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K-Pop-Fans fluten rassistische Hashtags mit Videos

20 Minuten-Logo 20 Minuten 05.06.2020

Um sich für die US-Proteste gegen rassistische Polizeigewalt starkzumachen, spammen K-Pop-Anhänger gerade Hashtags wie #WhiteLivesMatter mit Bildern und Videos ihrer Lieblingsstars voll.

K-Pop-Fans geniessen auf Twitter nicht gerade den besten Ruf. So sind sie etwa bekannt dafür, jegliche Kommentarspalten mit Bildern und Videos von ihren Lieblingsgruppen zu überfluten. Genau damit machen sich die gut organisierten Fangemeinden aber nun bei Unterstützerinnen und Unterstützern der US-Proteste beliebt.

Mit ihrer Spam-Technik ist es ihnen nämlich gelungen, Hashtags zu neutralisieren, die zurzeit in rechtsextremen Kreisen genutzt werden. Wer nun beispielsweise unter #WhiteLivesMatter oder #WhiteOutWednesday rassistische Inhalte aufsucht, wird stattdessen auf einen Schwall an Memes und Liveauftritten diverser K-Pop-Gruppen stossen.

Besonders aktiv sind die Fans der Gruppen BTS, Exo, Blackpink, Got7, NCT, Twice und Red Velvet. Auf diesem Meme etwa hält BTS-Rapper RM ein Gehirn hoch: «Benutze es, Bruder», steht geschrieben.

«Hallo rassistische Idioten», twittert diese Person und postet dazu einen Liveauftritt der Boyband Exo und ihrem grossen Hit «Loveshot».

Besonders beliebte Spam-Videos sind in Anspielung auf das «White» in den Hashtags auch Auftritte in weissen Outfits. Hier tanzt BTS-Sänger Jimin zu einer Instrumental-Version ihres Songs «I Need You».

Eine weitere Performance ganz in Weiss: Blackpink performen ihren Song «Don’t Know What to Do». Im Tweet steht: «Es ist mutig von euch Rassisten, zu denken, dass dieser Hashtag nicht von K-Pop-Stans übernommen wird.»

Die Fans werden von Anonymous gelobt

Für ihre erfolgreiche Spam-Aktion kriegen die K-Pop-Stans von anderen Userinnen und Usern auf Twitter ordentlich Lob. Sogar das Hackerkollektiv Anonymous meldete sich zu Wort und twitterte: «Respekt für die K-Pop-Stans». In einem weiteren Tweet schreibt ein User: «Ich mag K-Pop oder die Fans davon nicht wirklich, aber zu sehen, wie sie den Hashtag #WhiteLivesMatter zerstören, ist übertrieben lustig.»

So sehen laut diesem Tweet Rassisten aus, wenn sie den K-Pop-Content unter ihrem Hashtag auffinden.

Zuvor haben sie eine Polizei-App zum Absturz gebracht

Das Überfluten der Hashtags ist nicht die erste Aktion der K-Pop-Anhänger, um die «Black Lives Matter»-Bewegung zu unterstützen. So brachten sie diese Woche etwa eine Polizei-App zur Überlastung. Vergangenes Wochenende hat die Polizei von Dallas im US-Bundesstaat Texas Leute auf Twitter dazu aufgerufen, über eine App anonym Videos von illegalen Aktivitäten an Protesten einzusenden.

Die Fandoms mobilisierten sich daraufhin und überfluteten die App mit K-Pop-Liveauftritten. Die Aktion zeigte Wirkung. Einen Tag später verkündete die Polizei in einem Tweet, dass die App aufgrund technischer Schwierigkeiten vorübergehend nicht verfügbar sein wird.

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