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WM 2022: Das müssen Sie über die WM in Katar wissen

Blick-Logo Blick 26.03.2021 DCX Schnittstelle
Das müssen Sie über die WM in Katar wissen © Bereitgestellt von Blick Das müssen Sie über die WM in Katar wissen

Draussen schneit es, die Temperaturen sinken unter null. Es gibt ­Raclette, dazu einen heissen Früchtetee. Und im TV läuft das Eröffnungsspiel der WM. Ein Szenario, das man sich als Fussballfan kaum vorstellen, in vier Jahren aber Realität sein kann.

Am 21. November 2022 soll im Lusail-Iconic-Stadion vor mehr als 80 000 Fans der Anpfiff zur WM in Katar ertönen. Ein Novum. Noch nie fand bisher ein solches Turnier in der arabischen Welt statt, noch nie in ­einem muslimischen Land, noch nie im europäischen Winter. Noch haben die Veranstalter in Katar aber einige Baustellen offen.

In acht Stadien soll gespielt werden. Sieben davon wurden neu gebaut. Das luxuriöse Kha­lifa-International-Stadion, das mit einer Lüftungsanlage aus­gestattet ist, damit auf dem Spielfeld jeweils 26 Grad herrschen, fasst 40 000 Zuschauer und steht bereits seit Mai 2017 in der Nähe der Hauptstadt Doha. Alle anderen Stadien ­befinden sich im Bau. Bis zu 36 000 ausländische Arbeiter sind dafür im Einsatz. Deren Arbeitsbedingungen werden von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International scharf kritisiert. Viele Arbeiter hätten beispielsweise über Monate keinen Lohn erhalten.

Die Veranstalter sind natürlich trotzdem vom Projekt überzeugt. Nicht umsonst lassen sie sich das Ganze über 22 Milliarden Franken kosten – die teuerste WM aller Zeiten. Stolz sind sie vor allem auf das Stadion Ras Abu Aboud, das vor der Skyline der Hauptstadt Doha erbaut wird. Es wird grösstenteils aus Schiffscontainern bestehen und nach der WM abmontierbar sein. Nachhaltig soll das Turnier sein. Und klimaneutral. So seien die Distanzen zwischen den Stadien sehr kurz, werben die Veranstalter.

Auch müsse man sich über die Sicherheit keine Gedanken machen. Die Kriminalitätsrate in Katar sei tief. Terrorismus gebe es nicht.

Fans, die also Fussball lieber in der Wüste sehen wollen als mit Raclette vor dem TV, dürfen ihre Reise nach Katar also planen. (mam)

Die wichtigsten Infos zur Fussball-WM 2022 auf einen Blick
Eröffnungsspiel21. November 2022
Endspiel18. Dezember 2022
Anzahl Nationen32
Anzahl Spiele64
TitelverteidigerFrankreich

WM 2022 in Katar. Was heisst das?

Es wird die erste Fussball-Weltmeisterschaft in einem muslimisch, arabischen Land sein. Und mit einer Dauer von 28 Tagen, wird es die kürzeste WM der letzten vier Jahrzehnt sein. 2,7 Millionen Einwohner leben im reichsten Land der Welt, auf einer Fläche von 11,627 km². Zum Vergleich: Würde man auf der selben Fläche in der Schweiz die WM austragen, würde gerade einmal in den Kantonen St. Gallen, Zürich, Aargau und Bern gespielt.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Herr und Frau Schweizer werden nicht mit einem kühlen Bier bei sommerlichen Temperaturen im Fussball-Fieber sein, nein. Während der WM 2022 schlürft man wohl eher am heissen Tee und isst in der warmen Stube ein Raclette. Das SRF sicherte sich 2012 die Übertragungsrechte von der Fifa und die Spiele werden im Free-TV übertragen.

Wieso Zwergstaat Katar?

Scheich und Herrscher Tamim bin Hamad al Thani heisst das Katar-Erfolgsrezept. Noch nie zuvor machte ein Land innert so wenig Jahren solche unheimlich hohe Summen locker wie der Monarch von Katar. Das Ziel: Man will zum Global Player aufsteigen und die Hauptstadt Doha zur Sportmetropole machen. Bis jetzt verfolgt Scheich Tamim das Ziel mit Hochdruck. 2002 wird er Teil des Internationalen Olympischen Komitee und eine Weltmeisterschaft nach der anderen kommt in den nahen Osten. Handball (2015), Radfahren (2016), Turnen (2018) und Leichtathletik (2019) sind erst der Anfang der grossen Turniere. 2022 der Turnier-Krösus – die Fussball-Weltmeisterschaft.

2010 verkündete der Ex-Fifa-Präsident Blatter die WM-Vergaben in Russland 2018 und Katar 2022. Doch erst fünf Jahre später, hat die Fifa beschlossen, dass das Fussballturnier erstmals nicht im Sommer, sondern im Winter stattfinden wird.

Kritik am Turnier?

Rund zwei Millionen Arbeiter aus Indien, Nepal und Pakistan arbeiten zur Zeit an den sieben Stadien, die bis 2022 bereit stehen sollen. Die Wanderarbeiter aus den Dritt-Welt-Staaten werden ausgebeutet. Nicht ausbezahlte Löhne und katastrophale Arbeitsbedingungen. Die Arbeits­bedingungen werden von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International scharf kritisiert.

Nicht nur Menschenrechtler sind gegen Katar als Austragungsort einer Fussball-WM. Auch Funktionäre wie der frühere DFB-Boss Theo Zwanziger, der Katar als «Krebsübel des Fussballs» bezeichnet. Sein Verdacht, dass Katar die Fifa-Bosse bestochen haben soll ist bis heute nicht bewiesen. Indizien für kriminelles Begehen verdichten sich aber, wie die jüngsten «Spiegel»-Enthüllungen zeigen.

Und Alkohol?

Alkohol ist grundsätzlich erlaubt. Wird aber streng eingeschränkt sein. Nur in Bars oder grösseren Hotels werden Bier, Wein und andere alkoholische Getränke ausgeschenkt. Für den Privatgebrauch wird Alkohol nur in einer Art «Liquor-Store» verkauft, und das auch nur in begrenzten Mengen. Ausschliesslich Ausländer, die eine Berechtigung haben, sind in der Lage, Alkohol zu kaufen. Für Einheimische gilt striktes Alkohol-Verbot. Bier soll bei der WM nach jetzigen Planungen auch in Public Viewings zur Verfügung stehen. Ob man auch in den Stadien zum Bier greifen kann, sind sich die Katari noch nicht einig. Ausserdem ist Alkohol eine durchaus teure Angelegenheit. Ein Grosses (0,5 Liter Bier) kostet in einer Hotelbar umgerechnet mehr als elf Schweizer Franken. Wer sich also nach Katar begibt, um seine Mannschaft anzufeuern und nicht auf ein Bier verzichten will, soll genügend Bares dabei haben.

Wie ist es für Frauen in Katar?

Die Frau in Katar wird grundsätzlich vor keine Probleme gestellt. Anders als im Nachbarland Saudi-Arabien müssen sich die weiblichen Fussballfans nicht verschleiern. Katarische Frauen tragen traditionell ein Kopftuch oder sind in der Öffentlichkeit mit einem Schleier unterwegs. Für Reisende und WM-Besucher gilt keine Kleidungspflicht. Bei den warmen Aussentemperaturen dürfen Frauen durchaus Haut zeigen. (fav)

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