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Biel senkt seine Sozialhilfequote

Der Bund-Logo Der Bund 26.06.2020

Die Bieler Sozial- und Sicherheitsdirektion zieht eine positive Bilanz der 2016 vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Reorganisation der Abteilung Soziales.

Der Zentralplatz in Biel. © KEYSTONE Der Zentralplatz in Biel.

Die Bieler Sozial- und Sicherheitsdirektion zieht eine positive Bilanz der 2016 vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Reorganisation der Abteilung Soziales. Die Reorganisation habe dazu beigetragen, die hohe Sozialhilfequote der Uhrenstadt kontinuierlich zu senken, teilte sie am Freitag mit.

Damit hätten auch die Kosten der Sozialhilfe gebremst und punktuell gesenkt werden können. Neu geschaffene interne Stellen – etwa das interne Revisorat und die neue Mietfachstelle – hätten die angestrebten Effekte erzielt.

Zwar habe die positive wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre überall im Kanton Bern zu einer Reduktion der Sozialhilfequote geführt, steht in der Mitteilung weiter. Die Sozialhilfe in der Stadt Biel habe sich aber überdurchschnittlich positiv entwickelt.

Im Kanton Bern habe sich in den Jahren 2016 bis 2018 die Anzahl Personen, welche sich von der Sozialhilfe lösen konnten und eine Erwerbsarbeit antraten, von 29 auf 31 Prozent erhöht. In Biel sei ein Anstieg von 28 auf 34 Prozent zu verzeichnen.

Dank den neu geschaffenen Strukturen und Arbeitsabläufen habe die günstige Wirtschaftslage «optimal für eine wirkungsvolle Integration» genutzt werden können. Die Wohnkosten pro Dossier sei in Biel zwischen 2016 und 2018 um fünf Prozent gesenkt worden.

Biel, eine Sozialhilfehochburg

Biel gilt seit Jahren als Stadt mit der höchsten Sozialhilfequote in der Schweiz. Laut den neusten Kennzahlen der Städteinitiative Sozialpolitik sank die Quote im Jahr 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 11 Prozent. In Bern beträgt sie fünf Prozent

Direktor des Sozialen und der Sicherheit in der Stadt Biel ist SVP-Gemeinderat Beat Feurer. Er und seine Partei traten 2012 mit dem Versprechen in den Wahlkampf, die Sozialhilfequote zu halbieren.

2015 empfahl ein externer Gutachter die Reorganisation der Abteilung Soziales und der Fachstelle Arbeitsintegration. Dies nach Spannungen zwischen Feurer und dem Bieler Gemeinderat nach dem Abgang der Sozialdienstleiterin.

Wie Biels Sozial- und Sicherheitsdirektion in ihrer Mitteilung vom Freitag schreibt, gab es Mängel in der Organisation und der Dokumentation der Arbeitsprozesse in der Abteilung Soziales. Auch waren die Dossierlasten der Sozialarbeiterinnen und -arbeiter sehr hoch.

Im Rahmen der Reorganisation seien sieben von sieben Wirkungszielen und 18 von 25 Leistungszielen erreicht worden. 29 von 34 Massnahmen wurden umgesetzt.

Mehr Zeit für Beratung

Wirkung erzielt hat die Reorganisation laut den Presseunterlagen etwa, indem den Sozialarbeitern bei der Fallsteuerung mehr Zeit für Beratung gegeben wurde. Die neue Mietfachstelle unterstützt Sozialhilfebezüger, Mietzinsreduktionen einzufordern.

Bei der Fachstelle Arbeitsintegration gibt es mehr Plätze und ein breiteres Angebot. Auch die interne und externe Kommunikation ist verbessert worden. Beispielsweise sind die Sozialhilferegeln heute im Internet aufgeschaltet.

Biels Abteilung Soziales steht nun ein Umzug in bessere Räume und die Digitalisierung der Sozialhilfedossiers bevor.

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