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Verhasste Pharma-Familie zieht nach Gstaad

20 Minuten TEST 19.02.2020

Die Inhaber des US-Pharmaunternehmens Purdue Pharma ziehen ins Berner Oberland. Hier suchen sie wohl Schutz vor dem Hass, den ihnen in den USA entgegenschlägt.

Milliardenschwere Zuzüger in Gstaad BE: Die Familie Sackler, die Besitzerin der US-Pharmaunternehmen Purdue Pharma, hat sich im Berner Oberländer Nobelkurort niedergelassen. Seit diesem Monat sollen Mortimer (48) und Jacqueline Sackler (43) samt Sohn Mortimer im Berner Oberland heimisch sein, wie der «Blick» berichtet.

Die Pharmaunternehmer aus den USA sind wohl aber nicht nur wegen der guten Bergluft in die Schweizer Alpen gezogen. In ihrer Heimat USA haben Sacklers nämlich mehr als 2000 Klagen von Städten, Bezirken und Staaten am Hals; es geht um mehrere Milliarden. Die Sacklers werden für den dortig grassierenden Medikamentenmissbrauch mitverantwortlich gemacht.

Schmerzmittel verharmlost und verkauft

Ihre Firma Purdue gilt nämlich als einer der Hauptprofiteure von Amerikas aktueller Sucht-Epidemie und Opioid-Krise. Denn ein grosser Teil der Süchtigen aus den USA ist durch das legale Medikament Oxycontin abhängig geworden – ein Schmerzmittel, das die Sackler-Firma auf den Markt gebracht und vermarktet hat.

Konkret wird den Oxycontin-Herstellern vorgeworfen, in aggressiven Marketingkampagnen die Risiken süchtigmachender Schmerzmittel bei längerem Gebrauch verharmlost zu haben. Mit verheerenden Konsequenzen: In den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400'000 Menschen an den Folgen ihres Opioid-Missbrauchs gestorben. Das Unternehmen und die Sackler-Familie weisen diese Anschuldigungen zurück.

Gründer in Gstaad gestorben

Die Sacklers kommen schon seit Langem nach Gstaad: 2010 ist Purdue-Pharma-Mitgründer Mortimer Sackler (93) auf dem Anwesen in Gstaad verstorben. Auch seine dritte Ehefrau Theresa Sackler (70) hält sich öfters im Nobelort auf.

Doch auch in Gstaad steht die Familien nicht mehr allzu hoch im Kurs: Das Gstaad Menuhin Festival verzichtet bis auf weiteres auf private Spenden der langjährigen Mäzenin Theresa Sackler. Nach Protesten verzichten mittlerweile weltweit Kulturinstitutionen auf Zuwendungen der Sacklers. So hat etwa der Pariser Louvre die Tafeln mit dem Namen der unbeliebten Familie entfernt.

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