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Klinik Siloah verkauft Herzstück an Freiburger Gruppe

BZ Berner Zeitung-Logo BZ Berner Zeitung 07.09.2018 Stephan Künzi
Klinik Siloah verkauft Herzstück an Freiburger Gruppe © (Berner Zeitung) Klinik Siloah verkauft Herzstück an Freiburger Gruppe

Die zweitgrösste Schweizer Privatklinikgruppe fasst Fuss im Kanton Bern: Swiss Medical Network kauft von der Siloah-Gruppe das chirurgische Akutspital.

Die Nachricht macht just zur 100-Jahr-Feier die Runde, die am Freitagabend für geladene Gäste und heute mit offenen Türen für alle begangen wird: Die Klinik Siloah verkauft ihr Herzstück. Anfang Oktober übernimmt mit Swiss Medical Network die zweit­grösste Privatklinikgruppe der Schweiz das chirurgische Akutspital mit seinen 45 Betten und 38 Belegärzten.

Das Gebäude steht mitten auf dem Campus in Gümligen. Er ist bereits Mitte der 1950er-Jahre erstellt und seither mehrfach erweitert worden.

Hinter Swiss Medical Network steht die Aevis-Victoria-Gruppe, zu der neben den neu 17 Klinken mit 2000 Belegärzten und 3000 Mitarbeitenden auch die Luxushotelgruppe um das Grand Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken gehört. Sie wird nicht nur für den Betrieb im Akutspital verantwortlich sein, sondern das Gebäude auch gleich im Baurecht übernehmen. Grund und Boden würden aber im Besitz der Siloah-Stiftung verbleiben.

Mehr Platz für Altersmedizin

Siloah-Präsident Martin Gafner will eines gleich zu Beginn klargestellt haben: Der Verkauf erfolgt nicht aus irgendwelchen Zwängen. Auch wenn die Siloah-Gruppe in den letzten Jahren 60 Millionen Franken in ihren Campus gesteckt und damit ein Zentrum für Altersmedizin aufgebaut hat – hinter dem Handel stünden strategische Überlegungen, betont Gafner.

«Wir wollen uns voll auf die Altersmedizin konzentrieren.» Das Akutspital mit seinem breiten Angebot in Chirurgie für alle Altersstufen liege neben diesem Fokus.

Mit Swiss Medical Network hat die Siloah-Gruppe nicht einfach eine Käuferschaft gefunden. Diese Botschaft ist Gafner wichtig. In aller Ausführlichkeit wiederholt er, was auch im offiziellen Communiqué zu lesen ist.

Er redet davon, dass beide Seiten eine enge Partnerschaft eingehen und dabei «ihre Kompetenzen bestmöglich vereinen» wollten. Wer sich also auf dem Campus behandeln lasse, werde künftig vom chirurgischen Know-how von Swiss Medical Network sowie vom ­altersmedizinischen Know-how von Siloah profitieren können.

Gafner sagt bei alledem offen, dass die Siloah-Gruppe das Geld aus dem nicht näher bezifferten Verkaufserlös brauchen kann. Wieder streicht er das Positive hervor, redet davon, «dass wir von der Nachfrage in der Altersmedizin regelrecht überrannt worden sind».

Die heute 71 Akutbetten reichten kaum aus, deshalb wolle man diesen Bereich nun um 20 Betten aufstocken. Das mache mittelfristig neue Investitionen nötig.

Letztes Jahr gescheitert

Mit dem Verkauf werden 120 bis 130 der aktuell 720 Angestellten von Siloah an Swiss Medical Network übergehen. Für Aussenstehende soll der Wechsel allerdings nicht erkennbar sein.

«Sie werden so gekleidet sein wie unsere Leute», führt er aus und kommt zurück auf die enge Partnerschaft: In Bereichen wie Gastronomie, Hotellerie oder Hausdienst werde die Siloah-Gruppe auch künftig sämtliche Dienstleistungen für den ganzen Campus erbringen, sagt er.

In den nächsten drei Jahren will Swiss Medical Network 5 bis 10 Millionen Franken ins Spitalgebäude investieren. Offen lässt Gafner durchblicken, dass die Bereitschaft, in die mittlerweile gut 60 Jahre alten Bauten zu investieren, den Verkauf entscheidend gefördert hat.

Ursprünglich hätte sich die Siloah-Gruppe auch nur eine Beteiligung vorstellen können. Doch für die Verhandlungspartner kam nur ein kompletter Verkauf infrage.

Mit dem Kauf auf dem Siloah-Campus fasst Swiss Medical Network definitiv Fuss im Kanton Bern. Beim Kauf der Klinik Linde in Biel zog die Aevis-Victoria-Tochter letztes Jahr noch den Kürzeren gegen die Hirslanden-Gruppe, ihre schärfste Mitbewerberin.

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