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Sportler und Tom Cruise müssen in England nicht in Quarantäne

Basler Zeitung-Logo Basler Zeitung 28.07.2020

Wer nach England reist, muss 14 Tage in Quarantäne. Ausser man kommt aus einem Land, das die Briten als ungefährlich taxieren – oder man ist Sportler oder Filmemacher.

Seit Sonntag gehört Spanien zu den Ländern, deren Reisende in England 14 Tage in Quarantäne müssen. Ausgenommen davon sind Sporter, wie zum Beispiel die Spieler von Real Madrid, die am 7. August gegen Manchester City um den Einzug in das Champions-League-Finalturnier spielen. © Foto: Manu Fernandez/Keystone Seit Sonntag gehört Spanien zu den Ländern, deren Reisende in England 14 Tage in Quarantäne müssen. Ausgenommen davon sind Sporter, wie zum Beispiel die Spieler von Real Madrid, die am 7. August gegen Manchester City um den Einzug in das Champions-League-Finalturnier spielen.

Zum ersten Mal in der Snooker-Geschichte nimmt ein Deutschsprachiger an der Weltmeisterschaft teil. Der Schweizer Alexander Ursenbacher hat sich sensationell qualifiziert und spielt ab dem 31. Juli im Crucible Theatre von Sheffield, diesem Snooker-Tempel, vorwiegend zusammen mit Engländern, Schotten oder Walisern, die den Sport seit jeher dominieren.

Wer nach England einreist, muss sich wegen des Coronavirus aber 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Ausser man reist aus einem Land ein, das auf der Liste der Ausnahmen steht. Auf den Schweizer Ursenbacher trifft das zu, die Schweiz ist vom Quarantänezwang ausgenommen.

Aber was machen die beiden Chinesen im Hauptfeld der Snooker-WM? Oder das spanische Fussballteam Real Madrid, das am 7. August auswärts gegen Manchester City um den Einzug in das Champions-League-Finalturnier spielt? Spanien gehört seit letztem Sonntag wieder zu den Ländern, deren Reisende in England in Quarantäne müssen. Und was ist mit der ganzen Formel 1, die im August mit zwei Rennen das 70-Jahre-Jubiläum in Silverstone feiert?

Alle dürfen sie kommen

Kein Problem. Die britische Regierung hat das Problem gelöst, indem sie die Quarantänebestimmungen am 5. Juli gelockert hat: für Sportler, die an internationalen Anlässen in England teilnehmen, und das Personal, das es für diese Events sonst noch braucht. Zum Beispiel die Mechaniker an den Formel-1-Rennen oder die Masseure der Fussballmannschaften. Alle dürfen sie kommen – und der Kulturminister Oliver Dowden ruft in die Welt: «Der britische Sportsommer ist zurück!»

Neben dem Fussball, Snooker, der Formel 1, Cricket und Golf soll die Ausnahmeregel bald auch für Dartturniere, Pferderennen und andere Sportveranstaltungen gelten.

Schauspieler Tom Cruise wandte sich persönlich an die britische Regierung. © Foto: Keystone Schauspieler Tom Cruise wandte sich persönlich an die britische Regierung.

Die ausgesetzte Quarantäne gilt nicht nur für den Sport. Auch die Film- und TV-Industrie ist ausgenommen. Tom Cruise höchstpersönlich stand in Kontakt mit dem britischen Kulturminister, damit er seine Filme Mission Impossible 7 und 8 wie geplant produzieren kann. Gefilmt wird in den Warner Bros. Studios in der Nähe von London. Und ein klein wenig scheint die britische Regierung darauf stolz zu sein, jedenfalls erwähnt sie Tom Cruise in ihrem offiziellen Schreiben gleich namentlich.

Leben in der «Bubble»

Die Personen aus Film und Sport, die von der Sonderbehandlung profitieren, müssen in England nach strengen Regeln leben. Sie sollen sich in ihrer nächsten sozialen Umwelt bewegen, hinter geschlossenen Toren, die britische Regierung nennt es eine «Bubble». Für die Filmindustrie bedeutet das zum Beispiel, dass sich alle nur dort aufhalten dürfen, wo sie schlafen und ihre Filme drehen.

Der Grund für die Sonderbehandlung von Sport und Film ist einerseits die wirtschaftliche Bedeutung. Andererseits glauben die Briten auch an die positive Wirkung der Unterhaltungsindustrie. Der Kulturminister Oliver Dowden geht so weit, dass er sagt: «Die Fans […] können sich auf noch mehr Sportaction auf heimischen Boden freuen – ein weiterer Schub für unserer nationale Erholung.»

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