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Suva registriert wegen Corona einen Drittel weniger Unfälle, Lufthansa fliegt aus dem DAX - und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 05.06.2020

Suva registriert wegen Corona einen Drittel weniger Unfälle

Weil wegen der Corona-Krise weniger gebaut wurde, ging auch die Zahl der Unfälle zurück. Annick Ramp / NZZ © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Weil wegen der Corona-Krise weniger gebaut wurde, ging auch die Zahl der Unfälle zurück. Annick Ramp / NZZ

(sda) Die wegen der Coronapandemie verhängten Einschränkungen haben zu einem Rückgang der Unfälle geführt. Bei der Suva sank die Zahl der Unfälle zwischen dem 16. März und dem 10. Mai im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent.

Der Rückgang der gemeldeten Unfälle mache rund 5% der üblicherweise in einem ganzen Jahr gemeldeten Unfälle aus, teilte der Unfallversicherer am Freitag in Luzern mit. Wie stark sich dies auf die Jahreszahlen 2020 auswirken werde, sei von der Dauer und der Intensität der Corona-Massnahmen abhängig.

Bei den Berufsunfällen spricht die Suva von einem markanten Rückgang in Folge der Corona-Massnahmen. Es sei geplant, die Prämien in der Berufsunfallversicherung dem gesunkenen Risiko entsprechend anzupassen. Sie arbeite diesbezüglich mit dem Schweizerischen Versicherungsverband und den übrigen Unfallversicherern zusammen.

Als weitere Massnahmen aufgrund der Coronapandemie nennt die Suva die Verlängerung von Zahlungsfristen und der Verzicht auf Mahnungen und Betreibungen. Auch ihren Mietern kommt die Suva nach eigenen Angaben entgegen.

Die Suva weist für 2019 ein Betriebsergebnis von 57,5 Mio. Fr. aus. Alle Versicherungszweige seien finanziell im Gleichgewicht, teilte das Unternehmen mit. Das Anlagevermögen sei per Ende 2019 von 50 auf 54 Mrd. Fr. gestiegen.

Weil die Suva mit einer weiteren Senkung des technischen Zinssatzes rechnet, hat sie aus dem Anlageergebnis 2019 Rückstellungen in der Höhe von 2,2 Milliarden Franken gemacht. Damit soll verhindert werden, dass wegen der erwarteten Senkung des technischen Zinssatzes die Prämien erhöht werden müssen. Mit dem technischen Zinssatz wird die erwartete Verzinsung des Kapitals der Versicherten berechnet.

Im Gegensatz zu 2019 und 2020 wird es 2021 keine ausserordentliche Prämiensenkung mehr geben. Die Suva begründet dies mit der angespannten Lage auf den Kapitalmärkten. Mit dem positiven Betriebsergebnis 2019, den Rückstellungen und den Eigenmitteln sei die Suva gut auf die finanziellen Belastungen der Coronapandemie vorbereitet.

Lufthansa fliegt aus dem DAX

(dpa) Als hätte die Lufthansa nicht schon genug Probleme - nun verliert das DAX-Gründungsmitglied auch noch seinen Platz in der ersten deutschen Börsenliga. Vom 22. Juni an wird die Fluggesellschaft im MDax der mittelgrossen Werte gelistet. Das gab die Deutsche Börse am Donnerstagabend bei der turnusgemässen Überprüfung ihrer Aktienindizes bekannt. Ersetzt wird die Lufthansa im Deutschen Aktienindex durch den Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen.

Massgeblich für die Zugehörigkeit zum Kreis der 30 DAX-Konzerne sind Börsenumsatz (Handelsvolumen) und Börsenwert (Marktkapitalisierung) eines Unternehmens. Der Kurs der Lufthansa-Aktie war im Sog der Corona-Krise eingebrochen. Darum muss die Fluggesellschaft nun nach fast genau 32 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit ihren Platz im Dax räumen.

Lufthansa-Flugzeuge parkieren wegen der Corona-Krise ; auf dem Frankfurter Flughafen. Ralph Orlowski / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Lufthansa-Flugzeuge parkieren wegen der Corona-Krise ; auf dem Frankfurter Flughafen. Ralph Orlowski / Reuters

Die Bundeshauptstadt bekommt mit dem Aufstieg der Deutschen Wohnen 14 Jahre nach der Schering-Übernahme durch Bayer wieder einen DAX-Konzern. Das Unternehmen ist mit bundesweit 160 000 Wohnungen der zweitgrösste private Vermieter in der Republik. Für diesen Freitag hat Deutsche Wohnen die Aktionäre zur Hauptversammlung geladen. Der grösste deutsche Vermieter, die Bochumer Vonovia, ist seit fünf Jahren im DAX.

Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden (ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was in der Regel Einfluss auf die Aktienkurse hat. Die Zugehörigkeit zum DAX ist aber auch eine Frage von Prestige: Gerade für internationale Investoren ist der Leitindex das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Nächster regulärer Überprüfungstermin für die Zusammensetzung der Aktienindizes der Deutschen Börse ist der 3. September 2020.

Mit ihrem DAX-Abstieg ist die Deutsche Lufthansa AG in namhafter Gesellschaft: Im September 2019 musste das Industrie-Urgestein ThyssenKrupp den Top-Börsenindex verlassen, ein Jahr zuvor erwischte es die Commerzbank, die ausgerechnet dem Zahlungsabwickler Wirecard Platz machen musste. Auch Thyssen und die Commerzbank gehörten zum Kreis der 15 Gesellschaften, die seit dem Start des DAX am 1. Juli 1988 bis dahin ohne Unterbrechung in dem Index gelistet waren.Die Lufthansa fliegt wohl aus dem DAX

Lonza ernennt Pierre-Alain Ruffieux zum neuen Konzernchef

(awp/sda) Lonza hat die Lücke an der Spitze der Geschäftsleitung wieder besetzt. Neuer Konzernchef wird ab dem 1. November 2020 der heutige Roche-Manager Pierre-Alain Ruffieux.

Ruffieux ist derzeit Leiter des Bereichs Global Pharma Technical Operations beim Pharmakonzern Roche, teilte Lonza am Freitag mit. In dieser Position sei er für ein Team mit 12 000 Mitarbeitenden verantwortlich. Er verfüge insgesamt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Biopharmazeutika.

«Wir heissen Pierre-Alain bei Lonza herzlich willkommen und freuen uns auf seinen Start im November», erklärte Lead Independent Director Christoph Maeder in dem Communiqué. Zu diesem Zeitpunkt werde Albert Baehny seine Position als CEO ad interim aufgeben und zu seiner Funktion als nicht-exekutiver Präsident des Verwaltungsrats zurückkehren.

Baehny hatte die Position seit dem abrupten Rückzug des früheren CEO Marc Funk vor einem halben Jahr inne. Funk hatte erst auf Anfang März 2019 den langjährigen Konzernchef Richard Ridinger ersetzt.

Schweiz Tourismus erwartet Umsatzverlust von 8,7 Milliarden von März bis Juni

(awp/sda) Die Coronapandemie hat den Schweizer Tourismus voll erwischt. Die Marktingorganisation Schweiz Tourismus befürchtet für die Monate März bis Juni einen Umsatzverlust von 8,7 Milliarden Franken für die Branche.

«Es ist dramatisch wie kaum zuvor, da mache ich Ihnen gar nichts vor», sagte Schweiz Tourismus Martin Nydegger am Freitag in einer Onlinemedienkonferenz. «Wir erwarten Umsatzeinbussen von bis zu 35 Prozent für das laufende Jahr. Und wir befürchten für die Leistungsträger eine Konkurswahrscheinlichkeit von 20 bis 25 Prozent.»

«Seit den Kriegsjahren um 1940 haben wir nicht mehr erlebt, was wir seit diesem Frühling 2020 erleben müssen», sagte Nydegger. Der Schweizer Tourismus sei wegen des Coronavirus praktisch zum Erliegen gekommen. Die Branche sei flächendeckend, in allen Regionen, sowohl im Freizeit- als auch Geschäftstourismus so hart getroffen wie kaum eine andere Branche.

Für den Sommer rechnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) einen Einbruch von 37 Prozent, wie sie letzte Woche bekannt gegeben hatte. Dass die Schweizer ihre Ferien in diesem Sommer vermehrt im eigenen Land verbringen werden, könne den Wegfall der ausländischen Touristen nicht wettmachen. Während die Zahl der Übernachtungen in den Städten mehr als halbieren werde, betrage der Rückgang in den Bergen rund 20 bis 30 Prozent, schätzte die KOF.

Angesichts der Lage rührt Schweiz Tourismus nun die Werbetrommel für Ferien hierzulande. Unter dem Slogan «Ich brauch Schweiz» lanciert die Marktingorganisation eine der grössten globalen Werbeoffensiven der letzten Jahre.

Zielpublikum seien zu Beginn die einheimischen Gäste sowie die Touristen in Deutschland und Frankreich, gefolgt von weiteren europäischen Ländern, hiess es. Locken will Schweiz Tourismus die Gäste unter anderem mit einer kostenlosen Stornierungsmöglichkeit bis 48 Stunden vor Ankunft.

Slack wächst in Corona-Krise - aber nicht so stark wie erwartet

(dpa) Der Bürokommunikations-Dienst Slack hat mit seinem Wachstum in der Corona-Krise die Anleger enttäuscht. Sie liessen die Aktie im nachbörslichen Handel nach Vorlage aktueller Quartalszahlen zeitweise um 16 Prozent fallen. Slack steigerte seinen Umsatz in dem Ende April abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 201,7 Millionen Dollar. Allerdings wuchs Slack auch schon vorher mit ähnlichem Tempo - Investoren hatten erwartet, dass die Heimarbeit und das Lernen zu Hause in der Corona-Krise das Geschäft der Firma noch stärker ankurbeln. Für das laufende Vierteljahr stellte Slack ein Umsatzplus von bis zu 44 Prozent in Aussicht.

Slack schloss das Quartal mit einem Verlust von 74,4 Millionen Dollar ab - mehr als doppelt so viel wie das Minus von 31,9 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, wie die Firma aus San Francisco am Donnerstag mitteilte. Zugleich rechne er damit, dass der Wandel der Arbeitswelt durch die Pandemie einen dauerhaften Einfluss auf das Geschäft von Slack haben wird, betonte Gründer und Chef Stewart Butterfield.

Bentley streicht rund 1000 Stellen in Grossbritannien

(dpa) Der britische Luxuswagenhersteller Bentley will unter anderem wegen der Corona-Krise 1000 Stellen abbauen. Das teilte das zum Volkswagenkonzern gehörende Unternehmen am Freitag mit. Grund dafür sei eine «beträchtliche Senkung der Prognose der künftigen Umsätze», hiess es in der Mitteilung. Eine «sofortige Reduktion der Belegschaft» sei daher notwendig. Der Stellenabbau solle aber zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen. Dafür seien den 4200 Mitarbeitern finanzielle Angebote gemacht worden. Der Autobauer hofft darauf, das knapp ein Viertel davon freiwillig Gebrauch macht.

Zukünftige Entlassungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden, hiess es weiter. Die Massnahme sei Teil eines grösseren Umbauprogramms. «Covid-19 ist nicht die Ursache für diese Massnahme, aber ein Beschleuniger», sagte Bentley-Geschäftsführer Adrian Hallmark.

Einnahmen von Uber in der Schweiz um 40 Prozent eingebrochen

(awp/sda) Der Fahrdienstvermittler Uber hat in der Schweiz wegen der Corona-Krise erhebliche Einnahmeverluste hinnehmen müssen. Während des Lockdowns sank die Anzahl Fahrten rapide und die Einnahmen brachen um rund 40% ein, sagte Jean-Pascal Aribot, CEO von Uber Switzerland, am Donnerstag.

Uber habe Massnahmen ergriffen, um Fahrer zu unterstützt und etwa eine Entschädigung von 40 Fr. für den Einbau einer Schutzwand im Fahrzeug und den Kauf von Sanitärprodukten wie Masken oder Desinfektionsmittel entrichtet. Ferner wurde eine 14-tägige Lohnausfalldeckung für Krankheit und Unfälle während des Ausnahmezustands angeboten.

Eine Umfrage unter Kunden habe aber ergeben, dass viele Nutzer nun nach der Öffnung wieder vermehrt auf den Fahrdienst von Uber zurückgreifen wollen. Um sich der laut Aribot «neuen Realität» anzupassen, soll daher das Angebot von Uber auf weitere Schweizer Städte ausgedehnt werden. In dieser Woche will Uber den Dienst in Olten aufnehmen. Die Stadt an der Aare ist nach Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Luzern, Winterthur, Baden, Zug und Bern die zehnte Region in der Schweiz, wo Uber genutzt werden kann.

Zudem soll die Option «Uber Green» für Fahrer mit emissionsfreien Autos nach Zürich auch in Genf, Basel und Lausanne angeboten werden. Nutzer in Genf und Basel, die bereit sind, für ein Auto der höheren Kategorie 20 bis 30% mehr zu bezahlen, können ab dem 10. Juni zudem «Uber Comfort» in Anspruch nehmen.

Swiss fährt ihren Flugplan bis Herbst weiter hoch

(awp/sda) Die Fluggesellschaft Swiss baut ihren durch die Coronakrise geschrumpften Flugplan wieder weiter aus. Bis im Herbst sollen wieder fast alle Destinationen angeflogen werden, wie die Swiss am Donnerstag mitteilte.

Im Einklang mit den Lockerungen der Einreisebestimmungen in den jeweiligen Zielländern wolle die Swiss bis im Herbst 85% der Destinationen, die vor der Coronapandemie im Flugplan gewesen seien, wieder anfliegen. Allerdings weniger häufig als noch vor der Krise: Vorerst werde die Kapazität erst ein Drittel der sonst üblichen Flugfrequenzen betragen.

In der Aufbauphase werde eine möglichst breite Palette an Destinationen angeboten. Zuerst stehe der Europaverkehr ab den beiden Flughäfen Zürich und Genf im Vordergrund, von denen die grossen Metropolen Amsterdam, Brüssel, London, Madrid, Mailand, Paris, Rom, Stockholm, Warschau und Wien angeflogen werden.

Knapp 1,9 Millionen neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in USA

(awp/sda/dpa) Die Corona-Pandemie setzt dem US-Arbeitsmarkt weiter zu. In der Woche bis einschliesslich 30. Mai stellten knapp 1,9 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. In den Wochen zuvor seit März hatten USA-weit bereits knapp 41 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarktes in der grössten Volkswirtschaft der Welt. Zuletzt gingen die Zahlen zurück: In der Vorwoche hatte es 2,1 Millionen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe gegeben.

Passagierzahlen an Schweizer Flughäfen im März um 62 Prozent eingebrochen

(awp/sda) Die wegen des Coronavirus verhängten Reiseverbote haben die Zivilluftfahrt in der Schweiz zeitweise quasi zum Stillstand gebracht. Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) ist das Passagieraufkommen an Schweizer Flughäfen im März 2020 um knapp zwei Drittel eingebrochen.

Ein sehr ausgedünntes Flugangebot und fast stillgelegte Flughäfen hätten die Passagierzahlen im Schweizer Linien- und Charterverkehr stark beeinträchtigt, heisst es in einer Meldung vom Donnerstag. So sind im März laut BFS aufgrund der Covid-19-Pandemie 62% weniger Personen an hiesigen Flughäfen angekommen oder abgeflogen.

Für das erste Quartal 2020 beträgt das Minus bei den Lokal- und Transferpassagieren damit 22,4%, wie das BFS weiter mitteilte. Das sind für das erste Vierteljahr 2,9 Mio. Passagiere weniger als im Vorjahr. Während laut BFS in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zu 2019 noch leichte Zunahmen verzeichnet wurden, brachen die Passagierzahlen im März damit regelrecht ein.

Gespürt hatte diesen Einbruch auch die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss. Die Airline musste einen operativen Verlust von 84,1 Mio. Fr. nach einem Gewinn von 48,3 Mio. im Vorjahr hinnehmen, wie sie am Mittwoch bekannt gegeben hatte. Der Umsatz brach im Berichtszeitraum um 20% auf 923 Mio. Fr. ein.

Nationalrat unterstützt Kompromiss zu Geschäftsmieten

(sda) Der Nationalrat tut einen Schritt hin zur Lösung im Streit über Mietzinserlasse für wegen der Corona-Pandemie geschlossene Betriebe. Er hat dazu einen Kompromissvorschlag angenommen.

In der ausserordentlichen Corona-Session Anfang Mai hatten sich die Räte nicht auf eine Lösung für die gebeutelten Gewerbebetriebe einigen können. Der Ständerat hatte eine Motion der Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats stark abgeändert, die einen Mietzinserlass von 70% geforderte.

Diese Änderungen lehnte die WAK des Nationalrats aber ab und legte im Sinn eines Kompromisses und in Anlehnung an die Formulierung des Ständerats eine neue Motion vor. Den Kompromiss nahm der Rat mit 98 zu 84 Stimmen an, bei 12 Enthaltungen. Die Nein-Stimmen kamen aus den Fraktionen von SVP, FDP und GLP, die Enthaltungen allem aus der Mitte-Fraktion.

Geschäftsbetreiber und -betreiberinnen sollen gemäss der Motion ihrem Vermieter für die Dauer der behördlichen Schliessung wegen des Coronavirus nur 40% der Miete schulden. Dabei soll eine Mietobergrenze von 20'000 Fr. gelten. Die restlichen 60% soll der Vermieter tragen.

Auch Betriebe, die ihre Aktivitäten reduzieren mussten, sollen in begrenztem Umfang von einer Ermässigung profitieren können. Bei einem Mietzins zwischen 15'000 und 20'000 Fr. können Mieter wie auch Vermieter auf diese Lösung verzichten. Für Vermieter soll der Bundesrat einen Härtefallfonds von 20 Mio. Fr. vorsehen.

Es sei die letzte Möglichkeit, eine Lösung zu finden, mahnte Regula Rytz (Grüne/BE) namens der WAK. Der Kompromissvorschlag schaffe klare und faire Verhältnisse, für Fälle, in denen bisher keine einvernehmliche Lösung gefunden worden sei. Laut dem Bundesamt für Justiz sei die Motion mit der Eigentumsgarantie vereinbar.

Namens der Minderheit wandte Olivier Feller (FDP/VD) ein, die Motion sei kontraproduktiv, da sie individuell ausgehandelte Lösungen in Frage stellen könne. Bis ein Gesetz vorliege, dürfte es wegen der nötigen Verfahren 2021 werden, gab er zu bedenken. Auch auf Pensionskassen habe die Motion Auswirkungen.

Der Bundesrat lehnte die neue Motion ebenso ab wie die bisherigen. Das Mietrecht polarisiere seit langem, stellte Wirtschaftsminister Guy Parmelin im Rat fest. Der Bundesrat halte überstürzte Massnahmen nicht für angezeigt. Konkrete und pragmatische Lösungen seien vorzuziehen, so wie es sie in einigen Kantonen gebe.

Auch ein Eigentümer habe grosses Interesse, einen Mieter oder eine Mieterin in seinem Räumen zu halten, der immer pünktlich bezahlt habe, sagte Parmelin. Die komplexen mietrechtlichen Fragen liessen sich nicht durch vorübergehende Gesetzesanpassungen pauschal lösen, stellte der Bundesrat in seiner schriftlichen Stellungnahme fest.

Nun ist der Ständerat am Zug. Die Mehrheit seiner WAK beschloss einen identischen Vorstoss wie ihn der Nationalrat nun zugestimmt hat, mit dem sich der Ständerat voraussichtlich am Montag befassen wird. Nimmt er die Motion an, gilt das Anliegen als überwiesen.

Vom Tisch ist dagegen die ursprüngliche Motion zum Mietzinserlass. Der Nationalrat lehnte sie am Donnerstag oppositionslos ab.

Inflation im Mai weiter in den negativen Bereich gesunken

(awp/sda) Die Inflation in der Schweiz ist im Mai weiter gesunken. Wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie und des Einbruchs der Erdölpreise kosten vor allem Importwaren heute klar weniger als noch vor einem Jahr. Von Deflation wollen Ökonomen allerdings (noch) nicht sprechen.

Konkret sank die Inflation im Mai auf -1,3% von -1,1% im April, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Im Januar - und damit vor Corona - hatte der Wert mit +0,2% gar noch im positiven Bereich gelegen, im Februar waren es dann -0,1% und im März bereits -0,5%.

Der Mai-Wert lag allerdings im Rahmen der Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten den Wert zwischen -1,6 und -1,2% prognostiziert.

Besonders die Preise für Importgüter sind heute deutlich tiefer als vor Jahresfrist (-4,6%), während die Inlandgüter im Berichtsmonat Mai per Saldo lediglich 0,2% günstiger zu haben waren als ein Jahr davor.

Hauptgrund dafür ist vor allem der Ölpreis, der im März phasenweise richtiggehend abstürzte und auch nach der jüngsten Erholung noch immer über ein Drittel tiefer notiert als vor einem Jahr. So kosteten gemäss dem vom BFS berechneten Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) Erdölprodukte 21,3% weniger als im Mai 2019. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+0,4%) oder alkoholische Getränke und Tabak (+0,4%) waren hingegen teurer als vor Jahresfrist.

Im Vergleich zum Vormonat (April 2020) blieben die Preise per Saldo allerdings unverändert. Dies resultierte gemäss den Angaben des BFS aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufwogen. Während etwa die Wohnungsmieten sowie die Preise für Pauschalreisen ins Ausland und jene für Steinobst anstiegen, sanken die Preise für Treibstoffe und Hotelübernachtungen.

Das BFS weist bei den Zahlen darauf hin, dass die Qualität der Resultate wegen Corona noch immer etwas eingeschränkt ist. Im Gegensatz zum Vormonat habe man im Mai aber wieder einen Grossteil der Preise normal erheben können. Einzig die Positionen im Zusammenhang mit dem Tourismus (Hotellerie, Luftverkehr, Pauschalreisen) seien noch stark von der speziellen Situation betroffen.

Trotz der im Jahresvergleich klar rückläufigen Preise in der Schweiz wollen Ökonomen nicht direkt von Deflation sprechen. Da die Preisnachlässe kurzfristiger bzw. globaler Natur seien - tiefer Ölpreise, stärkerer Fr. und Rabatte -, sei dies keine Deflation, meinte etwa CS-Ökonom Claude Maurer gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Die Teuerung sei aber zu tief, so dass die expansive Geld- und Fiskalpolitik von SNB bzw. Bund gerechtfertigt seien, um das Risiko einer Deflation zu mindern, meinte er mit Blick auf die Zukunft.

Sein UBS-Kollege Alessandro Bee will beim Rückgang, der auf die Ölpreise und auf den starken Fr. zurückgeht, ebenfalls nicht von deflationären Tendenzen sprechen. Schaue man allerdings nach vorne, dann dürfte der Einfluss von Ölpreis und Fr. auf die Preise schwinden, und der Einfluss der Produktionslücke (Output Gap) bzw. der Rezession deutlich grösser werden. Die tiefe Rezession werde somit in den nächsten Quartalen sicherlich deflationäre Risiken schaffen.

Roche-Test an Corona-Patienten erhält US-Notfallzulassung

(awp/sda) Roche wird im Kampf gegen das Coronavirus einen weiteren Test lancieren. Der Basler Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Elecsys IL-6-Test bei Patienten mit bestätigter Covid-19-Erkrankung eine Notfallzulassung erhalten.

Der Pharmakonzern Roche kann dank einer Notfallzulassung ; den Corona-Test auf dem Markt bringen. Arnd Wiegmann / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Der Pharmakonzern Roche kann dank einer Notfallzulassung ; den Corona-Test auf dem Markt bringen. Arnd Wiegmann / Reuters

Mit dem Elecsys IL-6-Test können diejenigen Coronavirus-Patienten früh identifiziert werden, bei denen ein hohes Risiko für die Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung besteht, schreibt Roche am Donnerstag in einer Mitteilung.

Der Roche-Test misst das Niveau des «Biomarkers» Interleukin 6 (IL-6) als einem frühen Indikator für akute Entzündungen, wie es weiter heisst. In Kombination mit anderen Untersuchungen könne er die Ärzte früh in der Entscheidung unterstützen, ob ein Covid-19-Patient eine künstliche Beatmung benötige.

Neben den USA sei der Test auch in denjenigen Ländern erhältlich, welche die CE-Kennzeichnung der EU akzeptieren. Die Tests laufen auf den «Cobas E»-Analysegeräten von Roche, die laut der Mitteilung weltweit erhältlich seien. Die Resultate des vollautomatisierten Tests seien in 18 Minuten verfügbar, je nach Analysegerät seien bis zu 300 Tests pro Stunde möglich.

Bereits in mehreren Ländern auf dem Markt erhältlich ist ein Antikörper-Test von Roche, mit dem jene Personen erkannt werden können, die mit dem Coronavirus infiziert worden waren und Antikörper dagegen gebildet haben. Auch für diesen Test hatte die FDA Anfang Mai eine Notfallzulassung erteilt.

Weko veranlasst Erdgas-Durchleitung in der Zentralschweiz

(awp/sda) Die Wettbewerbskommission (Weko) setzt ein Zeichen für die Öffnung des Gasmarkts und veranlasst die Durchleitung über die Erdgasnetze in der Zentralschweiz für Dritte. Die Energie Wasser Luzern Holding AG (ewl) und die Erdgas Zentralschweiz AG (EGZ) hätten bisher ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht. Sie werden mit 2,6 Millionen Franken gebüsst.

EGZ und ewl hatten zuvor einer Drittlieferantin die Durchleitung über ihre Rohrleitungsnetze zur Belieferung von bestimmten Kundengruppen verweigert, wie die Weko am Donnerstag mitteilte. Damit hätten sie den Endkunden die freie Wahl des Lieferanten verunmöglicht. EGZ und ewl beliefern selbst Endkunden in der Zentralschweiz mit Erdgas.

Die beiden Versorgungsunternehmen kooperieren mit der Weko. Sie hätten sich einvernehmlich verpflichtet, künftig sämtlichen an ihre Netze angeschlossenen Endkunden den Lieferantenwechsel zu ermöglichen. Die Weko habe bei der Bemessung der Sanktion berücksichtigt, dass EGZ und ewl von sich aus ihr Netzgebiet öffneten.

Mit ihrem Entscheid öffne die Weko den Erdgasmarkt in der Zentralschweiz vollständig, schreibt die Behörde weiter. Dieser Schritt habe eine vergleichbare Signalwirkung wie der Entscheid gegen die Freiburger Elektrizitätswerke von 2001, mit dem der Elektrizitätsmarkt gestützt auf das Kartellgesetz geöffnet wurde.

Dem Weko-Sekretariat lägen weitere Anzeigen gegen Gasnetzbetreiber vor. Es sei möglich, dass die Behörde zusätzliche Untersuchungen in diesem Bereich eröffnen werde. Der Weko-Entscheid kann an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

China lockert Beschränkungen für Passagierflüge aus dem Ausland

(dpa) Im Streit mit den USA über Passagierflüge in der Corona-Pandemie lockert China die Beschränkungen für ausländische Fluggesellschaften. Einen Tag nach dem Verbot der USA für alle Passagierflüge aus China ab 16. Juni zeigte die chinesische Luftverkehrsbehörde am Donnerstag Entgegenkommen und erlaubte ausländischen Airlines mehr Flüge nach China.

Seit März waren amerikanischen Fluggesellschaften praktisch alle Passagierflüge nach China unmöglich, obwohl chinesische Airlines weiter zwischen China und den USA mit Reisenden fliegen könnten. Aus diesem Grund hatte das Verkehrsministerium in Washington am Mittwoch das Ende der chinesischen Passagierflüge angekündigt. Das Ministerium äusserte aber die Hoffnung, bald eine Einigung zu erzielen.

Ein Airbus der Fluggesellschaft Air China in Frankreich vor zwei Jahren. ; Regis Duvignau / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Ein Airbus der Fluggesellschaft Air China in Frankreich vor zwei Jahren. ; Regis Duvignau / Reuters

Die chinesische Luftverkehrsbehörde verfügte, dass ausländische Airlines jetzt maximal zweimal pro Woche ein Ziel in China anfliegen könnten. Trotzdem gelten viele Beschränkungen, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern. So müssen Passagiere vorher über drei Wochen in Folge einen negativen Corona-Test vorweisen.

Wenn dennoch die Zahl positiver Fälle auf der Strecke nach der Landung fünf erreicht, müssen die Flüge für eine Woche ausgesetzt werden. Bei zehn Fällen sind es schon vier Wochen. Allerdings sind auch chinesische Passagierflüge begrenzt. Seit Ende März gilt eine «Fünf-Eins-Regel» für chinesische Airlines, die ihnen nur einmal die Woche einen Flug auf einer Strecke in ein Land erlaubt.

Vor der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus hatte es pro Woche nach Angaben des amerikanischen Verkehrsministeriums noch mehr als 300 Flüge zwischen den beiden Staaten gegeben. Die Zahl nahm rapide ab, nachdem die amerikanische Regierung wegen der Pandemie eine Einreisesperre gegen Chinesen verhängt hatte. Umgekehrt vergibt China auch keine Visa mehr. Doch werden die Flüge von heimkehrenden Chinesen genutzt.

Von dem jüngsten Erlass sind laut der Regierung Air China, China Eastern Airlines, China Southern Airlines und Xiamen Airlines betroffen. Der Streit verschärft die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften weiter.

Goldman Sachs holt Fellhauer für deutsche Mittelstands-Deals

(Bloomberg) Goldman Sachs hat den früheren Lazard-Banker Eric Fellhauer zum Managing Direktor in Deutschland berufen. Dies geht aus einem internen Memo der Investmentbank hervor, das Bloomberg News vorliegt.

Fellhauer soll ab August das Geschäft des Wall-Street-Instituts mit dem Mittelstand vorantreiben und dabei eng mit dem Chef der deutschen Cross Markets Group, Tobias Köster, zusammenarbeiten.

Die Gruppe wurde 2019 gegründet und steht im Zentrum von Goldmans Vorstoss, mit kleineren Kunden das M&A-Franchise zu erweitern. Sie hat kontinuierlich Banker von Konkurrenten angeworben, um Geschäfte von Unternehmen zu akquirieren, die Goldman einst als zu klein galten.

Bei Lazard war Fellhauer bis vergangenes Jahr Co-Chef des Deutschland-Geschäfts. Unter anderem beriet er die BASF SE bei ihrer Übernahme des belgischen Wettbewerbers Solvay im Jahr 2017.

Parallel zu seinem neuen Job bei Goldman Sachs führt Fellhauer seine Vorlesung «Strategic Finance and Technology Change» weiter, die er kürzlich am Karlsruher Institut für Technologie und auch an der Frankfurt School hielt.

Mitarbeiter verklagen Amazon wegen mangelnder Coronavirus-Schutzmassnahmen

(Reuters)

Angestellte haben in den USA gegen den Online-Riesen Amazon Klage wegen unzureichender Corona-Schutzmassnahmen eingereicht.

Laut Anklageschrift habe Amazon im Umschlagszentrum JFK8 zugunsten der Produktivität die Sicherheit der etwa 5000 Mitarbeitern gefährdet. Amazon habe die Angestellten gezwungen, mit «schwindelerregendem Tempo» zu arbeiten, auch wenn diese dadurch daran gehindert wurden, Abstandsregeln einzuhalten, sich die Hände zu waschen und ihre Arbeitsplätze regelmässig zu desinfizieren.

Eine Mitarbeiterin sagte, sie sei im März positiv auf Covid-19 getestet worden und habe mehrere Haushaltsmitglieder angesteckt, darunter einen Cousin, der am 7. April an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sei. Amazon reagierte nicht sofort auf Anfragen zur Stellungnahme.

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