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Schweizer Olympia-Favoritin Elena Quirici hat einmalige Medaillen-Chance

20 Minuten-Logo 20 Minuten 22.07.2021 Adrian Hunziker

Karate feiert an den Olympischen Spielen Premiere. Elena Quirici ist bereit, in Tokio Geschichte zu schreiben.

Sie wirkt auf den ersten Blick nicht sehr einschüchternd. Elena Quirici ist 1,67 m gross und ist nach eigenen Angaben «zu leicht» für ihre olympische Kategorie +61 kg. Doch sie werde bis zum Turnier in Tokio bereit sein. Die Aargauerin spricht das aus und man versteht sofort, wie motiviert die Karateka vor der Premiere der Sportart an Olympischen Spielen ist. Auf ihrer Website steht geschrieben: «Ich arbeite sehr zielorientiert und lasse mich nicht von meinen Zielen ablenken.» Ihre Arbeitsmoral zeichnet sie aus. Sie sagt deshalb auch: «Was jede Athletin haben muss, ist Durchhaltewillen. Und dass man mit dem Herz kämpft, nicht nur mit dem Kopf. Taktisch intelligent kämpfen und sich auf verschiedene Situation einstellen ist wichtig.» So verwundert es nicht, dass Quirici ihr Herz und die Taktik als ihre Stärken angibt.

«Disziplin, Respekt, Wertschätzung und Freundschaft sind mir sehr wichtig. Die Resultate zeigen, dass ich trotz Krankheiten und Verletzungen meine Leistungen abrufen kann und wichtige Medaillen gewinnen kann», ist auch in ihrem Website-Profil zu lesen. Eine Olympia-Medaille liegt also im Bereich des Möglichen? «Wir sind in unserer Kategorie zehn Frauen und alle sind Favoritinnen auf die Medaille, denn es sind die besten der Welt dabei. Ich habe das letzte Turnier vor Olympia gewinnen können. Darum denke ich, dass meine Chancen intakt sind. Es kommt aber auch auf den Wettkampftag drauf an, dass alles zusammenstimmt», sagt die 27-Jährige. Und sie fügt im Gespräch mit 20 Minuten selbstbewusst an: «Ich fahre wie jede Athletin und jeder Athlet nach Tokio, um eine Medaille zu gewinnen, um zuoberst zu stehen, sonst würde ich gar nicht dahin reisen.»

«Sich darüber aufzuregen, lohnt sich nicht»

Die Aargauerin bekommt nur diese eine Chance, sich die Olympia-Medaille zu sichern. Das aus einem speziellen Grund: Obwohl in Tokio Karate olympisch ist, ist es das 2024 an den Sommerspielen in Paris bereits nicht mehr. Quiricis Reaktion: «Sich darüber aufzuregen, lohnt sich nicht. Es ist traurig, es machte mich auch wütend. Ich finde es schade, dass es bereits entschieden ist, ohne dass man sich Karate einmal an den Spielen anschauen konnte.» Ihren Auftritt mache das aber umso spezieller. Grund für die Premiere und Dernière in einem ist, dass die Gastgeber-Städte die Möglichkeit haben, Sportarten für die Spiele vorzuschlagen, die im eigenen Land speziell beliebt sind – die Kampfsportart Karate ist somit in Japan ein Muss, in Frankreich jedoch nicht.

Quirici, die 2012 an der WM die Bronzemedaille holte und dreifache Europameisterin in der Gewichtsklasse bis 68 kg ist, ist extrem stolz, dass sie in Tokio antreten darf. «Es zeigt mir, dass wenn man einen Traum hat, man an diesen glauben muss, auch wenn es auf dem Weg Rückschläge gibt», gibt sie sich typisch kämpferisch. Sie stählt sich aktuell noch in einem Trainingslager auf Cran Canaria bis Ende Woche. «Wir haben diverse Athletinnen aus verschiedenen Ländern eingeladen, die ähnliche Profile haben wie meine Gegnerinnen, damit ich mich optimal vorbereiten kann. Wir machen nun den Feinschliff, wir simulieren verschiedene Situationen nahe am Wettkampf.» Ende Woche kehrt Quirici in die Schweiz zurück, sie reist am 29. Juli nach Tokio und greift am 7. August an. Dann mit viel Herz, guter Taktik und sicher mehr als 61 Kilogramm.

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