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Ein Massensterben hat begonnen — mit einer katastrophalen Folge für die Menschheit, an die niemand denkt

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 19.01.2018 Business Insider Deutschland

a close up of an animal: Verrottete Maispflanzen © seeshooteatrepeat/Shutterstock Verrottete Maispflanzen

Biologen sind sich darüber einig, dass wir uns mitten im sechsten Massenaussterben der Geschichte der Erde befinden. Die Menschheit greift in so hohem Maße in die Umwelt ein und verändert sie in einer solchen Geschwindigkeit, dass die Natur nicht mehr mithalten kann.

Während die abnehmende Anzahl großer Tierarten wie Tiger und Eisbären in der Öffentlichkeit präsent ist, machen sich die wenigsten Menschen Gedanken über die vielen Tiere und Pflanzen, die einen immensen Einfluss auf unsere Nahrungsmittelversorgung haben. 

Einer neuen Untersuchung zufolge schenken wir ausgerechnet jenen Arten zu wenig Beachtung, deren Aussterben fatale Auswirkungen auf unseren Anbau von Nutzpflanzen haben würde — Lebensmittel, die fast jeden der sieben Milliarden Menschen auf der Erde versorgen.

Kein Problem ferner Zukunft

Falls ihr glaubt, dass ihr euch darüber erst in ferner Zukunft Gedanken machen müsst: bereits eine schockierend hohe Zahl von 940 kultivierten Arten ist bereits vom Aussterben bedroht oder wird in naher Zukunft nicht mehr die Menge produzieren können, die wir benötigen.

Seit den 60er Jahren hat sich die Produktion von Kaffee in Tansania halbiert. Experten warnen, dass bei einem Anstieg der Temperaturen um nur zwei Grad Celsius Kakao-Bäume in Ghana nicht überleben werden (70 Prozent der Schokolade stammt von dort). Etwa 22 Prozent der Kartoffelsorten verschwinden langsam aus der Natur. Eine weltweite Krise braut sich rapide zusammen. Obwohl das direkte Konsequenzen für uns und unser Überleben haben wird, scheint es erschreckend wenig Besorgnis darüber zu geben.

„Agrobiodiversität – die essbaren Pflanzen- und Tierarten, die jeden Menschen der Erde ernähren — sind der Schlüssel zu einer sicheren Nahrungsmittelversorgung der Zukunft“, erklärt Ann Tutwiler, Generaldirektorin von Bioversity International, die den Bericht veröffentlicht hat. „Doch wir versagen darin, das zu schützen.“ 

Wir müssen dringend unsere künftige Nahrungsmittelversorgung schützen

a man sitting on a bench in front of a building: Denkmal Große Hungernot Irland © Giannis Papanikos/Shutterstock Denkmal Große Hungernot Irland Einer der wohl bedrückendsten Aspekte der momentanen Situation in der Landwirtschaft ist, dass sich die Menschheit von nur einer handvoll Nutzpflanzenarten abhängig gemacht hat.

Experten nehmen an, dass von etwa 7.000 essbaren Pflanzenarten nur 30 dazu genutzt werden, die Weltbevölkerung zu ernähren, und nur drei davon — Weizen, Reis und Mais — machen 50 Prozent der täglich verzehrten pflanzlichen Kilokalorien weltweit aus. 

Diese konzentrierte Abhängigkeit auf nur wenige Nutzpflanzen stellt ein ernsthaftes Risiko für unsere Nahrungsmittelversorgung dar. Vor allem nun, da das sechste Massensterben einsetzt. Bereits ein Krankheitsbefall einer dieser Pflanzen könnte ausreichen, um eine unermessliche Anzahl von Pflanzen in riesigen Regionen auszulöschen und damit das Leben von Millionen von Menschen zu bedrohen — so geschehen in Irland, Ende 1840, als die Kartoffelfäule zu einer großen Hungersnot führte, die mehr als eine Million Iren das Leben kostete. 

Die Autoren des Berichts schlagen Alarm und raten dringend dazu, auf die Situation zu reagieren, indem beispielsweise eine größere Vielfalt an Nutzpflanzenarten angebaut und konsumiert wird. Wir müssen dringend unsere künftige Nahrungsmittelversorgung schützen.

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