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«Fremdfütterer sind derzeit eine richtige Seuche»

20 Minuten-Logo 20 Minuten 16.06.2020

In den Nachbargemeinden Reinach und Aesch BL beschweren sich mehrere Katzenhalter, dass ihre Haustiere von Fremden gefüttert werden. Haben es die Fremdfütterer auf Rassekatzen abgesehen?

In den Nachbargemeinden Reinach und Aesch BL beschweren sich mehrere Katzenhalter, dass ihre Haustiere von Fremden gefüttert werden. Haben es die Fremdfütterer auf Rassekatzen abgesehen?

«Euch ist bewusst, dass ihr damit eine Katze entfremdet», schreibt Regina Ventura in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Aesch BL, wenn du …» direkt an unbekannte Personen, die in ihrer Nachbarschaft fremde Katzen füttern. Der Post ist zunächst eine Information an die Leute, die fremde Katzen füttern sollen: Die Tiere könnten ja Medizin benötigen.

In der Kommentarspalte des Facebook-Beitrags und in der Gruppe der Nachbargemeinde Reinach BL bestätigt sich, dass mehrere Katzenhalter ihr Haustier vermissen. Eine Betroffene schreibt, sie wisse gar, wo ihr Tier sei, und sie die Leute angesprochen habe. «Sie behaupten, sie füttern die Katze nicht. Aber meine Katze ist kugelrund.»

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Ventura: «In Aesch sind die Fremdfütterer derzeit eine richtige Seuche.» Etliche Katzen in ihrer Nachbarschaft seien deshalb verschwunden. «Es ist erschreckend, wie viele Meldungen jede Woche in einschlägigen Suchportalen gemacht werden.» Sie nimmt sogar an, die Fremdfütterer haben es auf Rassekatzen abgesehen.

Katzen eignen sich die Strategie an

Dass Leute die Haustiere von Nachbarn füttern, ist keine Seltenheit. Dass sich die Tiere dabei von ihren Haltern entfremden, ist für die Besitzer emotional eine kleine Tragödie. Béatrice Kirn, Geschäftsleiterin der Stiftung TBB Schweiz mit dem Tierheim an der Birs in Basel, kennt die Problematik nur zu gut. «Es geht primär darum, dass fremdgefütterte Katzen es nicht mehr interessant finden, heimzugehen.»

Wenn Katzen einmal fremdgefüttert werden, würden sie die Strategie weiterverfolgen, auch andernorts um Futter zu betteln. «Unsere Meldestelle für Findeltiere wird dann häufig von Personen kontaktiert, die glauben, von einer entlaufenen Katze besucht zu werden. Solche Katzen haben aber durchaus ein Heim», so Kirn.

«Und wenn sie länger wegbleiben, gelangen dann die Katzenbesitzer an uns, weil sie ihre Katze vermissen», sagt Kirn. Fremdfüttern ist keine Straftat. «Wir betonen aber, dass man keine fremden Tiere füttern soll. Denn das erhöht das Risiko, dass sie nicht mehr heimgehen.» Sie glaube aber nicht, dass dies mit der Absicht gemacht werde, die Katzen zu stehlen: «In der Regel handeln Fremdfütterer nicht vorsätzlich.»

Der Polizei Basel-Landschaft ist überdies nicht bekannt, dass in den betroffenen Gemeinden derzeit besonders viele Katzen abhanden kommen, wie das die Facebook-Community vermuten lässt: «Der letzte Fall datiert von Ende April 2020», wie Mediensprecher Adrian Gaugler auf Anfrage sagt. In diesem Fall sei die Katze dann auch zurückgekommen.

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