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Heute cool, morgen Kult

Tages-Anzeiger-Logo Tages-Anzeiger 24.06.2020

Vielleicht wird eines der vier Zürcher Bandshirts, die wir hier vorstellen, irgendwann zum Klassiker. Das Shirt der 90er-Jahre-Band Vendetta! hat es einst geschafft.

So muss ein Shirt aussehen, das getragen werden will. © Bild: zvg So muss ein Shirt aussehen, das getragen werden will.

Vendetta!

Dieser Name, die blutige Schrift, das Messer: Das beste Shirt der Welt! Das zumindest war mein Eindruck, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Und man sah es oft, damals. Es war zu Beginn der 90er-Jahre, als die Punkrockband Vendetta! gegründet wurde. Alain Forrer, der ehemalige Bassist, erinnert sich bei einem Bier: «Damals trugen Leute aus der illegalen Bar- und Besetzerszene, wenn Shirts von Zürcher Punkbands, dann jenes von Fleisch oder unseres.»

Am Schlagzeug bei Vendetta! sass Marino Bianchera. Der Grafiker Bianchera schenkte der Band nicht nur das Logo, sondern auch den brachialen Namen mit dem Ausrufezeichen. Letzteres war zur Unterscheidung nötig, da es bereits eine bayrische Thrash-Metal-Band mit demselben Namen gab. Die weite Verbreitung der ersten Auflage des Shirts ist kompletter Gleichgültigkeit zu verdanken.

Die Kiste mit den Shirts wurde einst nämlich an einem Konzert an der Konradstrasse vergessen. Als Forrer ein paar Tage später in das besetzte Ambiance ging, um einen Freund zu besuchen, fragte dieser ihn, ob er eigentlich auch noch eines dieser Vendetta!-Shirt wolle. «Vielleicht», sagte Forrer, «haben das Shirt damals so viele Leute getragen, einfach weil es gratis war.»

Die Band löste sich 1995 auf. Das reichte aber noch für Shirtauflage Nummer zwei. Diesmal mit Stellmesser im Logo. Ein Exemplar verschenkte Alain Forrer diesmal sogar freiwillig: Franzl, ein Fan, der die Band bei ihren Konzerten manchmal spontan mit seiner Trompete begleitete, kam einst zu spät zu einem Auftritt. Das Konzert war vorbei. Da sirachte Franzl so lange, bis Forrer ihm das neue Shirt zur Beruhigung schenkte. Der Fan freute sich dermassen, dass er das Vendetta!-Shirt gleich anzog, ein Feuerzeug hervornahm und sein eben noch getragenes T-Shirt mitten in der Züri-Bar abfackelte. That’s Punkrock!

Soviel zu früher. Und wie sieht es mit den Fanshirts von heute aus? Eine Auswahl.

Steiner & Madlaina

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«Cheers» heisst Prost. «Cheers» kann aber auch eine Begrüssung oder eine Verabschiedung sein. Und es ist der Name des Debütalbums von Steiner & Madlaina. Deshalb ziert das Fanshirt der Liedermacherinnen vorne «Cheers». Auf der Rückseite geht es weiter mit der Cocktailliebe: Es ist ein Martiniglas abgedruckt.

Red Brick Chapel

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Ziemlich retro, dieses Oberteil. Wer es trägt, gehört jedoch nicht zu den Anhängern einer psychedelischen 60er-Rockband. Sondern zählt zur Fangemeinde des Zürcher Musiker-Kollektivs Red Brick Chapel. Alle beteiligten Acts sind auf dem rot-weissen Baumwollshirt verewigt – von Aul bis Zardt.

Cella

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Vorne prangt ein schlichter Schriftzug, hinten ist das Oberteil mit verschiedenen Flaggen bedruckt. Eigentlich klar, dass die Fanartikel von Cella besonders hübsch gestaltet sind. Denn Lukas Schnider ist nicht nur elektronischer Musiker: Der Zürcher ist auch als Grafiker tätig.

Loco Escrito

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2017 landete Loco Escrito mit «Sin Ti» einen Sommerhit. Seither werden seine Latino-Popsongs auf ­Youtube und Spotify millionenfach gestreamt. Anlässlich seiner neuen LP «Estoy Bien» liess der Zürcher ein weiteres Fanshirt entwerfen. Anders als seine Vorgänger ist es weder kitschig noch überladen.

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