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Ist Kurzarbeit auch an Feiertagen möglich?

BZ BERNER ZEITUNG-Logo BZ BERNER ZEITUNG 08.06.2020

Wie viele Bewerbungen muss ich für die Jobsuche nachweisen können? Müssen wir die Hilflosenentschädigung zurückzahlen? Antworten unserer Expertin.

Stapelweise Gesuche für Kurzarbeit beim Amt für Arbeit. © Foto: Raphael Moser Stapelweise Gesuche für Kurzarbeit beim Amt für Arbeit.

Ist Kurzarbeit auch an Feiertagen möglich?

Bei uns in der Firma gibt es seit einigen Wochen Kurzarbeit. Alle arbeiten nur noch zu 80 Prozent. Das bedeutet, dass für die Belegschaft ein Arbeitstag pro Woche ausfällt. Unser Arbeitgeber hat nun den Kurzarbeitstag unter anderem auf gesetzliche Feiertage gelegt, wie etwa den Pfingstmontag. Ist das korrekt?

Nein. Kurzarbeit setzt voraus, dass die Arbeit ganz oder teilweise ausfällt. An Feiertagen fällt die Arbeit aber sowieso aus: Auch ohne Kurzarbeit müssten Sie dann nicht arbeiten. Feiertage sind deshalb bei der Kurzarbeit nicht anrechenbar. In einer Woche mit einem Feiertag muss die Kurzarbeit auf die verbleibende Arbeitszeit fallen.

Wie viele Bewerbungen muss ich für die Jobsuche nachweisen können?

Kürzlich habe ich meinen Teilzeitjob verloren. Da ich mich in einer Weiterbildung befinde, ist meine Kapazität derzeit beschränkt. Als ich meinen RAV-Berater fragte, wie viele Bewerbungen ich monatlich für eine Teilzeitstelle belegen können muss, wich er mir aus. Können Sie mir weiterhelfen?

Eine klare Antwort zu geben, ist im Moment tatsächlich schwierig, denn die erforderliche Anzahl von Bewerbungen hängt zu einem wesentlichen Teil von der Lage auf dem Arbeitsmarkt ab. Und diese hat sich in den letzten Wochen als Folge des wirtschaftlichen Lockdown markant verschlechtert. Auch ist derzeit nicht absehbar, wie es in den kommenden Monaten weitergeht und wann der Stellenmarkt sich erholt. Das könnte erklären, warum Ihr RAV-Berater nicht in der Lage war, Ihnen eine genaue Zahl für die erforderlichen Bewerbungen zu nennen.

Klar ist: Auch in normalen Zeiten schwankt diese Zahl von Region zu Region. Das hat wiederum mit den Unterschieden auf dem Arbeitsmarkt zu tun. So sind zum Beispiel im Kanton St. Gallen monatlich mindestens 8 Arbeitsbemühungen nachzuweisen. Im Kanton Zürich mit seinem grossen Angebot an Arbeitsplätzen verlangen die RAVs dagegen 10 bis 12 Bewerbungen pro Monat. Zudem genügt es nicht, sich nur auf Stellen zu bewerben, die exakt dem eigenen Profil und dem bisherigen Teilzeitpensum entsprechen.

Sicher ist es ratsam, wenn Sie beim RAV-Berater noch einmal nachhaken, dass er Ihnen eine ungefähre Anzahl Bewerbungen nennt. So können Sie verhindern, dass man Ihnen im Nachhinein vorwirft, Sie hätten sich zu wenig bemüht und Ihnen deswegen die Arbeitslosentaggelder kürzt.

Müssen wir die Hilflosenentschädigung zurückzahlen?

Unsere Mutter lebte die letzten Jahre vor ihrem Tod im Seniorenheim. Da sie viel Pflege benötigte, bekam sie eine Hilflosenentschädigung. Müssen wir diese Entschädigung nun aus dem Nachlass der Mutter zurückzahlen?

Nein. Bei der Hilflosenentschädigung handelt es sich um eine Leistung für Rentnerinnen und Rentner, die bei alltäglichen Lebensverrichtungen wie etwa beim Aufstehen, Absitzen oder Essen auf Hilfe angewiesen sind. Die Entschädigung ist nicht abhängig von Einkommen und Vermögen und muss deshalb auch nicht zurückerstattet werden.

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