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Diesen Sommer lässt er es wieder krachen

Der Bund-Logo Der Bund vor 4 Tagen Philippe Reichen

Die Freiburger sollen sich zu Hip-Hop und Electro-Beats ihren Corona-Frust aus den Beinen tanzen. Das wünscht sich der 39-jährige Xavier Meyer für das Revival seines Musikfestivals Les Georges.

«Unvorstellbar, das Festival erneut abzusagen»: Veranstalter Xavier Meyer. © Foto: PD «Unvorstellbar, das Festival erneut abzusagen»: Veranstalter Xavier Meyer.

Eher düster wirken die Gesichter hiesiger Festivaldirektoren in diesen Tagen. Wegen der Corona-Pandemie werden Festivals einmal mehr serienweise abgesagt. Im Fall von Xavier Meyer ist alles anders. Der Chef des kleinen Freiburger Festivals Les Georges strahlt. Er ist aus zwei Gründen euphorisch. In dieser Woche kündigt sich die Geburt seines Töchterchens an, sein zweites Kind. Schon im Juli will er es dann mit «seinem» Musikfestival Les Georges in der Freiburger Innenstadt wieder richtig krachen lassen.

«Wir wollen präsent sein, auch wenn am Ende ein kleines Defizit resultiert.»

Das Festival im Juli werde stattfinden, versichert Xavier Meyer. Er kündigt Electro- und Hip-Hop-Acts, Strassenkünstler und einen Familientag an. «Unvorstellbar wäre es, das Festival in der Freiburger Innenstadt nach 2020 ein zweites Mal abzusagen», betont der gebürtige Walliser, den es vor 20 Jahren wegen seines Unistudiums nach Freiburg verschlug. «Wir wollen präsent sein, auch wenn am Ende ein kleines Defizit resultiert», so der 39-Jährige. Das sähen die Sponsoren, der Kanton und die beteiligten Gemeinden zum Glück genauso.

Kleinere Kulisse, weniger Einnahmen

18’000 Zuschauer hatte das sechs Tage dauernde Festival in den Zeiten vor Corona und ein Budget von einer stolzen Million Franken. Einzelne Konzerte fanden vor bis zu 4000 Leuten statt. Eine solche Kulisse wird es in diesem Jahr nicht haben, darum werden auch die Einnahmen und das Budget kleiner sein. Xavier Meyer geht von Konzerten mit einigen Hundert Leuten aus. Weil damit in diesem Sommer relativ wenig Leute vor die Haupttribüne passen, wälzt Meyer den Gedanken, kurzerhand einen zweiten Konzertort einzurichten.

Man müsse alle Alternativen diskutieren und bis vor dem Festivalstart am 12. Juli flexibel sein, sagt er. Darum verfolgt er seit Wochen Wort für Wort, was der Freiburger Gesundheitsminister Alain Berset in Bern ankündigt. Ans Festival lud er den Magistraten auch schon ein. Gekommen ist er bislang nie. Klappt es in diesem Jahr? Auf jeden Fall würde Xavier Meyer Alain Berset den roten Teppich ausrollen.

Denkmal für einen Vorfahren

In Freiburg hat sich das 2014 gegründete Sommerfestival innert weniger Jahre etabliert. Das liegt auch an seinem originellen, unverwechselbaren Namen: Les Georges. Der Name wiederum ist dem Platz gewidmet, auf dem das Festival stattfindet: La Place Georges-Python. Georges Python war ein Freiburger Tausendsassa. Der Jurist, Gross-, Regierungs-, National- und Ständerat und Universitätsgründer sicherte sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern und hat sogar einen Gastauftritt in einem «Tim und Struppi»-Band: als Professor Paul Cantonneau. Mit dem Festival setzt Xavier Meyer dem Vorfahren quasi ein weiteres Denkmal, auch wenn er lachend sagt: «Mit der Figur Georges Python hat unser Festival natürlich nichts zu tun.»

Um den Namen gibt es mittlerweile sanfte Diskussionen. Frauen haben im informellen Rahmen die Idee aufgeworfen, das Festival gendergerecht umzubenennen: in «Les Georges et les Georgettes». Xavier Meyer findet das durchaus überlegenswert, will aber nichts überstürzen. Zuerst möchte er die Leute in der Freiburger Altstadt wieder zum Tanzen bringen. So, als hätte es eine Corona-Pause nie gegeben.

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