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Windkanal-Bonus ab Platz 4 - Kampf um mehr Chancengleichheit

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 21.04.2020 Michael Schmidt
© Mercedes

Was ist schon sicher in den Corona-Zeiten? Zum Beispiel, dass die Budgetdeckelung sinkt. Es werden sicher weniger als die im Juli 2019 vereinbarten 175 Millionen Dollar mit Ausnahmen sein. Nach dem letzten Stand soll der Kostendeckel in der Saison 2021 auf 145 Millionen Dollar fallen und ein Jahr später auf 130 Millionen. Allerdings nur für die Teams, die alle Teile selbst entwickeln und produzieren. Also Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren, Renault und Williams.

Die Kundenteams Alfa Romeo, Alpha Tauri, Haas und Racing Point werden Abschläge akzeptieren müssen, je nachdem, wie groß ihre Einkaufsliste ist. Bei ihnen wird der Nominalwert der Entwicklungskosten für die Teile abgezogen, die sie von einem Mitbewerber einkaufen. Wie hoch der sein soll, legt die FIA fest.

Haas ist das Team, das die meisten Komponenten auswärts einkauft. Teamchef Guenther Steiner rechnet, dass der Gesamtbetrag, um den der Budgetdeckel des US-Teams reduziert wird, nicht über 20 Millionen Dollar liegt.

Mehr Windkanalzeit angedacht

Auf jeden Fall wird es wieder Unterschiede geben zwischen Groß und Klein. Bei einem Budgetdeckel von 175 Millionen Dollar wären die drei Top-Teams zwar ungefähr auf eine Ebene mit McLaren und Renault gerutscht, hätten aber zwischen 25 und 40 Millionen mehr gehabt als die Kundenteams, denen bei maximal 150 Millionen die Luft ausgeht.

Dazu kommen natürlich noch die 20 Ausnahmen vom Kostendeckel. Relevant für die Rundenzeit sind dabei allerdings nur die Fahrergehälter. Unterschiede bei Reisespesen oder der Verwaltung machen ein Rennauto nicht schneller.

Die FIA und das F1-Management verfolgen mit einer Absenkung der Budgetdeckelung nicht nur das Ziel, den in der Corona-Krise finanziell angeschlagenen Teams zu helfen. Sie sehen darin auch eine Gelegenheit, die Chancengleichheit durch eine Annäherung der Budgets zu verbessern.

Wenn jetzt den Kundenteams über den Abzug der Entwicklungskosten zu viel Budget verloren geht, wäre nichts gewonnen. So kam ein zweiter Vorschlag auf den Tisch. Und der lautet: Wer erfolgreich ist, darf weniger oft in den Windkanal.

Und so sieht das Modell aus: Relevant ist die Platzierung der Teams in der Konstrukteurs-WM des abgelaufenen Jahres. Die ersten Drei dürfen den Windkanal dann nur noch zu 70 Prozent der Zeit nutzen, die derzeit das Limit für alle ist. Der Vierte zu 75 Prozent, der Fünftplatzierte zu 80 Prozent und so weiter.

Platz 9 und 10 hätten 100 Prozent der Windkanalzeit zur Verfügung. So hofft man, dass aerodynamische Defizite besser ausgeglichen werden können.

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