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McKinsey: Verdoppelung der Arbeitslosenzahlen in Europa, Deutscher Industrieverband mahnt Fortschritte in Nach-Brexit-Verhandlungen – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 20.04.2020

McKinsey erwartet Verdoppelung der Arbeitslosenzahlen in Europa

(reuters) Die Arbeitslosigkeit in Europa könnte sich in den kommenden Monaten fast verdoppeln. Nach Schätzungen des Beratungsunternehmens McKinsey liefen 59 Millionen Arbeitsplätze Gefahr, wegen der Coronavirus-Pandemie wegzufallen. «Der Verlust dieser Arbeitsplätze wäre nicht nur eine Tragödie auf individueller Ebene. Auch aus der wirtschaftlichen Perspektive wäre es schmerzhaft», so McKinsey in seinem Bericht am Montag.

Das Beratungsunternehmen schätzte für 2020 die Arbeitslosenquote in den Mitgliedstaaten der EU auf 7,6 Prozent. Eine Rückkehr zu dem Stand vor der Krise könnte erst im 4. Quartal 2021 möglich sein. Für den schlimmsten Fall geht McKinsey davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Europa sogar auf 11,2 Prozent klettern könnte und sich erst in 2024 wieder von den Folgen des Virusausbruchs erhole. Die Hälfte aller gefährdeten Arbeitsplätze wären im Kundenservice und Vertrieb, in der Gastronomie und im Baugewerbe.

In Europas Grosshandels- und Detailhandelssektor könnten 14,6 Millionen Arbeitsplätze bedroht sein, 8,4 Millionen Arbeitsplätze im Hotelgewerbe und in der Gastronomie sowie 1,7 Millionen in der Kunst- und Unterhaltungsbranche.

VW fährt Produktion in Zwickau schrittweise wieder hoch

(dpa) Der Autobauer Volkswagen fährt in dieser Woche seine Fahrzeugproduktion teilweise wieder hoch. Im Zwickauer VW-Werk gibt es von Montag an entsprechende Vorbereitungen. «Wiederanlaufen wird das Band dann am Donnerstag», sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zwickau sei damit das erste Fahrzeugwerk in Deutschland, das der Autohersteller schrittweise wieder in Betrieb nehme. Europaweit soll zuerst im slowakischen Bratislava losgelegt werden, wo die Bänder bereits am Montag wieder anlaufen sollen.

In Sachsen nimmt von Donnerstag an auch das Motorenwerk in Chemnitz seine Arbeit wieder auf. In den Werken Wolfsburg, Emden, Dresden und Hannover soll es den Angaben zufolge am 27. April losgehen. Die 8000 Mitarbeiter am Standort Zwickau sollen schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Bis 3. Mai sei aber der Grossteil weiterhin in Kurzarbeit, hiess es. Wann der Stand vor der Corona-Pandemie erreicht wird, sei derzeit nicht absehbar.

BDI mahnt Fortschritte bei Verhandlungen nach Brexit

(dpa) Die deutsche Industrie dringt vor den wieder beginnenden Nach-Brexit-Verhandlungen der EU mit Grossbritannien auf rasche Fortschritte. «Es ist ein lang erwartetes Signal, dass die EU und das Vereinigte Königreich die Gespräche zu ihrem zukünftigen Verhältnis fortsetzen», sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der Deutschen Presse-Agentur. Die Coronakrise verlangt aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) beiden Parteien ein hohes Mass an Aufmerksamkeit und wertvoller Zeit ab. Unerwartet seien zu den grossen inhaltlichen Hürden immense organisatorische Herausforderungen gekommen. Das erschwere die Verhandlungen seit Wochen erheblich.

Nach einer Zwangspause in der Corona-Krise nehmen die EU und Grossbritannien einen neuen Anlauf, ihre künftigen Beziehungen nach dem Brexit zu klären. An diesem Montag ist der Auftakt zur ersten von drei einwöchigen Verhandlungsrunden per Videokonferenz im April, Mai und Juni. Es geht um das Handels- und Partnerschaftsabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase Ende 2020.

BDI-Vertreter Lang sagte: «Die unmittelbar vom Brexit betroffenen Unternehmen sind gezwungen, in einem Atemzug zwei Krisen zu meistern.» Durch die Corona-Massnahmen seien die Liefer- und Wertschöpfungsketten in Europa bereits unterbrochen. Mit dem Austritt Grossbritanniens aus der EU drohten zusätzlich schwerwiegende Verzögerungen: «Noch fataler wären die Auswirkungen bei einem Ende der Übergangsphase ohne Folgeabkommen.» Der BDI warnte vor einem Scheitern. «Die Zeit ist mehr als knapp. Den Verhandlern sollte klar sein, dass kaum mehr Möglichkeiten zur Abfederung der Brexit-Folgen bestehen.» Es müsse «jetzt darum gehen, sämtliche Optionen des Austrittsvertrags genau zu prüfen, um einen harten Bruch unbekannten Ausmasses zu verhindern».

Eine Verlängerung der Verhandlungsfrist lehnt Grossbritannien ab. Die Übergangsphase gilt seit dem britischen EU-Austritt Ende Januar bis zum Jahresende. Deshalb hat sich trotz des Brexits im Alltag fast nichts geändert: Grossbritannien gehört weiter zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, hält sich an EU-Regeln und zahlt in den Haushalt ein.

Daimler fährt Produktion ab Montag wieder hoch

In der Mercedes-Benz Fabrik in Sindelfingen steht die Produktion seit dem 8. April still. Das soll sich jetzt wieder ändern. Matthias Hangst / Getty Images Europe © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung In der Mercedes-Benz Fabrik in Sindelfingen steht die Produktion seit dem 8. April still. Das soll sich jetzt wieder ändern. Matthias Hangst / Getty Images Europe

(dpa) Der Autobauer Daimler wirft nach dem mehrwöchigen Corona-Stillstand seine Werke wieder an. Das Hochfahren soll an diesem Montag an den ersten Standorten beginnen. Gearbeitet werden soll nach Angaben von Konzern und Betriebsrat unter umfangreichen Hygienevorgaben, teilweise erst einmal nur in einer Schicht, teilweise aber auch schon wieder in drei Schichten. Daimler hatte grosse Teile seiner Produktion im März heruntergefahren. Seit dem 6. April sind Zehntausende von Mitarbeitern in Deutschland in Kurzarbeit, die noch bis Ende des Monats läuft. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen das haben wird, sei noch nicht abzusehen, hiess es.

EU-Parlament will europäische «Recovery-Bonds»

(dpa) Das Europa-Parlament verlangt im Kampf gegen die Corona-Krise sogenannte Recovery-Bonds – also europäische Anleihen, die durch den EU-Haushalt abgesichert sind. Damit sollen künftige Investitionen finanziert werden, aber nicht die bestehenden Schulden vergemeinschaftet werden. Für diese Forderung stimmte am Freitag eine Mehrheit der Abgeordneten. Es ist eine weitere Variante im Dauerstreit über Corona-Bonds und die Finanzierung des Wiederaufbaus nach der Krise.

Der Vorschlag ähnelt Ideen der EU-Kommission, mit Hilfe von Garantien aus dem EU-Haushalt selbst über Anleihen Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen und damit Investitionen der EU-Staaten zu unterstützen. An Details des Modells wird noch gearbeitet. Es dürfte beim Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs nächsten Donnerstag Thema werden. Präsidentin Ursula von der Leyen hat bereits gesagt, dass für die Erholung nach der Krise ein Marshall-Plan in Billionenhöhe nötig werde, also von mehr als tausend Milliarden Euro.

Die gemeinsame europäische Schuldenaufnahme unter dem Stichwort Corona-Bonds oder Euro-Bonds ist weiter äusserst umstritten. Hoch verschuldete und in der Pandemie besonders betroffene Staaten wie Italien und Spanien wollen sie unbedingt. Die Niederlande, Deutschland und andere Staaten lehnen vor allem eine gemeinsame Haftung ab.

Das Modell der Kommission versucht, den Wiederaufbau über den EU-Haushalt zu organisieren und so eine Brücke zu schlagen. Nach dem was bisher bekannt ist, wäre die Haftung der einzelnen EU-Staaten und auch der Verwendungszweck beschränkt – anders als bei bisher debattierten Varianten von Euro-Bonds.

Im Europa-Parlament wird der gemeinsame Beschluss – er wurde mit 395 von 694 abgegebenen Stimmen gebilligt – unterschiedlich interpretiert. So schrieb die Fraktion der Sozialdemokraten im Europaparlament auf Twitter: «Heute hat das Europäische Parlament sich für Euro-Bonds ausgesprochen, ein historischer Schritt hin zur Vergemeinschaftung von Schulden.» Dagegen erklärten die deutschen Unionsabgeordneten Daniel Caspary (CDU) und Angelika Niebler (CSU), die «Forderung nach Euro-Bonds» habe man erfolgreich abgewehrt.

Mikron macht weitere Einschnitte in Agno - 110 Jobs betroffen

Der Maschinenhersteller Mikron streicht in Agno 110 Stellen. ; Christian Beutler / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der Maschinenhersteller Mikron streicht in Agno 110 Stellen. ; Christian Beutler / Keystone

(awp/sda) Der Präzisionsmaschinenhersteller Mikron setzt wegen der Nachfrageflaute in der Autoindustrie wegen der Coronakrise zu weiteren Einschnitten am Tessiner Maschinenbaustandort Agno an. Momentan geht die Geschäftsleitung davon aus, dass von dieser Massnahme bis zu 110 Stellen betroffen sind.

Zusammen mit den Sozialpartnern werde eine möglichst sozialverträgliche Lösung für die Betroffenen gesucht, teilte Mikron am Freitag mit. Mittelfristig sei keine Erholung der Nachfrage aus der Automobilindustrie zu erwarten. Man halte aber am Maschinenbaustandort Agno fest.

Die Markteinführung der neuen Maschinengeneration Mikron Multix werde weiter vorangetrieben. Durch den Ausbau dieser Plattform werde das Produktportfolio in den kommenden Jahren sukzessive erneuert. Das Werkzeuggeschäft von Mikron Tool und das Segment Mikron Automation sind von dieser Massnahme nicht betroffen.

Bereits im November 2019 hatte Mikron am Standort Agno Kurzarbeit bei den damals 370 Beschäftigten eingeführt und den Personalbestand reduziert. Parallel zu Kapazitätsanpassungen am Maschinenbaustandort in Agno hat Mikron auch an den beiden Maschinenbau- und Automationsstandorten in Deutschland erste Kapazitätsanpassungen vorgenommen respektive teilweise Kurzarbeit eingeführt.

Chef von Marlboro-Konzern Altria tritt zurück

(awp/sda/dpa) Der Chef des Tabak-Riesen Altria (Marlboro), Howard Willard, ist nach einer Erkrankung an Covid-19 zurückgetreten. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannte das US-Unternehmen laut Mitteilung vom Freitag den bisherigen Finanzchef Billy Gifford.

Willard, der 28 Jahre für den Konzern tätig war, hatte sich im März wegen einer Infizierung mit dem Coronavirus zunächst beurlauben lassen. Er erhole sich zwar von der Krankheit, habe sich aber entschieden, ganz von seinen Ämtern zurückzutreten, erklärte Altria nun. Seinen Posten als Vorsitzender des Verwaltungsrats übernehme der unabhängige Direktor Thomas Farrell.

Swatch kürzt Dividende wegen Coronakrise

Die Swatch-Aktionäre erhalten nur eine gekürzte Dividende. ; Arnd Wiegmann / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die Swatch-Aktionäre erhalten nur eine gekürzte Dividende. ; Arnd Wiegmann / Reuters

(awp/sda) Die Swatch Group kürzt aufgrund des Nachfrageeinbruchs im Zuge der Coronakrise die Dividende. Statt 8 Franken sollen pro Inhaberaktie nur noch 5,50 Franken ausgeschüttet werden.

Besitzer von Namenaktien erhalten pro Anteil noch 1,10 Franken statt 1,60 Franken, wie aus der am Freitag veröffentlichten Einladung zur Generalversammlung hervorgeht. Der Verwaltungsrat habe sich Zuge der Covid-19-Situation und den drastischen Folgen für die Wirtschaft für ein umsichtiges Vorgehen mit den finanziellen Mitteln der Gesellschaft entschieden, heisst es in der Medienmitteilung von Swatch. Neben der Dividendenkürzung um rund 30 Prozent reduziert sich der Verwaltungsrat demnach auch das eigene Honorar um denselben Prozentsatz.

Pessimismus macht sich unter den Firmen breit

(sda) Die Schweizer Wirtschaft bricht wegen des Coronavirus in fast historischem Ausmass ein. Dafür gibt es immer mehr Hinweise. Die Zwischenergebnisse der neuesten KOF-Konjunkturumfrage vom April zeigen nun auch: In vielen Branchen macht sich Pessimismus breit. Viele Unternehmen stellen sich demnach auf einen deutlichen Nachfragerückgang in den nächsten Wochen ein. Zwar seien die Auftragsbestände in manchen Wirtschaftsbereichen momentan noch einigermassen stabil, heisst es in einer Mitteilung der Konjunkturforschungsstelle KOF vom Freitag. Aber auch in diesen Bereichen dürfte die Produktion in der nächsten Zeit gedrosselt werden.

Düstere Perspektiven für den Arbeitsmarkt

(sda) Derzeit werden pro Werktag 1500 Personen arbeitslos, die Zahl der Kurzarbeitsgesuche schiesst noch immer in die Höhe. «Der Arbeitsmarkt ist zum Erliegen gekommen», konstatiert Boris Zürcher, Leiter Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Viele Personen, die Ende 2019 oder Anfang 2020 von sich aus und ohne Anschlusslösung gekündigt haben, stehen vor einem Problem: «Ihre Stelle gibt es nicht mehr», sagte Zürcher am Freitag vor den Bundeshausmedien. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften sei regelrecht eingebrochen.

Gute Nachrichten für Schweizer Medtech-Branche

(sda) Nach den EU-Staaten hat am Freitag auch das EU-Parlament zugestimmt, die neuen EU-Regeln für die Zulassung von Medizinprodukten (MDR) um ein Jahr zu verschieben. Das gab EU-Parlamentspräsident David Sassoli bekannt. Das Inkrafttreten der neuen Regeln wäre für den 26. Mai dieses Jahres geplant gewesen. Auch für all jene Schweizer Medizinprodukte-Hersteller, die in die EU exportieren, galt dieses Datum als wichtige Deadline.

Musik Hug muss Weko-Busse von 445 000 Franken zahlen

(awp/sda) Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die Musik Hug AG wegen Preisabsprachen im Flügel- und Klavierverkauf zu Recht mit 445 000 Franken gebüsst. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde von Musik Hug abgewiesen.

Die Musikpunkt Holding AG, welche die Gesellschaft Musik Hug in der Zwischenzeit übernommen hat, beantragte beim Bundesverwaltungsgericht eine Senkung der Sanktion auf null. Die Holding begründete dies mit ihrer finanziellen Situation. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hervor.

Grundsätzlich sieht das Kartellgesetz vor, dass ein Unternehmen aufgrund einer Sanktion nicht konkurs gehen darf. Auch wird bei Selbstanzeigern auf eine Busse verzichtet. Zwar hat Musik Hug eine Selbstanzeige gemacht. Der Gesellschaft kam jedoch La Bottega del Pianoforte zuvor, die ebenfalls in den Fall involviert war. Aus diesem Grund könne Musik Hug nicht von der Bonusregelung profitieren, schreibt das Bundesverwaltungsgericht.

Wie die Weko geht das Gericht in St. Gallen davon aus, dass die Busse wirtschaftlich tragbar und verhältnismässig sei. Die Weko hatte die Sanktion bereits von ursprünglich 1,3 Millionen auf 445 000 Franken gesenkt.

Musik Hug habe für den Fall von Rechtsstreitigkeiten rund 500 000 Franken zurückgestellt. Die Finanzanalyse der Weko habe zudem gezeigt, dass ausreichend Kapital vorhanden sei. Nichts an der Busse vermag die Übernahme von Musik Hug durch die Musikpunkt Holding im Jahr 2017 zu ändern.

Aufgedeckt wurde die Preisabsprache aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung des Hochbauamts des Kantons Zürich im April 2012. Geplant war der Kauf von Flügeln und Klavieren für die Zürcher Hochschule der Künste auf dem Toni-Areal.

Während des Ausschreibungsverfahrens erhielt das Hochbauamt einen Brief von Steinway & Sons aus Hamburg. Darin wurde dem Amt mitgeteilt, dass der Zuschlag nicht an La Bottega vergeben werden dürfe.

Die Firma habe ausserhalb des ihr zugewiesenen Vertragsgebietes Tessin und Teilgebiets südlich des San Bernardino offeriert. Es sei ausschliesslich das Angebot ihres unter anderem für den Kanton Zürich zuständigen Händlers Musik Hug zu berücksichtigen.

Steinway & Sons liess das Hochbauamt in einem späteren Schreiben zwar wissen, dass ihr ursprünglicher Brief als gegenstandslos zu betrachten sei. Aber der Kanton Zürich leitete diese Informationen mit der Frage an die Weko weiter, ob das Vorgefallene aus kartellrechtlicher Sicht problematisch sein könnte.

In einer Stellungnahme vom Freitagnachmittag hält die Musik Hug fest, dass die von der Weko beanstandeten Punkte beim Unternehmen bereits zum Zeitpunkt der Eröffnung der Untersuchung im Jahr 2012 nicht mehr gängige Praxis gewesen seien. Bei Musik Hug bestehe eine umfassende «Corporate Compliance Regelung», die Anwendung in allen Lieferanten- und Geschäftsbeziehungen finde.

Die Musik Hug AG habe in den letzten zweieinhalb Jahren unter neuer Führung einen erfolgreichen Turnaround-Prozess eingeleitet, schreibt das Unternehmen weiter. Das Urteil betreffe Angelegenheiten, die fast 10 Jahre zurücklägen. Das Bestreben der Musik Hug AG sei es, die 190 Arbeitsplätze im Unternehmen zu sichern, heisst es mit Verweis auf die Coronakrise.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. (Urteil B-823/2016 vom 2.4.2020)

Lonza steigert Umsatz im ersten Quartal in schwierigem Umfeld

(awp/sda) Der Lifescience-Knzern Lonza ist gut ins Jahr 2020 gestartet. Der Nettoumsatz stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei konstanten Wechselkursen um 7,4 Prozent auf 1,64 Milliarden Franken.

Weiterhin erweist sich der Bereich Lonza Pharma Biotech & Nutrition (LPBN) als Zugpferd. Während der Bereich LPBN den Umsatz im Vorjahresvergleich um 8,3 Prozent auf 1,21 Milliarden Franken steigern konnte, wuchs der Bereich Lonza Specialty Ingredients (LSI) um 3,8 Prozent auf 409 Millionen Franken, wie der Konzern am Freitag mitteilte.

Zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie hiess es, Lonza habe in den meisten Märkten den Betrieb aufrecht erhalten können. Es habe nur wenige kleine Störungen gegeben. Das Unternehmen habe alle Lieferprobleme ohne negative Auswirkungen auf das Geschäft bewältigen können.

Das LPBN-Segment hat derzeit mehr als 40 klinische und kommerzielle Anfragen zu Projekten im Zusammenhang mit Covid-19 erhalten. Lonza konzentriere sich auf eine kleine Anzahl von wichtigen Entwicklungsprojekten, die sowohl Impfstoffe als auch therapeutische Behandlungen betreffen und dazu beitragen könnten, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen.

Roche arbeitet an Test zum Nachweis von Corona-Antikörpern

(awp/sda) Roche zeigt sich im Kampf gegen das Coronavirus unermüdlich. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, werde man nun an der Entwicklung und künftigen Markteinführung eines neuen Corona-Tests arbeiten. Dieser Test soll nun dabei helfen, bei jenen Menschen, die dem Coronavirus ausgesetzt waren, die entsprechenden Antikörper nachzuweisen.

Man strebe an, den Antikörpertest bis Anfang Mai in Ländern, die die CE-Kennzeichnung der Europäischen Union akzeptieren, verfügbar zu haben. Zugleich arbeite Roche aktiv mit der FDA für eine Notfallzulassung zusammen.

Antikörpertests spielen eine zentrale Rolle, um genau jene Menschen zu identifizieren, die mit dem Virus möglicherweise infiziert waren, aber keine Symptome zeigten, wie es in der Mitteilung heisst.

Darüber hinaus kann ein Test den Angaben zufolge die vorrangige Untersuchung von Hochrisikogruppen unterstützen. Dazu gehören etwa Beschäftigte im Gesundheitswesen oder der Lebensmittelversorgung, die möglicherweise bereits ein gewisses Mass an Immunität entwickelt haben und ihren Dienst fortsetzen und/oder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.

Der Antikörpertest sei ein wichtiger nächster Schritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie. So könne der Antikörpertest von Roche in höher Stückzahl schnell produziert werden.

Bei dem «Elecsys Anti-Sars-CoV-2-Immunoassay» handelt es sich laut Mitteilung um einen In-vitro-Test, bei dem menschliches Serum und Plasma aus einer Blutprobe verwendet wird, um Antikörper nachzuweisen und die Immunreaktion des Körpers auf das Coronavirus (Sars-CoV-2) zu bestimmen. Der Test kann auf den Cobas-e-Analysegeräten von Roche Diagnostics durchgeführt werden.

Der Exodus bei der Baselworld hält an. Die Messe ist wohl nicht mehr zu retten

(awp/sda) Die Uhrenmesse Baselworld verliert einen weiteren prominenten Teilnehmer. Die Schweizer Uhrenmanufakturen der LVMH-Gruppe kehren wie andere führende Uhrenmarken der Basler Veranstaltung 2021 den Rücken und führen in Genf einen eigenen Anlass durch.

Bereits Mitte April hatten die fünf Uhrenmarken Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard ihren Rückzug für die für Januar 2021 geplante Baselworld vermeldet. Aufgrund dieser «deutlichen Abnahme der Präsenz der Schweizer Uhrenindustrie» sei es für LVMH zur Wahrung des Images klar geworden, sich ebenfalls zurückziehen, schrieb die Gesellschaft in einer Mitteilung vom Freitag.

Zur Schweizer Uhrenmanufakturen der LVMH-Gruppe gehören die Marken TAG Heuer, Hublot und Zenith und das Haus Bvlgari. Diese würden nun verschiedene Veranstaltungsformate prüfen. Die LVMH Watch Division einerseits und Bvlgari andererseits würden in den kommenden Wochen über ihre jeweiligen Pläne entscheiden und informieren.

Die Zusammenführung der gesamten Schweizer Uhrenindustrie an einem Standort, in Genf und an einem einzigen Datum, sei eine grosse Chance, endlich einen wichtigen Sektor wiederzubeleben, so LVMH weiter.

Uber schreibt wegen Corona-Krise bis zu 2,2 Milliarden Dollar ab

(sda/dpa) Der Fahrdienstvermittler Uber kündigt wegen der Coronavirus-Krise milliardenschwere Abschreibungen an. Gleichzeitig zieht der Konzern seine Jahresprognose zurück.

Das Unternehmen teilte am Donnerstag (Ortszeit) nach US-Börsenschluss mit, dass der Verlust im ersten Quartal aufgrund von Abwertungen in der Bilanz um 1,9 Milliarden bis 2,2 Milliarden Dollar höher als bisher angenommen ausfallen dürfte. Uber steckt ohnehin schon tief in den roten Zahlen; im Schlussquartal 2019 hatte der Konzern ein Minus von 1,1 Milliarden Dollar verbucht.

Die am 6. Februar ausgegebenen Geschäftsprognosen für das laufende Jahr zog Uber zudem zurück - angesichts der Coronavirus-Pandemie sei es derzeit unmöglich, Vorhersagen zu Finanzergebnissen zu machen, hiess es.

Zunächst hatte Uber nur angekündigt, dass ein Hilfsprogramm für Fahrer und Lieferanten, die unter der Krise litten, die Erlöse im vergangenen und laufenden Quartal belaste. Die nunmehr angekündigten Abschreibungen beziehen sich laut der Medieninformation vom Donnerstag auf Minderheitsbeteiligungen, die Uber an anderen Unternehmen hält. Ein ausführlicher Quartalsbericht solle am 7. Mai vorlegt werden, hiess es weiter.

Argentinien will mit Schuldenschnitt die Staatsfinanzen sanieren

(dpa) Angesichts der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise schlägt die argentinische Regierung ihren privaten Gläubigern einen Schuldenschnitt vor. Die Zinszahlungen sollen um 37,9 Milliarden US-Dollar oder 62 Prozent gesenkt werden, wie Wirtschaftsminister Martín Guzmán am Donnerstag sagte. Die Schuldenlast selbst soll um 3,6 Milliarden Dollar oder 5,4 Prozent gekürzt werden. Insgesamt will Argentinien Kredite in Höhe von 68 Milliarden Dollar restrukturieren und hat den privaten Gläubigern nun ein Angebot für eine Umschuldung unterbreitet. «Es ist klar, dass Argentinien im Moment gar nichts bezahlen kann», sagte Guzmán. Sowohl Rück- als auch Zinszahlungen sollen deshalb drei Jahre lang gestundet werden. Ab 2023 will die Regierung dann die Zinszahlungen wieder aufnehmen und Schritt für Schritt erhöhen.

Argentinien befindet sich in einer Wirtschaftskrise. Das Land leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer grossen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht. Der Internationale Währungsfonds (IMF) hatte die Schulden Argentiniens zuletzt für nicht tragfähig erklärt.

Wegen der Corona-Pandemie verhängte die Regierung zuletzt zudem weitreichende Ausgangsbeschränkungen und legte die Wirtschaft für Wochen praktisch lahm. Der IMF rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 5,7 Prozent.

Flughafen Zürich verzichtet auf Dividendenzahlung für 2019

Der Flughafen Zürich ist zuversichtlich, keinen Hilfskredit zu benötigen Simon Tanner / NZZ © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der Flughafen Zürich ist zuversichtlich, keinen Hilfskredit zu benötigen Simon Tanner / NZZ

(awp/sda) Der Flughafen Zürich verzichtet angesichts der Coronakrise auf die Dividendenzahlungen für das Jahr 2019. Die Auswirkungen der Krise rund um das Coronavirus führten seit Mitte März zu deutlichen Ertragseinbussen, teilte der Flughafenbetreiber am Donnerstag mit.

Der Verwaltungsrat habe eine Neubeurteilung der Situation vorgenommen und werde der Generalversammlung vom 11. Juni beantragen, auf die Ausschüttung von Dividenden zu verzichten, heisst es in der Mitteilung. Ursprünglich wollte der Flughafen Zürich den Aktionären insgesamt 7.10 Fr. pro Aktie ausschütten – dies in Form einer ordentlichen Dividende von 3.90 Fr. sowie einer Zusatzdividende von 3.20 Fr.

Weiterhin zeigen sich Verwaltungsrat und Management überzeugt, dass der Flughafen Zürich dank einer «starken Bilanz» und den getroffenen Massnahmen zur Reduktion von Betriebskosten und Investitionen für die aktuelle Situation robust aufgestellt und solide finanziert sei.

Bei Bedarf würden Finanzierungen prioritär über den Schweizer Kapitalmarkt geprüft, heisst es weiter. Die Flughafen Zürich geht aber «gemäss aktuellem Stand» davon aus, dass sie keinen Überbrückungskredit des Bundes beantragen muss.

Anhaltendes Blutbad am US-Arbeitsmarkt

mla. Washington

Auch in der am 11. April zu Ende gegangenen Woche stellten Millionen von Amerikanern einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe. Die 5,2 Mio. neuen Gesuche der vergangenen Woche bringen das Vierwochentotalauf 22 Mio. Das bisherige höchste Vierwochentotal stammt aus dem Herbst 1982, als 2,7 Mio. Erstanträge registriert wurden.

Seit dem Ende der Rezession nach der Finanzkrise sind in den USA netto 21,5 Mio. Jobs geschaffen worden. In nur vier Wochen ist dieser rund 10 Jahre anhaltende Beschäftigungszuwachs ausradiert worden.

Das Ende der Fahnenstange dürfte noch nicht erreicht sein. Wegen des Ansturms auf die Arbeitsämter bzw. deren Webseiten konnten vielerorts nicht alle Gesuche zeitgerecht erfasst werden. Zudem sind wegen der Pandemie mehr Arbeitnehmer anspruchsberechtigt als in früheren Krisen.

Und weil die Leistungen der Arbeitslosenhilfe stark aufgestockt worden sind, ist es attraktiver geworden, Ansprüche anzumelden. Wegen des zusätzlichen, pauschalen Wochengeldes von 600 $ können viele Amerikaner von der Arbeitslosenversicherung mehr Mittel beziehen, als sie es als Angestellte in Restaurants oder im Detailhandel in der Lage wären.

Anekdotisch wird von Arbeitgebern berichtet, die Entlassungen mit der grosszügigen Arbeitslosenhilfe rechtfertigen, und umgekehrt von Arbeitnehmern, die einer Entlassung den Vorzug geben gegenüber einem unsicheren, schlecht entschädigten Angestelltenverhältnis.

Kalifornien mit 661 000 Erstanträgen schwang auch in der vergangenen Woche obenaus. New York verzeichnete fast 400 000 neue Gesuche. Der Gliedstaat Georgia mit der Wirtschaftsmetropole Atlanta registrierte über 317 000 Erstanträge.

Ab sofort können Schweizer Immobilienkäufer ihr Eigenheim mit einer Saron-Hypothek finanzieren. ; Karin Hofer / NZZ © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Ab sofort können Schweizer Immobilienkäufer ihr Eigenheim mit einer Saron-Hypothek finanzieren. ; Karin Hofer / NZZ

Erste Saron-Hypotheken in der Schweiz erhältlich

msf.

Seit längerer Zeit bereiten sich die Banken weltweit auf die Ablösung des Libor (London Interbank Offered Rate) vor, der seit Jahrzehnten als wichtiger Referenzzins fungiert. In der Schweiz sind allein Hypotheken für Wohneigentum im Volumen von schätzungsweise 150 Mrd. Fr. an den Libor gekoppelt.

Nötig wird die Ablösung, weil eine Berechnung des vor Jahren von einem Manipulationsskandal gebeutelten Libor nur noch bis Ende 2021 sichergestellt ist. Auch in der Schweiz laufen seit Jahren die Vorbereitungen zur Ablösung des Franken-Libor. Als dessen Nachfolger wurde hierzulande der Saron (Swiss Average Rate Overnight) erkoren, den es bereits seit 2009 gibt.

Am heutigen Donnerstag hat mit Raiffeisen die erste nationale Retailbank mitgeteilt, ab sofort keine Libor-Hypotheken mehr anzubieten. Stattdessen erhalten Kunden, die eine neue Geldmarkthypothek abschliessen oder eine auslaufende verlängern wollen, ab sofort eine an den Saron gekoppelte Hypothek.

Neben der Saron-Hypothek hat Raiffeisen auch einen Saron-Kredit für Firmenkunden eingeführt. Anders als bei privaten Immobilienkäufern sollen für Firmenkunden Libor-Kredite noch bis Ende 2021 verfügbar bleiben. Raiffeisen verweist darauf, dass der Saron im Vergleich zum Libor bei Marktturbulenzen stabiler und generell weniger volatil sei.

Sawiris übernimmt Mehrheit am deutschen Reiseveranstalter FTI

(awp/sda/dpa) Der Besitzer von Andermatt Swiss Alps, Samih Sawiris, hat den deutschen Reiseveranstalter FTI gekauft, der auch in der Schweiz tätig ist. Mit dem Eigentümerwechsel sucht das von der Coronakrise gebeutelte Unternehmen eine sichere Zukunft. Der ägyptische Unternehmer und bisherige Minderheitsaktionär Samih Sawiris hält nach einer Erhöhung des Eigenkapitals nun 75,1% an dem Münchner Unternehmen, wie FTI am Donnerstag mitteilte. Bisher hatte Sawiris, der 2014 bei FTI eingestiegen war, 33,6% gehalten.

Die Kapitalerhöhung spielte offenbar bereits beim Anfang April geschnürten Finanzierungspaket für die Corona-Krise eine Rolle, das auch staatliche Bürgschaften enthält. Es wäre ohne das finanzielle Engagement von Sawiris' Gesellschaft SOSTNT «und der damit verbundenen Erhöhung des Eigenkapitals nicht möglich gewesen», sagte FTI-Gründer und Managing Director Dietmar Gunz. «Diese Unterstützung macht SOSTNT zum Mehrheitsaktionär der Gruppe.» Zur Höhe der Kapitalspritze äusserte sich FTI nicht.

Der 63-jährige Sawiris sprach von einer «Win-win-Situation, um gemeinschaftlich diese herausfordernde Zeit zu meistern». Das Management von FTI soll durch die Mehrheitsübernahme nicht verändert werden.

Mobility rechnet mit starken Einbussen wegen der Corona-Krise

Mobility muss derzeit starke Buchungsrückgänge hinnehmen. Gaetan Bally / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Mobility muss derzeit starke Buchungsrückgänge hinnehmen. Gaetan Bally / Keystone

(awp/sda) Das genossenschaftlich organisierte Carsharing-Unternehmen Mobility hat im vergangenen Geschäftsjahr 2019 trotz Investitionen und zunehmender Konkurrenz seinen Gewinn erhöht. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie setzen dem Unternehmen nun allerdings im aktuellen Geschäftsjahr zu.

Durch die Coronakrise muss Mobility grosse Buchungsrückgänge hinnehmen. An gewissen Standorten seien die Buchungen in Zeiten des «Lockdowns» um rund 50% zurückgegangen, schreibt das Unternehmen in einem Communiqué vom Donnerstag. Das werde auch das Jahresergebnis von Mobility für das laufende Jahr negativ beeinflussen. Schweizweit belaufen sich die Rückgänge gemäss Sprecher Patrick Eigenmann auf 35 bis 50%, das genaue Ausmass der Krise sei allerdings noch nicht abzuschätzen.

Für 43 Mitarbeiter im Kundenservice habe Mobility deshalb Kurzarbeit angemeldet. «Diese Personen arbeiten derzeit in 20 bis 40 Prozent tieferen Pensen», so Eigenmann. Dabei übernehme das Unternehmen jedoch die Lohndifferenz, den Mitarbeitenden entstünden dadurch keine Lohneinbussen.

Um die Kosten zu senken, seien zudem Projekte «anders priorisiert» und teilweise auf nächstes Jahr verschoben worden. Wie schon Anfang Monat mitgeteilt, hat Mobility ausserdem temporär rund ein Viertel der Flotte zu Autos in Monatsmiete umfunktioniert. Diese würden von Kunden genutzt, die den öffentlichen Verkehr während der Pandemie meiden. Bevorzugt würden die Autos an Firmen aus dem Gesundheitswesen vermietet.

Autos, die für die Langzeitmiete zur Verfügung gestellt wurden, seien nur von Standorten mit mehreren Mobility-Autos abgezogen worden, betonte der Sprecher weiter. Für die Kunden seien an den gewohnten Standorten nach wie vor genügend Autos vorhanden.

Insgesamt stehe das Genossenschaft aber «auf gesunden Beinen» und habe im vergangenen Jahr in allen Bereichen wachsen können, heisst es in der Mitteilung. Mobility erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 78,9 Millionen Franken, was einer leichten Steigerung um 0,8 Prozent entsprach.

Der Jahresgewinn konnte das Carsharing-Unternehmen mehr als verdoppeln, er belief sich auf 1,8 Millionen Franken. Dazu beigetragen hätten nebst der Umsatzsteigerung Sondereffekte aus der Schweizer Steuerreform (STAF) und Optimierungsmassnahmen, hiess es.

Mittlerweile sind 224 000 Schweizer mit Mobility unterwegs, was einer Nutzerzunahme von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Flotte wurde 2019 zudem um 30 Fahrzeuge auf insgesamt 3120 erweitert.

Corona-Pandemie bringt Asiens Wachstum zum Stillstand

Das Wirtschaftsleben steht fast: Einkaufsstrasse in der chinesischen Provinz Hubei am 25. März. ; Aly Song / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Das Wirtschaftsleben steht fast: Einkaufsstrasse in der chinesischen Provinz Hubei am 25. März. ; Aly Song / Reuters

(awp/sda/Reuter)

Asiens Wirtschaftswachstum wird in diesem Jahr laut einem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IMF) zum ersten Mal seit 60 Jahren infolge der Corona-Epidemie ein Nullwachstum erleiden. Der Virus fordere einen «beispiellosen Tribut» an den Dienstleistungssektor der Region und die wichtigsten Exportziele, teilte der IMF am Donnerstag mit.

«Dies sind höchst unsichere und herausfordernde Zeiten für die Weltwirtschaft. Der asiatisch-pazifische Raum bildet da keine Ausnahme. Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Region werden schwerwiegend, flächendeckend und beispiellos sein», sagte Changyong Rhee, Direktor der Asien/Pazifik-Abteilung des IMF an einer virtuellen Pressekonferenz. «Dies ist keine Zeit für Business-as-usual. Die asiatischen Länder müssen alle politischen Instrumente aus ihrer Trickkiste ziehen.»

Chinas Wirtschaft werde in diesem Jahr aufgrund schwacher Exporte und Verluste in der Inlandtätigkeit gemäss IMF voraussichtlich um 1,2% wachsen. Die Prognose lag im Januar noch bei 6 Prozent. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt könnte voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Erholung der Wirtschaftstätigkeit erwarten, wobei das Wachstum erst im kommenden Jahr wieder auf 9,2% ansteigen würde, argumentiert der IMF. Ein Risiko für Chinas Wachstumsaussichten bliebe jedoch die mögliche Rückkehr des Virus nach der Lockerung der Distanzierungsmassnahmen und der Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit.

Zalando wächst wegen Coronavirus-Pandemie schwächer

(awp/sda/reu) Die Coronavirus-Pandemie setzt Europas grösstem Online-Modehändler Zalando zu. Im ersten Quartal sei der Umsatz maximal um 11,6% auf 1,54 Milliarden Euro geklettert, teilte das Berliner Unternehmen bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen am Donnerstag mit.

Im Vorjahreszeitraum hatte es noch zu einem Plus von rund 15% gereicht. Beim bereinigten Betriebsergebnis (Ebit) rutschte Zalando in die roten Zahlen und geht von einem Minus zwischen 90 und 110 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind Sonderabschreibungen in Höhe von 40 Millionen Euro auf den Warenbestand.

In Folge des schwächeren Wachstums will Zalando nun im laufenden Jahr sparen. Marketing und allgemeine Kosten sollen um 250 Millionen Euro reduziert werden und Investitionen um 100 Millionen Euro. Zugleich gab sich Finanzchef David Schröder zuversichtlich: «Die ersten Wochen im April lassen uns optimistisch auf das zweite Quartal blicken.»

Temenos-Gründer Koukis verabschiedet sich aus dem Verwaltungsrat

(awp/sda) Beim Bankensoftwarespezialist Temenos kommt es im Mai zu verschiedenen Wechseln im Verwaltungsrat. Während der Unternehmensgründer an der Generalversammlung nicht mehr zur Wahl stehen wird, wurden zwei neue Kandidaten nominiert.

Maurizio Carli und Homaira Akbari stehen zur Wahl als unabhängige Verwaltungsräte, teilte Temenos am Donnerstag mit. Die Nominierung von Akbari hatte die Gesellschaft bereits im Oktober angekündigt.

Firmengründer George Koukis, Sergio Giacoletto-Roggio und Amy Yip stehen derweil nicht zur Wiederwahl, wie es hiess. Diese hätten für 19, acht beziehungsweise sechs Jahre dem Gremium angehört. Bis 2011 war Koukis Verwaltungsratspräsident.

Die neuen Kandidaten bringen Erfahrung mit: Carli habe bis vor Kurzem den Konzern VMware geleitet und davor viele Jahre für IBM gearbeitet. Akbari wiederum ist gebürtige Iranerin, lebt in Dallas und ist Gründerin sowie Chefin des Beratungsunternehmens AKnowledge Partners.

Die ordentliche Generalversammlung von Temenos soll am 20. Mai ohne Anwesenheit der Aktionäre in Genf abgehalten werden. Dabei wird auch über die beantragte Dividende in Höhe von 85 Rappen je Aktie bestimmt. Erst vor zwei Tagen hatte das Unternehmen bestätigt, an der Ausschüttung festhalten zu wollen, als es einen Zwischenbericht zum ersten Quartal lieferte.

Barry Callebaut steigert Verkaufsvolumen

(awp/sda) Barry Callebaut (BC) ist im ersten Semester des Geschäftsjahres 2019/20 zwar gut gewachsen, aber weniger schnell als erwartet. Die Gewinnzahlen beim weltgrössten Schokoladenhersteller fielen derweil knapp im Rahmen der Schätzungen aus. Wegen der Corona-Krise gibt sich das Unternehmen zwar vorsichtig, bestätigt aber den Mittelfristausblick.

Barry Callebaut steigerte in der Berichtsperiode von September 2019 bis Februar 2020 das Verkaufsvolumen um 5,4% auf 1,104 Millionen Tonnen Schokolade. Nach einem Plus von 8,2% im ersten Quartal hat sich das Geschäft im zweiten Quartal damit wie erwartet deutlich verlangsamt.

Die Verkaufsmenge allein im Schokoladengeschäft stieg um 5,2% und lag damit deutlich über dem gemäss Branchenzahlen stagnierenden Wachstum des globalen Schokoladenmarktes. Alle Regionen und zentralen Wachstumstreiber hätten zu diesem Wachstum beigetragen, teilte das Zürcher Unternehmen am Donnerstag mit.

Der Umsatz stieg in Lokalwährungen mit 5,8% etwas stärker als das Volumen, in Schweizer Franken waren es +2,4% auf 3,76 Milliarden Franken.

Die Gewinnzahlen stiegen in ähnlichem Rahmen. Der (bereinigte) Ebit nahm um 3,1% auf 311,5 Millionen Franken (+6,7% in Lokalwährungen) zu. Unter dem Strich verblieb ein Konzerngewinn von 203,7 Millionen Franken, was einem Anstieg von 3,1% in Franken bzw. 7,5% in Lokalwährungen entspricht. Der Anstieg sei durch die niedrigeren Netto-Finanzierungskosten unterstützt worden, heisst es dazu.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Finanzgemeinde bei Volumen- und Gewinnzahlen nicht ganz oder nur knapp erreicht. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analytiker hatten im Schnitt mit einem Volumenwachstum von 6,2%, einem bereinigten Ebit von 314,0 Millionen und einem Reingewinn von 205,9 Millionen Franken gerechnet.

Man habe bisher keine grösseren Unterbrechungen der Produktionstätigkeit verzeichnet, heisst es in Bezug auf die Corona-Pandemie. Während das Industriekundengeschäft und Global Cocoa weniger stark betroffen seien, leide die Verkaufsmenge im Gourmet-Geschäft unter den Beschränkungen des Besuchs von Geschäften und Restaurants.

In China gebe es derweil Anzeichen für eine starke Erholung der Nachfrage. Das allgemeine Fortschreiten der Pandemie sei jedoch nach wie vor ungewiss und lasse sich nur schwer vorhersagen. Aufgrund der Unsicherheit auf den Finanzmärkten habe man vorsichtshalber aber die revolvierende Kreditfazilität von insgesamt 1 Milliarde Euro mit einer Laufzeit von sechs Monaten in voller Höhe in Anspruch genommen.

VAT steigert Umsatz im ersten Quartal und erwartet Markterholung

(awp/sda) Der Vakuumventil-Hersteller VAT hat im ersten Quartal 2020 deutlich mehr umgesetzt als im Vorjahr. Gegenüber dem vierten Quartal gingen die Verkäufe indes wieder zurück. Dennoch erwartet das Unternehmen eine Fortsetzung der Markterholung. Das Coronavirus bremst derzeit nur leicht.

Der Umsatz zog im ersten Jahresviertel gegenüber der Vorjahresperiode um knapp 14% auf 145,5 Millionen Franken an, wie VAT am Donnerstag mitteilte. Damit lag der Wert im Rahmen der Ende der im März veröffentlichten Guidance für das erste Quartal von 140 bis 150 Millionen, aber deutlich unter dem Wert des Schlussquartals 2019 (170,4).

Die Covid-19-Pandemie habe nur begrenzte Auswirkungen auf das erste Quartal gehabt, aber die Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen auf die Lieferketten und die kurzfristige Nachfrage für das Gesamtjahr bleibe bestehen, so VAT. Die Markterholung der zweiten Jahreshälfte 2019 im Halbleitersektor habe sich im ersten Quartal 2020 fortgesetzt. Die Kunden würden wieder vermehrt in Technologie-Upgrades, vor allem in den Bereichen Logik und Foundry sowie im Speicherbereich investieren.

Der Auftragseingang kletterte gar um knapp 42 Prozent auf 181,3 Millionen in die Höhe, wobei sich hier gegenüber dem vierten Quartal 2019 (176,3 Millionen) auch sequentiell gesehen eine Steigerung ergab. Die Nachfrage habe sich dabei im ersten Quartal 2020 in allen VAT-Geschäftsbereichen verbessert.

Mit den vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analytiker vor allem mit dem Auftragseingang übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 144,4 Millionen Franken und für den Auftragseingang bei 148,6 Millionen.

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