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Fast 700.000 Euro für diesen seltenen Porsche - Porsche 968 Turbo S (1993)

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 10.05.2021 Andreas Of-Allinger

Nur 14 Turbo S baute Porsche von der Vierzylinder-Baureihe 968. Bei diesem Exemplar fällt außerdem die seltene Farbe auf. Der Preis ist der Hammer!

Einer von 14: Porsche baut 1993 als Basisauto für den ADAC GT-Cup den 968 Turbo S. © Brian Henniker/Gooding & Company Einer von 14: Porsche baut 1993 als Basisauto für den ADAC GT-Cup den 968 Turbo S.

Blutorange heißt eine von sechs Farben, in der Porsche 1993 den 968 Turbo S lackierte. Grand Prix Weiß, Indischrot und Speed Gelb sind vom CS bekannt, außerdem gab es noch Blau und Silber. Der Turbo S war die Straßenversion des 968 Turbo RS für den ADAC GT-Cup. Geplant war, 50 bis 100 S und RS zu bauen, letztlich entstanden in der Rennsportabteilung in Weissach 14 S und drei RS. Lag es am Preis? Die Straßenversion kostete inklusive 15 Prozent Mehrwertsteuer 175.000 Mark, für die Rennversion berechnete Porsche 225.000 Mark.

Vierzylinder mit Turbo und 500 Nm

Der Turbo S hat, anders als die regulären 968, einen Zweiventil-Zylinderkopf mit auf 7,5:1 reduzierter Verdichtung. Ein wassergekühlter KKK-Turbolader mit einem bar Ladedruck und ein Ladeluftkühler steigern die Leistung auf 305 PS. Das Drehmoment von 500 Newtonmetern liegt bei 3.000 U/min an, die maximale Leistung bei 5.600 U/min – das spricht für ein sehr breites nutzbares Drehzahlband. Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist laut Porsche "weitgehend unverändert" und wurde lediglich im fünften und sechsten Gang länger übersetzt. Der Turbo S erreicht laut Werk "etwa 280 km/h" Höchstgeschwindigkeit und beschleunigt aus dem Stand in rund fünf Sekunden auf 100 km/h.

Der Verzicht auf Ausstattungsmerkmale wie elektrische Fensterheber, Rückbank und PVC-Unterbodenschutz sowie die Zentralverriegelung senkt das Leergewicht mit vollem Tank auf 1.300 Kilogramm – damit wiegt der Turbo S 70 kg weniger als das Basismodell. Wer wollte, konnte statt der Kunststoff-Sitzschalen mit Lederpolsterung auch Normalsitze bestellen. Im Auto, das Gooding jetzt versteigert, sind Sitzschalen mit griffiger Stoffpolsterung montiert.


Video: Der neue Porsche 911 Turbo - Das Design (AutoMotoTV)

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Straffer, tiefer, Bremsen vom 911 Turbo

Das Fahrwerk ist straffer abgestimmt und legt die Karosserie um 20 Millimeter tiefer. Die Bremsen an der Vorderachse stammen vom 911 Turbo S. Die Bremssättel hinter den dreiteiligen 18-Zoll-Rädern aus dem Carrera-Cup sind rot lackiert. Ein Sperrdifferenzial mit 75-prozentiger Wirkung in Zug und Schub ist serienmäßig verbaut.

Zwei zusätzliche Öffnungen in der Motorhaube und eine größere Öffnung im Bugteil versorgen den Vierzylinder mit Kühlluft. Eine Spoilerlippe unter der Frontschürze und ein um zehn Grad in der Neigung einstellbarer Heckspoiler sollen die Abtriebswerte verbessern. Der RS hat mit 337 PS noch einmal etwas mehr Leistung und dazu Rennausstattung an Bord: verschweißter Überrollkäfig, Feuerlöschanlage, Sechspunkt-Renngurte und ein Sicherheitstank mit 42 Litern Fassungsvermögen. Das Fahrwerk ist straffer abgestimmt, auf "Dämmmaterialien und Innenraumverkleidungen wurde völlig verzichtet", so Porsche in einer damaligen Pressemitteilung.

Schätzpreis nicht ganz erreicht

Gooding & Company hat am 9. Mai 2021 während einer Online-Auktion einen von 14 Turbo S versteiger. Den Schätzpreis von umgerechnet rund einer Million Euro hat das Auto nicht ganz erreicht: Mit 792.000 Dollar liegt der erzielte Preis dennoch sehr hoch. Umgerechnet 651.380 Euro sind auch für einen extrem raren 968 Turbo S eine stolze Summe

Das Auto mit der Chassisnummer 0064 wurde in Deutschland ausgeliefert und blieb bis im Jahr 2000 beim Bochumer Erstbesitzer. Im Zweitbesitz erhielt das Auto die Leistung und die Motorhaube des RS-Modells. Nach weiteren Besitzerwechseln kam das Auto zwischen 2009 und 2011 zum Porsche-Transaxle-Spezialisten Reiner Telkamp und anschließend in eine deutsche Porsche-Sammlung. Deren Besitzer verkaufte den Turbo S vor fünf Jahren in die USA. Im selben Jahr erhielt der 968 eine Überholung für rund 40.000 Dollar. Der Kilometerzähler steht bei 64.000, die Historie ist laut Auktionshaus belegt. Zum Auto gehört eine komplette Dokumentation inklusive Pressemappe, Fotos, Zeitschriftenartikeln und eine Liste aller S- und RS-Chassisnummern. Die Liste dürfte kurz sein, denn meh als 17 S und RS gab es nicht.

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