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Die schönsten Autos der Tokyo Motor Show sind von Mazda

DIE WELT-Logo DIE WELT 26.10.2017
TOKYO, JAPAN - OCTOBER 25: Mazda Vision Coupe is displayed at the Mazda Motor Co booth during the Tokyo Motor Show at Tokyo Big Sight on October 25, 2017 in Tokyo, Japan. (Photo by Koki Nagahama/Getty Images for Mazda Motor Co) © Getty Images for Mazda Motor Co Photo by Koki Nagahama/Getty Images for Mazda Motor Co

In letzter Zeit wirkten Japans Autohersteller ein bisschen verschlafen. Tatsächlich zeigen die Großen auf der Tokyo Motor Show wenig Aufregendes. Wir haben dafür in anderen Ecken die Highlights der Messe entdeckt.

Wie passend: Im Wetterbericht gab es vor der Messe die Warnung vor einem Jahrhunderttaifun. Und auf den Wirtschaftsseiten stürmische Kampfansagen. Die Autohersteller aus Japan, so hieß es da, wollten sich zum Heimspiel bei der Motor Show in Tokio endlich auch bei den Zukunftsthemen wieder richtig ins Gespräch bringen. Frohe Kunde – denn in letzter Zeit wirkten Toyota, Nissan und Co. ein bisschen verschlafen.

Aber Stoff für Nachrichten gab es vor der Motor Show durchaus: Mit dem Einstieg bei Mitsubishi hat Renault-Nissan der kränkelnden Marke erstens einen Push für eine neue Strategie und neue Produkte gegeben. Und zweitens stieg die Allianz damit über Nacht zum größten Autohersteller der Welt auf – eine Kampfansage an Toyota-Chef Akio Toyoda, die der bereitwillig annahm. Toyota konterte mit einem Joint Venture mit Mazda und Zulieferer Denso. Dort will man wiederum zügig wettbewerbsfähige Elektroautos auf den Markt bringen und damit den Nissan Leaf kontern.

Doch: Der Taifun, der für das Wochenende vor Messestart erwartet wurde, entpuppte sich als laues Lüftchen. Und überraschenderweise nicht nur der. Denn so viele Premieren auch gezeigt werden, so wenige davon sind wirklich aufregend. Und fragt man nach europäischer Relevanz, dann wird die Sache noch dünner.

Ein ferner neuer Supra von Toyota

So hat zwar Marktführer Toyota ein knappes Dutzend neuer Studien und Vorserienmodelle ins Rampenlicht gerückt. Doch interessant ist davon eigentlich nur der sehr ferne Ausblick auf den kommenden Supra, ein Coupé, das sich die Plattform mit dem nächsten BMW Z4 teilen wird.

Andere, wie die Neuauflage von Toyotas barockem Flaggschiff Century, die Mittelklasselimousine Crown, ein neues Einheitstaxi im London-Look und einem Brennstoffzellenbus für die Olympischen Spiele im Jahr 2020, erregen vor allem lokales Interesse. Und für Konzepte wie den kernigen Offroad-Van TJ Cruiser oder eine elektrische fahrbare Luxuslounge à la Mercedes F-125 haben selbst die Japaner nur ein höfliches Lächeln übrig.

Auch Nissan verpasst die Chance, sich in Stellung zu bringen. Weil der elektrische Leaf in Japan erstens nur eine Nebenrolle spielt und zweitens schon vor ein paar Wochen enthüllt wurde, sieht man auf der Show nur eine Version, die der Haustuner Nismo ein bisschen emotionaler gemacht hat. Außerdem gibt's, mal wieder, eine Studie für den Übergang zum autonomen Fahren. Dumm nur, dass weder die Crossover-Form noch das automatisch einfahrende Lenkrad oder die variable Sitzlandschaft etwas wirklich Neues sind. Und der Elektroantrieb ja sowieso nicht.

Mazda zeichnet am stilsichersten

Aber immerhin: Größere Überraschungen findet man bei Herstellern, die weniger im Zentrum der Wahrnehmung stehen. So hat Honda einen schnuckeligen Elektro-Roadster mit halbwegs realistischen Serienchancen enthüllt. Und Mitsubishi nutzt den neuen Schwung dank Renault und Nissan zwar nur für eine weitere Studie, verkündet aber einen engagierten Plan, wie die Marke endlich wieder mehr Marktbedeutung bekommen soll.

Und die beiden schönsten Autos der Messe stehen mal wieder bei Mazda. Die Studien sind spektakulär und nehmen relativ konkret den nächsten Dreier und etwas abstrakter den neuen Sechser vorweg – wenn man von einem japanischen Hersteller mittlerweile stilsicheres Design für den globalen Geschmack erwartet, dann ist es Mazda.

TOKYO, JAPAN - OCTOBER 25: Mazda Motor Co CEO Masamichi Kogai poses with Mazda Kai Concept during a press conference at the Mazda Motor Co booth during the Tokyo Motor Show at Tokyo Big Sight on October 25, 2017 in Tokyo, Japan. (Photo by Koki Nagahama/Getty Images for Mazda Motor Co) © Getty Images for Mazda Motor Co Photo by Koki Nagahama/Getty Images for Mazda Motor Co

Also: Die Großen kleiner als erwartet, die Kleinen mit wachsender Bedeutung und alles zusammen ziemlich lau – von Sturm kann da keine Rede sein. Umso unverständlicher, dass die auch bei den Japanern sehr angesehenen Hersteller aus Deutschland die Messechance nicht nutzen. Sie zeigen praktisch nur Bekanntes, wie den VW ID Buzz, die BMW-Z4-Studie oder den elektrischen Mercedes EQ A. Schade, leichter als in Tokio in diesem Jahr hätten sie einen Sturm nirgends sonst entfachen können. Und Wind machen können sie ja eigentlich ganz gut.

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