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Kretinsky will Metro-Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöhen, Nvidia übernimmt Chip-Designer Arm – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 14.09.2020

Kretinsky will Metro-Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöhen

(dpa) Im Kampf um den Handelskonzern Metro will der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky seine Macht weiter ausbauen. Den Anteilseignern werde ein freiwilliges Übernahmeangebot von wahrscheinlich 8,48 Euro je Stammaktie sowie zirka 8,87 Euro je Vorzugsaktie unterbreitet, teilte die von Kretinsky kontrollierte EP Global Commerce GmbH (EPGC) am Sonntagabend in Grünwald mit. Diese hielt zuletzt knapp 30 Prozent der Metro-Anteile und will mit der Offerte den Anteil über diese Marke hieven. «EP Global Commerce geht nicht davon aus, nach dem Vollzug des Übernahmeangebots mehr als 50 Prozent der Stimmrechte zu halten.»

Kretinsky hatte seinen Anteil an Metro zuletzt im November 2019 von 17,5 Prozent auf 29,99 Prozent erhöht. Dabei übernahm der tschechische Milliardär den überwiegenden Anteil Haniels, der davor noch bei 15,2 Prozent gelegen hatte. Die Option, auch noch die restlichen Haniel-Anteile zu erwerben, bestehe fort, erklärte EPGC damals. Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac hatten den Metro-Aktionären im Sommer 2019 über die EPGC-Holding ein Übernahmeangebot gemacht, die Mindestannahmeschwelle aber verfehlt. Das Gebot lag bei 16 Euro pro Stamm- und 13,80 Euro pro Vorzugsaktie.

Die Metro-Spitze hatte sich gegen das Gebot gewehrt. Sie hatte erklärt, dass es das Unternehmen zu niedrig bewerte und nicht angemessen sei. Zugleich fürchtete sie, dass die eigene operative Flexibilität und die strategische Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden könnten, da Kretinsky die Übernahme zu einem guten Teil mit Krediten finanzieren wollte. Widerstand kam auch von den anderen Grossaktionären, den Familien Beisheim und Schmidt-Ruthenbeck.

Nvidia übernimmt Chip-Designer Arm

(dpa) Der Chip-Designer Arm, ein Schlüssel-Unternehmen für die Smartphone-Branche, soll künftig dem Grafikkarten-Spezialisten Nvidia gehören. Der bisherige Eigentümer, der japanische Technologie-Konzern Softbank, trennt sich von der britischen Firma in einem rund 40 Milliarden Dollar schweren Deal. Nvidia betonte in der Nacht zum Montag, das Hauptquartier von Arm solle in Grossbritannien bleiben - und um Forschung für Robotik, autonomes Fahren und das Gesundheitswesen ausgebaut werden. Der Deal benötigt die Zustimmung der Wettbewerbshüter in den USA, der Europäischen Union, China und Grossbritannien. Die Unternehmen rechnen dafür einen Zeitraum von 18 Monaten ein.

Von Arm stammt die Grund-Architektur der Chips, die in praktisch allen Smartphones und den weitaus meisten Tablet-Computern verwendet werden. Auf Basis der Arm-Designs entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Chipkonzern Qualcomm, dessen Prozessoren in vielen Android-Telefonen stecken, greift darauf zurück.

Softbank hatte Arm vor vier Jahren für rund 32 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen. Jetzt bekommt der japanische Konzern Nvidia-Aktien im Wert von 21,5 Milliarden Dollar sowie 12 Milliarden Dollar in bar. Später kann Softbank noch weitere fünf Milliarden Dollar in bar oder Aktien bekommen, wenn bestimmte Ergebnisziele erreicht werden. Ausserdem gibt Nvidia noch Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Dollar an die Arm-Belegschaft aus.

Nvidia wurde mit Grafikkarten für PCs gross - vor einigen Jahren stellte sich jedoch heraus, dass die Technologie der Firma sehr gut für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz eingesetzt werden kann. Das brachte dem Nvidia-Geschäft einen neuen Schub. Die Firma entwickelt inzwischen auch Computer für Fahrassistenz-Systeme im Auto und autonomes Fahren.

Insider: Konsortium um den US-Software-Konzern Oracle erhält Tiktok-Zuschlag

(dpa/reuters) Laut Insidern soll ein Konsortium um den amerikanischen Softwarekonzern Oracle den Zuschlag im Rennen um das US-Geschäft der Kurzvideoplattform Tiktok erhalten haben. Allerdings gehe es dabei nun nicht mehr um einen Verkauf des US-Geschäfts, sondern lediglich um eine Rolle für Oracle als «Technologie-Partner» im amerikanischen Markt, berichteten in der Nacht zum Montag US-Medien. Dabei könnte Oracle die Daten amerikanischer Tiktok-Nutzer speichern. US-Präsident Donald Trump bezeichnet Tiktok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Behörden Zugriff auf Daten von Amerikanern bekommen könnten. Er setzte dem chinesischen Tiktok-Besitzer Bytedance unter Verweis auf die Datensicherheit ursprünglich eine Frist bis Mitte September, sich vom US-Geschäft zu trennen. Mitte November soll zudem ein weiterer Trump-Erlass in Kraft treten, laut dem sich Bytedance von allen Daten von Nutzern in den Vereinigten Staaten trennen müsse. Auch darf Bytedance in den USA danach kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von Tiktok genutzt werde. Tiktok weist die Vorwürfe zurück und betont unter anderem, dass Daten amerikanischer Nutzer nicht nach China übermittelt würden.

Oracle hat keine Erfahrung mit sozialen Medien - ist aber ein Anbieter von Cloud-Diensten und ist zum Beispiel einer der Dienstleister des Videokonferenz-Dienstes Zoom. Der 76-jährige Oracle-Mitgründer Larry Ellison gilt als einer der wichtigsten Trump-Unterstützer im Silicon Valley. Das «Wall Street Journal» berichtete, nun müssten das Weisse Haus und ein für ausländische Investitionen in den USA zuständiges Gremium dem Deal zustimmen. Auch die «New York Times» und der Finanzdienst Bloomberg schrieben, dass Oracle als Technologie-Partner auftreten solle. Tiktok lehnte einen Kommentar ab.

Microsoft im Rennen um US-Geschäft von Tiktok ausgeschieden

(sda/reuters) Der US-Softwarekonzern Microsoft ist aus dem Rennen um das US-Geschäft der Kurzvideoplattform Tiktok ausgeschieden. Tiktoks Mutter Bytedance habe mitgeteilt, dass das US-Geschäft nicht an Microsoft verkauft würde, teilte Microsoft mit. «Wir sind zuversichtlich, dass unser Vorschlag gut für die Nutzer der Plattform gewesen wäre und gleichzeitig die nationalen Sicherheitsinteressen geschützt hätte», so Microsoft weiter.

US-Präsident Donald Trump hat die Tiktok-Aktivitäten als Risiko für die nationale Sicherheit der USA bezeichnet und will den Dienst deswegen verbieten. Einziger Ausweg scheint der Verkauf durch Bytedance. An einem Kauf soll auch Oracle interessiert sein.

Moody's stuft Rating für die Türkei herab

Die türkische Lira verliert immer mehr an Wert gegenüber dem Euro und dem US Dollar. ; Chris Mcgrath / Getty Images Europe © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Die türkische Lira verliert immer mehr an Wert gegenüber dem Euro und dem US Dollar. ; Chris Mcgrath / Getty Images Europe

(Reuters) Die Ratingagentur Moody's hat den Daumen über die Türkei gesenkt und ihre Bewertung für langfristigen Verbindlichkeiten auf «B2» von «B1» gesenkt. Der Ausblick bleibe «negativ», teilte die US-Agentur am Freitag mit.

Hintergrund sei die steigende Gefahr einer Zahlungsbilanzkrise in der Türkei, hiess es zur Begründung. Eine Zahlungsbilanzkrise besteht, wenn ein Land seinen Lebensstandard nur über massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland halten kann.

Erfahrungsgemäss heben internationale Investoren als Reaktion auf eine vermutete Überschuldung eines Landes ihre Einlagen ab, was die Krise verschlimmern würde. Daraus kann unmittelbar eine Währungskrise entstehen.

Neue EU-Vorgaben: Der CO2-Ausstoss von Autos pro Kilometer muss von 2021 bis 2030 um 50 Prozent sinken

(dpa) Die Autoindustrie muss sich auf drastische neue Vorgaben für mehr Klimaschutz einstellen. Bei der anvisierten Verschärfung des EU-Klimaziels für 2030 müsste nach Berechnungen der EU-Kommission der CO2-Ausstoss bei Autos pro Kilometer von 2021 bis 2030 um 50 Prozent sinken. Dies wurde der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel bestätigt. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» darüber berichtet.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will nächste Woche einen Vorschlag für ein drastisch verschärftes Klimaziel für 2030 machen: Statt einer Senkung der EU-Treibhausgase um 40 Prozent sollen 55 Prozent erreicht werden. Dazu hat die Kommission eine Machbarkeitsstudie erstellt, einschliesslich Zahlen für den Autoverkehr. Ein Dokument mit einem Hinweis auf die Berechnungen liegt der dpa vor. Die Echtheit wurde in Brüssel bestätigt.

Die EU-Kommission wollte zu dem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» nicht Stellung nehmen. Eine EU-Beamtin verwies lediglich darauf, dass konkrete Vorschläge für neue Flottenvorgaben für Autos im Juni 2021 zu erwarten seien. Neben neuen Emissionsstandards gebe es weitere Stellschrauben zur Senkung der Verkehrsemissionen, etwa neue Treibstoffe oder Antriebsarten.

Die deutsche Autoindustrie hatte bereits gewarnt, die Branche durch schärfere EU-Klimaziele nicht zu überfordern. Vor allem mittelständische Zulieferer hängen noch am Verbrennungsmotor. Sie leiden zudem unter der Absatzflaute in der Corona-Pandemie.

Auf einem Autogipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend hatten Politik und Wirtschaft beschlossen, die Einrichtung eines Transformationsfonds zu prüfen. Firmen sollen mit Eigenkapital gestärkt werden, um in E-Mobilität und Digitalisierung investieren zu können. Die Koalition hatte im Juli höhere Kaufprämien für E-Autos beschlossen und damit den Absatz angekurbelt.

Frankreich fordert eine Digitalsteuer auf europäischer Ebene, wenn es in der OECD keinen Konsens gibt

(awp/sda/dpa) Frankreich erhöht den Druck im Streit um die Besteuerung internationaler Digitalkonzerne. Wenn es bis Jahresende keinen Konsens auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gebe, müsse Anfang 2021 eine europäische Lösung gefunden werden, forderte der französische Finanzminister Bruno Le Maire.

«Wenn die OECD scheitert, müssen die europäischen Länder die Führung übernehmen und im ersten Trimester 2021 eine faire und effiziente Digitalsteuer einführen», sagte Le Maire am Freitag vor einem informellen Treffen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister in Berlin

Eine solche Steuer soll vor allem grosse amerikanische TechnologieKonzerne wie Facebook, Amazon oder Google ins Visier nehmen, die mit ihrem Geschäftsmodell nach Ansicht von Kritikern zu wenig Abgaben in einzelnen Märkten bezahlen.

Frankreich hatte die Steuer für Internetkonzerne zunächst im Alleingang beschlossen, weil international keine Einigung in Sicht war. Weil die USA daraufhin mit Strafzöllen drohten, setzte Paris fällige Vorauszahlungen bis Jahresende aus. Danach soll die Steuer aber gelten, wenn es keine internationale Lösung gibt. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz betonte, auf OECD-Ebene werde hart an einem Entwurf gearbeitet, der einen globalen Konsens ermöglichen solle.

Philippinische Behörden überprüfen 57 Verdächtige

(dpa) Im milliardenschweren Bilanzskandal beim insolventen Ex-Dax-Konzern Wirecard ermitteln die Behörden auf den Philippinen derzeit gegen 57 verdächtige Personen und Unternehmen. Strafanzeigen seien jedoch noch nicht eingereicht worden, sagte der Chef der Antigeldwäsche-Agentur AMLC, Mel Gergie Racela, am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz. Die Behörde ermittelt wegen inländischer Verstösse gegen das Anti-Geldwäsche-Gesetz und wartet auf Beweise aus Deutschland, um Anklage gegen Verdächtige zu erheben.

Ermittelt werde unter anderem gegen Angestellte von zwei örtlichen Banken sowie gegen zwei philippinische Einwanderungsbeamte, die Reiseunterlagen des flüchtigen Ex-Wirecard-Vertriebsvorstands Jan Marsalek gefälscht haben sollen. Gleichzeitig betonte Racela erneut, dass die von dem Zahlungsdienstleister vermissten 1,9 Mrd. € nicht ins philippinische Finanzsystem gelangt seien und es auch keine Berichte über verdächtige Transaktionen gebe. Deshalb sei der Fall für das Land «nicht so riesengross».

Beim gescheiterten Payment-Anbieter Wirecard fehlen insgesamt 1,9 Mrd. €, die der Konzern in seiner Jahresbilanz 2019 auf der Habenseite verbuchen wollte - das Ergebnis wahrscheinlich nicht existierender Luftgeschäfte mit Subunternehmern in Südostasien und im Mittleren Osten. Das vermisste Geld sollte sich eigentlich auf philippinischen Treuhandkonten befinden. Im Juni stellte sich dann heraus, dass weder die Milliarden noch die Treuhandkonten existierten.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmässigen Bandenbetrugs. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Mrd. € summieren. Im Bundestag soll ein Untersuchungsausschuss die Frage untersuchen, warum der Milliardenbetrug nicht bemerkt wurde.

Mobiliar macht wegen Corona im ersten Semester weniger Gewinn

(awp/sda) Die Mobiliar ist im ersten Halbjahr 2020 weiter gewachsen, hat aber im Zuge der Corona-Pandemie deutlich weniger verdient. Zahlungen für Epidemie- und der Reiseversicherungen belasteten die Rechnung schwer.

Die genossenschaftlich organisierte Mobiliar hat im Gegensatz zur Konkurrenz von Beginn weg keinen Unterschied gemacht, ob es sich bei Corona um eine Pandemie oder Epidemie handelt. Das ging ins Geld. Allein die Schäden der Epidemieversicherung würden sich auf über 300 Mio. Fr. belaufen, teilte die Gruppe am Freitag mit.

Stark betroffen war auch die Reiseversicherung mit einer Schadenbelastung von rund 40 Mio. Fr. Zudem drückten die heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten auf das Finanzergebnis. Dieses ging im Vergleich zum Vorjahr um knapp 150 Mio. auf noch 86,1 Mio. Fr. zurück. Der Gruppengewinn schmolz daher um beinahe ein Drittel auf 198,6 Mio. Fr.

Dabei hatte die Mobiliar davor 200 Mio. Fr. an Rückstellungen aufgelöst, um die hohen Corona-Kosten etwas abzufedern. Dieses Geld hatte man in früheren Jahren für Katastrophen beiseitegelegt. Ohne diesen Schritt läge der Gewinn nur bei 13 Mio. Fr.

Handelsgericht lehnt Gesuch um einstweilige Verfügung von Salt ab

(awp/sda) Rückschlag für Salt vor dem Zürcher Handelsgericht im Streit gegen Sunrise: Das Gericht habe das Gesuch von Salt um eine einstweilige Verfügung abgelehnt, teilte Sunrise am Freitag in einem Communiqué mit.

Die Verfügung hätte Sunrise-Grossaktionär Freenet sowie den Verwaltungsräten und den Konzernleitungsmitgliedern von Sunrise verbieten sollen, ihre Aktien der Kabelnetzbetreiberin UPC zu verkaufen, die Sunrise übernehmen will. Salt hatte Klage eingereicht, weil Sunrise mit der Annahme des 6,8 Mrd. Fr. schweren Übernahmeangebots von UPC die Exklusivvereinbarung zum gemeinsamen Ausbau der Glasfaseranschlüsse verletzt haben soll.

Sunrise wies die Vorwürfe zurück. Das Gesuch von Salt sei sowohl in faktischer als auch in rechtlicher Hinsicht unbegründet. Das Handelsgericht habe eine mündliche Anhörung von Sunrise und Salt in der Angelegenheit am kommenden Montag anberaumt, schrieb Sunrise weiter.

Salt hatte Sunrise eine milliardenschwere Schadenersatzklage vor dem Handelsgericht angedroht.

Rio Tinto zerstörte archäologische Stätte - Rücktritt des CEO

(dpa) Nach heftiger Kritik wegen der Sprengung zweier heiliger Stätten der australischen Aborigines treten der Chef des Bergbaukonzerns Rio Tinto und zwei weitere Top-Manager zurück. Wie das australisch-britische Unternehmen am Freitag mitteilte, wird CEO Jean-Sébastien Jacques seinen Posten spätestens im März 2021 räumen, wenn nicht vorher ein Nachfolger gefunden wird. Der Entschluss sei im gegenseitigen Einvernehmen getroffen worden. Die anderen beiden Führungskräfte würden Ende des Jahres gehen, hiess es weiter.

Mit der Entscheidung reagiert der Konzern auf die Sprengung von zwei bedeutenden Stätten der Ureinwohner in der Juukan-Schlucht zur Gewinnung von Eisenerz im Mai dieses Jahres. «Was in Juukan passiert ist, war falsch», räumte das Unternehmen ein. Der Konzern werde sicherstellen, dass die Zerstörung eines Kulturerbes von derart aussergewöhnlicher archäologischer und kultureller Bedeutung seitens des Unternehmens nie wieder vorkomme. Das Alter der beiden Stätten in der Region Pilbara im Nordwesten des Landes war auf 46 000 Jahre geschätzt worden. Ihre Zerstörung hatte heftige Proteste ausgelöst und zu einer parlamentarischen Untersuchung geführt.

Schweinepest: Bauernverband sorgt sich um Exporte nach China

(dpa) Nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland bangt der Deutsche Bauernverband um das Exportgeschäft nach China. Ein Wegbrechen des chinesischen Marktes «würde uns sehr, sehr stark treffen», sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin». Zwar sei der Hauptmarkt der Schweinezüchter in Deutschland. Die Märkte in Asien seien jedoch insbesondere für die Vermarktung von Ohren oder Pfoten wichtig, die hierzulande keine Konsumenten finden.

Südkorea hatte bereits am Donnerstag den Import von Schweinefleisch aus Deutschland gestoppt. Um die Exporte nach Asien nicht vollständig zum Erliegen zu bringen, sei die sogenannte Regionalisierung ein denkbarer Ansatz, sagte Rukwied. Damit ist ein Exportstopp nur aus den betroffenen Regionen gemeint.

Dass die Massentierhaltung ein Ausbrechen der Seuche begünstigt habe, glaubt Rukwied nicht. «Die Schweinepest ist bei Wildschweinen ausgebrochen, nicht bei Hausschweinen.» Die Bauern hätten die nötigen Schutzmassnahmen ergriffen, beispielsweise Hygieneschleusen in den Ställen eingerichtet oder teilweise Zäune errichtet. Die Afrikanische Schweinepest war bei einem toten Wildschwein in Brandenburg im Landkreis Spree-Neisse nahe der Grenze zu Polen nachgewiesen worden.

Lastwagenbauer MAN will bis zu 9500 Stellen abbauen

(awp/sda/dpa) Der Lastwagenbauer MAN will sich neu aufstellen und deshalb in Deutschland und Österreich bis zu 9500 Stellen abbauen. Das sei ein Bestandteil, um das Ergebnis um rund 1,8 Mrd. € zu verbessern, teilte die VW-Tochter am Freitag in München mit.

Mehr Starts und Landungen am Flughafen Zürich

(awp) Im August sind am Flughafen Zürich mehr Flugzeuge gestartet und gelandet als noch im Juli. Weiterhin ist die Zahl der Flugbewegungen aber noch nicht halb so hoch wie vor einem Jahr.

Konkret starteten im August 2020 am grössten Schweizer Flughafen 5068 Flugzeuge. In der Statistik des Flughafens ausgewiesen werden die Flüge nach Instrumentenflugregeln, der so genannte IFR-Verkehr. Obwohl die Angaben auch Fracht, Geschäfts- und Privatflüge enthalten, sind sie ein guter Indikator für die Zahl von Linien- und Ferienflügen, die am Flughafen abgewickelt wurden.

Im Vergleich zum Juli ist die Zahl der Starts im August damit um 11% gestiegen. Dennoch hat der Flugverkehr bei weitem noch nicht das Niveau von vor der Coronakrise erreicht. So waren im August 2019 über 12 200 Flugzeugstarts nach Instrumentenflugregeln verzeichnet worden, mehr als doppelt so viele wie dieses Jahr.

Dementsprechend gross dürfte auch der Rückgang bei den Passagieren sein, die am Flughafen Zürich abgewickelt wurden. Die Passagierzahl vom August wird heute Donnerstagabend veröffentlicht. Im Juli lag sie mit nicht ganz 690 000 78% unter Vorjahr, derweil der IFR-Verkehr um 63% zurückging.

EU-Firmen fordern von China Zugeständnisse bei Investitionsabkommen

(dpa) Für den erfolgreichen Abschluss eines Investitionsabkommens mit der EU muss China nach Ansicht europäischer Firmen einen grossen Sprung machen. «Die europäische Seite hat sehr deutlich gemacht, dass es China nicht in der Mitte treffen kann», sagte Jörg Wuttke, Präsident der EU-Handelskammer, am Donnerstag mit Blick auf die für kommende Woche geplanten Spitzengespräche zwischen der EU und Peking.

Nach Darstellung Wuttkes gelten in Europa bereits faire Wettbewerbsbedingungen - sowohl für heimische als auch chinesische Firmen. In China sei dies dagegen noch immer nicht der Fall. Deshalb sei es an Peking, «die Lücke zu schliessen.»

Zu den Gesprächen wollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am kommenden Montag per Videokonferenz mit Chinas Präsident Xi Jinping zusammenschalten. Thema soll unter anderem das geplante Investitionsabkommen sein, über das bereits seit sechs Jahren verhandelt wird.

Zwar hatte sich China zuletzt vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen mit den USA optimistisch gezeigt, ein Abkommen mit der EU auf den Weg bringen zu können. Kammer-Präsident Wuttke zeigte sich jedoch wenig zuversichtlich, dass ein wirklich umfassender Deal, der EU-Firmen zufrieden stelle, zu machen sei.

Roche und Novartis müssen in Frankreich Busse zahlen

(awp/sda) Die französische Wettbewerbsbehörde verhängt gegen Roche und Novartis eine kumulierte Geldbusse von 444 Mio. €. Als Grund nennt die Behörde missbräuchliche Praktiken der beiden Firmen im Bereich «Behandlungen für die altersbedingte Makula-Degeneration».

Den beiden Basler Pharmagiganten sowie Genentech, der US-Tochter von Roche, wird konkret vorgeworfen, den Verkauf des Medikaments Lucentis auf Kosten des dreissigmal billigeren Mittels Avastin gefördert zu haben, wie die Behörde am Mittwoch auf ihrer Website mitteilte. Mit 385 Mio. € trifft Novartis der grösste Teil der Strafe.

Bei Novartis stösst das Urteil auf Unverständnis. Man sei sehr enttäuscht über den Entscheid und weise die Vorwürfe zurück, heisst es in einer Stellungnahme. «Wir sind der festen Überzeugung, dass wir angemessen und in Übereinstimmung mit allen anwendbaren Vorschriften gehandelt haben.»

Der Entscheid der Behörde basiere auf einer «groben Fehlinterpretation» der Faktion sowie auf einer «Verzerrung» der bisherigen Rechtsprechung. Das Unternehmen beabsichtige daher die Entscheidung an ein Berufungsgericht weiterzuziehen.

AstraZeneca unterbricht Corona-Impfstoffstudie

(awp/sda/reu) AstraZeneca stoppt die weltweiten Studien mit seinem vielversprechenden Corona-Impfstoffkandidaten wegen eines Krankheitsfalls bei einem Studienteilnehmer. Der britische Pharmakonzern gehört zu den führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus; die Europäische Union, die USA, Grossbritannien und weitere Länder haben sich bereits Hunderte Millionen von Dosen des Impfstoffes vorab gesichert.

Die Unterbrechung der Studie dämpft die Hoffnung auf eine baldige Zulassung, der britische Gesundheitsminister Matt Hancock erklärte allerdings am Mittwoch, es sei nicht zwangsläufig ein Rückschlag. Das hänge von den Untersuchungsergebnissen des Vorfalls ab.

AstraZeneca sprach von einem routinemässigem Schritt, der unternommen werde, wenn bei einem der Studienteilnehmer eine unerklärbare Erkrankung auftrete. Dies gebe einem unabhängigen Ausschuss Zeit, die Daten zu überprüfen. Die Überprüfung solle zügig gehen, um die Auswirkungen auf den Zulassungsprozess des Impfstoffes möglichst gering zu halten. AstraZeneca äusserte sich nicht weiter zu der Erkrankung des Studienteilnehmers.

Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person, dass bei einem englischen Probanden eine transverse Myelitis festgestellt wurde, eine Entzündung des Rückenmarks, die oft durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Ob die Erkrankung im direkten Zusammenhang mit der Impfung stehe, sei unklar, schrieb die Zeitung. AstraZeneca wollte sich dazu nicht äussern. Anleger reagierten verschnupft: Die Aktien von AstraZeneca fielen an der Londoner Börse um mehr als zwei Prozent, auch an den Börsen in Asien und Europa drückte der Vorfall die Kauflaune.

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