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Skoda Octavia WRC (1999): Der Einstieg in die Köngsklasse

motor1.com-Logo motor1.com 25.11.2021 Roland Hildebrandt

Zum WM-Titel reichte es für das flotte Fließheck aber nicht

Skoda Octavia WRC (1999) © Motor1.com Deutschland Skoda Octavia WRC (1999)

War die Rallye-WM früher aufregender? Zumindest sorgte sie nicht nur in den Zeiten der wilden Gruppe B für eine erstaunliche Fahrzeugvielfalt. Oder kennen Sie noch den Skoda Octavia WRC? Ihn wollen wir heute etwas näher beleuchten.

Nach den Erfolgen des Skoda Favorit im Weltcup für Fahrzeuge mit einer angetriebenen Achse, Saugmotor und einem Hubraum von unter zwei Litern (sogenannte F2-Klasse) und zahlreichen Siegen des Skoda Felicia Kit Car wollte sich das Skoda Motorsport-Werksteam auch in der höchsten Klasse des internationalen Rallye-Sports beweisen.

Hier kamen die erste Generation des modernen Skoda Octavia im Jahr 1996 und die Entscheidung der Internationalen Automobilföderation (FIA), 1997 die Kategorie WRC (World Rally Car) einzuführen, gerade recht. Anders als vorher in der Gruppe A konnten nun auch Hersteller mitfahren, die keine aufgeladenen Spezialfahrzeuge mit Allradantrieb bauten.

Skoda Octavia WRC (1999) © Motor1.com Deutschland Skoda Octavia WRC (1999)

Für eine erfolgreiche Homologation war es nicht länger nötig, eine limitierte Straßenversion der jeweiligen Fahrzeuge aufzulegen. Es genügte, wenn der Rennwagen auf einem in Serie gefertigten Modell basierte.

Das Team Skoda Motorsport stand beim Aufbau des Octavia WRC vor zahlreichen Herausforderungen. Lediglich bei der Entwicklung des Skoda Octavia Kit Car mit Frontantrieb hatte man bis dahin Erfahrungen mit Modifizierungen des neuen Kompaktmodells gesammelt. Für das Team erwies es sich unter diesen Umständen als großer Vorteil, Komponenten aus dem Konzernregal nutzen und beim Aufbau des Rennwagens auf bewährte, qualitativ hochwertige Komponenten zurückgreifen zu können.

Im Skoda Octavia WRC kam der aufgeladene Zweiliter-Motor mit Fünfventiltechnik zum Einsatz. Er leistete 221 kW (300 PS), das maximale Drehmoment betrug bei 3.250 U/min zunächst 500 Nm, später bis zu 600 Nm. Hinzu gesellte sich natürlich Allradantrieb. Das Leergewicht des Wagens betrug 1.230 Kilogramm und entsprach damit dem im Regelwerk vorgeschriebenen Mindestwert. Bereits im Laufe des Jahres 1998 begannen die Techniker, die ersten Exemplare zu testen, wobei sie mit der Terminierung des ersten offiziellen Einsatzes des neuen Wagens in der Rallye-WM zu kämpfen hatten.

Skoda Octavia WRC (1999) © Motor1.com Deutschland Skoda Octavia WRC (1999)

Die Nummer eins unter den Piloten des neuen Skoda Octavia WRC war der erfahrene deutsche Fahrer Armin Schwarz, der seinerzeit als bester Testfahrer in der Rallye-Szene galt. Seine Erfahrung und sein Gespür erwiesen sich als entscheidend bei der Abstimmung des Octavia WRC. Als zweiten Fahrer setzte man jeweils auf einen der beiden erfolgreichen tschechischen Piloten Pavel Sibera oder Emil Triner, je nachdem, auf welchem Untergrund die jeweilige Rallye ausgetragen wurde.

Seinen Einstand gab der Skoda Octavia WRC in der Saison 1999 bei der legendären Rallye Monte Carlo. Die erste Saison nutzte der Automobilhersteller insbesondere dazu, das Setup des Fahrzeugs weiter anzupassen und erste Erfahrungen zu sammeln. Beim letzten Rennen der Saison, der berühmten britischen RAC Rallye, hätte der Belgier Bruno Thiry beinahe einen Platz auf dem Podium eingefahren, er landete auf dem vierten Platz der Gesamtwertung. Innerhalb von nur einer Saison entwickelte sich der Octavia WRC damit vom absoluten Neuling im Starterfeld zum voll wettbewerbsfähigen Herausforderer.

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Im Laufe der Jahre pilotierten mehrere Fahrer aus dem Kreis der internationalen Rallye-Elite den Skoda Octavia WRC. Neben Armin Schwarz und den tschechischen Stars Pavel Sibera und Emil Triner gehörten hierzu auch Bruno Thiry, Luis Climent, Roman Kresta, Jan Kopecký, Gabriel Pozzo, Toni Gardemeister, Kenneth Eriksson, Didier Auriol, Matthias Kahle und Stig Blomqvist.

Der Skoda Octavia WRC hat einen festen Platz in der Geschichte von Skoda Motorsport und prägte das Image der Marke: Er erreichte Siege in Wertungsprüfungen, fuhr auf Podiumsplätze (Armin Schwarz, 3. Platz in der Gesamtwertung der Safari Rallye 2001) und stellte seine Zuverlässigkeit auf den internationalen Rallye-Pisten vielfach unter Beweis. Damit stärkte er die Position von Skoda Motorsport auf den Rennstrecken der WM und bereitete den Boden für den nächsten Rennwagen des Herstellers in der WRC als höchster Klasse des Rallye-Sports.

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