewandt, um den Betrieb und die Fleischversorgung aufrechtzuerhalten.

Klagen über Burger-Mangel

Dennoch bekommt den Fleischmangel in den USA inzwischen sogar schon die Fast-Food-Branche zu spüren. Die Hamburger-Kette Wendy's bestätigte am Dienstag, dass es in einigen ihrer Schnellrestaurants aufgrund der angespannten Versorgungslage zu Engpässen kommen könne. Vorher hatten Kunden im Internet über Burger-Mangel geklagt.

Laut einem Experten der Investmentbank Stephens waren Rindfleischprodukte zu Wochenbeginn angeblich in 18% aller amerikanischen Filialen von Wendy's komplett ausverkauft. Das zeige eine Auswertung der Online-Menüs. Eine Unternehmenssprecherin machte auf Nachfrage keine konkreten Angaben zur Verfügbarkeit. An der Börse gerieten die Aktien von Wendy's deutlich ins Minus.

Die grosse Einzelhandelskette Costco gab am Montag bekannt, Einkäufe von Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch vorübergehend auf maximal drei Artikel pro Kunden zu begrenzen. Am Freitag hatte bereits der Supermarkt-Riese Kroger auf seiner Internetseite ein eingeschränktes Fleischsortiment eingeräumt. Laut dem Landwirtschaftsministerium sind auch die Fleischpreise im Grosshandel schon kräftig angestiegen.

Qiagen wagt keinen Jahresausblick – optimistisch für 2. Quartal

(Reuters) Das Biotech-Unternehmen Qiagen erwartet wegen einer hohen Nachfrage nach Testprodukten für den Nachweis des Coronavirus im zweiten Quartal einen Umsatzzuwachs gegenüber dem selben Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr wagt Qiagen wegen der Unsicherheit rund um die Pandemie dagegen keine Prognose.

Auf der Grundlage der bisherigen Trends gehe das im deutschen MDax notierte Unternehmen für das zweite Quartal von einem Nettoumsatzwachstum von mindestens 12% gegenüber dem zweiten Quartal 2019 bei konstanten Wechselkursen aus. Zudem erwartet Qiagen einem bereinigten Gewinn pro Aktie von mindestens 40 US-Cent. Dies teilte die Firma in der Nacht auf Mittwoch mit.

Flugdachverband IATA rechnet zunächst mit niedrigen Ticketpreisen und stellt sich gegen das Freilassen von Mittelsitzen

(dpa) Fliegen könnte billig werden: Wenn der Flugbetrieb nach den einschneidenden Corona-Massnahmen wieder in grösserem Rahmen anläuft, dürften die Tickets nach Einschätzung des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA) zunächst günstig sein. Die Fluggesellschaften müssten die Nachfrage mit Angeboten stimulieren, sagte IATA-Chefökonom Brian Pearce am Dienstag in Genf. Zudem sei die Kapazität anfangs sicher höher als die Nachfrage, und die Ölpreise seien niedrig. Die Buchungen hätten zwar angezogen, aber lägen noch deutlich unter den Werten vor der Corona-Krise. Vor dem nächsten Jahr rechnete Pearce nicht mit anziehenden Preisen.

Die IATA will die Mittelsitze in den Flugzeugen nicht unbesetzt lassen. Im Bild Passagiere ;der kasachischen Airline Air Astana am 1. Mai. Almaty International Airport / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die IATA will die Mittelsitze in den Flugzeugen nicht unbesetzt lassen. Im Bild Passagiere ;der kasachischen Airline Air Astana am 1. Mai. Almaty International Airport / Reuters

Problematisch werde es, wenn die Behörden im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Virus Abstand zwischen Passagieren verlangten und in der Economy-Klasse die Mittelsitze frei bleiben müssen. Wenn nur rund 60% der Sitze verkauft werden können, müssten Ticketpreise eigentlich um 43 bis 54% steigen, um den Ausfall wettzumachen, sagte Pearce. Bei einer Auslastung von nur gut 60% hätten nach einer IATA-Analyse nur 4 von 120 Airlines wenigstens ihre Kosten gedeckt.

Es gebe keine Hinweise, dass das Freilassen von Mittelsitzen die Ansteckungsgefahr zusätzlich verringere, sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac. Der Verband ist gegen solche Vorgaben. Vielmehr arbeiteten die Fluggesellschaften an Konzepten mit Fiebermessen, Masken und rigorosen Hygienemassnahmen. Untersuchungen legen nach IATA-Angaben nahe, dass an Bord kaum ein Ansteckungsrisiko bestehe.

Damit schwenkt der Verband um: Im April hatte IATA-Chef Alexandre de Juniac noch gesagt, das Leerlassen des mittleren Sitzes gehöre zu den wahrscheinlichen Bedingungen für eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs und solle mit Regierungen weltweit diskutiert werden. IATA-Chefökonom Brian Pearce sagte, die meisten Fluggesellschaften hätten im vergangenen Jahr kein Geld verdienen können, wenn ein Drittel der Sitze der meistgeflogenen Flugzeuge der Branche entfernt worden wäre.

Konsumentenstimmung ist geprägt von Angst um Arbeitsplatz

(awp) Die Stimmung der Schweizer Konsumenten ist auf einem historischen Tiefpunkt. Das Seco bestätigt frühere Schätzungen, wonach das Coronavirus die Erwartungen für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung und für den Arbeitsmarkt stark eingetrübt hat.

Die Befragten gehen von einer schweren Rezession aus und beurteilen die eigene finanzielle Lage so negativ wie seit den 90er-Jahren nicht mehr, teilte das Seco am Dienstag mit. Damals erlitt die Schweizer Wirtschaft eine langwierige Rezession mit einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Laut Seco ist die Stimmung der Konsumenten im April auf -39,3 Punkte von einem Minus von 9,4 Punkten im Januar abgesackt. Vor allem die Erwartungen der Befragten für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung hat einen herben Dämpfer erlitten. Der entsprechende Teilindex ist auf rekordtiefe -78 Punkte (-7,1) zurückgegangen.

Aber auch die Erwartungen für den Arbeitsmarkt haben sich deutlich verschlechtert. So ist der Index zur erwarteten Arbeitslosigkeit innerhalb eines Quartals so stark angestiegen wie noch nie seit Beginn seiner Erhebung 2007 und hat fast das historische Maximum der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht, wie es in der Mitteilung des Seco hiess.

Entsprechend stellen sich die Befragten auch mit Blick auf ihre eigenen Budgets auf schlechte Zeiten ein. Der Teilindex zur erwarteten finanziellen Lage liegt neu bei -23,6 Punkten (-8,0). Vergleichbare Werte wurden laut Seco bislang nur Anfang der 1990er-Jahre verzeichnet.

Die Frage, ob derzeit ein guter Moment für grössere Anschaffungen sei, wurde so negativ beantwortet wie noch nie. Dieser Teilindex steht bei -48 Punkten (-8,3).

Jahresteuerung in der Schweiz im April bei -1,1 Prozent

(awp/sda) Die Inflation in der Schweiz ist im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Hintergrund sind eine Reihe von Faktoren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und deren Bekämpfung.

Das Preisniveau gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist im April gegenüber dem Vormonat um 0,4% auf 101,3 Punkte gesunken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Innert Jahresfrist ging das Preisniveau deutlich um 1,1% zurück. Damit liegen die für den Berichtsmonat ausgewiesenen Werte am tieferen Rand der Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang der Jahresteuerung im Bereich von -0,7 bis -1,1% gerechnet.

Der Rückgang der Monatsteuerung um 0,4% ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die tieferen Preise für den Luftverkehr. Die Preise für Hotelübernachtungen, Pauschalreisen und für Treibstoffe sind ebenfalls gesunken. Die Preise für Gemüse und Bekleidung sind hingegen gestiegen.

Bei den Importgütern war der Preisrückgang mit 1,0% deutlich stärker als bei den Inlandgütern mit -0,2%. Im Jahresvergleich fällt der Preisrückgang bei den Importen mit -3,9 gegenüber -0,1% noch deutlicher aus. Zum grössten Teil dürfte dies dem Preiszusammenbruch der Erdölprodukte geschuldet sein. Diese verbilligten sich auf Monatssicht um 5,7% und auf Jahressicht gar um 16,7%.

Stärkere Preisaufschläge stellte das BfS unter anderem bei Gemüse, Damenbekleidung, Mineralwasser und bei Papierwaren für die Körperpflege fest. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, stieg im April 2020 gegenüber dem Vormonat um 0,1% 100,87 Punkte. Auf Jahressicht entspricht dies einer Veränderungsrate von -1,0%.

Amerikanisch-britischer Halbleiter-Veteran wird Konzernchef von Comet

gvm. In den 1980er Jahren, als Student der amerikanischen Universität Virginia Tech, wollte Kevin Crofton Astronaut werden. Nun wird der 59jährige amerikanisch-britische Ingenieur Konzernchef des Flamatter Technologieunternehmens Comet. Er soll sein Amt spätestens Anfang Oktober antreten. Comet hat sich damit das Fachwissen eines erprobten Branchenexperten gesichert, der seit 25 Jahren in der Halbleiterindustrie tätig ist.

Nach einem MBA der American University und einem Universitätsabschluss in Luftfahrt arbeitete Crofton im US-Verteidigungsministerium und anschliessend beim Luftfahrtkonzern Pratt & Whitney. 1994 wechselte er in die Halbleiterindustrie zu Lam Research. Danach folgten Führungsaufgaben bei Newport und NexxSystems.

Seit 2006 leitete Crofton den britischen Halbleiter-Ausrüster AvizaTechnology UK, der drei Jahre später über einen Management-Buyout zu SPTS Technologies wurde. Diese wurde 2014 von der israelischen Orbotech erworben. Seit gut einem Jahr sind sowohl Orbotech, als auch SPTS Tochtergesellschaften des amerikanischen Technologiekonzerns KLA.

In einer Mitteilung gibt Verwaltungsratspräsident Heinz Kundert, der nach der Trennung von Konzernchef René Lenggenhager seit vergangenem Sommer auch die operative Führung inne hat, seiner Freude Ausdruck, einen erprobten Experte gefunden zu haben, der die Kernmärkte von Comet gut kennt. Nur zu einem Generationenwechsel wird es bei Comet vorerst nicht kommen. In zwei Jahren muss auch Kundert altershalber ausscheiden – ausser, die Statuten würden entsprechend angepasst.

Schadenersatzklage für Schweizer Dieselkunden gegen VW abgewiesen

(awp/sda/dpa) Schlechte Nachrichten für Schweizer Käufer von Schummeldieseln im Abgas-Skandal: Der Rechtsdienstleister Financialright hat mit einer Schadenersatzklage für einen Schweizer VW-Dieselkunden vor Gericht eine Niederlage erlitten. Die Klage gegen Volkswagen wurde abgewiesen, wie das Landgericht Braunschweig am Dienstag mitteilte.

Aus Sicht der Kammer überschreitet Financialright in diesem Fall die Befugnisse für Inkassodienstleistungen. Die Abtretung möglicher Ansprüche des Schweizers an das im deutschen Rechtsdienstleistungsregister eingetragene Unternehmen sei nichtig.

Im Kern ging es um die Zulässigkeit des Geschäftsmodells des Unternehmens, das sich Ansprüche von mehr als 2000 Schweizer Dieselkunden hatte abtreten lassen. Financialright erbringe Rechtsdienstleistungen im Schweizer Recht, obwohl bei der Registrierung im deutschen Register keine Kenntnisse im Schweizer Recht abverlangt, geprüft und für genügend befunden wurden.

Verhandelt wurde zwar nur der mögliche Anspruch eines einzelnen Autokäufers, der in der Schweiz ein Fahrzeug mit einem Dieselmotor vom Typ EA189 gekauft haben soll. Das Urteil hat laut einer Gerichtssprecherin aber Signalwirkung auf die sogenannte Sammelklage für rund 2000 Schweizer mit einem Streitwert von mehr als 800 000 Euro (Az. 11 O 3136/17).

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Financialright kann innerhalb eines Monats noch Berufung beim Oberlandesgericht Braunschweig einlegen.

Autobauer Fiat Chrysler macht in Corona-Krise Milliardenverlust

(dpa) Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal stand ein Verlust von 1,7 Mrd. € nach einem Gewinn von 619 Mio. € ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. Dabei fiel eine Wertminderung von Geschäftsteilen wegen der Auswirkung der Covid-19-Pandemie mit mehreren hundert Mio. € ins Gewicht. Vorstandschef Mike Manley verwies angesichts der Krise auf die Liquidität des Konzerns. Die verfügbaren Mittel hätten Ende März bei 18,6 Mrd. € gelegen. Diese habe das Unternehmen mit einem neuen Kreditrahmen von 3,5 Mrd. € im April noch einmal gestärkt.

Der Umsatz sank vor allem wegen der zurückgehenden Verkäufe in Nordamerika und Asien insgesamt um 16% auf 20,6 Mrd. €. Bereinigt um Sonderposten und vor Zinsen und Steuern schrammte Fiat Chrysler mit einem Ergebnis von 52 Mio. € um ein Haar an einem operativen Verlust vorbei. Das war dem wichtigsten Markt Nordamerika zu verdanken, in dem Fiat Chrysler schon seit langem den Löwenanteil seines Ergebnisses erzielt.

KOF-Konjunkturumfrage: Indikator für Geschäftslage im Sturzflug

(awp/sda) Die Schweizer Unternehmen sehen sich wegen der Covid-19-Pandemie in einer noch negativeren Lage als während der Finanzkrise vor gut zehn Jahren. In nahezu allen Branchen hat sich im April Pessimismus breitgemacht.

Nicht nur, dass die meisten Unternehmen bereits heute ihre Geschäftslage noch negativer als während der Finanzkrise 2009 bewerten. Sie erwarten in den kommenden Monaten eine weitere Verschlechterung, wie die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich am Dienstag mitteilte. «Das Coronavirus hat die Wirtschaft weiter fest im Griff», so das Fazit.

Die Pandemie habe in allen Wirtschaftsbereichen ihre Spuren hinterlassen. Allerdings kann das Verarbeitenden Gewerbe noch etwas von den ersten Monaten 2020 zehren, die recht stark waren. Entsprechend hat sich die Kapazitätsauslastung während des ersten Quartals nur wenig verändert. Die Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe ist damit noch nicht so schlecht wie in der Finanzkrise.

Allerdings dürften neue Aufträge nur noch spärlich hereinkommen. Beim Blick in die Zukunft sind die Unternehmen pessimistischer als während der Finanzkrise.

Negative Rekorde verzeichnen auch das Baugewerbe und die Projektierungsbüros. Hier sinkt der Lageindikator laut KOF im Vergleich zum Vormonat so stark wie noch nie. Ähnlich sieht es im Finanzsektor aus.

Dagegen ist der Geschäftslageindikator im Gastgewerbe und im Detailhandel eingeknickt, und die Lage gestaltet sich sehr schwierig. Während das Gastgewerbe laut KOF von der Pandemie überrollt wird und die Geschäfte einbrechen, trifft die Coronakrise auch den Detailhandel besonders hart.

Im Detailhandel ist wegen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus das Geschäft in vielen Sparten zum Erliegen gekommen. Der Geschäftsindikator ist entsprechend auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren abgesackt.

Nicht viel besser sieht es im Gastgewerbe aus. Der Tourismus ist stark eingeschränkt und vielerorts gänzlich zum Erliegen gekommen. Hoffnung auf eine Besserung machen sich die Betriebe momentan nicht.

Vor einer historisch schwierigen Situation steht gemäss der Umfrage auch der ansonsten erfolgsverwöhnte Dienstleistungssektor. Die Geschäftslage sei deutlich schlechter als etwa in der Finanzkrise 2009, so die KOF weiter. Die Dienstleistungsunternehmen würden einen schärferen Nachfragerückgang erwarten als damals.

Dieser Pessimismus durchziehe dabei viele Bereiche des Sektors: Sowohl im Bereich Verkehr, Information, Kommunikation als auch in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen und persönliche Dienstleistungen seien die Nachfrageerwartungen deutlich negativer als während der Finanzkrise.

Adecco mit markanten Einbussen und Verlust wegen Corona

(awp/sda) Adecco hat im Startquartal die Auswirkungen von Corona mit voller Wucht zu spüren bekommen. Der Personaldienstleister hat weniger Umsatz erzielt. Unter dem Strich sorgt ein Abschreiber wegen Corona für einen Riesenverlust. Und es wird noch schlimmer.

Der Umsatz in der Berichtswährung € nahm um 9% auf 5,14 Mrd. € ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte und um die unterschiedliche Anzahl Arbeitstage ging er zwischen Januar und März ebenfalls um 9% zurück.

Im März allein kam es zu einem Rückgang von satten 19 Prozent, wie das Unternehmen schreibt. Davor - also vor Corona - sei die Umsatzentwicklung im Rahmen des Schlussquartals 2019 ausgefallen. Die Corona-Massnahmen in vielen Ländern hätten dann aber die Nachfrage nach Personaldienstleistungen einbrechen lassen - insbesondere ab der zweiten Hälfte des Monats März.

Der Bruttogewinn verringerte sich in der Folge um 8% auf 994 Mio. und der operative Gewinn (EBITA) um 38% auf 136 Mio.

Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust von 348 Millionen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 133 Mio. resultiert hatte. Der Hauptgrund für den Verlust ist ein Goodwill-Abschreiber von 362 Mio. Euro. Dieser sei wegen einem «beispiellossen Mass an Prognoseunsicherheit in Bezug auf Covid-19» vorgenommen worden, so die Mitteilung. Der Abschreiber betrifft vor allem die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat der Stellenvermittler die Erwartungen beim Umsatz und EBITA leicht übertroffen, der Reinverlust ist hingegen eine Überraschung: Analysten hatten im Vorfeld (AWP-Konsens) ein organisches Wachstum von -12,5 %, einen Umsatz von 4,91 Mrd., einen EBITA von 131 Mio. sowie einen Reingewinn von 75 Mio. prognostiziert.

Für das laufende Quartal zeichnet sich alles andere als Besserung ab. So ist der Umsatz im April um rund 40% eingebrochen, wie es weiter heisst. Das Unternehmen rechnet daher mit einem «schwierigen Quartal».

Gemäss Adecco sind immerhin in denjenigen Ländern, die früh einen Lockdown ausgerufen haben, Zeichen der Stabilisierung zu sehen. Demgegenüber seien die Volumen in den Ländern mit späterem Lockdown weiter rückläufig.

Die Gruppe verfüge über eine starke Bilanz und Liquidität, wird betont. So betrug der Bestand an flüssigen Mitteln per Ende März 1,4 Mrd. Euro. Darüber hinaus führe der Rückgang des Umsatzes auch zu einer Abnahme des notwendigen Betriebskapitals.

Oerlikon erleidet Umsatzrückgang im ersten Quartal

(awp/sda) Der Industriekonzern Oerlikon hat im ersten Quartal 2020 unter der Corona-Krise gelitten: Auftragseingang und Umsatz zeigten deutlich nach unten, und der Betriebsgewinn knickte um 40% ein. Im Segment «Manmade Fibers» machte sich der Shutdown in China bemerkbar, der Bereich Oberflächen spürte den Beginn des Lockdown in Europa und anderen Teilen der Welt.

Der Umsatz ging in der Berichtsperiode insgesamt um 15% auf 529 Mio. Fr. zurück, wie Oerlikon am Dienstag mitteilte. Der Auftragseingang lag rund 30% tiefer auf 477 Mio. Der Auftragsbestand per Ende März lag bei 545 Mio. und war damit verglichen mit 652 Mio. vor Jahresfrist ebenfalls klar geringer.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA ging um 38% auf 58 Mio. Fr. zurück und die entsprechende Marge verringerte sich auf 11,0% von 15,0% im Vorjahr. Der EBIT brach um 86% auf noch 6 Mio. ein.

Mit dem Quartalsausweis hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz erreicht und beim Betriebsergebnis übertroffen. Der Auftragseingang lag jedoch klar unter den Schätzungen.

Der Ausblick für das laufende Jahr wird angesichts der Coronakrise und der Schwäche in Schlüsselmärkten wie Automobil, Industrie und Luftfahrt sowie der hohen Unsicherheit über die weitere Entwicklung zurückgezogen.

Man habe Massnahmen ergriffen, um die Mitarbeitenden zu schützen und die Geschäftskontinuität zu wahren. Oerlikon verfüge über eine solide Kapitalstruktur, starke Liquidität und eine nettoschuldenfreie Bilanz, wird weiter betont. Ein Massnahmenplan zur Sicherung der Liquidität und zur Senkung der Kosten in allen Geschäftsbereichen sei in Umsetzung. Das Mittelfristziel einer EBITDA-Marge von 16 bis 18% werde weiter angestrebt.

Zuvor hatte das Management eine flache bis leicht negative Entwicklung im laufenden Jahr erwartet. Als Zielmarken für Bestellungseingang und Umsatz wurden Werte von 2,5 bis 2,6 Mrd. Fr. genannt und die EBITDA-Marge nach Investitionen und Wachstumsinitiativen sollte bei 14,0 bis 14,5% liegen.

Germanwings-Absturz: Schmerzensgeld-Prozess beginnt

(dpa) Rund fünf Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen beginnt am Essener Landgericht an diesem Mittwoch der erste Schmerzensgeld-Prozess gegen die Lufthansa.

Verhandelt werden die Klagen von Angehörigen getöteter Passagiere. Ihre Klage richtet sich gegen die Lufthansa AG sowie gegen die Lufthansa Aviation Training USA Inc., eine Flugschule in den USA. Dort soll der offenbar an Depressionen leidende Co-Pilot der Maschine ausgebildet worden sein. Er soll das Flugzeug am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert haben. Alle 150 Insassen starben, darunter 16 Schüler und zwei Lehrerinnen eines Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Haltern am See.

Die Kläger werfen der Flugschule und der Lufthansa Versäumnisse vor und fordern höhere Schmerzensgeldzahlungen als von der Lufthansa bereits geleistet. Laut Gericht könnte die medizinische Überwachungspflicht auch eine staatliche Aufgabe gewesen sein. In diesem Fall wären Flugschule und Lufthansa die falschen Adressaten der Klage.

Bei dem Gerichtstermin am 6. Mai 2020 ist voraussichtlich noch nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.

PSP nach Gewinnrückgang im 1. Quartal für 2020 etwas vorsichtiger

(awp/sda) PSP Swiss Property hat im ersten Quartal weniger Gewinn erzielt. Der Liegenschaftsertrag hat dagegen zugenommen. Für den weiteren Verlauf gibt sich der Immobilienkonzern wegen der ungewissen Folgen der Coronavirus-Pandemie etwas vorsichtiger. Die bisherige Prognose wird leicht gesenkt.

Da im Gegensatz zum Vorjahresquartal keine Sondereffekte angefallen sind, hat PSP im ersten Quartal beim Reingewinn einen Rückgang um knapp 40% auf 47,9 Mio. Fr. verzeichnet. Im 1. Quartal 2019 hatte der zweitgrösste börsennotierte Schweizer Immobilienkonzern von einem einmaligen Steuereffekt, Verkaufserfolgen und einer ausserordentliche Portfolioaufwertung profitiert.

Wie PSP am Dienstag weiter mitteilte, stieg der Liegenschaftsertrag um 2,2% auf 74,0 Mio. Fr. Der Betriebsgewinn (EBITDA ohne Liegenschaftserfolg) fiel um 3,1% auf 63,3 Mio. Der entsprechende Reingewinn sank um 4,8% auf 48,1 Mio. Fr. Der durchschnittliche Leerstand im 8,1 Mrd. Fr. schweren Immobilienportfolio lag am Stichtag Ende März bei 3,2% nach 3,5% im Jahr zuvor. Mit den vorgelegten Zahlen hat PSP die Erwartungen der Analysten mehr oder weniger getroffen.

Für das Gesamtjahr erwartet PSP neu einen EBITDA (ohne Liegenschaftserfolge) von rund 260 Mio. Fr. und einen Leerstand per Ende Jahr von rund 3,5%. Bisher lautete die Prognose auf über 260 Mio. Fr. beziehungsweise von unter 3,5%.

Intel treibt mit Übernahme die Entwicklung von Robotertaxis voran

(sda/reu) Der US-Chiphersteller Intel hat den israelischen Transit-App-Hersteller Moovit gekauft. Der Kaufpreis liegt bei rund 900 Millionen Dollar, teilte der amerikanische Konzern in der Nacht auf Dienstag mit.

«Moovit ist eine Akquisition, die einige sehr kritische Lücken füllt, die wir in Zukunft haben», sagte Amnon Shashua, Chef der Autoeinheit Mobileye von Intel in Israel, diesbezüglich der Nachrichtenagentur Reuters.

Moovit soll als unabhängiges Unternehmen bestehen bleiben und mit seiner Technologie und Daten der rund 800 Millionen Nutzer die Entwicklung selbstfahrender «Robotertaxis» für Mobileye vorantreiben, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der gezahlte Preis war fast doppelt so hoch wie die Bewertung von 500 Millionen Dollar, als Moovit zuletzt im Jahr 2018 Geld eingesammelt hatte.

Intel besass bereits etwa sieben Prozent von Moovit durch eine frühere Beteiligung und zahlt nunmehr rund 840 Millionen Dollar in bar für die vollständige Übernahme. «Für ein Unternehmen wie Intel, das einen sehr systematischen Plan hat, wie sich die Zukunft entwickeln soll, sollte das Coronavirus kein Rückschlag sein. Im Gegenteil, man sollte sich die Krise ansehen und dann Chancen finden», erklärte Shashua weiter.

Intel prognostiziert, dass der Markt für selbstfahrende Taxen bis 2030 rund 160-Milliarden-Dollar-schwer sein wird.

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