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Trotz Corona-Lockdown war der Markt geöffnet

20 Minuten-Logo 20 Minuten 17.03.2020

Der Bundesrat hat die ausserordentliche Lage ausgerufen. Unter anderem Läden und Märkte sollen geschlossen bleiben. In Luzern fand der Markt trotzdem statt.

Der Bundesrat hat die ausserordentliche Lage ausgerufen. Unter anderem Läden und Märkte sollen geschlossen bleiben. In Luzern fand der Markt trotzdem statt.

Es waren deutliche Worte, mit denen sich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Montag an die Bevölkerung gewandt hat: «Wir brauchen jetzt auch die Bevölkerung, die sich an diese Massnahmen hält – und zwar die ganze Bevölkerung, jeder und jede einzelne von uns.»

Eine der Massnahmen: Einkaufsläden und Märkte sollen gemäss der «Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus» «für das Publikum geschlossen» bleiben. In Luzern fand der Wochenmarkt am Dienstag trotzdem statt.

In Bern wurden die Wochenmärkte abgesagt: «Geschätze Kundschaft, auf Grund der Medienkonferenz des Bundesrates, bleibt der Berner Wochenmarkt am Dienstag, 17.03.2020, geschlossen», heisst es auf der Webseite des Berner Wochenmarktes. Auch die Zürcher Märkte bleiben geschlossen.

Angst vor dem Einkauf beim Grossverteiler

Die Luzerner freuten sich darüber, dass der Markt trotzdem stattfindet: «Es gingen ausnahmslos unterstützende Reaktionen ein. Man meint, dass der beliebte Wochenmarkt – mit frischen Lebensmitteln direkt vom Produzenten – Gleichberechtigung mit den Grossverteilern und Lebensmittelgeschäften erfahren soll», sagt Mario Lütolf, Leiter der Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen. «Zudem seien die kurzen Wege für Altstadtbewohnende und insbesondere ältere Personen wichtig und man scheue sich davor, in die Menschenmengen bei Grossverteilern einkaufen zu gehen», so Lütolf weiter.

Über die Durchführung habe die Dienststelle entschieden: «Dies auf Basis der bisher auch vom Kanton getragenen Interpretation des Wochenmarktes als Beitrag an die wichtige Grundversorgung mit Lebensmitteln.» Ob der Wochenmarkt auch in Zukunft stattfindet, sei aber noch unklar. Lütolf: «Sollte die Beurteilung – trotz der angeführten Argumentationen – durch unsere Kontaktstellen im Kanton negativ ausfallen, wird der Wochenmarkt vorläufig nicht mehr stattfinden können.» Dies würde in den kommenden Stunden den Beteiligten mitgeteilt.

Die Stadt nehme den Appell des Bundesrates sehr ernst, sagt der Dienstabteilungsleiter. «Die Verordnung enthält neben klaren Ansagen aber eben auch eine Menge von Ausnahmen und die eine oder andere ‹Unschärfe›, die in der vergangenen Nacht nicht abschliessend geklärt werden konnte.» Wegen der kurzfristigen Ansage habe man aber nicht alle offenen Detailfragen klären können.

Situation auch für die Polizei herausfordernd

«Über die Durchführung des Marktes wurde nach Rücksprache mit der Gewerbepolizei entschieden», sagt Christian Bertschi, Chef des Kommunikationsdienstes der Luzerner Polizei. Dabei habe die Stadt laut Bertschi offenbar auch die Vorgaben der Dienststelle Gesundheit und Sport des Kantons beachtet. Diese seien jedoch nach der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» durch den Bundesrat noch nicht aktualisiert worden.

Für die Stadt sei die Verordnung des Bundesrates nicht klar gewesen. Darin heisst es nämlich auch, dass «Lebensmittelläden und sonstige Läden (z. B. Kioske, Tankstellenshops), soweit sie Lebensmittel oder Gegenstände für den täglichen Bedarf anbieten» geöffnet bleiben dürfen. Es stelle sich nun die Frage, ob der Markt, wo hauptsächlich Lebensmittel angeboten werden, nicht auch unter diese Regelung falle.

«Die Luzerner Polizei hat beim Markt keine Kontrollen durchgeführt», sagt Bertschi. «Es ist auch für uns eine herausfordernde Situation. Die neue Verordnung des Bundesrates trat sehr kurzfristig in Kraft.» Die Polizei müsse in dieser Situation «bestimmt, aber dennoch verhältnismässig und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vorgehen.» Die Polizei appelliert an die Eigenverantwortung jedes einzelnen Bürgers, sich an die Vorgaben des Bundesrats zu halten, um die Menschen zu schützen.

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