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Spannungen zwischen USA und China belasten Börsen

Reuters-Logo Reuters 22.05.2020
A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt © Reuters/KAI PFAFFENBACH A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China haben den europäischen Börsen am Ende einer starken Woche zugesetzt.

Dax und EuroStoxx50 schlossen hauchdünn im Plus bei 11.073 und 2905 Punkten, während die US-Börsen etwas schwächer notierten. Das vorgeschlagene EU-Hilfspaket in Höhe von 500 Milliarden Euro und die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff hatten dem deutschen Leitindex mit knapp sechs Prozent den größten Wochengewinn seit Anfang April beschert.

Spekulationen auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) stützten am Freitag die Kurse. Wie aus den Mitschriften der EZB-Ratssitzung Ende April hervorgeht, stehen die Notenbanker parat, ihr Notfall-Anleihenkaufprogramm zur Bewältigung der Coronakrise (PEPP) bei Bedarf bereits im Juni auszuweiten.

Auf die Stimmung schlug das von China geplante Sicherheitsgesetz in Hongkong, das das Verhältnis mit den USA zusätzlich belastet. "Das Wiederaufflammen der Spannungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten ist eine schlechte Nachricht für die Weltwirtschaft, die ohnehin schwer unter der Coronavirus-Pandemie leidet", sagte Ricardo Evangelista, Analyst beim Brokerhaus ActivTrades. Börsianer fürchten eine erneute Eskalation mit gegenseitigen Strafzöllen und weiteren Sanktionen.

Das lastete auch auf den Ölpreisen. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl verbilligte sich rund vier Prozent auf 32,44 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 34,70 Dollar 3,8 Prozent weniger. Negativ werteten Anleger zudem, dass sich die chinesische Regierung kein Wachstumsziel setzte. Das könne so gewertet werden, dass Investitionen in die Infrastruktur weniger Bedeutung erhielten, sagte Stephen Innes, Chefstratege beim Broker AxiCorp.

In diesem Umfeld waren sichere Häfen gefragt. Der Dollar legte 0,4 Prozent zu, der Euro gab im Gegenzug 0,5 Prozent nach auf 1,0892 Dollar. Auch das britische Pfund geriet unter die Räder und lag ein halbes Prozent tiefer bei 1,2170 Dollar. Auf die Stimmung drückten auch die Daten zum britischen Einzelhandel: Im April brachen die Umsätze so stark ein wie nie zuvor.

FUSIONSFANTASIE TREIBT TAG IMMOBILIEN

Für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett sorgte eine mögliche Milliardenfusion auf dem deutschen Immobilienmarkt: der Wohnungskonzern LEG Immobilien verhandelt eigenen Angaben zufolge mit TAG Immobilien über einen Zusammenschluss. Aktien von TAG gewannen 6,6 Prozent auf 22,06 Euro. LEG gingen 0,8 Prozent höher bei 111,66 Euro aus dem Handel. Zusammen wären die bisher im Nebenwerteindex MDax<.MDAXI gelisteten Unternehmen schwer genug, um den Aufstieg in den Leitindex Dax zu schaffen.

Abwärts ging es dagegen für europäische Luxuswerte. Sie litten unter den Plänen für das Sicherheitsgesetz in Hongkong - die ehemalige britische Kronkolonie gehört zu ihren wichtigsten Absatzmärkten. Die Papiere von Unternehmen wie der Gucci-Mutter Kering, LVMH oder Dior gaben bis zu 2,4 Prozent nach.

Im Blick behielten die Anleger die Aktien der Lufthansa, die 1,1 Prozent auf 8,03 Euro absackten. Die Gespräche über ein milliardenschweres Rettungspaket befinden sich auf der Zielgeraden und sollen zeitnah abgeschlossen werden.

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