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Disneys verborgene Geschichten

Basler Zeitung-Logo Basler Zeitung 12.06.2020

Diese Dokuserie hangelt sich anhand altbekannter Requisiten durch die Filmgeschichte und bietet dabei Einblicke in die Lieblingsstreifen der Kindheit.

Nur wenige Requisiten von damals sind noch erhalten: Die Schneekugel von Mary Poppins gibt es aber noch immer. © Screenshots: Disney+ und «Mary Poppins» Nur wenige Requisiten von damals sind noch erhalten: Die Schneekugel von Mary Poppins gibt es aber noch immer.

Ende März dieses Jahres kam neben Netflix ein neuer Streamingdienst auf den Schweizer Markt. Disney+ kommt verspielter daher als die Konkurrenz: Der Streamingdienst für die ganze Familie bietet eine Vielzahl an Disney-Blockbustern wie «Fluch der Karibik» oder «Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft». Auch Trickfilme wie «Schneewittchen» können nach Abschluss eines Abos geguckt werden.

Daneben bietet die Streamingplattform exklusives Material, das den althergebrachten Stoff ergänzt. Die Serie «Disney-Requisiten» – auf Englisch ist der Titel «Prop Culture» ein knackiges Wortspiel – begeistert Fans mit Hintergrundinformationen à la DVD-Extras.

Anhand von Filmrequisiten führt der Fernsehproduzent und selbst ernannte Disney-Fan Dan Lanigan den Zuschauer durch acht Folgen. Auf einer Reise durch ganz Amerika spürt er nostalgische Disney-Utensilien auf und begegnet unterwegs Grössen des Showbusiness.

In der ersten Folge dreht sich alles um «Mary Poppins» von 1964. Zum Leid vieler Sammler sind die meisten Requisiten aus jener Zeit längst verschollen. Damals hatten die Gegenstände keinen besonderen Wert und wurden nach Abdrehen des Films entsorgt. Der berühmte Papageien-Schirm des sympathischen Kindermädchens kann deshalb heute nur noch als Nachbildung begutachtet werden.

Mary Poppins’ Schneekugel hingegen wurde sehr wahrscheinlich von einem Arbeiter aus dem Müll gerettet und ist somit noch immer erhalten. Mit dem Schauspieler Jason Schwartzman («Saving Mr. Banks») besucht Dan Lanigan Walt Disneys Büro wo das Originalrequisit steht. Dort wartet ein bekanntes Gesicht auf die beiden.

Es ist Richard Sherman, der zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Robert das Lied zur Szene mit der Schneekugel komponierte. Die liebevolle Melodie des Stücks «Feed the Birds» begleitete im Film die kleinen Vögelchen, die wie schwerelos durch die Glaskugel schwebten. Auch heute noch steht die Kugel auf dem Flügel Walt Disneys.

Der Gründervater habe das Lied geliebt, erzählt Sherman. Oft sei er ins Büro gekommen, habe ihn angewiesen, er solle «das Lied» spielen, und anschliessend aus dem Fenster geblickt und gelauscht. Welches Lied gemeint war, sei klar gewesen. Sherman sei im Übrigen der Einzige gewesen, der auf Walt Disneys Flügel spielen durfte.

Die Rückblicke stimmen die Beteiligten häufig melancholisch: Der Choreografin Dee Dee Woods und der Schauspielerin Karen Dotrice kommen die Tränen, als Lanigan sie mithilfe von Requisiten und Kostümen an die alten Zeiten erinnert. Man denkt gern an diese Momente bei Disney zurück.

Mehr als Requisiten

Auch in den nächsten Folgen begegnet Dan Lanigan spannenden Geschichten, tollen Requisiten und Hollywoodlegenden. In der «Fluch der Karibik»-Folge erfährt man etwa, wie aus einer Freizeitparkattraktion eine erfolgreiche Filmserie wurde. Die Kostümdesignerin Penny Rose kümmerte sich für den ersten Teil um über 900 Kostüme und erzählt, aus welchen überraschenden Materialien sie Captain Jack Sparrows Kostüm fertigte.

Im Beitrag über «Die Chroniken von Narnia»-Filme trifft Lanigan drei der vier Hauptdarsteller, wirft einen Blick in die Disney Archives und erfährt, wie die zahlreichen Fabelwesen und Kreaturen in der Maske zum Leben erwachten. Besonders spannende Einblicke gibt der Regisseur Andrew Adamson: Vor allem die kleine Georgie Henley, welche die Jüngste der Geschwister spielte, ist ihm in Erinnerung geblieben.

«Ich kann nicht glauben, dass ich einmal so winzig war.» – Vor 15 Jahren trug Georgie Henley ihr Kostüm zuletzt, in der Serie sieht sie es zum ersten Mal wieder. © Screenshots: Disney+ und «Die Chroniken von Narnia» «Ich kann nicht glauben, dass ich einmal so winzig war.» – Vor 15 Jahren trug Georgie Henley ihr Kostüm zuletzt, in der Serie sieht sie es zum ersten Mal wieder.

Die weiteren Folgen widmen sich «Tron», «Nightmare Before Christmas», «Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft», «Falsches Spiel mit Roger Rabbit» und dem «Muppet Movie». Für Disney-Fans und Nostalgiker lohnt sich ein Blick in die Serie allemal. Die Folgen können auch unabhängig voneinander angeschaut werden und bieten leichte Wohlfühlunterhaltung.

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