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Öl-Riese Exxon Mobil will 1600 Arbeitsplätze in Europa streichen, Bancomaten erhalten neue Funktionen – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 06.10.2020

Schweizer Bancomaten erhalten neue Funktionen

(awp/sda) Schweizer Bankkunden können neu bei auch bei Bancomaten fremder Banken auf alle Funktionen zugreifen. Die Banken haben unter Führung der Finanzdienstleisterin SIX ihre Maschinen mit einer einheitlichen Software ausgerüstet. Das erlaubt auch neue Funktionen wie den Bargeldbezug über das Smartphone.

Ende letzter Woche sei die Umstellung abgeschlossen worden, meldete die SIX am Dienstag. Damit verfügten nun alle Bancomaten in der Schweiz über die gleiche Bedienungsoberfläche und Benutzerführung. Bisher gab es über 25 verschiedene Systeme.

Zudem gibt es neue Funktionen wie Bezüge und Einzahlungen mittels QR-Code, die freie Kontenauswahl beim Bargeldbezug, eine individuellere Wahl der ausgegebenen Banknoten und eine Audio-Funktion für Personen mit Sehbehinderung. Die neue Funktionen müssen die Banken allerdings erst aufschalten. Bei mehreren Gross- und Kantonalbanken könnten die Kunden bereits mit dem Smartphone Geld beziehen, schreibt die SIX. Die Funktion werde laufend auf weiteren Geräten aktiviert.

Mit dem Wechsel der Software verarbeitet die SIX neu alle Transaktionen und Eingaben an den Bancomaten. Zudem bietet sie den Banken auch die Überwachung und Steuerung der Bancomaten an. Erste Banken hätten dies bereits an die SIX ausgelagert, hiess es in der Mitteilung. Derzeit arbeitet die SIX mit verschiedenen Banken an weiteren Lösungen wie die Bargeldsteuerung oder Installation und Wartung der Bancomaten.

Glarner Kantonalbank ernennt Sven Wiederkehr zum neuen Chef

(sda/awp) Die Glarner Kantonalbank (GLKB) hat nach dem Abgangs ihres Geschäftsleitungsvorsitzenden Hanspeter Rhyner bereits einen Nachfolger ernannt. Rhyners bisheriger Stellvertreter Sven Wiederkehr übernimmt die Leitung der Kantonalbank per sofort.

Wiederkehr arbeitet seit 2013 bei der GLKB. Er war bisher als Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter für das Privat- und Firmenkundensegment zuständig. Er sei «mit Land und Leuten im Kanton bestens vertraut» und werde von den GLKB-Kunden sehr geschätzt, teilte die GLKB am Dienstag mit. Vor seinem Wechsel zur GLKB hatte der 46-jährige Wiederkehr bei der Swisscanto Asset Management gearbeitet.

Am Montagabend war bekannt geworden, dass Hanspeter Rhyner per Anfang Mai 2021 als neuer CEO zur Zuger Kantonalbank wechselt. Er übernimmt dort die Nachfolge von Pascal Niquille, der in Pension geht. Rhyner verlässt die GLKB per Ende April 2021. Wie die Bank nun schreibt, wird Rhyner die Geschäftsleitung der Bank bis auf weiteres «beratend unterstützen». Er werde zudem die geordnete Übergabe der Aufgaben an Wiederkehr sicherstellen und die Betreuung spezifischer Themen und Projekte übernehmen.

Der Verwaltungsrat der GLKB will sich «zeitnah» mit der Komplettierung der Geschäftsleitung befassen, wie die Bank weiter schreibt. Ende September war bekannt geworden, dass der Leiter Finanz und Logistik, Martin Dürst, das Institut ebenfalls per Ende April 2021 verlassen wird.

Hypothekarzinsen sinken im dritten Quartal leicht

(awp/sda) Die Hypothekarzinsen bewegen sich in der Schweiz weiterhin auf sehr tiefem Niveau. Dabei haben sich die Zinsen von kürzeren und längeren Laufzeiten im dritten Quartal weiter angenähert, wie das Hypotheken-Barometer des Vergleichsportals Comparis zeigt. Der bereits im Vorquartal beobachtete Seitwärtstrend bei den Zinsen am Hypothekarmarkt habe sich in den Monaten Juli bis September fortgesetzt, schreibt Comparis am Dienstag. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken etwa bewegten sich in einer engen Bandbreite. Einen ähnlichen Verlauf hätten auch die Hypothekarzinsen für mittlere und kürzere Laufzeiten gezeigt, heisst es weiter. Zwar habe die Corona-Pandemie im März für gewissen Aufwärtsdruck gesorgt, doch habe sich dieser in den Folgemonaten wieder abgebaut.

Die im Comparis-Barometer gemessenen Richtzinsen für kurz-, mittel- und langfristige Festhypotheken sind hierzulande im dritten Quartal allesamt leicht zurückgegangen. Für die Laufzeit von zehn Jahren liegen sie bei 1,05 nach 1,11 Prozent im zweiten Quartal, für fünf Jahre bei 0,91 nach 0,95 Prozent und für zwei Jahre bei 0,86 nach 0,89 Prozent. Im Berichtsquartal habe sich somit die Differenz zwischen fünf- und zehnjährigen Hypotheken reduziert, und zwar auf 14 von 16 Basispunkten, schreibt Comparis weiter. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich im Preisvergleich von zehn- zu zweijährigen Hypotheken. Da nahm die Zinsdifferenz um drei Punkte auf noch 19 Basispunkte ab.

«Die Hypothekarzinsen werden auch in den kommenden Monaten auf tiefem Niveau stagnieren», glaubt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp laut Mitteilung. Für einen weiteren signifikanten Rückgang fehle es am Markt unter anderem an Konkurrenzdruck. In der Vergangenheit hatten Pensionskassen und Versicherer ihr Hypothekargeschäft teils stark ausgebaut und so die Zinsen ins Rutschen gebracht. Doch offerierten Banken nun ähnlich tiefe Hypozinsen, stellt Papp fest. Und der Hunger der Pensionskassen und Versicherer nach zusätzlichem Hypothekargeschäft sei mittlerweile mehr oder minder gestillt. Die Angaben zu den Zinssätzen des Hypothekenbarometers von Comparis basieren gemäss den Angaben auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten.

Luxuskonzern Kering verkauft grössere Aktienposition von Puma

(Reuters) Der französische Luxuskonzern Kering trennt sich von einem gut 650 Millionen Euro schweren Paket von Aktien seiner ehemaligen Tochter Puma. Der Eigentümer von Marken wie «Gucci» und «Yves Saint Laurent» warf am Montagabend rund 8,8 Millionen Aktien des fränkischen Sportartikelkonzerns auf den Markt, wie er in Paris mitteilte. Mit der Übernacht-Platzierung baut Kering seine Puma-Beteiligung auf 9,8 von 15,7 Prozent ab. Eine der beteiligten Banken teilte den Investoren mit, die Puma-Aktien würden wohl für je 74,50 Euro verkauft. Das wäre ein Abschlag von 4,6 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs von 78,10 Euro. Damit würde Kering rund 656 Millionen Euro erlösen.

Die Puma-Aktien haben ihren Kurssturz aus der Coronavirus-Krise fast vollständig wettgemacht. Damals hatte ein Grossteil der Sportartikelgeschäfte weltweit wochenlang geschlossen. Die Hersteller blieben auf den Waren sitzen, Puma und der grössere Konkurrent Adidas besorgten sich milliardenschwere Hilfskredite vom Staat. Seit Mitte März hat sich der Kurs der Puma-Aktien im Nebenwerteindex MDax fast verdoppelt. Kering hatte seine Beteiligung an Puma 2018 auf knapp 16 von 86 Prozent reduziert. Grösster Anteilseigner des Unternehmens aus Herzogenaurach ist Kering-Grossaktionär Pinault mit 28,5 Prozent.

HeidelbergCement scheitert mit Klage gegen EU-Veto

(Reuters) Der Zementhersteller HeidelbergCement ist mit seinem Einspruch gegen ein EU-Verbot zur Übernahme von Cemex Croatia gescheitert. Das zuständige Gericht der Europäischen Union stellte sich am Montagabend hinter den Entscheid der EU-Wettbewerbshüter. Cemex Croatia ist der grösste Zementhersteller in Kroatien und unterhält drei Werke in den südlichen Landesteilen. Die Wettbewerbshüter hatten im Jahr 2017 HeidelbergCement und Schenk den 250-Millionen-Euro-Zukauf in Kroatien untersagt.

Ausschlaggebend waren Bedenken, dass die Übernahme von Cemex Croatia den Wettbewerb in dem Land auf den Märkten für Grauzement beträchtlich vermindert und zu Preiserhöhungen geführt hätte, hiess es damals zur Begründung. Dieser Meinung schlossen sich die Richter nunmehr an.

Software AG von Hacker-Angriff betroffen

(Reuters) Das IT-Unternehmen Software AG hat am Montagabend eine Attacke mit einem Schadprogramm bekanntgegeben. Der Angriff würde bereits seit dem 3. Oktober laufen, hiess es. Der Helpdesk und die interne Kommunikation des Unternehmens seien von dem Hacker-Angriff noch betroffen. Die Dienstleistungen für Kunden und auch das Cloud-Geschäft seien dagegen von der Attacke nicht beeinflusst, hiess es weiter.

Interne Systeme seien kontrolliert heruntergefahren worden und würden derzeit wiederhergestellt. Software erklärte, es lägen keine Informationen vor, dass Kunden in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Allianz: Coronavirus-Krise verändert die Industrieversicherung

(Reuters) Weniger Autounfälle, abgesagte Filmdrehs - und mehr Bereitschaft zu aussergerichtlichen Vergleichen: Die Coronavirus-Krise verändert die Versicherungsbranche stark. So gab die Allianz-Grosskunden-Tochter AGCS in einer am Dienstag veröffentlichten Studie eine erste Bilanz bekannt, wie sich die Schäden in der Pandemie verändert haben. Insgesamt belasteten die Ausfälle von Festivals und Konzerten sowie Fernseh- und Filmproduktionen Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) mehr, als der Konzern etwa durch eine geringere Zahl von Arbeits- und Autounfällen sowie durch den Trend zum Home-Office einsparte, hiess es. Einige Entwicklungen aus der Coronavirus-Zeit würden aber auch in Zukunft gewissen Bestand haben. Dazu gehörten weniger Flugreisen, die Neuausrichtung von Lieferketten, eine zunehmende Abhängigkeit von Technologie und vermehrte Cyber-Risiken infolge von Heimarbeit.

Ob die aktuellen Schadentrends allerdings von Dauer sind, hält AGCS für zweifelhaft. Klar sei nur, dass es in der Luftfahrt weniger Schäden gebe als im vergangenen Jahr, weil viele Flugzeuge ohnehin am Boden stünden. «Dafür bekommen wir aber auch weniger Prämien», gibt etwa AGCS-Schadenmanager Philipp Cremer in der Studie zu bedenken. Der Abbau von Stellen in der Branche könne später zu mehr Schäden führen, weil die Erfahrung der Mitarbeiter fehle. In den USA zeige sich zudem, dass die Verschiebung von Gerichtsprozessen in der Pandemie die Bereitschaft zu Vergleichen vergrössert habe - zu Gunsten der Versicherer.

An ihrer harten Haltung in der Frage, ob die Versicherer für staatlich verordnete Produktionsstopps zur Eindämmung der Pandemie zahlen müssen, hält die Allianz-Industriesparte fest. Es sei unstrittig, dass Betriebsunterbrechungs-Versicherungen nur bei konkreten Sachschäden zahlten, sagte Cremer. Trotzdem versuchten Kunden in den USA, häufig eine Deckung einzuklagen.

Exxon Mobil will 1600 Arbeitsplätze in Europa streichen

(afp) Der in den USA ansässige Erdöl- und Erdgasriese Exxon Mobil hat am Montag (Ortszeit) die Streichung von 1600 Arbeitsplätzen in Europa angekündigt. Das Unternehmen mit Sitz in Texas begründete den Schritt mit den wirtschaftlichen Folgen durch die Coronavirus-Pandemie. Der Abbau von elf Prozent der Stellen in Europa soll bis Ende nächsten Jahres erfolgen. Angesichts des durch die Coronavirus-Krise verursachten Nachfragerückgangs nach Rohöl und der zunehmenden Umstellung auf grüne Energie ist der Aktienwert von Exxon Mobil an der Wall Street in diesem Jahr bereits um mehr als die Hälfte gesunken. Exxon Mobil beschäftigt rund 75 000 Mitarbeiter weltweit und zirka 14 000 Personen in Europa.

Exxon Mobil will in Europa 1600 Arbeitsplätze streichen. ; Jim Young / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Exxon Mobil will in Europa 1600 Arbeitsplätze streichen. ; Jim Young / Reuters

Auch bei der Konkurrenz von Exxon Mobil sieht es nicht besser aus: Erst vergangene Woche hatte Royal Dutch Shell die Einsparung von 9000 Arbeitsplätzen verkündet - mehr als zehn Prozent seiner Belegschaft. Und das Unternehmen BP hatte den Abbau von 10 000 Stellen - rund 15 Prozent des gesamten Personals - bekanntgegeben.

Aryzta rutscht noch tiefer in die Verlustzone

(awp/sda) Der Tiefkühlgipfeli-Bäcker Aryzta ist von der Coronakrise tiefer in die Verlustzone gedrückt worden. Unter dem Strich schreibt das Unternehmen im Geschäftsjahr 2019/20 einen Verlust von über einer Milliarde Euro. Und das Unternehmen stellt sich auf eine holprige Erholung ein. Der Verwaltungsrat unter seinem neuen Präsidenten Urs Jordi will weiter alle Optionen für Aryzta prüfen – auch einen Verkauf.

Die Coronakrise hat bei Aryzta die Einnahmen einbrechen lassen. Der Umsatz schrumpfte im Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019/20 um rund 13% auf 2,9 Mrd. Euro, wie Aryzta am Dienstag mitteilte. Zukäufe und Währungseffekte ausgeklammert betrug das Minus 11,6 Prozent. Das ist keine Überraschung, nachdem Aryzta für das Schlussquartal bereits monatliche Umsatzupdates geliefert hatte.

Die Krise schlug auch auf den Betriebsgewinn durch. Der um Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda sank um rund 15% auf 260 Mio. Euro. Allerdings schnitt Aryzta damit besser ab als befürchtet: Analysten hatten im Schnitt mit 223,7 Mio. Euro gerechnet.

Das nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS ausgewiesene operative Ergebnis verringerte sich auf -774 Mio. Euro von +5 Mio. im Vorjahr. Unter dem Strich stand nach IFRS ein Verlust von 1,1 Mrd. Euro zu Buche, nach einem Verlust von 29 Mio. Euro im Vorjahr.

Ursprünglich hätte Aryzta den Betriebsgewinn steigern wollen. Doch schon bald nach Ausbruch der Coronakrise wurde klar, dass dieses Ziel wegen der Pandemie nicht mehr erreicht werden kann. Der Backwarenkonzern steckt schon seit Jahren im Umbau. Doch schon vor der Krise zeigte sich, dass der angestrebte Turnaround länger dauert als gehofft.

Nun soll es eine neue Führungsspitze im Verwaltung richten: An der ausserordentlichen Generalversammlung Mitte September hat sich eine Investorengruppe mit ihren Wunschkandidaten durchgesetzt. Neuer Präsident ist Ex-Hiestand-Chef Urs Jordi. Zudem nehmen auch die Branchenspezialisten Armin Bieri und Heiner Kamps neu Einsitz im Verwaltungsrat.

Jordi will nun alle verfügbaren strategischen Optionen prüfen, wie er in der Mitteilung sagte. Der Verwaltungsrat werde weiterhin alle unaufgefordert erhaltenen Bekundungen von Übernahmeinteressen prüfen. Jordi hatte sich bisher immer strikt gegen einen Verkauf von Aryzta ausgesprochen, aber zugesagt, etwaige Angebote zu prüfen. «Ich bin überzeugt, dass Aryzta grosses Potenzial hat und wir werden alles tun, um das Unternehmen auf die Erfolgsstrasse zurückzuführen», liess er sich zitieren.

Syngenta übernimmt italienisches Biotech-Unternehmen Valagro

(awp/sda) Der Agrochemiekonzern Syngenta übernimmt das italienische Biotechnologie-Unternehmen Valagro. Damit will die Gruppe vom stark wachsenden Markt mit biologischen Pflanzenschutzmitteln profitieren.

Valagro setzte 2019 mit ihren Pflanzenschutzmitteln rund 175 Millionen Dollar um und ist seit 2009 jährlich um rund 10 Prozent gewachsen. Mit der Übernahme wolle Syngenta ein weltweit führendes Geschäft mit biologischen Pflanzenschutzmitteln aufbauen, schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Markt mit Biopharmazeutika solle sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

Die Pflanzenschutzmittel von Valagro basierten ausschliesslich auf biologischen Inhaltsstoffen, sagte ein Syngenta-Sprecher. Zu diesem Zweck würden die Gene erforscht, aber nicht verändert.

Die finanziellen Details der Übernahme werden nicht bekanntgegeben. Valagro soll innerhalb der Syngenta-Pflanzenschutzdivision als unabhängige Marke operieren. Das im italienischen Atessa ansässige Unternehmen zählt weltweit über 700 Angestellte und acht Produktionswerke.

K+S verschafft sich mit Spartenverkauf finanziell Luft

(dpa) Der Düngerkonzern K+S verschafft sich mit dem milliardenschweren Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts dringend benötigte finanzielle Luft. Die Sparte gehe an Stone Canyon Industries Holdings LLC, Mark Demetree und Partner, wie der Konzern am Montagabend in Kassel mitteilte. Der Unternehmenswert belaufe sich auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Mit dem Abschluss der Transaktion, die unter anderem noch von Kartellämtern genehmigt werden muss, rechnet K+S im Sommer 2021. Dann soll der Kaufpreis in bar entrichtet werden. Am Vormittag hatte K+S bereits von fortgeschrittenen Gesprächen gesprochen, woraufhin die Aktien angesichts einer überraschend hohen in Aussicht gestellten Bewertung des Salzgeschäfts bis zum Handelsschluss um rund 14 Prozent zugelegt hatten.

Dass die Anleger positiv auf den Verkauf reagieren, überrascht wenig. So brauchen die Kasseler das Geld dringend für den Schuldenabbau. In den vergangenen Jahren hatten dem MDax-Konzern Produktionsprobleme in Deutschland wegen mangelnder Entsorgungsmöglichkeiten für Abwässer sowie eine Flaute des globalen Düngermarktes schwer zu schaffen gemacht. Der infolge des milliardenschweren Neubaus des Kaliwerks in Kanada gestiegene Schuldenberg konnte auch daher nicht wie eigentlich geplant schrumpfen. Auch daher stehen die Aktien schon länger unter Druck. Das Minus seit dem Jahreswechsel beläuft sich trotz des Kurssprungs zum Wochenauftakt immer noch auf rund 37 Prozent. Aktuell ringt das Papier mit der Marke von 7 Euro, die zuletzt mehrfach eine zu hohe Hürde war. Ein Sprung darüber könnte den Papieren zusätzlich Schwung verleihen.

Bis sich das langfristige Bild deutlich aufhellt, könnte es aber noch eine Weile dauern. Aktuell bringt es K+S an der Börse auf einen Wert von rund 1,35 Milliarden Euro. Im Herbst 2015, als das Unternehmen noch im Dax gelistet war, hatte die Marktkapitalisierung noch bei rund sechs Milliarden Euro gelegen. Damals hatte der Konkurrent Potash, der inzwischen im Düngerkonzern Nutrien aufgegangen ist, eine Übernahme erwogen. K+S hatte sich damals heftig dagegen gewehrt. Der Kurs war damals bis auf 40 Euro gestiegen - ein Niveau, dem die Aktionäre wohl immer noch nachtrauern.

Angesichts der träge laufenden Geschäfte und der hohen Schulden hatte das Management von K+S verschiedene Optionen geprüft und sich dann im März für einen Verkauf des süd- und nordamerikanischen Salzgeschäfts entschieden. Hinzu kommen Sparprogramme. So braucht es nach dem Spartenverkauf etwa in der Verwaltung weniger Personal. Das wird vor allem die Zentrale in Kassel treffen. Insgesamt will Konzernchef Burkhard Lohr durch die verschiedenen Massnahmen die Schulden bis Ende 2021 um deutlich mehr als zwei Milliarden Euro senken.

Software-Entwickler McAfee in Spanien verhaftet - Anklage in USA

(dpa) Dem Software-Entwickler John McAfee droht wegen Steuerhinterziehung und unlauterer Werbung für Kryptowährungen eine Haftstrafe in den USA. Sowohl die amerikanische Börsenaufsicht SEC als auch das Justizministerium teilten am Montag (Ortszeit) mit, Anklage erhoben zu haben. Der 75-Jährige sei in Spanien verhaftet worden und solle in die USA ausgeliefert werden. Das US-Justizministerium will McAfee wegen Steuerhinterziehung und vorsätzlicher Unterlassung von Steuererklärungen strafrechtlich belangen. Die SEC wirft dem Pionier der Antiviren-Software unter anderem vor, bestimmte digitale Währungen empfohlen zu haben, ohne offenzulegen, dass er dafür Millionen von den Initiatoren erhielt. In diesem Zusammenhang sei auch McAfees Leibwächter angeklagt worden.

Eine Stellungnahme McAfees lag zunächst nicht vor. Die Anklage wegen Steuervergehen datiert bereits aus dem Juni, wurde jedoch erst jetzt veröffentlicht. McAfee hatte in den 1980er Jahren das nach ihm benannte, auf Antiviren-Software spezialisierte Unternehmen McAfee gegründet, aus dem er sich in den 1990er Jahren zurückzog.

Im Jahr 2012 machte McAfee weltweit Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn in Belize nach ihm gefahndet wurde. Nach einer abenteuerlichen Flucht durch den Dschungel kehrte er in die USA zurück und liess sich vorübergehend auch als Kandidat für die Präsidentenwahl 2016 registrieren. In diesem Jahr kandidierte McAfee zunächst erneut, beendete seine Kampagne aber schon im März wieder.

Ford hält 7,6 Prozent an Laser-Radar-Spezialist Velodyne Lidar

(dpa) Der zweitgrösste amerikanische Autobauer Ford hat eine Beteiligung in Höhe von 7,6 Prozent an der auf Laser-Radare für Roboterwagen spezialisierten Firma Velodyne Lidar offengelegt. Ford hält gut 13 Millionen Aktien an dem Unternehmen, wie am Montag (Ortszeit) aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorging. Velodyne ist einer der führenden Anbieter von Lidar-Technologie, die für viele Entwickler selbstfahrender Autos unerlässlich ist.

Ford hatte bereits im Jahr 2016 bekanntgegeben, gemeinsam mit dem chinesischen Internetriesen Baidu rund 150 Millionen Dollar in die Firma zu investieren. Der US-Autobauer setzte zuvor schon auf die «Lidar» genannten Laser-Radare von Velodyne, bekannt als rotierende Zylinder auf Autodächern. Seit Ende September ist Velodyne an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Die Aktien reagierten nachbörslich mit einem fünfprozentigen Kurssprung auf die Mitteilung von Ford.

NEC übernimmt Bankensoftwarefirma Avaloq

Logo der japanischen IT-Gruppe NEC Corporation. Toru Hanai / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Logo der japanischen IT-Gruppe NEC Corporation. Toru Hanai / Reuters

(awp/sda) Im Markt für Bankensoftware kommt es zu einer Milliardenübernahme. Die Schweizer Avaloq-Gruppe erhält mit der japanischen IT-Gruppe NEC Corporation einen neuen Besitzer. Eine Vereinbarung zum Kauf von 100 Prozent der Avaloq-Aktien von bestehenden Aktionären sei unterzeichnet worden, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Die Übernahme bewertet das Schweizer Unternehmen mit 2,05 Milliarden Franken. Die Partnerschaft ermögliche es Avaloq, die Innovation zu beschleunigen und Präsenz rund um den Globus zu erweitern, so die Mitteilung.

Da jede der beiden Firmen in ihrem Bereich Marktführer sei, werde die Kombination der beiden Unternehmen das langfristige Wachstum, die globale Expansion und die Wertschöpfungsstrategie beschleunigen. Avaloq wird den Angaben zufolge weiterhin als eigenständige Einheit mit Hauptsitz in der Schweiz operieren. Die Transaktion werde auch nicht zu einem Personalabbau führen, heisst es. Zudem stehe das Management geschlossen hinter der Wachstumsstory.

Avaloq wurde 1985 von Francisco Fernandez gegründet. 45 Prozent der Aktien befinden sich im Besitz von Warburg Pincus, während der Rest vom Gründer und Mitarbeitenden gehalten wird. Die Akquisition soll bis April 2021 abgeschlossen sein.

Ems-Chemie macht weniger Umsatz auf neun Monate - Trendwende im Q3

(awp/sda) Die Ems-Gruppe spürt weiterhin die Corona-Krise und die schleppende Konjunktur. Der Umsatz nach neun Monaten lag deutlich unter dem Vorjahresniveau, wobei sich immerhin der Abwärtstrend im dritten Quartal etwas verlangsamt hat. Der Umsatz per Ende September 2020 verfehlte das Vorjahresniveau um über 22 Prozent und erreichte 1,30 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Zum Minus hat allerdings auch der starke Franken einen guten Teil beigetragen. In Lokalwährungen sind die Verkäufe in der Berichtsperiode um 17,7 Prozent etwas moderater zurückgegangen.

Im dritten Quartal wurde somit die Talfahrt etwas gebremst. Bei einem Quartalsumsatz von 451 Millionen resultierte ein währungsbereinigtes Minus von 8,7 Prozent, per Mitte Jahr hatte das Umsatzminus in Lokalwährungen noch bei knapp 22 Prozent gelegen. Die Auftragslage habe sich im dritten Quartal deutlich verbessert, hiess es dazu. Der Umsatz lag entsprechend auch höher als im zweiten Quartal, welches noch von den verschiedenen Schliessungsmassnahmen in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Zu schaffen machen dem Unternehmen weiterhin die Bremsspuren in der Autoindustrie, die mehr als 60 Prozent zum Umsatz beisteuert. Die im ersten Halbjahr 2020 auf historische Tiefstwerte gesunkene Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern mit Schliessungen der weltweiten Autowerke habe sich indes im 3. Quartal erholt. Die Lockerung der Covid-Massnahmen und die staatlichen Stützungsprogramme hätten wieder Vertrauen und Zuversicht bei Konsumenten und Unternehmen geschaffen.

Gewinnzahlen gibt Ems zu den ersten neun Monaten jeweils nicht bekannt. Das Betriebsergebnis (Ebit) habe im dritten Quartal das Ergebnis des zweiten deutlich übertroffen, heisst es immerhin. Und dank der «starken Spezialitätenposition und dem frühzeitigen Handeln» habe die EBIT-Marge gehalten werden könnten. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten leicht übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 1,29 Milliarden.

Der bisherige Ausblick für 2020 wurde erneut bestätigt. Demnach rechnet die Gruppe mit einem Betriebsergebnis (Ebit) unter Vorjahr. 2019 hatte Ems bei einem Umsatz von 2,15 Milliarden einen Ebit von 624 Millionen Franken erzielt. Neu kündet das Unternehmen auch an, dass die Dividende für das Gesamtjahr 2020 ebenfalls tiefer ausfallen werde als im Vorjahr.

Dufry arbeitet in China mit Alibaba zusammen

(awp/sda) Der Reisedetailhändler Dufry wird künftig in China mit dem E-Commerce-Riesen Alibaba zusammenarbeiten. Die beiden Unternehmen gründen ein Joint-Venture, an dem Alibaba 51 Prozent und Dufry 49 Prozent halten. Ausserdem wird sich Alibaba an der geplanten Kapitalerhöhung von Dufry beteiligen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit werde Dufry sein Reisedetailhandelsgeschäft in China in das Joint Venture einbringen, teilte Dufry am Montag mit. Alibaba seinerseits werde die digitale Kompetenz und das Netzwerk beisteuern. Den Angaben zufolge ist Dufry seit 2008 im Reich der Mitte präsent und betreibt Geschäfte an den Flughäfen von Schanghai und Chengdu sowie in Hongkong und Macao.

Alibaba wird sich zudem an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen und einen Anteil von maximal 9,99 Prozent an Dufry erwerben. Die Kapitalerhöhung über 500 Millionen Franken zum Erwerb der ausstehenden Anteile an der US-Tochter Hudson hatte Dufry im September angekündigt. Mit der geplanten Investition von Alibaba erhöhe sich der Betrag auf rund 700 Millionen Franken, so die heutige Meldung. Die ausserordentliche Generalversammlung soll wie geplant am 6. Oktober stattfinden.

Economiesuisse befürchtet nach Entspannung einen Winterblues

(awp/sda) Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in der Schweiz hat sich zwar im Sommer etwas aufgehellt. Insbesondere für die Exportindustrie kann aber noch keine Corona-Entwarnung gegeben werden.

Die jüngste Umfrage von Economiesuisse unter den Schweizer Unternehmen, Branchenverbänden und Handelskammern zeige, dass sich nach den ersten Erholungsschritten im Sommer wieder Skepsis breitmache. «Die Corona-Krise ist noch nicht überwunden - es wird ein schwieriger Winter erwartet», so das Fazit des Wirtschaftsdachverbands in einer am Montag verschickten Mitteilung.

Die wirtschaftliche Lage vieler Schweizer Unternehmen habe sich nach dem starken Einbruch im Frühling über den Sommer entspannt. Trotz der anhaltend schwierigen Situation sei eine gewisse Erleichterung über die Teilerholung in der Bevölkerung wie auch der Wirtschaft zu spüren gewesen. In rund der Hälfte der Branchen hat sich laut Economiesuisse die Situation im Vergleich zum Mai verbessert.

Export erwartet keine baldige Besserung

Damit richten sich die Blicke auf die andere Hälfte. Bei einem Fünftel der Antwortenden habe sich die Situation verschlechtert, heisst es. Dies betreffe fast alle Exportbranchen ausser der Pharmaindustrie.

Insbesondere bei Investitionsgütern würden sich die fehlenden Bestellungen des letzten Halbjahrs immer stärker auf die Auslastung der Produktion auswirken. Die Exportmärkte hätten sich bis jetzt noch nicht erholt. Mehr als 70 Prozent der Exportbetriebe kämpften mit Absatzschwierigkeiten im Ausland und rechneten in den nächsten zwei Monaten mit keinerlei Verbesserungen.

Economiesuisse pocht auf kürzest mögliche Quarantäne

Bereits deutlich gestiegen sind dagegen die Arbeitsausfälle, da mehr Personen von Quarantäne- und Isolationsmassnahmen betroffen sind. Insbesondere bei Firmen, bei denen zwingend in Gruppen - z.B. bei der Montage von Maschinen - gearbeitet werden muss, besteht laut dem Wirtschaftsverband die Gefahr, dass ganze Teams ausfallen, wenn ein Teammitglied Symptome hat. Es sei deshalb für die Wirtschaft wichtig, dass möglichst schnell Testresultate vorlägen und die Quarantäne nur so kurz wie nötig dauere.

In der Binnenwirtschaft litten vor allem Unternehmen in denjenigen Branchen, die weiterhin nicht oder nur unter starken Einschränkungen operieren dürfen. Dazu gehören beispielsweise die Eventbranche, die Reisebranche, die Gastronomie oder Marktfahrer. Gemäss Economiesuisse berichten neu auch einzelne Versicherer von einer schlechteren Lage in ihrer Geschäftstätigkeit, weil sie weniger Versicherungsprodukte verkaufen und die Prämien zurückgehen.

Konkurse und Entlassungen dürften zunehmen

Während in Bezug auf das Bruttoinlandprodukt die Talsohle in den meisten Branchen durchschritten zu sein scheine, werde im Winter die wirtschaftliche Krise für die Bevölkerung spürbarer, warnt Economiesuisse. Entlassungen, Betriebsschliessungen und Konkurse würden zunehmen, spätestens wenn die stützenden Massnahmen wie Covid-19-Kredite und Kurzarbeit auslaufe, so die düstere Prognose.

Zahl der Stelleninserate sinkt im Vergleich zum Vorjahr deutlich

(awp/sda) Die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt verbessert sich, bleibt aber angespannt: Im dritten Quartal haben Firmen hierzulande gegenüber dem Vorquartal zwar mehr Stellen ausgeschrieben, im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Stelleninserate aber deutlich zurück. Gefragt bleiben weiterhin Angestellte in Gesundheitsberufen.

Insgesamt nahmen die Stelleninserate im dritten Quartal in der Deutschschweiz um 15 Prozent ab, wie eine vom Arbeitsvermittler Adecco und der Universität Zürich am Montag veröffentlichte Erhebung zeigt. In der französisch- und italienischsprachigen Schweiz wurden 14 Prozent weniger Stellen ausgeschrieben.

Damit hat sich die Lage am Stelleninseratemarkt verglichen mit dem Vorquartal aufgehellt. Im zweiten Quartal brachen die im Adecco Swiss Job Market Index gemessenen Stellenausschreibungen wegen den Unsicherheiten rund um die grassierende Corona-Pandemie um satte 27 Prozent ein.

Positive Signale würden derzeit auch die aktuellsten Angaben zur BIP-Entwicklung in der Schweiz sowie Daten zur Kurzarbeit aussenden, heisst es in der Mitteilung weiter. Es werde weniger Kurzarbeit benötigt als ursprünglich beantragt und Auswertungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigten, dass sich die Arbeitslosigkeit auf erhöhtem Niveau zu stabilisieren scheint.

Ungebrochen gross ist die Nachfrage nach Gesundheitspersonal. Seit 2015 sind die Stellenausschreibungen für Ärzte, Pflegepersonal und medizinische Praxisassistenten um 35 Prozent in die Höhe geklettert. Starkes Wachstum verzeichneten dabei die Kategorien Fachpersonen Gesundheit und Pflege-Hilfskräfte, während auch Ärztinnen und Ärzte rege gesucht wurden.

Dabei war die Corona-Pandemie für die Personalsuche im Gesundheitssektor nicht förderlich. Wegen Corona mussten nicht dringend notwendige medizinische Eingriffe und Therapien auf später verschoben werden. Dies hatte im zweiten Quartal nach einem zuvor starken Wachstum zu einem Einbruch bei den Inseratezahlen geführt, ehe diese im dritten Quartal wieder zulegten.

Fujitsu untersucht weiterhin den Börsenausfall in Tokio

(Reuters) Der japanische Entwickler des Handelssytems der Tokioter Börse Fujitsu hat bisher noch keine Erklärung für den Ausfall auf dem drittgrössten Aktienmarkt vergangene Woche. «Wir werden uns nach Kräften bemühen, die Ursachen zu finden und in Zukunft solche Probleme zu verhindern», sagte Takjito Tokita, CEO von Fujitsu, am Montag.

Die Börse in Tokio erklärte, ein Hardwareproblem und ein anschliessender Fehler beim Wechsel zu einem Backupsystem habe zum ersten ganztägigen Ausfall seit der Umstellung der Börse auf den vollelektronischen Handel im Jahr 1999 geführt. Die Untersuchungen dauerten aber an.

Buchumsatz erholt sich von der Corona-Delle

(dpa) Die Corona-Krise hat auch die Buchbranche schwer getroffen. 2020 sei «ein herausforderndes Jahr», sagte die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, der Deutschen Presse-Agentur. Vor Beginn der Frankfurter Buchmesse gingen Buchhandlungen und Verlage aber «selbstbewusst und optimistisch in den Jahresendspurt». Wegen der Corona-Pandemie kann die weltgrösste Bücherschau (14. bis 18. Oktober) nur eingeschränkt stattfinden.

Laut Media Control lag der Buchumsatz bis August 5,8 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Dennoch sieht der Börsenverein einen Hoffnungsstreifen am Horizont, denn direkt nach dem Lockdown waren die Zahlen noch schlechter: Von Januar bis Mitte April lag der Umsatz 14,9 Prozent niedriger. Besonders betroffen war der Buchhandel vor Ort: Bis August lag der Umsatz um 10,8 Prozent unter dem des Vorjahres, bis zum Ende des Lockdowns im August waren es sogar minus 21,1 Prozent.

«Seit Wiedereröffnung der Läden ist die Nachfrage nach Büchern jedoch gross, die Umsätze liegen seit Juni jeweils über denen der Vorjahresmonate», sagte Schmidt-Friderichs. «Somit kann der Buchhandel den Umsatzrückstand Monat für Monat verkleinern.» Die Branche hofft nun auf ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft. Die Buchmesse spiele «gerade in diesem Jahr eine wichtige Rolle: Für Buchhandlungen und Verlage ist es jetzt entscheidend, breite Aufmerksamkeit für Bücher und das Lesen zu erreichen.»

NEC übernimmt Bankensoftwarefirma Avaloq

K+S vor Verkauf von Morton Salt für etwa drei Milliarden Dollar

(Reuters) Der deutsche Salzproduzent K+S ist einem Medienbericht zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen zum Verkauf seiner amerikanischen Tochter Morton Salt für etwa drei Milliarden Dollar. Verhandelt werde darüber mit der Kissner Group, berichtete die Agentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf Insider. Eine Einigung könne noch in dieser Woche bekanntgegeben werden, die Gespräche könnten aber auch noch scheitern, hiess es weiter. Kissner, die von der Stone Canyon Industries Holdings kontrolliert werde, habe andere Interessenten wie etwa Cerberus Capital Management ausgestochen. Ein K+S-Sprecher wollte sich den Angaben zufolge nicht äussern.

K+S hatte Anfang August erklärt, der Verkaufsprozess laufe wie geplant und es sei weiter das Ziel, noch 2020 zu einer schriftlichen Verkaufsvereinbarung zu kommen. K+S als weltgrösster Salzproduzent hatte im März angekündigt, sein Salzgeschäft in Nord- und Südamerika komplett verkaufen zu wollen, zu dem auch die in den USA bekannte Marke Morton Salt gehört. Damit will K+S beim Abbau seiner Schulden vorankommen, die durch eine neue Kali-Mine in Kanada angeschwollen waren.

Keine Annäherung bei Veolia-Übernahmeversuch von Suez

(Reuters) Bei dem Übernahmeversuch um den französischen Wasser- und Abfallkonzern Suez gibt es keine Annäherung. In einem am Sonntag bekanntgewordenem Brief des Suez-Verwaltungsratschefs Philippe Varin heisst es, das Gremium bewerte das Vorgehen des Interessenten Veolia weiter als feindlich. Veolia hatte zuvor erklärt, nach einer möglichen Übernahme der 29,9 Prozent der Suez-Anteile, die der Versorger Engie halte, werde es kein unerwünschtes Gebot für die restlichen Suez-Anteile geben. Jedes Gebot dafür sei an die Zustimmung des Suez-Boards gebunden. Für den Suez-Anteil, den Engie hält, hat Veolia 3,4 Milliarden Euro geboten.

Veolia hatte Ende August den Wert von Suez inklusive Schulden auf etwa 20 Milliarden Euro geschätzt. Suez hat eine Übernahme wiederholt abgelehnt. Allerdings unterstützt Suez ein Gegengebot des Beteiligungsunternehmens Ardian.

Swiss-Chef Klühr rechnet mit Abbau von 1000 Stellen in zwei Jahren

(sda) Der Chef der Luftfahrtgesellschaft Swiss, Thomas Klühr, rechnet damit, dass die Swiss innerhalb von zwei Jahren rund tausend Stellen abbauen wird. Dies solle über einen Einstellungsstopp sowie Teilzeitmodelle und frühzeitige Pensionierungen erfolgen. Sofern sich die Fluktuation so entwickle wie in den vergangenen Jahren, könnten mit diesen drei Massnahmen 1000 Stellen abgebaut werden ohne das jemand entlassen werden müsse, sagte Klühr im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Wochenende» vom Samstag.

Die Corona-Krise hat den Flugverkehr teilweise fast komplett lahmgelegt, die Fluggesellschaften sind in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die Lufthansa-Tochter Swiss rechnet gemäss Klühr damit, dass ihr Geschäft mittel- bis langfristig um 20 Prozent schrumpft. In diesem Fall würde der Abbau dieser tausend Stellen genügen. Sollte sich die wirtschaftliche Situation jedoch nicht verbessern – insbesondere auf den Langstrecken – seien Entlassungen nicht mehr ausgeschlossen. Im ersten Quartal 2021 werde wohl klar sein, ob diese Massnahmen ausreichten oder nicht.

US-Anleihen: Leichte Verluste - Wieder Hoffnung auf Corona-Hilfspaket

(dpa) Die Kurse von US-Staatsanleihen sind am Freitag leicht ins Minus gedreht. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) gab zuletzt um 0,08 Prozent auf 139,43 Punkte nach. Die Rendite zehnjähriger Anleihen betrug 0,694 Prozent. Börsianer verweisen auf zuletzt wieder aufgekommene Spekulationen auf ein neues staatliches Hilfsprogramm im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, das doch noch vor der Wahl im November auf den Weg gebracht werden könnte. Dies habe die Nachfrage nach den als sicher gelten Staatspapieren etwas gedämpft, sagten Börsianer.

Im frühen Handel hatten die US-Staatsanleihen noch nach Bekanntwerden der Corona-Infektion des US-Präsidenten Donald Trump deutlich zugelegt. Danach hatte der amerikanische Arbeitsmarktbericht für September für Auftrieb gesorgt. Unter dem Strich deuten die Jobzahlen auf ein abnehmendes Erholungstempo hin.

Weiterer möglicher Corona-Impfstoff wird klinisch geprüft

(awp/sda/reu) In Deutschland beginnt die klinische Überprüfung eines weiteren Corona-Impfstoffs. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut genehmigte einer Mitteilung vom Freitag zufolge die klinische Phase-I-Studie eines Impfstoffs der ostdeutschen IDT Biologika.

In der ersten Testphase werden 30 Erwachsene geimpft. ; Ulmer / Imago © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung In der ersten Testphase werden 30 Erwachsene geimpft. ; Ulmer / Imago

«Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zur Zulassung von unbedenklichen und wirksamen Impfstoffen gegen COVID-19», erklärte das Institut. Dessen Präsident Klaus Cichutek erwartet, dass erst Anfang 2021 Impfstoffe in Europa an den Start gehen können: «Wir gehen ganz klar davon aus, dass die Impfstoffe nach neusten Erhebungen der Europäischen Arzneimittelagentur in Europa (...) die Zulassung eher zu Beginn nächsten Jahre erhalten werden.»

Nach der Genehmigung durch den Regulierer kann das von IDT Biologika zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickelte Mittel auf Sicherheit, Verträglichkeit und auf seine spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht werden.

Die Studie soll mit 30 Teilnehmern im Alter zwischen 18 und 55 Jahren über die Bühne gehen. Diese sollen zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erhalten. Ende des Jahres soll es dann eine breiter angelegte klinische Studie der Phase 2 auch mit älteren Menschen geben.

Der Impfstoffkandidat von IDT Biologika beruht auf einer Technologie, die im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung entwickelt wurde. Bei ihm handelt es sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff, für den gentechnisch veränderte und harmlose Viren als Träger für die genetischen Informationen des Coronavirus genutzt werden.

An einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus arbeiten zahlreiche Pharmafirmen rund um den Globus. 41 Mittel befinden sich in klinischen Studien.

Tesla bleibt auch in Corona-Krise auf Wachstumskurs

(awp/sda/dpa) Während die Corona-Pandemie den Automarkt insgesamt ausbremst, legt Tesla weiter kräftig zu. Der US-Elektroautobauer von Elon Musk brachte im dritten Quartal 139 300 Fahrzeuge an die Kundschaft, wie er am Freitag am Firmensitz im kalifornischen Palo Alto mitteilte.

Damit stellte Tesla einen neuen Rekord auf und übertraf sowohl den Wert aus dem Vorjahr von 97'000 Autos als auch den aus dem Vorquartal von 90 650 bei Weitem. Analysten hatten mit rund 137 000 Auslieferungen gerechnet. Die Aktie blieb jedoch vorbörslich im negativen Gesamtmarkt unter Druck.

Mit 124 100 Stück entfiel der Grossteil der Auslieferungen auf Teslas günstigstes Fahrzeug Model 3 und das neuere Kompakt-SUV Model Y. Mit diesen Angeboten etabliert sich der Konzern von Tech-Milliardär Musk zunehmend im Massenmarkt. Die älteren, grösseren und deutlich teureren Modelle S und X steuern indes immer weniger zum Absatz bei.

Insgesamt produzierte Tesla im dritten Quartal nach eigenen Angaben 145 036 Fahrzeuge. Angaben zur Finanzlage sollen erst später mit dem Geschäftsbericht folgen. Tesla hatte zuletzt erstmals seit Firmengründung 2003 vier Quartale in Folge Gewinn erzielt.

Tesla hat freie Bahn für erstes deutsches Werk

Die Baustelle der Tesla Gigafactory in Berlin-Brandenburg, aufgenommen am 25.09.2020. ; Christian Thiel / Imago © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die Baustelle der Tesla Gigafactory in Berlin-Brandenburg, aufgenommen am 25.09.2020. ; Christian Thiel / Imago

(Bloomberg) Die Gigafactory von Tesla Inc. östlich von Berlin muss keine grösseren Hürden mehr nehmen, um die endgültige Genehmigung für die Produktion von Elektroautos zu erhalten, wie der Ministerpräsident von Brandenburg erklärte.

Die öffentlichen Anhörungen über das Werk in Grünheide in Brandenburg sollen am Freitag weitergehen, so dass das Verfahren nun schon fast zwei Wochen dauert statt zwei Tage. Umweltaktivisten und Anwohner haben die Behörden zu Hunderten von Themen ausgequetscht, von der Rodung von Waldflächen und dem Wasserverbrauch der Anlage bis hin zum erhöhten LKW-Verkehr und der Lärmbelästigung.

Trotz des langwierigen Verfahrens ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke nicht besorgt und erwartet, dass das Projekt wie geplant voranschreitet.

«Mir ist bisher kein Problem bekannt, dass jetzt der Baugenehmigung so im Wege stehen könnte, das ich es heute absehen könnte», sagte Woidke gegenüber Bloomberg News am Sitz der Landesregierung in Potsdam. «Ich gehe davon aus, dass es auch hier eine rechtlich sichere Genehmigung geben kann.»

Das Werk, das erste von Tesla in Europa, soll schon im nächsten Sommer die Produktion aufnehmen; bis zu 500 000 Autos pro Jahr könnten dort montiert werden. Am Standort Grünheide wurden bereits mehrere Rohbauten errichtet, die der Tesla-Chief Executive Officer Elon Musk im letzten Monat besuchte.

Musk kündigte den Plan vor weniger als einem Jahr an und will damit Grössen wie Volkswagen AG, BMW AG und die Daimler-Tochter Mercedes-Benz in ihrem Heimatmarkt herausfordern. Trotz Hürden wie beispielsweise Naturschutz-Bedenken ist das Projekt auf Kurs geblieben.

Die Investition von Tesla passt zum wachsenden Fokus des Bundeslandes auf saubereren Verkehr und erneuerbare Energien. Rolls-Royce Holdings Plc entwickelt emissionsarme Flugzeugtriebwerke in Brandenburg und BASF SE produziert dort Komponenten für Autobatterien.

Derzeit laufen Gespräche, weitere bekannte Unternehmen nach Brandenburg zu holen, sagte Woidke. Er lehnte es jedoch ab, Einzelheiten zu nennen. Man gehe nicht mit jedem Projekt, das sich noch in einer frühen Verhandlungsphase befinde, gleich an die Öffentlichkeit, fügte er hinzu.

Kommt der digitale Euro? Europas Währungshüter beginnen Testphase

(dpa) Europas Währungshüter treiben ihre Arbeiten an einer digitalen Version des Euro voran. In den nächsten Wochen sollen interne Tests mit einer Digitalwährung beginnen - zeitgleich mit einer öffentlichen Befragung von Bürgern sowie Fachleuten aus Wissenschaft und Finanzsektor zum Für und Wider ab dem 12. Oktober. Gegen Mitte 2021 will die Zentralbank dann über den Start eines digitalen Euro-Projekts entscheiden. Andere Notenbanken sind bei dem Thema bereits weiter.

Ein digitaler Euro wäre eine Antwort auf privatwirtschaftliche Initiativen wie Bitcoin oder das massgeblich von Facebook getragene Projekt Libra. Der grosse Unterschied: Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen stünde ein digitaler Euro unter Aufsicht einer Zentralbank, die die Stabilität der Währung sichert.

«Die Einführung eines digitalen Euro kann in verschiedenen Szenarien erforderlich sein, etwa wenn die Menschen nicht mehr mit Bargeld zahlen wollen, oder in extremen Situationen wie Naturkatastrophen oder Pandemien, in denen andere herkömmliche Zahlungsdienstleistungen nicht mehr funktionieren», erläuterte EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta in einem am Freitag veröffentlichten Gastbeitrag.

Schon vor der Corona-Krise hatte sich der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen in Deutschland und im Euroraum verstetigt. 98 Milliarden Zahlungen im Währungsraum der 19 Staaten im Gesamtwert von gut 162 Billionen Euro wurden 2019 nach EZB-Angaben bargeldlos abgewickelt. Das waren 8,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Pandemie sorgte für einen weiteren Schub bei digitalen Bezahlverfahren.

«Ein digitaler Euro würde uns auch davor bewahren, dass staatliche oder privatwirtschaftliche digitale Zahlungsmittel, die aus Ländern ausserhalb des Euroraums stammen oder von dort kontrolliert werden, bestehende Zahlungsmittel weitgehend verdrängen», führte Panetta weiter aus.

Finanzaufseher befürchten, dass Libra Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Steuerhinterziehung erleichtert. Facebook hatte dagegen betont, das Projekt solle den bargeldlosen Zahlungsverkehr vor allem in Schwellenländern vereinfachen, wo es kein flächendeckendes Bankensystem gebe. Technisch können digitale Währungen zum Beispiel auf Basis einer sogenannten Blockchain funktionieren - also über eine Kette von Datenblöcken, die sich mit jeder Transaktion ausbaut.

Zentralbanken wollen mit ihren Initiativen zudem ihr Geldmonopol verteidigen. Auch andere Notenbanken weltweit beschäftigen sich mit digitalem Zentralbankgeld. Vergleichsweise weit vorangeschritten ist in Europa das Projekt «E-Krona» der schwedischen Zentralbank, denn in dem skandinavischen Land wird Bargeld kaum noch genutzt. China arbeitet schon länger an der digitalen Variante seiner Währung Renminbi.

Die EZB erklärte, eine elektronische Form von Zentralbankgeld könnte von der breiten Bevölkerung genutzt werden - genauso wie Bargeld, nur in digitaler Form. Europas Währungshüter versicherten, ein digitaler Euro wäre eine Ergänzung zum Bargeld, kein Ersatz: «In jedem Fall wird das Eurosystem auch weiterhin Bargeld ausgeben.»

Mietwohnungen werden günstiger angeboten

(awp/sda) Im Monat September haben Schweizerinnen und Schweizer auf der Suche nach einer neuen Wohnung von leicht tieferen Mieten profitiert. Aufgrund steigender Leerstände dürften die Angebotsmieten weiter sinken, hingegen wird Wohneigentum noch begehrter.

Die Fassade eines neuen Wohnblocks im Quartier Erlenmatt in Basel. Georgios Kefalas / Keystone © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die Fassade eines neuen Wohnblocks im Quartier Erlenmatt in Basel. Georgios Kefalas / Keystone

Die in Inseraten im September ausgeschriebenen Mietpreise sind gemäss dem von Immoscout24 und der Immobilienberatungsfirma IAZI am Freitag veröffentlichten Swiss Real Estate Offer Index im Durchschnitt um 0,3 Prozent gesunken. Über die vergangenen zwölf Monate gingen die Angebotsmieten um leichte 0,1 Prozent zurück.

Je nach Region haben sich die Mieten in den Inseraten unterschiedlich entwickelt. Am deutlichsten gingen sie im September in der Genferseeregion und im Mittelland (-0,5%) zurück. Und auch in der Zentralschweiz (-0,2%) zeigt der Trend nach unten.

Demgegenüber wurden Wohnungen im Tessin teurer ausgeschrieben. Die Angebotsmieten legten dort um 1,6 Prozent zu. Steigende Angebotsmieten wurden auch im Grossraum Zürich (+0,8%) und in der Nordwestschweiz (+0,3%) gemessen, während sie sich in der Ostschweiz stabil entwickelten.

Leerstände nehmen zu

«Für das Jahr 2020 zeichnet sich erneut ein deutlicher Anstieg der Leerwohnungszahl ab», wird Martin Waeber, Immobilienexperte bei ImmoScout24, in der Mitteilung zitiert. Damit dürfte die Verhandlungsmacht der Mieter in den kommenden Monaten zunehmen.

Im Kanton Zürich beispielsweise stehen den Angaben zufolge rund 6'850 Wohneinheiten leer, was knapp 200 mehr sind als noch vor einem Jahr. Und auch in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Luzern steigen die Leerstände. Den grössten Sprung machte aber der Kanton Waadt mit 1'182 zusätzlich leerstehenden Einheiten.

Nach wie vor begehrt sind Wohnlagen in den Städten. So zählen die Stadtkantone Basel und Genf gemäss der Studie weniger Leerwohnungen als im Vorjahr, und in den Städten Zürich und Bern verharre der Wert auf tiefem Niveau.

Steigende Nachfrage nach Wohneigentum

Während die Mieten unter Druck kommen steigen die Preise für Wohneigentum. Im September seien Einfamilienhäuser zu 0,7 Prozent höheren Werten ausgeschrieben worden, heisst es. Anbieter von Eigentumswohnungen hätten ihre Preisforderungen mit 1,0 Prozent sogar noch stärker erhöht.

Noch deutlicher wird der Run auf Eigenheime mit Blick auf die letzten zwölf Monate: In diesem Zeitraum sind die Angebotspreise für Einfamilienhäuser gemäss der Studie um 4,7 Prozent gestiegen und jene für Eigentumswohnungen um 4,5 Prozent.

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