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In Gedenken an George Floyd

Schweizer Illustrierte-Logo Schweizer Illustrierte 02.06.2020 Berit-Silja Gründlers
George Floyd Blackouttuesday © Schweizer Illustrierte George Floyd Blackouttuesday

Am 25. Mai 2020 kam George Floyd auf offener Strasse durch Polizeigewalt ums Leben. Seither spricht die Welt endlich über das Privileg der Weissen und unterschwelligen Rassismus.

Seit dem tragischen Tod des Afroamerikaners George Floyd, ✝ 46, am 25. Mai 2020, durch die Polizei in Minneapolis, diskutieren wir, die Redaktion von schweizer-illustrierte.ch, darüber, wie wir unsere Gedanken und Gefühle am besten in Worte fassen können. Wie wir über so etwas Unfassbares berichten sollen. 

Wir, die Redaktorinnen und Redaktoren, sind privilegiert, wir sind weiss, leben in der Schweiz, wir sind in Sicherheit. Die Umstände und die Systematik, die zum Tod von George Floyd und vielen anderen Afroamerikaner*innen geführt haben, beschäftigen uns. Wir haben niemals erfahren müssen, was es heisst, aufgrund unserer Hautfarbe Angst um unser Leben haben zu müssen, wie es sich anfühlt, Angst um unsere Kinder, unseren Mann, Vater, Bruder, Freund, unsere Schwester, Mutter, Frau und Freundin zu haben, nur, weil sie schwarz sind. Alles, was wir wissen, ist, dass das ein Ende haben muss. 

Wir haben uns entschlossen, das Wort anderen zu überlassen.

Barack Obama

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Ein Beitrag geteilt von Barack Obama (@barackobama) am Jun 1, 2020 um 7:50 PDT

«Während Millionen Menschen im ganzen Land auf die Strasse gehen und ihre Stimmen erheben, als Antwort auf die Ermordung von George Floyd und das fortwährende Problem der Ungerechtigkeit, haben viele Leute gefragt, wie sie diesen Moment nutzen können, um einen wirklichen, nachhaltigen Wandel herbeizuführen. 

Nun ist es an der neuen Generation von Aktivisten, Strategien zu entwickeln, um der Situation gerecht zu werden. Aber ich glaube fest, dass es einige grundlegende Lehren aus früheren Zeiten gibt, an die wir uns erinnern sollten. 

Erstens, die Protestwellen im ganzen Land repräsentieren eine ehrliche und aufrichtige Frustration darüber, dass die Praktiken der Polizei und das Rechtssystem in den USA seit Jahrzehnten nicht reformiert wurden. Ein Grossteil der Protestierenden war friedlich, mutig, verantwortungsvoll und inspirierend. Sie verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung, keine Verurteilung. Ein Umstand, den die Polizei in Städten wie Camden und Flint lobenswert verstanden haben.

Andererseits, bringt die Minderheit derer, die mit Gewalt protestierten, sei es aus ehrlicher Wut oder Opportunismus, Unbeteiligte in Gefahr. Zudem zerstören die Infrastruktur in Vierteln, die sowieso schon wenig Ressourcen haben. Sie schmälern den Effekt und lenken vom eigentlichen Problem ab. 

Ich sah eine ältere schwarze Frau in Tränen, weil der einzige Lebensmittelladen in ihrer Nachbarschaft zerstört worden ist. Wenn uns die Geschichte eine Lehre ist, dann wissen wir, dass es Jahre braucht, bis dieser Laden wieder eröffnen kann.

Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt, keine rationale Erklärung, keinen Grund, daran teilzuhaben. Wenn wir einen Wandel in unserem Rechtssystem und der amerikanischen Gesellschaft in Allgemeinen herbeiführen wollen, müssen wir nach hohen moralischen Standards handeln und diese vorleben.» Barack Obama 

Billie Eilish

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Ein Beitrag geteilt von BILLIE EILISH (@billieeilish) am Mai 30, 2020 um 3:31 PDT

«Ich habe eine Woche lang versucht, einen sanften Weg zu finden, um die aktuelle Situation anzusprechen. Ich habe eine grosse Plattform und ich versuche wirklich, respektvoll zu sein und durchzudenken, was ich sage und wie ich es sage ... Aber heilige verdammte Scheisse, ich werde jetzt einfach reden. 

Wenn ich noch eine weisse Person ein einziges Mal sagen höre: ‹Jedes Leben zählt›, raste ich aus und werde dich zum Schweigen bringen. Niemand sagt, dass eure Leben nicht zählen. Niemand sagt irgendetwas über dich. Alles, was ihr Idioten macht, ist einen Weg zu finden, wieder alles zu eurer Angelegenheit zu machen. Hört auf damit! Ihr lebt nicht in Armut, ihr seid nicht in Gefahr. 

(Ich werde versuchen, euch das wie kleinen Kindern zu erklären, denn das ist der einzige Weg, wie ihr das versteht.) Wenn dein Freund eine Wunde am Arm hat, wartest du dann bis du ihm ein Pflaster gibst, weil alle anderen Arme ja auch zählen? Nein, du wirst deinem sofort Freund helfen, weil er Hilfe braucht, weil er Schmerzen hat, weil er blutet.

Wenn ein Haus brennt und jemand ist noch drin, wirst du der Feuerwehr erst sagen, sie sollen alle anderen Häuser in der Strasse checken, weil alle Häuser zählen? Nein, weil die das verdammt noch einmal nicht brauchen. 

Du bist privilegiert, ob es dir gefällt oder nicht. Die Gesellschaft gibt dir ein Privileg, nur, weil du weiss bist. Du kannst arm sein, du kannst Probleme haben und doch, deine Hautfarbe bevorteilt dich mehr, als dir bewusst ist. Niemand sagt, dass dich das besser macht, als die anderen, deine Hautfarbe gibt dir nur die Möglichkeit, dein Leben zu leben, ohne Angst. 

Wenn alle Leben zählten, warum werden Schwarze getötet, nur weil sie schwarz sind? Warum werden Immigranten verfolgt? Warum bekommen Weisse Möglichkeiten, die Menschen anderer Rassen nicht bekommen? Warum ist es okay, schwarze Menschen als Verbrecher zu bezeichnen, weil sie gegen den Tod Unschuldiger protestieren? Weisst du warum? Weisses. Verdammtes. Privileg.

Betrifft das auch Hispanier, amerikanische Ureinwohner, Asiaten? Ja, verdammt. 10000000000000000%. Aber in diesem Moment müssen wir hunderte Jahre Unterdrückung von Schwarzen adressieren. Der Slogan #blacklivesmatter meint nicht, dass andere Leben nicht zählen. Er macht nur klar, dass die Gesellschaft wirklich denkt, dass schwarze Leben nicht zählen. 

Black Lives Matter.

Black Lives Matter.

Black Lives Matter.

Sag's nochmal!

#justiceforgeorgefloyd» Billie Eilish

Michelle Obama

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Ein Beitrag geteilt von Michelle Obama (@michelleobama) am Mai 29, 2020 um 3:59 PDT

«Wie so viele von euch bereiten mir die Ereignisse der letzten Tage unendliche Schmerzen. Ich bin erschöpft von Herzschmerz, der nie aufzuhören scheint. Jetzt sind es George, Breonna und Ahmaud. Vorher waren es Eric, Sandra und Michael. Es hört einfach nicht auf. Rasse und Rassismus sind Realität, mit der so viele von uns einfach gelernt haben, umzugehen. Aber wenn wir jemals die Hoffnung haben wollen, dass wir Fortschritte machen, dann kann es nicht nur an den Schwarzen sein, das Problem zu lösen.

Egal, welche Hautfarbe und egal, wie gut wir es meinen, wir müssen die ehrliche Arbeit leisten, die Ursache des Problems an den Wurzeln zu packen. Das fängt damit an, uns selber zu hinterfragen und denen zuzuhören, deren Leben anders ist als unseres. Und es endet mit Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Empathie, die sich in unseren Leben und auf unseren Strassen manifestieren. Ich bete, dass wir alle die nötige Kraft für diese Reise haben und ich bete für die Seelen und die Familien derer, die uns genommen wurden.» Michelle Obama 

Lizzo

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Ein Beitrag geteilt von Lizzo (@lizzobeeating) am Mai 31, 2020 um 10:08 PDT

«Schwarze Menschen, hier ist eure tägliche Erinnerung, dass es nicht eure Aufgabe ist, anderen beizubringen, was Rassismus und das weisse Privileg bedeutet. Es ist ermüdend und wenn sie es bis jetzt nicht nicht sehen und glauben, dann wollen sie das einfach nicht. Es gibt Google, es gibt Bücher und sie können sich selber informieren.

Weisse Menschen, hier ist eure tägliche Erinnerung, dass ihr ein Teil des Problems seid, wenn ihr nichts sagt. Ich weiss, ihr seid nicht rassistisch, aber ihr müsst mehr sein, ihr müsst gegen Rassismus sein. Redet!

Und an all die einflussreichen Menschen, die sich schon geäussert haben. Danke. Protest ist nicht das Ende von Fortschritt, es ist der Anfang. Und jetzt, da die Demonstranten die Aufmerksamkeit aller haben, was sind die nächsten Schritte, die wir machen müssen, um wirklich vorwärts zu gehen und nicht wieder zurück? Nun ist es an der Zeit, die Welt steht still und wartet darauf, das etwas geschieht. Lasst uns Fortschritte machen.» Lizzo

Beyoncé

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Ein Beitrag geteilt von Beyoncé (@beyonce) am Mai 29, 2020 um 8:13 PDT

«Wir brauchen Gerechtigkeit für George Floyd. Wir alle sind Zeugen seiner Ermordung am helllichten Tag geworden. Wir können diesen Schmerz nicht als normal ansehen. Und ich spreche nicht nur farbige Menschen an: wenn du weiss, schwarz, braun, was auch immer bist, ich bin sicher, dass du dich ebenso hilflos fühlst angesichts des Rassismus', der in Amerika jetzt gerade herrscht. Keine weiteren sinnlosen Morde, wir müssen aufhören, farbige Menschen als weniger menschlich zu betrachten, wir müssen aufhören, wegzuschauen.

George Floyd ist Teil unserer Familie, Teil von uns Menschen. Er ist einer von uns, weil er Amerikaner ist. Es gab zu viele Momente, in denen wir diese unglaubliche Ungerechtigkeit über uns ergehen lassen mussten, ohne, dass es Konsequenzen gab. Ja, es wurde jemand verurteilt, aber es gibt noch lange keine Gerechtigkeit. Bitte unterzeichnet die Petition (Anm. d Red.: Petition «Justice for George Floyd») und betet für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Danke.» Beyoncé

Chris Rock

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Ein Beitrag geteilt von Chris Rock (@chrisrock) am Jun 1, 2020 um 2:27 PDT

Will Smith 2016: «Rassismus ist nicht schlimmer geworden, er wird nur gefilmt»

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