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Die Insel der besonderen Kinder - So. 02.09 - ProSieben: 20.15 Uhr: Nicht so besonders

teleschau-Logo teleschau 01.09.2018 Gabriele Summen

Die Bestseller-Verfilmung "Die Insel der besonderen Kinder" von Tim Burton ist visuell atemberaubend, leidet allerdings unter erzählerischen Schwächen.

Viele Kinder leiden unter einer schmerzlich empfundenen Andersartigkeit. Tim Burton, der Spezialist für verschrobene Außenseiter, gibt mit dem Coming-of-Age-Horrormärchen "Die Insel der besonderen Kinder" (2016) jenen beschützenswerten Außenseitern ein skurriles Zuhause. In einer scheinbar sicheren Zeitschleife tummeln sich die Kinder der exzentrischen Miss Peregrine: Enoch kann zum Beispiel Puppen und Skelette zum Leben erwecken, Emma ist so leicht, dass sie stets Bleischuhe tragen muss, damit sie nicht davon schwebt, und ein Junge ist in der Lage, seine Träume und Albträume auf eine Leinwand zu projizieren. Der Genre-Mix läuft nun zum ersten Mal im Free-TV.

Jake (Asa Butterfield, "Hugo Cabret", "Ender's Game"), aus dessen Perspektive der Zuschauer das Fantasy-Abenteuer miterlebt, ist zu Beginn ein schüchterner Einzelgänger, der eine besondere Beziehung zu seinem kriegstraumatisierten Großvater (überzeugend: Terence Stamp) hat. Von klein auf hat dieser ihm von einem Heim in Wales erzählt, in dem Kinder mit schockierend kuriosen Begabungen wohnen. Als sein Opa unter mysteriösen Umständen ermordet wird, glaubt Jake am Tatort ein Monster gesehen zu haben. Ein Grund für seine Eltern, ihn zu einer Psychiaterin zu schicken, die ihn schließlich auf die geheimnisumwitterte Insel vermittelt, von der Jakes Opa immer vermeintlich fantasierte.

Zunächst findet der verstörte Junge nur die Ruine des gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ausgebombten Waisenhauses. Doch dann gerät er in eine Zeitschleife, in der es für immer der 3. September 1943 ist. Er wird bereits von der toughen Miss Alma LeFay Peregrine (Eva Green) erwartet, die diese Zeitschleife geschaffen hat und sich jederzeit in einen Vogel verwandeln kann.

Bald begreift Jake, dass auch er eine Gabe besitzt: Er sieht als Einziger entsetzlich verunstaltete Monster, die es auf die Augen der besonderen Kinder abgesehen haben, um ein menschliches Aussehen wiederzuerlangen. Nicht zuletzt diese sogenannten Hollowgasts - die Wortnähe zu Holocaust liegt auf den Lippen - geben dem Film einen derart gruselig-morbiden Touch, dass es wirklich nicht ratsam ist, sich den Film mit Kindern unter zwölf Jahren anzusehen. Schade, denn das schräge Märchen könnte gerade auch jüngeren, "besonderen" Kindern sehr gut gefallen - während es für Erwachsene leider erzählerisch zu vorhersehbar ist.

Nächstes Jahr im März darf sich das Team aus Regisseur Tim Burton ("Alice im Wunderland", "Big Fish") und Schauspielerin Eva Green ("Casino Royale") erneut an einem Fantasyfilm versuchen. Dann startet ihr nächstes Projekt, die Realverfilmung des Disney-Zeichentrickklassikers "Dumbo", in den Kinos.

Tim Burtons "Die Insel der besonderen Kinder" ist visuell sehr einfallsreich, verliert aber an Zauber durch eine vorhersehbare Geschichte und die recht eindimensionale Figurenzeichnung. Daran können auch Eva Green (Mitte), Asa Butterfield und Lauren McCrostie nichts ändern.

Tim Burtons "Die Insel der besonderen Kinder" ist visuell sehr einfallsreich, verliert aber an Zauber durch eine vorhersehbare Geschichte und die recht eindimensionale Figurenzeichnung. Daran können auch Eva Green (Mitte), Asa Butterfield und Lauren McCrostie nichts ändern.
© ProSieben / 2016 Twentieth Century Fox Film Corporation
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