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Corona: Welche Carsharingdienste noch aktiv sind

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 26.03.2020 Christian Frahm

Carsharing, E-Scooter, Leihfahrräder: Das Coronavirus trifft auch die Sharingbranche. Welche Angebote bestehen bleiben, wo es Einschränkungen gibt und wo man sogar kostenlos fährt - der Überblick.

© CHIP SOMODEVILLA/ AFP

Die sogenannte "letzte Meile" wird zunehmend zum Problem. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren, schränken immer mehr Sharinganbieter ihre Dienste ein oder setzen ihr Angebot sogar komplett aus. Zum einen, weil sie ihre Mitarbeiter schützen wollen. Zum anderen, weil die Kunden wegbleiben. Einige Firmen weiten ihr Angebot während der Coronakrise hingegen aus, verstärken die Fahrzeugflotte und lassen Nutzer vergünstigt oder sogar kostenlos fahren. Einen Überblick, welche Sharinganbieter von E-Scootern, Autos, Rollern oder Leihfahrrädern noch im Geschäft sind und welche Sicherheitsmaßnahmen sie für Kunden und Mitarbeiter treffen, gibt es hier.

Carsharing

Moia

Der Ridepooling-Dienst Moia von Volkswagen stellt sein Angebot in Hamburg und Hannover ab dem 1. April vorübergehend ein. Das Unternehmen reagiert damit auf die Coronakrise und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, in deren Folge sich die Nachfrage nach Fahrten stark reduziert hat, heißt es bei Moia. Die Maßnahme dient dem Schutz der Fahrer und soll einen Beitrag leisten, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Angebot von Moia wird in den verbleibenden Tagen schrittweise reduziert. Zur Erhaltung von Arbeitsplätzen beantragt Moia Kurzarbeit für rund 900 Mitarbeiter, um die Belegschaft vor Entlassungen zu schützen.

ShareNow

Der Anbieter ShareNow, der aus der Fusion der Dienste Car2Go und DriveNow hervorgegangen ist, setzt sein Angebot uneingeschränkt fort. Allerdings beobachte man aufgrund des Coronavirus eine sinkende Nachfrage nach dem Service. "Aktuell wollen wir allen Menschen, die weiterhin zur Arbeit oder dringend notwendige Besorgungen tätigen müssen, ein möglichst sicheres Transportmittel anbieten", sagt ShareNow-Sprecher Niklas Merk. Man bewerte dies aber von Tag zu Tag neu und könne daher noch keine endgültige Entscheidung verkünden.

ShareNow hat die Hygienemaßnahmen deutlich verschärft. Die Fahrzeuge werden von einem speziell dafür beauftragten Dienstleister gereinigt und desinfiziert. Diese Maßnahme finde zusätzlich zu der regelmäßigen Reinigung der Fahrzeuge statt, sodass diese nun häufiger als bisher desinfiziert würden.

Clevershuttle

Derzeit sind die Fahrzeuge von Clevershuttle in den Städten Kiel, Berlin, Düsseldorf,Leipzig, Dresden und München noch uneingeschränkt verfügbar. Das ändert sich allerdings ab dem 3. April, wenn die Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen. "Ab dieser Woche senken wir das Angebot unserer Shuttles auf den Straßen. Mit diesen Maßnahmen leistet CleverShuttle seinen Beitrag, die MitarbeiterInnen zu schützen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung dieser Pandemie einzudämmen", sagt Fabio Adlassnigg, von Clevershuttle.

Clevershuttle bietet zusätzliche Dienste wie den Transport von Medikamenten oder Lebensmitteln, oder festgelegte Shuttle-Fahrten zwischen zwei Standorten an. Personen, die im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder Feuerwehr tätig sind, stellt CleverShuttle 50 Euro Guthaben zur Verfügung.

Aus Hygienegründen verzichtet der Anbieter auf RidePooling-Fahrten, also die Mitnahme verschiedener Personen, die einander nicht kennen aber eine ähnliche Fahrstrecke haben. Stattdessen werden nur noch Fahrten direkt zum Zielort angeboten. Bargeldzahlung ist nicht mehr möglich, zudem dürfen Fahrgäste nur noch hinten sitzen. Zusätzlich verbaut Clevershuttle Trennscheiben zwischen vorderer und hinterer Sitzreihe. Wo das nicht möglich ist, wird improvisiert und es werden stattdessen vorerst Plastikplanen verwendet.

WeShare

Die VW-Tochter, die bislang nur in Berlin Fahrzeuge anbietet, hält das Geschäft aufrecht. Allerdings seien die Buchungszahlen derzeit rückläufig. "Trotzdem erkennen wir, dass unser Angebot weiterhin genutzt wird und während des gesamten Tages Nachfrage besteht. Wir folgern daraus, das Carsharing gerade in Krisenzeiten ein wichtiges Angebot im Mobilitätsmix der Stadt ist", sagt WeShare-Sprecher Michael Fischer.

WeShare hat sein Geschäftsgebiet um einige Krankenhausstandorte erweitert, um dem medizinischen Personal eine Anbindung ans Carsharing zu ermöglichen. Mitarbeiter des Univeritätsklinikums Charité erhalten täglich Gutscheine für Freifahrten. Die Gebühren für das Parken während der Miete wurden von 19 auf 5 Cent reduziert, um den Menschen auch größere Einkäufe zu ermöglichen.

BerlKönig

Der Berliner Ridesharingdienst BerlKönig stellt vom 25. März bis zum 19. April den regulären Betrieb ein und bietet in dieser Zeit ausschließlich kostenlose On-Demand-Fahrten für medizinisches und pflegerisches Personal an. Während dieses Sondereinsatzes sollen die Shuttles in einem erweiterten Geschäftsgebiet von 21 Uhr bis 5:30 Uhr ärztliches Personal, Pflegepersonal, medizinische Fachangestellte und Rettungskräfte zur Arbeit und nach Hause befördern.

Sixt Share

Der Sharingdienst des Autovermieters Sixt ist bis auf weiteres uneingeschränkt verfügbar. "Wir beobachten die Lage kontinuierlich", heißt es bei Sixt Share. Die Fahrzeuge würden in regelmäßigen Abständen gereinigt, Kontaktpunkte zusätzlich desinfiziert. Ärzten oder medizinischem Pflegepersonal bietet Sixt Share bis zum 15. April kostenloses Carsharing in München, Berlin und Hamburg.

Uber

Auch der Fahrdienstleister Uber bietet seinen Dienst uneingeschränkt an. Man arbeite mit den Gesundheitsbehörden zusammen und könne dadurch die Konten von Fahrgästen oder Fahrern, die bestätigt haben, dass sie sich mit COVID‑19 infiziert haben oder mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, vorübergehend sperren. "Wir bemühen uns, unsere Partner‑Fahrer mit Desinfektionsmitteln zu versorgen, damit sie ihren Wagen desinfizieren können. Die Vorräte sind zurzeit zwar begrenzt, doch wir arbeiten mit Herstellern und Vertriebshändlern zusammen, um so viel wie möglich zu beschaffen", heißt es auf der Uber-Website.

Rollersharing

Emmy

In Hamburg, Berlin, Düsseldorf und München bietet Emmy Elektroroller zum Verleih an - und wird das trotz Corona auch weiterhin tun. Einschränkungen gibt es nach Angaben von Emmy nicht. "Allerdings gehen die Fahrten stark zurück. Daher bieten wir unsere Roller nun auch vorübergehend zur monatsweisen Vermietung an", sagt Emmy-Sprecher Valerian Seither. Die Rollermiete für 30 Tage kostet 250 Euro. Im Preis inbegriffen ist der Akkutausch der Roller durch Emmy-Mitarbeiter und die Versicherung. Auch die Hygienemaßnahmen wurden verschäft. Bei jedem Akkutausch der Roller würden nun zusätzlich alle Kontaktpunkte wie Griffe etc. desinfiziert.

E-Scooter-Sharing

Voi

Der E-Scooter-Verleiher setzt seinen Dienst in Deutschland aktuell in Berlin, Hamburg, München und Nürnberg fort. Man wolle die Flotten aber anzupassen und die Roller künftig vermehrt an Krankenhäusern abstellen, um so auch das Gesundheitspersonal zu unterstützen, heißt es auf der Website von Voi. Zudem empfahl der Anbieter seinen Kunden , die Fahrzeuge mit Handschuhen zu nutzen. Zu diesem Zweck verteilt Voi in anderen Städten wie Oslo, Stockholm und Kopenhagen nun auch eigene Handschuhe an die Kunden.

Lime

Die E-Scooter von Lime sind in Deutschland derzeit nicht mehr verfügbar. Auch weltweit wird das Angebot ausgesetzt und ist lediglich noch in Neuseeland, Südkorea oder den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügbar. An den noch geöffneten Standorten wurden strengere Hygieneregelungen eingeführt.

Bird

Auch bei Bird können derzeit europaweit keine E-Scooter mehr ausgeliehen werden. "Aus Verantwortung gegenüber und Verständnis für die Menschen, die Städte und Gemeinden, in denen wir aktiv sind, haben wir beschlossen, unseren Dienst vorübergehend in ganz Europa zu pausieren", heißt es in einem Statement des Unternehmens.

Bikesharing

Nextbike

Der Sharingdienstleister Nextbike bietet seine Leihfahrräder auch weiterhin deutschlandweit an und baut sein Angebot sogar aus. "In Berlin haben wir beschlossen die ersten 30 Minuten jeder Fahrt kostenlos anzubieten. Zugleich sind wir derzeit mit vielen anderen Städten im Gespräch um auch hier kostenlose Fahrten anzubieten", sagt Mareike Rauchhaus von Nextbike.

Call a Bike

Die Deutsche-Bahn-Tochter Call a Bike bietet deutschlandweit laut eigenen Angaben 16.000 Verleihräder an. Der Betrieb laufe trotz Corona uneingeschränkt weiter. Bei den Hygienemaßnahmen beruft sich das Unternehmen auf die Empfehlungen des RKI und empfiehlt den Nutzern gründliches Händewaschen.

Jump

Der zu Uber gehörende E-Bike- und E-Scooter-Anbieter Jump, den man in Berlin und in München nutzen kann, stellt seinen Verleih vorerst ein. Man wolle damit die Gesundheit der Nutzer schützen und die Verbreitung des Virus verlangsamen.

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