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Die Gesetze für Glücksspielautomaten

bbx.de-Logobbx.de 13.11.2019 Thomas Schulz
In einem Casino stehen natürlich zahlreiche Spielautomaten zur Verfügung. © Bruno Glätsch / Pixabay In einem Casino stehen natürlich zahlreiche Spielautomaten zur Verfügung.

Wo dürfen Spielautomaten aufgestellt werden?

Logischerweise sind Spielautomaten in Spielhallen und Casinos zu finden, da diese Spielstätten eigens für den Betrieb von Glücksspielen errichtet werden. Darüber hinaus stehen die Automaten aber auch in anderen Etablissements. Erlaubt ist die Aufstellung ebenfalls in Gastronomiebetrieben und Wettbüros, allerdings mit kleinen Ausnahmen. Die Gastronomiebetriebe dürfen sich nicht in Sporthallen oder auf Sportplätzen befinden und nicht vornehmlich für die Bewirtung von Kindern und Jugendlichen verantwortlich sein. In den Wettbüros dürfen indes keine Sportwetten vermittelt werden, wenn Spielautomaten aufgestellt sind. In Bars und Kneipen sowie auf Volksfesten und Jahrmärkten sind die Spielautomaten hingegen verboten. Ausnahmen macht der Gesetzgeber hier bei Spielautomaten, bei denen der Gewinn in Waren besteht. Die Anzahl ist ebenfalls in der Spielverordnung geregelt. Während in einer Spielhalle maximal zwölf Automaten stehen dürfen, sind es in einem Restaurant oder Imbiss maximal zwei.

Wie hoch muss die Ausschüttungsquote an Spielautomaten sein?

Während in der Vergangenheit die Ausschüttungsquote bei mindestens 50 Prozent lag, wurde diese Regelung mit der Überarbeitung der Spielverordnung im Jahr 2014 aufgehoben. Allerdings sind nun die maximalen Verluste in einer Stunde auf 60 Euro beschränkt. Der durchschnittliche Verlust pro Stunde darf 20 Euro nicht überschreiten. Je nach Spielverhalten, Höhe des Einsatzes und genutztem Spielautomat liegt die Ausschüttungsquote damit bei 60 bis 80 Prozent. Die maximalen Gewinne sind ebenfalls begrenzt. Mehr als 400 Euro pro Stunde kann man an einem Spielautomaten nicht gewinnen.

Auf telefonische Nachfrage bei den Glücksspielexperten von CasinoTest.de wurde uns mitgeteilt, dass die Ausschüttungsquote in Online-Casinos höher sei. Mehr als 90 Prozent der Gelder würden hier durchaus wieder an die Spieler ausgezahlt. Je nachdem, in welchem Land der Betreiber seine Lizenz hält, sind hier unterschiedliche Vorgaben einzuhalten.

Welche Vorgaben müssen Spielautomaten und Aufsteller noch erfüllen?

Neben diesen Rahmenbedingungen sind noch weitere Regeln einzuhalten, die die Spielverordnung vorschreibt. So sind aus Gründen der Transparenz sogenannte Auszahlungstabellen an den Spielautomaten anzubringen, damit die Spieler wissen, worauf sie sich einlassen. Dabei dürfen sich die Gewinnchancen nicht verändern. Mit jeder Runde hat man also die gleiche Wahrscheinlichkeit auf Gewinne oder Verluste. Der Glücksfaktor wird somit nicht durch die Software korrumpiert.

Weiterhin wurden durch die angepasste Spielverordnung einige Punkte hinzugefügt, die den Spielerschutz stärken sollen. So dürfen beispielsweise keine Auto-Spiel-Funktionen mehr angeboten werden, die für ein schnelleres Spiel gesorgt haben. Das ermöglicht natürlich verantwortungsvolleres Spielen, da jede Runde erneut die Entscheidung getroffen werden muss, ob man nun weiterspielt oder nicht.

Ebenso werden die Einsätze nicht mehr in Punkte umgewandelt. Das hat einen einfachen psychologischen Effekt, weil das (V)Erspielen von Punkten vom Gehirn anders bewertet wird, als wenn es sich um Euro-Beträge handelt. Die Anzeige für die Einsätze und Gewinne werden daher nur noch in Euro und Cent erlaubt.

Die menschliche Psychologie spielt auch bei der Regel zum maximalen Einsatz eine Rolle. Erlaubt ist ein maximaler Einsatz in Höhe von zehn Euro. Höhere Einzahlungen werden direkt wieder ausgezahlt und Gewinne dürfen nicht mehr automatisch dem Einsatz gutgeschrieben werden. Damit wird der Spieler nach dem Verlust der zehn Euro wieder gezwungen, die Entscheidung zu treffen, ob er weiterspielen möchte. Es fällt uns einfach schwerer, fünfmal zehn Euro zu setzen als einmal 50 Euro.

Für Vielspieler wurde darüber hinaus eine gesetzlich vorgeschriebene Pause eingeführt. Nach einer Stunde Spielzeit gibt es eine fünfminütige Pause. Nach drei Stunden wird erneut eine Pause eingelegt und alle Gewinne und Einsätze werden ausgezahlt und der Spielautomat auf den Ausgangszustand zurückgesetzt.

Damit sichergestellt wird, dass die Automaten die Vorgaben einhalten, muss jeder Spielautomat mindestens alle zwei Jahre durch einen Sachverständigen geprüft werden. Die Kosten dafür muss der Aufsteller des Spielautomaten übernehmen. Illegale Spielgeräte, gar eine Spielautomaten-Mafia, gibt es dennoch.

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