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Absagen, Teams, Fahrer & Termine - MotoGP 2020 in Zeiten von Corona

MOTORRAD online-Logo MOTORRAD online 24.04.2020 Slawomir Niewrzol, Dina Dervisevic

Eigentlich sollte die MotoGP-Saison 2020 schon laufen, doch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sorgen weiter für Ausfälle und Terminverschiebungen. In unserer Übersicht zeigen wir alle Teams, Fahrer, den Rennkalender und alle Infos zu den TV-Übertragungsrechten.

Der MotoGP-Saisonstart rückt in immer weitere Ferne. Am 21. April verkündeten die Niederlande das Verbot von öffentlichen Veranstaltungen bis September 2020. Damit ist das Rennen in Assen gestrichen, was zu erwarten war. Als nächstes löschten die Finnen das Rennwochende auf dem Kymi Ring im Juli aus dem Kalender. Das erste aktuell noch nicht abgesagte MotoGP-Rennen wäre nun am 9. August im tschechischen Brünn. Denkbar wäre auch ein Saisonstart auf dem Red Bull-Ring. Sowohl die MotoGP als auch die F1 prüfen derzeit die Möglichkeit, im österreichischen Spielberg hinter verschlossenen Türen zu fahren – die F1 im Juli, die MotoGP im August.

Nachholtermine für ausgefallene MotoGP-Rennen

Der Austin-GP in den USA soll am 15. November 2020 gefahren werden. Der GP Argentinien wurde auf den 22. November verschoben. Wann der GP in Frankreich nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Auch der Nachholtermin für den Spanien-GP steht noch nicht fest. Auch die Rennen in Mugello und Barcelona wurden aufgrund der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verschoben.

Aufgrund der bisherigen Ausfälle und Terminverschiebungen und damit fehlenden Einnahmen für die MotoGP-Teams, hat sich die Dorna nun dazu entschieden, den gefährdeten Teams finanziell unter die Arme zu greifen. Entsprechend hat die Dorna allen unabhängigen Teams der MotoGP, Moto2 und Moto3 ein finanzielles Hilfspaket für die kommenden drei Monate zugesichert. Laut Dorna ginge es derzeit darum, die Teams am Leben zu erhalten. Das Problem sei, dass den Teams Geld aus Sponsoreinnahmen fehle und Gehälter trotzdem bezahlt werden müssen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Lage schnell verbessert und die Saison bald möglich an Fahrt aufnehmen kann.

MotoGP-Stars starten bei eSports-Rennen

Einige Stars aus der MotoGP haben angekündigt, an virtuellen eSports-Rennen teilzunehmen, welches im Internet ausgestrahlt wird. Mit dabei waren, zumindest beim ersten Rennen, Marc Marquez, Maverick Vinales, Fabio Quartararo, Alex Marquez, Aleix Espargaro, Joan Mir, Iker Lecuona, Miguel Oliveira, Francesco Bagnaia und Alex Rins. Ursprünglich hätte auch Valentino Rossi an den Start gehen sollen, allerdings sagte der Italiener seine Teilnahme im Nachhinein ab. Gestartet wurde auf der virtuellen Rennstrecke in Mugello. Den Sieg im ersten Rennen, bei dem es zahlreiche virtuelle Stürze gab, sicherte sich Alex Marquez.

Das Rennen ging über eine Distanz von sechs Runden. Zuvor gab es ein fünfminütiges Qualifying, in dem die Startaufstellung ermittelt wurde. Das komplette E-Sports-Event wurde am Sonntag, den 29. März, auf dem offiziellen YouTube-Channel und auf anderen Social-Media-Kanälen der MotoGP übtertragen. Übertragen wurde das Rennen außerdem auf den Sendern DAZN España, Sky Italia, Canal+, Bt, ServusTV, Eurosport, Ote, Swisstv, Viasat, Pop, Sporttv, Sport5 Israel, Sportklub, Mtv, Finand, Nbc und Espn Latam.

Das zweite Rennen stand am 12. April auf dem Programm. Gestartet wurde auf dem virtuellen Red Bull Ring in Spielberg (Österreich). Dabei gingen diverse MotoGP-Stars an den Start, die im ersten Rennen noch nicht dabei gewesen sind. Mit dabei waren Valentino Rossi, Maverick Vinales, Danilo Petrucci, Tito Rabat, Fabio Quartararo, Alex Marquez, Marc Marquez, Takaaki Nakagami, Francesco Bagnaia und Michele Pirro. Den Sieg im zweiten Rennen schnappte sich Francesco Bagnaia. Auf den nachfolgenden Plätzen landeten Maverick Vinales, Alex Marquez und Marc Marquez. Beinahe das gesamte Teilnehmerfeld war zu Beginn des Rennen übrigens in einen Crash verwickelt, der zahlreiche Stürze zur Folge hatte.

Dorna hatte nach dem ersten Rennen angekündigt, weitere virtuelle Rennen auszutragen. Ob und wann das nächste Virtual Race stattfinden wird, ist allerdings noch offen.

Alex Marquez startet für Repsol Honda

Marc Marquez konnte 2019 seinen Titel in der MotoGP verteidigen. Als Titelverteidiger ins Rennen zu starten, kennt er bereits. 2020 darf der Spanier allerdings einen neuen und ihm doch sehr gut bekannten Teamkollegen an seiner Seite begrüßen: Alex Marquez, seines Zeichens amtierender Moto2-Champion und Marcs jüngerer Bruder, erhält das zweite Cockpit bei Repsol Honda.

Noch vor dem Beginn der neuen Saison haben Honda und Marc Marquez außerdem bekannt gegeben, dass der spanische Champion seinen Vertrag bis Ende 2024 verlängert hat. An den Teamkonstellationen der anderen Top-Teams ändert sich in der kommenden Saison dagegen weniger: Bei Ducati bleibt alles beim Alten. Zeitweise gab es Gerüchte, dass Jack Miller und Danilo Petrucci die Cockpits tauschen – diese Spekulationen wurden allerdings ins Reich der Fabeln verwiesen. Es bleibt damit bei der Fahrerpaarung Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci. Für Yamaha gehen erneut Altmeister Valentino Rossi und Maverick Vinales an den Start. Beide besitzen einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2020.

Auch bei Suzuki und Aprilia schien es eigentlich keine Änderungen zu geben. Zumindest besitzen sowohl Alex Rins und Joan Mir als auch Aleix Espargaro und Andrea Iannone Verträge, die bis zum Saisonende 2020 gültig sind. Allerdings wurde Andrea Iannone Mitte Dezember vom Motorrad-Weltverband FIM aufgrund einer postiven Dopingprobe gesperrt.

Andrea Iannone für 18 Monate gesperrt

Iannone wurde positiv auf das Steroid Nandrolon getestet. Entommen wurde die Probe beim Malaysia-GP am 3. November 2019. Iannone wurde zunächst zeitweise gesperrt und durfte laut FIM ab dem 17. Dezember 2019 an keinen Renn-Event teilnehmen, das unter dem FIM-Label läuft. Anfang April 2020 entschied das Disziplinargericht der FIM, dass Iannone rückwirkend für 18 Monate gesperrt wird. Die Sperre würde damit am 16. Juni 2021 enden. Das Gericht erkannte zwar an, dass Iannone Opfer einer Lebensmittelvergiftung wurde und deshalb positiv getestet wurde, trotzdem entschied man sich für die langzeitige Sperre – schließlich liege es in der Verantwortung der Piloten, darauf zu achten, was zu sich genommen wird.

Iannone hat angekündigt, vor dem Sportgerichtshof CAS Berufung gegen die Sperre einlegen zu wollen. Auch Iannones Arbeitgeber Aprilia stellte sich nach der Verkündung der Sperre hinter seinen Piloten. Man könne die Strafe nicht verstehen, da das Gericht in der Urteilsverkündung selbst zugegeben habe, Iannones Beweggründe verstanden zu haben. So wie es aussieht, wird sich Aprilia aber nach einem Ersatz für Andrea Iannone umsehen müssen – vorausgesetzt, die MotoGP nimmt in dieser Saison überhaupt noch Fahrt auf.

Lorenzo startet trotz Karriereende in Barcelona

KTM-Werkspilot Pol Espargaro begrüßt dagegen einen neuen Teamkollegen an seiner Seite: Brad Binder, der in der vergangenen Saison fünf Siege in der Moto2 eingefahren hat, bekommt das zweite Cockpit bei den Österreichern. Auch beim KTM-Pilotenteam Tech 3 gibt es einen Fahrerwechsel: Iker Lecuona erhält das zweite Cockpit neben Miguel Oliveira. Für Hafizh Syahrin gibt es damit kein Cockpit mehr. Für Alma Pramac Racing sollten weiterhin Jack Miller und Francesco Bagnaia an den Start gehen. Beide besitzen Verträge bis zum Ende der Saison 2020. Für Aufsehen hat Avintia Ducati gesorgt. Das Team hat sich von Karel Abraham getrennt, der eigentlich noch einen gültigen Vertrag besaß und Johann Zarco mit einem Einjahresvertrag ausgestattet. Neben Zarco wird Tito Rabat für Avintia starten. Sein Arbeitspapier endet nach der Saison 2021. Auch Franco Morbidelli und Shooting-Star Fabio Quartararo werden 2020 erneut für Petronas Yamaha an den Start gehen.

Einige der aktuellen MotoGP-Piloten haben kein MotoGP-Team für die kommende Saison gefunden oder schlicht und ergreifend ihre Karriere beendet. Das prominenteste Beispiel dürfte Honda-Pilot und Ex-Weltmeister Jorge Lorenzo sein, der seine Karriere nach dem letzten Rennen 2019 in Valencia eigentlich offiziell beendet hatte. Allerdings hat sich der Spanier dann doch dazu entschlossen, als Testfahrer für Yamaha zu fungieren. Außerdem hat Lorenzo noch vor Beginn der Saison etwas überraschend bestätigt, beim Rennen in Barcelona per Wildcard zu starten. Der GP von Katalonien ist für den 7. Juni eingeplant.Takaaki Nakagami wird nach überstandener Verletzungspause dagegen bei LCR Honda bleiben. Das zweite Cockpit bei LCR gehört momentan Cal Crutchlow.

MotoGP weiterhin auf ServusTV und DAZN

ServusTV wird die MotoGP mit großer Wahrscheinlichkeit auch in der kommenden Saison in Deutschland übertragen. Zumindest läuft der Vertrag mit der Dorna noch bis 2023. Bereits seit 2016 überträgt ServusTV die Rennen übrigens auch in Österreich. Auf ServusTV werden oder wurden bisher in Deutschland die Qualifyings und Rennen live gezeigt.

In der vergangenen Saison wurde die MotoGP auch auf DAZN übertragen. Letzte Saison hatte der kostenpflichtige Online-Streaming-Dienst (monatlich 11,99 Euro oder jährlich 119,99 Euro) bekannt gegeben, dass das Rechtepaket vorerst für das Rennjahr 2019 gilt. Ob DAZN auch im kommenden Jahr Rennen übertragen wird, ist noch nicht ganz klar. Zudem können Rennen weiterhin mithilfe des offiziellen und kostenpflichtigen "MotoGP-VideoPass" angeschaut werden. Der VideoPass ist für monatlich 19,99 Euro zu haben.

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