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e.Go beantragt Schutzschirm-Verfahren

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 03.04.2020 RP ONLINE
 Gäste betrachten bei der Eröffnung des Elektroauto-Werkes in Aachen einen e.GO Life in einem Lichttunnel. © Frederico Gambarini/dpa Gäste betrachten bei der Eröffnung des Elektroauto-Werkes in Aachen einen e.GO Life in einem Lichttunnel.

Aachen. Der Elektroauto-Hersteller aus Aachen zieht die Notbremse. Weil kein staatliches Rettungsprogramm greife, beantragt das Unternehmen ein Schutzschirm-Verfahren. Firmenchef Günther Schuh gibt sich dennoch optimistisch.

Der Aachener Elektro-Autobauer e.Go hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das Amtsgericht Aachen habe dem Antrag bereits stattgegeben, teilte e.Go am Donnerstag mit. Zum sogenannten vorläufigen Sachwalter wurde Biner Bähr von der Kanzlei White & Case bestellt, der sich am heutigen Freitag vor Ort einen Überblick über die Lage verschaffen will. Er wird Firmenchef Günther Schuh in den kommenden drei Monaten bei der geplanten Sanierung unterstützen.

„Unsere überwiegend strategischen Investoren haben uns bis hierhin stark unterstützt und uns ermöglicht, als einziges Start-Up in Europa einen E-Pkw in Serie auf die Straße zu bringen. Jetzt haben sie verständlicherweise andere Prioritäten“, sagt Schuh. Neben der RAG-Stiftung hat unter anderem auch der Zulieferer ZF Friedrichshafen in e.Go investiert, der momentan ebenfalls von den Folgen der Corona-Krise betroffen ist.

Das Schutzschirmverfahren bewahrt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen unter Aufsicht selbstständig sanieren. Gleichzeitig bekommen die Unternehmer mehr Spielraum, können beispielsweise Personal ohne die Einhaltung von Kündigungsfristen abbauen. Zuletzt hatten auch der Modehändler Esprit und der Warenhauskonzern Karstadt Kaufhof ein solches Verfahren beantragt.

Am 23. März hatte e.Go die Produktion in seinem Werk in Aachen vorerst eingestellt, nachdem Bund und Land zur Eindämmung des Coronavirus eine Vielzahl von Regeln erlassen hatten. Schon damals sagte Gründer Günther Schuh: „Die Maßnahmen treffen uns in einer empfindlichen Phase. Wahrscheinlich brauchen wir Hilfe von Bund oder Land, um die Corona-Krise auch noch zu überstehen.“ Für 130 der rund 500 Mitarbeiter wollte Schuh Kurzarbeit anmelden.

Doch offenbar kamen die Staatshilfen für das Unternehmen am Ende doch nicht infrage. Für die e.GO Mobile greife kein staatliches Rettungsprogramm, teilte das Unternehmen mit. Diese sehen in der Regel Kredite von der staatlichen Förderbank Kfw vor, die dann von den Hausbanken aufgestockt werden. Die Hausbanken könnten bei e.Go keine Eigenanteile an der Finanzierung übernehmen, teilte das Aachener Unternehmen mit.

Der Aachener Autohersteller steckte allerdings bereits vor der Ausbreitung des Virus in Schwierigkeiten. 2019 wurden nur 171 Fahrzeuge zugelassen, während rund 50 Millionen Euro Verlust anfielen. Die Investoren stützten e.Go mit einem Brückenkredit.

Günther Schuh gibt sich dennoch optimistisch: „Wir werden auch diese Krise überstehen.“ 2021 und 2022 wolle man bereits wieder stark wachsen, teilte das Unternehmen mit.

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