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Für Sie degustiert: Grünenfelder und Bündnerland: Von der übel beleumdeten Spelunke zur Top-Winzerei

Blick-LogoBlick 30.07.2020 Alain Kunz
Von der übel beleumdeten Spelunke zur Top-Winzerei © Bereitgestellt von Blick Von der übel beleumdeten Spelunke zur Top-Winzerei

Die Geschichte des Hofs Eichholz ist so alt wie wechselvoll. Und weil sie so spannend ist, fangen wir beim Anfang an – wie früher üblich, als man solche Storys noch in gedruckten Zeitungen fand und diese noch nicht Storys hiessen. Der Anfang ist die Zeit der Römer. Diese bauen im heutigen Jenins GR eine Pferdewechselstation, die heute den Namen Eichholz trägt. «Der Brunnen», erzählt Irene, «soll noch auf diese Zeit zurückgehen.»

Nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs verkommt auch das Gehöft. Es wird zur übel beleumdeten Spelunke nahe dem Richtplatz des Gerichts Maienfeld. Der letzte Unglückliche soll dort seine Ehre und sein Leben wegen Unzucht mit dem Pferde verloren haben. Am Ende dient der Hof als Zufluchtsort für die Allerärmsten. Erst unter der Familie Hunger blüht er wieder auf.

Dort, auf dem Land ihrer Schwiegereltern und ihres Ex-Manns, beginnt die ehemalige Lehrerin und Journalistin Irene Grünenfelder ihrer Passion nachzugehen: der Liebe zum Wein und der Liebe zur Natur. Sie pflanzt einige wenige Rebstöcke an. Der Ertrag ist gerade mal 500 Liter. Doch die Weine finden Anklang. Nach und nach wächst der Betrieb. Heute kann die Autodidaktin 5,5 Hektaren Rebland ihr Eigen nennen und kauft Trauben von 4,5 Hektaren zu, die eine junge Bauernfamilie gleich neben dem Eichholz bewirtschaftet. Unter dem Strich ergibt das 25'000 bis 30'000 Flaschen pro Jahr. Der Betrieb wird, wie auch jener der nachbarschaftlichen Zulieferer, nach biologischen Grundsätzen geführt.

Heute zählen die Pinot Noirs Eichholz und Alte Reben (die Trauben der beiden ältesten Eichholz-Parzellen, die mit Schweizer Klonen bepflanzt sind) zu den Blauburgunder-Topshots der Schweiz. Da das Ganze eine One-Women-Show ist, ist gut, dass Sohn Johannes gewillt ist, in die Fussstapfen der Mutter zu treten.

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