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Söder fordert erneut „mehr Power“ im Wahlkampf – und macht sich Sorgen um Aiwanger

WELT-Logo WELT 01.08.2021
Während sich Olaf Scholz in den Sommerinterviews gut schlägt und die Grünen sich zumindest berappeln, hinkt Armin Laschet Markus Söder in wichtigen Entscheidungen hinterher. WELT-Chefreporterin Anna Schneider kommentiert den „faden“ Wahlkampf der Union. Quelle: WELT / Angela Knäble © WELT / Angela Knäble Während sich Olaf Scholz in den Sommerinterviews gut schlägt und die Grünen sich zumindest berappeln, hinkt Armin Laschet Markus Söder in wichtigen Entscheidungen hinterher. WELT-Chefreporterin Anna Schneider kommentiert den „faden“ Wahlkampf der Union. Quelle: WELT / Angela Knäble

CSU-Chef Markus Söder hat seine Forderung nach „mehr Tempo und mehr Power“ im Wahlkampf der Unionsparteien bekräftigt. Er sehe sich hier als „der Antreiber“, sagte Söder am Sonntag im ZDF-„Sommerinterview“.

Söder betonte, er arbeite gut mit CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet zusammen, jedoch sei der Wahlkampf insgesamt bislang „ein bisschen seltsam“.

Dass die CDU/CSU in den Umfragen zunächst steil angestiegen sei, „das lag wohl an den Fehlern der Anderen“, sagte Söder. Diese hätten geholfen, aber wie im Fußball sei es besser, „auch noch mal selbst zu stürmen und offensiv zu werden“. Dies „muss jetzt kommen“, forderte der CSU-Chef weiter.

HANDOUT - 01.08.2021, Bayern, Nürnberg: Markus Söder (CSU, l), Bayerns Ministerpräsident, und Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin, sitzen beim ZDF-Sommerinterview im Max-Morlock-Stadion. Das ZDF-Sommerinterview wird am 01.08.2021 um 19.10 Uhr im ausgestrahlt. Foto: Daniel Karmann//ZDF und Daniel Karmann - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa/Daniel Karmann HANDOUT - 01.08.2021, Bayern, Nürnberg: Markus Söder (CSU, l), Bayerns Ministerpräsident, und Theo Koll, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin, sitzen beim ZDF-Sommerinterview im Max-Morlock-Stadion. Das ZDF-Sommerinterview wird am 01.08.2021 um 19.10 Uhr im ausgestrahlt. Foto: Daniel Karmann//ZDF und Daniel Karmann - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Laschet sei sicher in der Lage, Deutschland zu regieren. Auch habe der CDU-Chef entgegen manchen Vorwürfen „Positionen, die bezieht er auch“. Dies werde sicherlich auch „in den nächsten Wochen noch stärker werden“.

Am bisherigen Wahlkampf kritisierte Söder, dass es bisher „fast nur um Nebensächlichkeiten“ gehe, „um irgendwelche Bücher, um Lebensläufe, um Lacher, und fast nie um die entscheidenden Fragen“. Auch hier wünsche er sich eine Änderung.

Söder: „Hätte die Kanzlerkandidatur gewonnen“

Mit Blick auf das Ringen zwischen ihm und Laschet um die Kanzlerkandidatur der Union sagte Söder: „Ich hätte wahrscheinlich gewonnen, wenn ich eine harte Auseinandersetzung gemacht hätte“. Dies jedoch wäre nicht gut für den Wahlkampf der Union gewesen, daher habe er das nicht gemacht.

Nun gelte für ihn: „Es ist abgeschlossen.“ Und: „Ich will, dass wir gemeinschaftlich gewinnen“. Dafür müsse die Union aber „noch eine Menge tun“, sagte Söder weiter, ohne Laschet direkt zu nennen.

Seine Sorge sei, dass es am Ende eine Mehrheit für ein Ampel-Bündnis von Grünen, SPD und FDP ohne die Union geben könnte. Das wolle er verhindern.

Mit seinen demonstrativen Zweifeln an Corona-Impfungen stellt sich Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder zunehmend ins politische Abseits.

„Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt“, sagte CSU-Chef Söder. Er mache sich „a bissl“ Sorge um Aiwanger, der auch bayerischer Wirtschaftsminister in Söders Kabinett ist.

Söder betonte, es gehe dabei nicht um die Frage, ob er sich impfen lassen wolle oder nicht, dies stehe jedem frei. Aber der Sound dahinter sei problematisch.

Wenn Aiwanger etwa von Nebenwirkungen spreche, bei dem ihm „die Spucke wegbleibt“ oder er beispielsweise sage, es sei nicht bewiesen, ob die Impfstoffe wirkten. „Da muss man aufpassen“, sagte Söder.

Aiwanger verwende die gleiche Wortwahl wie AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, sagte Söder und warnte Aiwanger, der wiederum Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl am 26. September ist, „an irgendeinem Rand“ nach Wählerstimmen zu fischen.

Aiwanger soll nicht aus dem Kabinett entlassen werden

„Das ist ein totaler Trugschluss. Die Leute wählen am Ende richtige Querdenker.“ Wenn Aiwanger sich aber in deren Nähe begebe, müsse er aufpassen, dann nicht auch als solcher identifiziert zu werden. „Und dann wird es in der Tat schwierig.“

Söder verwies aber darauf, dass Aiwanger im bayerischen Kabinett bisher jeden Beschluss der Anti-Corona-Maßnahmen mitgetragen habe. Er sehe daher keinen Grund, Aiwanger aus dem Kabinett zu entlassen. Zudem habe er das Gefühl, dass auch die Freien Wähler selbst „sehr unglücklich sind über seine Äußerungen“.

Er wolle der Partei nun Zeit geben, die Lage selbst ein Stück weit zu reflektieren. Bemerkenswert sei aber auch die Reaktion der Wirtschaft, die sich klar gegen Aiwanger gestellt habe.

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