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Italien klagt 21 Seenotretter an - Crew des Rettungsschiffes »Iuventa« betroffen

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 04.03.2021 Felix Keßler

Italien geht nach jahrelangen Ermittlungen juristisch gegen 21 Menschen vor, die sich an der Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer beteiligt haben. Unter den Angeklagten sind laut einem Bericht zehn Deutsche.

© David Lohmueller / dpa

Regelmäßig setzt Italien die Schiffe von Organisationen fest, die im Mittelmeer Einsätze zur Rettung in Seenot geratener Migranten fahren. Erst am Dienstag wurde die unter deutscher Flagge »Sea Watch 4« nach monatelanger Festsetzung wieder durch die Behörden auf Sizilien freigegeben. Nun geht Italien juristisch gegen die Besatzung anderer Schiffe vor.

Wie unter anderem die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« berichtet, drohen nach einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Hafenstadt Trapani allein zehn deutschen Crewmitgliedern der »Iuventa« Strafen von bis zu 20 Jahren Haft. Sie werden der Schleuserei und der Beihilfe zur illegalen Einreise beschuldigt. Der Anklage waren laut dem »Guardian« fast vierjährige Ermittlungen vorangegangen.

Demnach sind auch Besatzungsmitglieder zweier Schiffe der Hilfsorganisationen »Save the Children« und »Ärzte ohne Grenzen« angeklagt. Insgesamt wurden Vorwürfe gegen 21 Menschen erhoben, darunter Kapitäne, Missionsleiter und juristische Vertreter.

Hilfsorganisationen bestreiten Vorwürfe

Konkret soll es um Einsätze in den Jahren 2016 und 2017 gehen. Laut »FAZ« wird den Rettern etwa vorgeworfen, sich über Lichtzeichen mit Schleusern verständigt und Migranten direkt an Bord genommen zu haben.

Eine Anwältin der »Iuventa«-Crew wies die Vorwürfe gegenüber dem »Guardian« zurück. »Leben retten ist nie ein Verbrechen«, wurde Francesva Cancellaro zitiert. »Wir werden beweisen, dass die Einsätze der >Iuventa< absolut rechtmäßig waren.« Auch »Save the Children« und »Ärzte ohne Grenzen« wiesen die Vorwürfe demnach zurück.

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