Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Mittelklasse wirft sich in Schale - Yamaha YZF-R7 kommt 2022

MOTORRAD online-Logo MOTORRAD online 24.03.2021 Jens Kratschmar, Uli Baumann

Seit Erscheinen der Yamaha MT-07 2014 geistern in anstrengender Regelmäßigkeit Studien von vollverkleideten Supersport-Varianten durch das Netz. Seit 2015 baut Andy Palmer ein solches Bike bereits in Kleinserie. Jetzt gibt es eine erste halb-offizielle Bestätigung.

Designer Kardesign hat sich überlegt wie eine Supersport-Version von Yamaha als Serienmotorrad aussehen kann. © Kardesign Designer Kardesign hat sich überlegt wie eine Supersport-Version von Yamaha als Serienmotorrad aussehen kann.

Die Aufregung um einen möglichen MT-07-Sportler steigt seit dem Erscheinen der Aprilia RS 660 wieder grenzenlos. Besonders nachdem Yamaha mit der R6 den letzten Mittelklassesportler aus dem regulären Programm gestrichen hat. Eine neue Supersportler-Generation mit 600 bis 700 Kubik aus zwei Zylindern wird erwartet. Gewicht um die 180 Kilogramm fahrfertig, Leistung um die 100 PS, Preis: bezahlbar. Yamaha steht da mit seinem Erfolgsmodell MT-07 quasi seit Erscheinen 2014 in einer unausgesprochenen Pflicht.

Yamaha listet YZF-R7

Ein Supersportler auf Basis der Yamaha MT-07 wäre höchstwillkommen als Neuheit. Und dass der kommt, gilt mittlerweile als sicher. MOTORRAD weiß, dass Yamaha an einem entsprechende Konzept arbeitet, das womöglich noch 2021 vorgestellt wird. Eine weitere Bestätigung kommt jetzt aus den USA. Dort hat nämlich Yamaha für das Modelljahr 2022 bei den CARB-Pflichtmeldungen für die Abgas- und Verbrauchseinstufungen eine Yamaha YZF-R7 gelistet. Die Modellbezeichnung kennt man, gehörte sie doch zum 750er-Homologationsmodell für die Superbike-WM in den späten 90er Jahren – vielen besser bekannt als OW 02. Da eine Neuauflage einer 750er-Supersport-Vierzylinder auszuschließen ist, dürfte unter diesem legendären Namen die neue Supersport-MT-07 antreten. Die CARB-Daten werden zeigt zwei homologierte Modelle: Die Kürzel L uns B hinter der Modellnummer weisen auf zwei Farbvarianten den Blau und Schwarz hin, im Vergleich mit anderen Yamaha-Modelle dürften das das bekannte Yamaha-Blue und Midnight-Schwarz sein. der Hubraum mit 689 Kubik weist klar auf den CP2-Motor der MT-07 hin. Das angegebene EIM-Gewicht ist die "estimated interial mass" also die erwartete, beschleunigte Masse des Motorrads. Das gibt wenig Aufschluß. Im Vergleich mit beispielsweise einer Triumph Speed Triple RS mit dem gleichen EIM-Wert von 280 und einem Trockengewicht von 166 Kilogramm sind zumindest Rückschlüsse zu ziehen.

Privatmann mit sechs Jahren Vorsprung

Andy Palmer aus Kalifornien hat hier gut sechs Jahre Vorsprung. Schon mit Erscheinen der in den USA getauften FZ-07 2014 beginnt der Rennfahrer sich eine leichtgewichtige Rennsemmel aus der Yamaha zu bauen. Erfahrung hat er damit bereits, hält er doch einige Rennrekorde auf Umbauten der Suzuki SV 650.

Das Beste: Er bietet die Umbaukits zum Verkauf an oder auch gleich komplett umgebaute Yamahas. Wer nun nicht warten kann auf Yamaha und eine MT-07 Thundercat, MT-07 RS oder gar auf eine YTR-R7, der kann bei Andy ein Kit ordern und seine MT bereits zum Rennbike frisieren. Das Kit besteht aus einer Vollverkleidung, angelehnt an die MotoGP-Racer für 950 Dollar, dazu benötigt wird noch Haltekit für 299 Dollar. Die Bilder zeigen zwar immer einen Umbau mit einer R1-Gabel und entsprechend radial-befestigten Bremssätteln. Wem das zu teuer wird, kann die originale Gabel mit Cartridge-Kits neu aufbauen. Dazu braucht es den Weg über großen Teich nicht, solche Teile sind in Deutschland sehr gut verfügbar. Ein Schmankerl ist eine eigens für Andy von Yoyodyne entwickelte Anti-Hopping-Kupplung für 850 Dollar.

75 PS etwas mau

Würde Yamaha über einen kleinen Supersportler auf Basis der MT-07 nachdenken, muss der nächste Gedanke klar an die Motorleistung gehen. 75 PS reichen da nicht. Aprilia ist mit der RS 660 und ihren 100 PS Benchmark, Kawasaki mit der 650er-Ninja das Negativbeispiel. Ob der bekannte Yamaha-Twin hier das Potenzial hat oder Yamaha gar den R1-Motor "halbiert" gilt es abzuwarten. Der Kawa-Twin hat durchaus Potenzial, wie schon einige Tuning-Umbauten beweisen. Andy Palmer bietet für die Leistungssteigerung der Yamaha einzig ein neues Mapping angepasst auf einen offenen Luftfilter (299 Dollar) und eine offene Racing-Anlage an. In Deutschland werden derzeit nur elektronische Leistungskuren auf gut 81 PS angeboten.

Marktcheck

Yamaha würde mit einem Supersportler auf MT-07-Basis offene Türen einrennen. Honda zeigt mit der CBR 650 R und der 500er wie kleine Supersportler mit nackten Ablegern am Markt funktionieren können. Aprilia meldet mit der RS 660 Anspruch auf diesen Thron an, unterstützt von der neuen Tuono 660.

Kawasaki hat ein entsprechendes Modell bereits am Laufen, die Ninja 650 muss hier in Sachen Leistung aber aufholen. Triumph könnte mit dem 660er-Motor ebenfalls angreifen. Der Modellname Daytona ist weiterhin stark. Ob BMW den F-Motor entsprechend anpassen möchte ist fraglich, wäre als Unterbau der S 1000 RR aber sinnvoll. Supersport-Ikonen-Produzent Ducati ist nicht vergessen. Dass da unterhalb der Supersport 950 und Panigale V2 noch ein kleineres Wetzgerät kommt, ist aber zu bezweifeln. Ein Wanderfalken-Küken mit halbem Hayabusa-Motor wäre ein interessanter Schachzug von Suzuki. Hier stünde aber auch das Zweizylinder-Turbokonzept noch bereit. KTM hat die potenten Twins der Neuzeit quasi erfunden. Eine KTM 790 RC oder KTM 890 RC wäre logisch.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von MOTORRAD online

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon