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Wie ein TV-Journalist fast zu einem afrikanischen König wurde

Der Bund-Logo Der Bund 17.04.2020

SRF-Kulturjournalist Bernard Senn ist von königlicher Abstammung. Wenig hat gefehlt, und die Dorfältesten im Westen Ghanas hätten ihn als Nachfolger seines Vaters eingesetzt.

SRF-Kulturjournalist Bernard Senn ist von königlicher Abstammung. Wenig hat gefehlt, und die Dorfältesten im Westen Ghanas hätten ihn als Nachfolger seines Vaters eingesetzt.

Königliches Blut fliesst durch seine Adern: Bernard Senn, Moderator und Redaktor beim Schweizer Fernsehen, bei sich zu Hause in Basel. © Foto: Nicole Pont Königliches Blut fliesst durch seine Adern: Bernard Senn, Moderator und Redaktor beim Schweizer Fernsehen, bei sich zu Hause in Basel.

Berufsbild König. Man kennt es hierzulande kaum, aber der Basler Kulturjournalist und Moderator Bernard Senn musste sich damit in den vergangenen Jahren auseinandersetzen. Das kam so: Seine Mutter hatte sich Mitte der 60er-Jahre in Deutschland in einen jungen ghanaischen Elektroingenieur verliebt. Aus der Liaison entstand ein Bübchen, nicht schwarz, nicht weiss und mit seinem Lockenkopf von anderen als besonders herzig wahrgenommen. «Ich hätte dies früh als Rassismus empfinden können», sagt der 54-jährige SRF-Kulturjournalist heute, «und mich zeitlebens diskriminiert fühlen.»

So empfand er es nicht. Er war zwar damals in Basel ein Exot, aber fühlte seit seiner Jugend viel Respekt in der Umgebung für sein Anderssein. Er hat den Eindruck, noch heute einen Raum zu verändern, wenn er eintritt, weil er besondere Aufmerksamkeit bekommt. 2018 ergab eine Zuschauerumfrage im «Blick» dass er der zweitbeliebteste Deutschschweizer TV-Moderator sei. Bernard Senn hat in Berlin Religionswissenschaft und Germanistik studiert, moderierte im Schweizer Fernsehen die «Sternstunde» und arbeitet heute für SRF 2 Kultur.

Der Vater bei einem Militärputsch umgekommen – vermeintlich

Den leiblichen Vater in Ghana hielt er für tot. Seine Mutter hatte ihm erzählt, dass ihr ehemaliger afrikanischer Partner beim Militärputsch 1972 ums Leben gekommen sei. Womöglich wollte sie sich damit selber vor dem Verlustschmerz schützen, vielleicht aber auch ihn. Der Vater war 1966 nach Ghana zurückgekehrt, an ihn erinnerte nur ein kleines Foto am Abreisetag auf dem Flughafen. Ein Freund des Vaters hält den Kleinen im Arm, so stolz, als ob es sein eigenes Kind wäre. Die Mutter steht behutsam daneben, jederzeit bereit, den Kleinen wieder zu übernehmen. Der Vater steht etwas verloren daneben ohne freie Hand, den Reisekoffer in der Linken, den Spazierstock in der Rechten. Alle vier stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Seine Mutter heiratete danach einen Schweizer, der Bernard adoptierte und mit der Familie nach Basel zog. Der leibliche Vater hatte den Kleinen nach Afrika mitnehmen wollen, aber seine Mutter hatte dies verhindert. Sie hätte den Sohn inzwischen zur Adoption in den USA freigegeben, behauptete sie. In Accra baute der Elektroingenieur eine kleine Lastwagenflotte auf, kaufte LKW aus Deutschland und transportierte damit während der Dürrejahre Hilfsgüter in die Sahelzone. So wurde er bald zum erfolgreichen Geschäftsmann, hatte mehrere Frauen, und Bernard kam nach und nach zu unbekannten kleinen Halbbrüdern und -schwestern in Ghana.

Zuerst Elektroingenieur in Deutschland, später in Ghana König: Nana Aburam Akpandja IV. © Foto: Alfred Weidinger Zuerst Elektroingenieur in Deutschland, später in Ghana König: Nana Aburam Akpandja IV.

Dass der Vater nicht tot war, hätte Senn womöglich nie erfahren, wenn er Mitte der 90er-Jahre nicht Kulturjournalist geworden wäre. Nach Abschluss des Studiums in Berlin bewarb er sich gleich im Olymp für diesen Beruf, beim Kulturmagazin «Du», als Praktikant. Der damalige Chefredaktor Dieter Bachmann beschied ihm, sie hätten zwar keine freie Praktikumsstelle, aber er solle doch ein Afrika-Heft an die Hand nehmen. «Ich hätte das als positiven Rassismus verstehen und mich gekränkt zurückziehen können», sagt Senn im Rückblick, «aber ich sah es als eine riesige Chance.» Denn es gab ihm die Möglichkeit, den Spuren seiner Familie in Ghana nachzugehen und darüber seine erste grosse Reportage zu schreiben. Im «Du», dem damals renommiertesten Kulturmagazin im deutschsprachigen Raum.

Während der zweiwöchigen Reportage fand Senn zu seiner Überraschung den leiblichen Vater nicht nur bei guter Gesundheit, sondern als König seines Buem-Volkes in der Volta-Region an der Grenze zu Togo. Der Paramount-Chief war ausserdem Politiker im ghanaischen Oberhaus der traditionellen Rulers, einer zweiten Kammer des Parlaments nach britischem Vorbild. Bernards Mutter, die seit dreissig Jahren nichts mehr von ihm gehört hatte, nahm die Neuigkeit vom Sohn mit Verwunderung und Stolz zur Kenntnis.

Die Reportage im Afrika-Heft des «Du» (12/1995) ist berührend und witzig geschrieben, mit einem zugleich liebevollen wie schonungslosen Blick auf Afrika. Senn schreibt sie in Form eines offenen Briefes an seinen schlitzohrigen Fremdenführer, der sich «Cinquanta» nennt (weil das Wort so schön tönt) und den er während seiner Recherche nicht mehr loswird. Sie zeigt, wie ein junger Schweizer zwischen zwei Kulturen mit riesigen Gegensätzen staunt: In der Schweiz ist er ein Farbiger, in Ghana ist er ein Weisser, dem die Kinder hinterherrennen und Sprüchlein aufsagen, damit sie etwas von ihm bekommen.

Oberhaupt von 80’000 Menschen

Bernard findet seinen Vater schliesslich im Königspalast von Bodada. Er regiert da als Chief über die umliegenden Dörfer an der Grenze zu Togo und ist das Oberhaupt des rund 80’000 Menschen zählenden Buem-Volkes, überwiegend kleine Kakaobauern und -bäuerinnen, Handwerker sowie Arbeiter auf Bananenplantagen. Es ist keine reiche Region, weil die Bodenschätze fehlen, über die etwa die Ashanti in der Region um Kumasi verfügen. Aber die Buem sind ein stolzer Stamm mit langer Tradition. Als ehemalige Krieger verteidigten sie die Grenze zu Togo vor dem Einfall übergriffiger Nachbarstämme in diese Region mit relativ ausgeglichenem Klima und ohne Hunger.

In der Begegnung mit dem leiblichen Vater entdeckt Bernard seine afrikanische Seite. «Ich machte dieselben Handbewegungen wie er, obwohl ich ihn als Kind nie erlebt hatte», sagt er im Rückblick, «auch mit der Gelassenheit in dieser Region konnte ich von Anfang an sehr gut umgehen.» Manchmal passiert zwei, drei Tage nichts, obwohl etwas angekündigt ist, dann plötzlich gehts los, und alle sind hellwach. «Das würde manchem typischen Schweizer Mühe machen», sagt er, «ich kann mich dort bestens entspannen.»

Der Vater erzählte ihm, wie er vom Kleinunternehmer in Accra mit bürgerlichem Namen Ernest Kwadwo Adjei zu König Nana Aburam Akpandja IV wurde. Das ist in dieser Region keine freie Entscheidung, sondern ein Beschluss der Dorfältesten. Zwar wusste der Vater, dass er aus einer königlichen Familie abstammte, aber er hatte zahlreiche Brüder und Cousins und rechnete nicht damit, zum Nachfolger seines Grossvaters zu werden. Plötzlich sah er sich während eines Besuchs in seiner Heimatregion von einer Gruppe von Dorfältesten umringt, die sicherheitshalber ein paar kräftige Burschen dabeihatten. Sie kidnappten ihn, führten ihn danach während einer Woche im Königspalast in sein Amt ein und lehrten ihn die Rechte und Pflichten eines Chiefs. Daraufhin präsentierten sie ihn als neuen König in einer Sänfte im traditionellen Umhang in allen betroffenen Dörfern. Jeder Dorfbewohner kann die Bilder auf dem gewobenen Kente deuten – sie zeigen die kriegerischen und wirtschaftlichen Erfolge dieses Stammes über die Jahrhunderte.

Das Königsamt hat in dieser Region ein sehr hohes Ansehen, aber es ist auch eine grosse Verpflichtung. Nana Aburam Akpandja IV war künftig für das Wohlergehen seiner 80’000 Stammesmitglieder verantwortlich. Er würde sein Vermögen dafür einsetzen müssen, dass die Schulen und Krankenhäuser in den Dörfern funktionierten und die Strassen auch nach der Regenzeit keine gefährlichen Schlaglöcher hatten. So ergibt sich für dieses Königsamt eine hundertfach umgekehrte Wertrechnung als etwa jenes in Spanien: Die eine Million aus Kwadwo Adjeis privatem Vermögen in Accra war nach ein paar Jahren weg, während Juan Carlos I. aus der Vermittlung beim Bau einer Eisenbahnlinie in Saudiarabien an eine spanische Firma laut den Genfer Untersuchungsbehörden mit 100 Millionen Dollar für eine königliche Stiftung profitierte.

Bernard Senns Vater in jungen Jahren am Flughafen. Er wird nie mehr zurückkehren. Dazu ein Dokument des Jugendamts, das die Adoption regelt. © Foto: Nicole Pont Bernard Senns Vater in jungen Jahren am Flughafen. Er wird nie mehr zurückkehren. Dazu ein Dokument des Jugendamts, das die Adoption regelt.

Bernard war beeindruckt, welch hohes Ansehen sein Vater in der Region genoss. Keiner ging am Vater vorbei, ohne sich zu verneigen. Gab es einen Konflikt in der Gemeinschaft, so hörte sein Vater lange erst aufmerksam zu. Schliesslich entschied er kraft der Autorität seines Amtes mit ruhiger Stimme: «Sein Wort hatte Gewicht!», erinnert sich Bernard, «da widersprach niemand.» Aber das Amt kennt auch viele Tabus: Ein König darf von niemandem Essen annehmen, sondern nur von seiner eigenen Köchin. Und schwieriger noch: Er darf sich niemals eine Blösse geben. Wäre er in der Regenzeit auf dem schlammigen Boden ausgerutscht oder hätte in der Öffentlichkeit mal zu viel getrunken, so würde dies Unglück über sein Haus und das ganze Volk bringen.

Bernard Senns erste Reise nach Afrika endet mit dem ersten Kontakt seiner Eltern nach dreissig Jahren per Telefon. Vater und Mutter hören sich erstmals wieder und können es kaum fassen, dass ihre Stimmen noch gleich tönen wie vor dreissig Jahren. Für seine Reportage im «Du» erhält er 1996 den Zürcher Journalistenpreis.

Mit dem Preisgeld lädt er seine Mutter zu einer Reise nach Afrika ein. Vater und Mutter treffen sich erstmals wieder, freuen sich über das Wiedersehen, aber es ist für alle nicht einfach. Der Vater tut sich schon schwer, seine verschiedenen afrikanischen Frauen zu managen, jetzt muss er erklären, was diese weisse Frau hier zu suchen hat. Die Mutter und ihr späterer Ehemann müssen sich erst daran gewöhnen, dass es neben dem Adoptivvater in Basel jetzt auch einen leiblichen Vater in Ghana gibt. Bernard reist in der Folge vier weitere Male nach Ghana. Einmal mit seiner Frau Maureen, die Amerikanerin ist, wie er es angeblich durch Adoption auch geworden war. Einmal reist er mit seinen beiden Söhnen, die heute 19- und 21-jährig sind und beim Besuch ihre afrikanischen Wurzeln entdecken, obwohl beide aufgrund ihrer weissen Mutter deutlich hellhäutig sind.

Der letzte Besuch in Ghana

Die spannendsten Reisen sind seine beiden bisher letzten. Bei der zweitletzten Reise findet Bernard seinen Vater nach mehreren Hirnschlägen stark geschwächt vor. Er liegt auf dem Bett, den langen Kente-Umhang lose um sich geschlungen, eine Schulter frei, dämmert vor sich hin und sagt hin und wieder ein paar Worte in der Sprache der Buem, die Bernard nicht versteht. «Ich sah ihn an und sah mich selber», sagt Bernard. «Wir haben einen sehr ähnlichen Körperbau, und ich sah meine eigene Zukunft in ihm.» Er empfand es als sehr schön, aber zugleich auch erschreckend, denn seither ist er sich seiner eigenen Vergänglichkeit noch stärker bewusst.

Nana Aburam Akpandja IV stirbt 2017. Weil seine Nachfolge lange unklar bleibt, wird sein Leichnam eingefroren und erst im vergangenen Jahr beigesetzt. Es war für Senn keine Frage dass er seinem Vater die letzte Ehre erweisen würde, auch wenn diese Reise nicht ohne Risiko ist. Seine Frau fürchtet, er könnte, wie damals sein Vater, von den Dorfältesten gekidnappt, danach im Königspalast festgehalten und als neuer König inthronisiert werden. Er könnte das Amt zwar von Basel aus führen, wie dies ein ghanaischer Automechaniker aus Süddeutschland für eine benachbarte Region macht, aber er wäre ab Stunde für das Wohlergehen von 80’000 Buem in der Volta-Region verantwortlich.

«Diese Aufgabe hätte mich überfordert», sagt Bernard, «die Dorfältesten wären mir vermutlich auf der Nase herumgetanzt.» Es war ihm schon aufgefallen, dass bei seinen Besuchen stets ein paar Dorfälteste mit unklarer Aufgabe da waren, die ihn wie alle anderen Brüder und Cousins auf die Tauglichkeit als Nachfolger im Königshaus checkten. Er hätte erst die Buem-Sprache lernen müssen, das liess sich in einem Jahr womöglich schaffen, aber dazu müsste er auch die Botschaften zwischen den Zeilen und die kulturellen Codes verstehen. Dafür hätte er dort hinziehen müssen, bevor er sich zur Heirat in Basel entschied.

Seine Frau befürchtete, Bernard Senn könnte, wie damals sein Vater, von den Dorfältesten gekidnappt werden.

Das Königsamt könnte ja trotzdem eine spannende Aufgabe sein für einen ausgebildeten Religionswissenschafter mit gutem Gespür für verschiedene Kulturen? Womöglich liesse sich in dieser Region etwas bewegen? Damit die Bauern nicht über Generationen bloss Rohstofflieferanten bleiben am Tropf der grossen Abnehmer, sondern auch den Kakao beispielsweise selber verarbeiten. Ghana gilt im Vergleich für andere afrikanische Länder als Hoffnung auf ein anderes Entwicklungsmodell. Es war das erste unabhängige Land Afrikas, die Demokratie hat sich seit Ende der Militärdiktatur mit zwei grossen Parteien und vergleichsweise freier Presse nach britischem Vorbild in den vergangenen zwei Jahrzehnten einigermassen gefestigt. Auch zivile Organisationen wie etwa die starke Frauenbewegung sind in der Öffentlichkeit präsent. Das Zweikammersystem scheint die Demokratie erfolgreich mit der traditionellen Stammesgesellschaft versöhnt zu haben, der Staat kombiniert im Kakaomarkt freien Handel mit vernünftiger Regulation.

König Nana Aburam Akpandja IV war als Abgeordneter im Oberhaus in Ghana auch politisch ein wichtiger Mann. Zu seiner Abdankung kommen 2000 Trauergäste, auch Staatspräsident Nana Akufo-Addo ist angemeldet, aber im letzten Moment verhindert. Die Zeremonie leitet neben den Dorfältesten ein presbyterianischer Geistlicher, der zugleich Medizinmann ist. Nach Gebet und Fürbitte entledigt er sich seiner Robe und bläst nun als Medizinmann im traditionellen Kostüm auf einem archaischen Horn, zusammengebaut aus einem Elefantenknochen und einem menschlichen Knochen. Das Horn soll zeigen, dass die Buem-Krieger stärker sind als jeder menschliche Feind, so stark wie der Elefant, das stärkste Tier Afrikas.

Intrigen und Konflikte im Königspalast

Er könne diese Kultur zwar von aussen verstehen, sagt Senn, aber er könne sie zu wenig genau lesen, um im Königsamt etwas zu bewegen. Kommt dazu, dass die aktuelle Gemengelage verschiedenster Interessen für ihn ein undurchschaubares «Kuddelmuddel» sei: «Deshalb habe ich mich so weit wie möglich aus allen Konflikten und Intrigen herausgehalten.» Das sei schon für seinen Vater schwierig gewesen. Die erste Machtprobe bestand sein Vater noch, als ihm 2002 einzelne übergangene Dorfälteste und ihre Anverwandten Misswirtschaft vorwarfen. Nach mehreren Hirnschlägen war Nana Aburam Akpandija IV in den letzten zehn Jahren seiner Amtszeit aber arg geschwächt und hatte den schwierigen Job nicht mehr voll im Griff. So verlotterte der Königspalast, das Dach wurde undicht, und auch die Strassen in der Region wiesen mehr und mehr Schlaglöcher auf.

Bernard und seine elf afrikanischen Brüder wussten seit Jahren, dass die Dorfältesten in der Königsfamilie für die Nachfolge sondieren würden. Es wurde unter den Brüdern zum Running Gag, sich zu necken: «Pass bloss auf, du wirst der nächste König!» – «Nein, du!» Wie in Westafrika üblich, werden die Nachkommen aus königlichen Familien zur Ausbildung nach Europa oder in die USA geschickt. Ein Halbbruder Bernards hat Karriere in den USA gemacht, andere sind in Europa geblieben. Wie übrigens auch der Nigerianer Abimbola Akanji, der in Boston studiert hat, eine Schweizerin heiratete, erst bei ABB und heute bei Stadler Rail arbeitet und sich in der Region Winterthur niederliess. Die beiden Kinder aus dieser Ehe, Manuel und Sarah, sind prominente interkulturelle Brückenbauer: er Profifussballer bei Borussia Dortmund und Stammspieler der Schweizer Nationalmannschaft, sie lokale SP-Politikerin und ebenfalls hochbegabte Fussballerin.

Einer seiner Halbbrüder schien Bernard für die Nachfolge des Vaters gesetzt. Er ist selber ein erfolgreicher Geschäftsmann und wirkt auf ihn ähnlich souverän wie ihr gemeinsamer Vater. Aber der Vater war mit seinem Lebensstil nicht einverstanden – ein typischer Generationenkonflikt: Der Sohn hört coole Musik und raucht auch mal das in Ghana beliebte, aber offiziell verbotene Ganja, in der älteren Generation ist dies verpönt. So wird im vergangenen Jahr schliesslich ein Cousin zum neuen König Nana Aburam Akpandja V – zur Überraschung, aber auch Erleichterung aller Brüder. Wie seine vier Vorgänger wird er nach der Inthronisierung auf der Sänfte durch die Strassen getragen, mit der dreieckigen Goldplatte an der Halskette als wichtigstem Insignium, stellt sich seither bei offiziellen Anlässen auf das königliche Ziegenfell und lässt andere für sich sprechen.

Aber so richtig scheint es diesem Cousin nicht zu gelingen, seine Autorität gegenüber den Dorfältesten zu festigen. Einzelne Drahtzieher sollen sich inzwischen schon nach einem neuen König für die Region umsehen. Bernard Senn wird sich bei seiner nächsten Reise nach Afrika in Acht nehmen müssen.

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