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Ghislaine Maxwell will in Jeffrey Epsteins Sexleben nichts Unerlaubtes gesehen haben

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 22.10.2020 Peter Winkler, Washington

In einer stundenlangen Anhörung im Jahr 2016 stritt Epsteins frühere Freundin ab, von dessen Sex mit Minderjährigen etwas gewusst zu haben, oder sie mauerte. Obwohl sie sich dagegen wehrte, ist die Abschrift ihrer Aussagen nun öffentlich.

Skizzen von Ghislaine Maxwell an einer Gerichtsverhandlung per Video nach ihrer Festnahme im Juli, an der ihr eine Freilassung gegen Kaution verweigert wurde. ; Jane Rosenberg / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Skizzen von Ghislaine Maxwell an einer Gerichtsverhandlung per Video nach ihrer Festnahme im Juli, an der ihr eine Freilassung gegen Kaution verweigert wurde. ; Jane Rosenberg / Reuters

Seit ihrer Verhaftung Anfang Juli ist es ziemlich still geworden um die 58 Jahre alte Britin Ghislaine Maxwell, die frühere Freundin und Geschäftspartnerin des Financiers und Sexualverbrechers Jeffrey Epstein. Dieser war nach seiner Festnahme wegen erneuter Sexvorwürfe im August 2019 unter merkwürdigen Umständen im Gefängnis verstorben, weshalb das Verfahren gegen ihn eingestellt werden musste, das auch eine Reihe von Prominenten bedrohte.

Zweifel am Suizid

Auch darum wurden die Zweifel daran, dass er Suizid begangen haben soll, nie ganz ausgeräumt. Maxwell wurde ihrerseits ein Jahr später unter dem Vorwurf festgenommen, zwischen 1994 und 1997 ihrem damaligen Freund drei Minderjährige für Sex vermittelt zu haben. Sie plädierte auf nicht schuldig und streitet weiterhin alles ab – und, wie neu veröffentlichte Gerichtsunterlagen zeigen, nicht zum ersten Mal.

2016 sagte Maxwell, die Tochter des verstorbenen Medien-Magnaten Robert Maxwell, in einer Zivilklage wegen Verleumdung einer jungen Frau aus dem Jahr 2015 aus. Die Frau hatte behauptet, Maxwell habe sie als 17-Jährige rekrutiert und danach zusammen mit Epstein zwischen 1999 und 2002 sexuell missbraucht. Die Klage wurde damals durch eine Einigung in ihrem Sinn beigelegt, und vor einem Jahr begannen die Behörden, die fast 2000 Seiten Gerichtsunterlagen zu veröffentlichen.

Maxwell hatte über ihre Anwälte versucht, ihre damaligen Aussagen vor einer Publikation zu schützen, weil diese verhindern würde, dass sie einen fairen Prozess erhalte. Eine Richterin in New York lehnte diese Argumentation ab und gab die Veröffentlichung am Donnerstagmorgen (Ortszeit) frei.

Aus den mehr als 400 Seiten geht hervor, dass Maxwell stur daran festhielt, es sei nichts Unrechtes vorgefallen, wenn sie sich überhaupt äusserte. Oft blieb sie auch auf hartnäckiges Nachfragen hin stumm. Ihre Antworten fielen manchmal ausweichend, manchmal aber auch schroff und unwirsch aus. Sie behauptete auch, sie habe selber nie und unter keinen Umständen mit jemandem Sex gehabt, der dies nicht gewollt habe.

Namen unkenntlich gemacht

Im Zusammenhang mit den Sexualverbrechen Epsteins sind immer wieder Prominente aus Wirtschaft und Politik – und sogar aus dem englischen Königshaus – der Mittäterschaft beschuldigt worden. Einige spielten auch in den Anhörungen von 2015 offensichtlich eine Rolle, doch wurden ihre Namen allesamt unkenntlich gemacht. Bekannt ist, dass die junge Frau, welche die Verleumdungsklage eingereicht hatte, unter vielen anderen auch Prinz Andrew des Missbrauchs beschuldigte, einen Sohn von Königin Elizabeth II. Dieser stritt alles ab, trat aber dennoch von allen öffentlichen Ämtern zurück.

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