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Uneinigkeit in der Premier League

BZ BERNER ZEITUNG-Logo BZ BERNER ZEITUNG 03.05.2020

Die Spitzenclubs und die Vereine aus dem Mittelfeld wollen die Saison in neutralen Stadien beenden, die abstiegsbedrohten Clubs beharren auf ihrem Heimrecht.

Das Amex Stadium in Brighton soll eine von bis zu zehn neutralen Austragungsstätten für die verbleibenden neun Spieltage sein. © Keystone Das Amex Stadium in Brighton soll eine von bis zu zehn neutralen Austragungsstätten für die verbleibenden neun Spieltage sein.

Die ersten 14 Clubs der Tabelle sind dafür, die letzten sechs dagegen: In der Diskussion um eine Saison-Fortsetzung in zehn ausgewählten Fussballstadien offenbaren sich in der Drei-Klassen-Gesellschaft Premier League laut «Telegraph» wieder einmal Gräben zwischen zumindest zwei Lagern. Die da oben wollen das Modell durchsetzen, die dort unten wehren sich mit Verweis auf eine angebliche Wettbewerbsverzerrung. Brisant: Um das Modell durchzusetzen, sind mindestens diese 14 Stimmen notwendig.

Brighton, West Ham, Watford, Bournemouth, Aston Villa und Norwich hoffen deshalb, noch Mitstreiter auf ihre Seite zu ziehen. Bisher hat sich das komplette Mittelfeld den «Big Six» Liverpool (1.), Manchester City (2.), Chelsea (4.), Manchester United (5.), Tottenham (8.) und Arsenal (9.) angeschlossen. Sie sehen in den Spielen auf neutralem Grund die einzige Chance auf eine Fortsetzung der Saison. Im Falle eines Abbruchs sollen den 20 Vereinen zusammen 866 Millionen Euro (762 Millionen Pfund) verloren gehen.

Brighton will Heimspiele vor leeren Rängen

Paul Barber, Clubchef von Brighton, will als Wortführer der Opposition trotzdem auf dem Heimrecht beharren. «Wir wissen, dass wir einige Kompromisse akzeptieren müssen und dass Geisterspiele nötig sein werden», wurde Barber auf der Internetseite des Tabellen-15. zitiert: «Aber die Nachteile für uns, wenn wir nicht in unserem Stadion und unserer gewohnten Umgebung spielen, auch wenn Fans nicht dabei sein können, sind sehr offensichtlich.»

Er argumentierte, dass der Spielplan nicht für alle Teams gleichmässig schwere Partien bereithalte. Durch die ungerade Zahl von Spielen stünden nicht für alle Teams die gleiche Zahl an Heim- und Auswärtsspielen im Rest-Spielplan. Zudem hätte Brighton daheim noch gegen Tabellenführer Liverpool, Meister Manchester City und die Schwergewichte Manchester United und Arsenal gespielt. Daher beharrt Brighton auf Heimspielen vor leeren Rängen, um zumindest auf einen gewissen Heimvorteil hoffen zu können.

«Wir werden noch viele Hindernisse überwinden und viele Kompromisse finden müssen.»

Mehrere Medien spekulieren über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte Juni, sofern Regierung und Gesundheitsexperten ihre Zustimmung erteilen. Berichten zufolge könnten in den Arenen von Brighton, Southampton, Arsenal, West Ham, Leicester, Aston Villa, Manchester City sowie Manchester United für die verbleibenden neun Spieltage plus die Nachholpartien ausgetragen werden. Dabei soll kein Club in seinem Stadion spielen dürfen.

Einig waren sich die Clubs in einer Sache. Die wegen der Corona-Pandemie seit 13. März unterbrochene Saison wollen sie zu Ende spielen. «Ich habe eine Verantwortung sicherzustellen, dass wir irgendwann wieder spielen», sagte Southampton-Boss Martin Semmens der BBC: «Wenn nicht, haben wir irgendwann ein Problem, den Verein am Laufen zu halten.»

Das treffende Fazit der Sitzung vom Freitag zog Karren Brady, stellvertretende Club-Chefin bei West Ham, in einer «Sun»-Kolumne: «Wir werden noch viele Hindernisse überwinden und viele Kompromisse finden müssen.»

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