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Diese Story zeigt, wie absurd die US-Politik geworden ist (es braucht nicht mal Trump)

watson.ch-Logo watson.ch 16.06.2020 Julian Wermuth

Man stelle sich vor, in der Schweiz würde ...

... ein national bekannter Ständerat einem Schauspieler damit drohen, dass ein anderer Politiker seiner Partei, der früher Schwinger war, den Schauspieler in einem Zweikampf ins Sägemehl drücken würde. Jederzeit, ohne Probleme.

Zu absurd? Vielleicht für die Schweiz – ist aber in den USA gerade so passiert. Aber von vorne:

Alles began, als sich der republikanische Abgeordnete Matt Gaetz (Florida) darüber aufregte, dass die US-Fussballmannschaft während der Nationalhymne niederknien darf. Er twitterte: «Ich hätte lieber, wenn die USA gar kein Fussballteam hätte, anstatt eines, dass für die Nationalhymne nicht steht.»

Für die, die es verpasst haben: Etliche US-Sportler knieten sich in den letzten Jahren während der Nationalhymne nieder, um gegen die Polizeigewalt in den USA zu protestieren. «Erfinder» des Protests ist Colin Kaepernick. Die Aktion triggerte vor allem republikanischen Politiker.

Die Aussage Gaetz' ruft den 70-jährigen «Sons of Anarchy»- und «Hellboy»-Schauspieler Ron Perlman auf den Plan. Er twittert: «Das US-Fussballteam hat gerade angerufen und rate mal ... sie haben gesagt, es könnte ihnen nicht egaler sein, was ihr zwei Schwachköpfe denkt.»

Gaetz bezeichnet Ron Perlman daraufhin einen «Racial Justice Warrior» (eine Abwandlung von «Social Justice Warrior») und kritisiert ihn wegen seiner Rolle als «White Supremacist» (einer, der an die Vormachtstellung der Weissen glaubt) in der Serie «Sons of Anarchy».

Bald im Ring? Ron Perlman. © Richard Shotwell/KEYSTONE Bald im Ring? Ron Perlman.

Die beiden beleidigen sich weiter, Wörter wie «kleine Schlampe», «Arschloch» oder «Fuckboy» fallen, bis Perlman schlussendlich einen weiteren Politiker ins Spiel bringt: «Zum Glück gibt es ihn [Abgeordneter Jim Jordan], sonst wärst du der hässlichste Politiker.»

So weit, so absurd. Nur: Die Beleidigung des 56-jährigen Jim Jordan ruft nun Senator Ted Cruz auf den Plan. An Perlman gewandt, schreibt er: «Hör mal zu Hellboy. Du kannst gut reden, wenn du Hollywood-Makeup und Stuntmänner hast. Aber ich wette 10'000 Dollar für eine nichtpolitische Wohltätigkeitsorganisation deiner Wahl, dass du es keine fünf Minuten im Ring gegen Jim Jordan aushalten würdest, ohne auf dem Rücken zu landen. Bist du dabei? Oder sagt dein Publizist, dass es zu riskant ist?»

Jim Jordan war in seiner Studienzeit erfolgreicher Ringer und besiegte einst in einem Titelkampf einen späteren Olympiasieger.

Perlman scheint damit nicht ganz einverstanden und schlägt stattdessen vor, dass er gegen Ted Cruz in den Ring steigen würde. Er werde 50'000 Dollar für «Black Lives Matter» spenden, falls er verlieren würde.

Cruz steigt nicht darauf ein: «Ich hab's kapiert, du bist reich. Aber anscheinend auch weich. Du scheinst Angst vor einem Kampf mit Jordan zu haben. Hältst du den Druck nicht aus? Brauchst du eine Maniküre?» Antwort Perlman: «Welche Art von Muthafucka bietet an, dass ein anderer Typ, einem anderen Typen in den Arsch tritt?» Darauf steigt dann Cruz nicht mehr ein.

Das war's dann wohl oder? Nein, noch nicht ganz. Perlman liess die Chose wohl keine Ruhe. Nach ein paar Stunden ohne Antwort meldete er sich noch einmal. Nun will er gegen Cruz und Senator Mitch McConnell in den Ring.

«Story to be continued?» Mal schauen, ob sich Mehrheitsführer McConnell darauf einlässt.

(jaw)

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