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100 Euro – das kann die Aldi Watch

W&V-Logo W&V 17.06.2020 Jörg Heinrich

TechTäglich ist die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Apple-Watch-Kopie vom Discounter und mit Lego Super Mario.

1. 100 Euro: Das kann die Apple-Watch-Kopie von Aldi

Mindestens 449 Euro verlangt Apple für seine aktuelle Watch Series 5. Aldi meint nun: Das geht auch viel günstiger! Der Discounter verkauft ab 2. Juli eine Smartuhr, die täuschend echt von der Apple Watch abgekupfert ist, und die nur 99,99 Euro kostet. Der freche China-Klon heißt Huami Amazfit GTS und schneidet in Tests erstaunlich gut ab. Inside Digital lobt sogar in höchsten Tönen: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Smartwatch ein hervorragendes OLED-Display besitzt und mit einer grandiosen Akkulaufzeit von 14 Tagen auftrumpfen kann. Hinzu kommt: Die Uhr ist wasserdicht. Die Huami Amazfit GTS ist eine gute, wenn nicht sogar sehr gute Smartwatch."

Mit 341 ppi ist der Bildschirm sogar minimal schärfer als bei der Apple Watch mit ihren 326 ppi. Und 14 Tage Akku sind gegenüber einem Tag wie beim großen Vorbild ein Riesen-Fortschritt. Im Endeffekt ist der Begriff "Smartwatch" allerdings eine Mogelpackung. Denn die China-Uhr bietet kein eigenes Smartwatch-Betriebssystem und keine Apps, wie bei der Apple Watch. Die Funktionen lassen sich also nicht erweitern, kontaktloses Bezahlen an der Ladenkasse oder Telefonieren sind nicht an Bord. Schlussendlich ist die Aldi Watch ein als Uhr gestaltetes Fitnessarmband mit zwölf Sportarten, GPS und Pulsmessung. Die Einschränkungen sorgen aber für die lange Akkulaufzeit. Wer einen Begleiter für den Sport mit Apple-Anleihen sucht, für den lohnt sich der Kauf bei Aldi Süd. Wer im Bereich von Aldi Nord wohnt, bekommt die Uhr beispielsweise auch um die 130 Euro bei Amazon.

Der Apfel fällt weit vom Stamm – doch im Endeffekt ist die Huami Amazfit GTS keine schlechte Wahl. © Foto: Huami Der Apfel fällt weit vom Stamm – doch im Endeffekt ist die Huami Amazfit GTS keine schlechte Wahl.

2. NBA-Comeback: Smarter Ring soll vor Corona schützen

Zu Ringen hat die US-Basketballliga NBA ohnehin einen ganz besonderen Bezug. Seit 1947 erhalten Spieler und Trainer des Siegerteams den legendären "NBA Championship Ring" – ein protziges Schmuckstück, das trotz fragwürdigem Design eine der begehrtesten Trophäen der Sportwelt ist. Nun soll ein viel modernerer Ring der NBA helfen, ihre durch Corona unterbrochene Saison doch noch zu Ende zu spielen. Wenn die Liga am 30. Juli in Disney World in Orlando/Florida in strenger Isolation ihr Finalturnier startet, wird Spielern und Betreuern empfohlen, möglichst rund um die Uhr den smarten Ring von Oura zu tragen, der vor Corona-Symptomen warnt. Das sieht das Hygienekonzept der NBA vor, das "Life inside the Bubble" ("Leben in der Blase") heißt.

Zuletzt haben mehrere Studien ergeben, dass Fitnessarmbänder oder eben auch der Smartring von Oura in der Lage sind, Corona-Infektionen schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Denn dann ändern sich Puls, Körpertemperatur, Atmung und andere Werte in typischen Mustern. Die NBA hofft, infizierte Spieler oder Betreuer so schnell isolieren zu können und weitere Ansteckungen zu verhindern. Das Tragen des Rings soll freiwillig sein. Die Teamärzte bekommen nur Zugriff auf die Daten, wenn der Finger-Fitnesstracker eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung meldet. Als weiteres technisches Hilfsmittel setzt die NBA laut Engadget auf Armbänder, die Alarm schlagen, wenn sich zwei Personen auf weniger als 1,80 Meter annähern.

3. Lego Super Mario: Das sind die 14 Sets

Ja ist denn schon Weihnachten? Am 1. August startet die Kooperation von zwei Spiele-Riesen. Und sie dürfte dafür sorgen, dass die Wörter "Lego" und "Mario" dieses Jahr auf den Wunschzetteln zahlloser Kinder ganz weit oben stehen. Klötzchen-Gigant Lego aus Dänemark und Mario-Erfinder Nintendo aus Japan bringen am 1. August ihre gemeinsame neue Reihe "Lego Super Mario" in die Läden. Für Eltern wird’s teuer: Ein Starter-Set für 59,99 Euro ist die Grundvoraussetzung für den Einstieg. Zusätzlich sind 13 Erweiterungen mit den verschiedensten Mario-Themen im Angebot. Sie kosten zwischen 9,99 Euro und 99,99 Euro.

Die Mario-Spielfigur hat einen kleinen LCD-Bildschirm am Klempner-Bauch eingebaut, der über die Elektronik der einzelnen Sets jede Menge technische Tricks ermöglicht. Die Spielewelten wie "Piranha-Pflanze-Powerwippe", "Toads Schatzsuche" oder die knapp 100 Euro teure "Bowser-Festung" sollen wie Level eines Videospiels funktionieren – nur in echt. Sie lassen sich außerdem mit einer "Lego Super Mario App" verbinden, die Bauanleitungen bietet oder Bestleistungen aufzeichnet. Damit die Fantasie der Kinder nicht zu kurz kommt, können die Mario-Sets beliebig mit vorhandenem Lego-Spielzeug kombiniert werden.

4. Sonos Move: Jetzt in Weiß und mit mehr Akku-Laufzeit

Der Ende 2019 erschienene Move ist der erste Freiluft-Lautsprecher von Sonos. Im Gegensatz zu den bisherigen Boxen des kalifornischen Audiospezialisten spielt der Move Musik nicht nur über das heimische WLAN ab, sondern auch unterwegs per Bluetooth vom Smartphone. Außerdem bietet er einen eingebauten Akku für die Outdoor-Nutzung. Dafür gab es in Tests viel Lob. Kritisiert wird nur das arg wuchtige Format des Move, der mit drei Kilo und mit 24 Zentimetern Höhe beim Familienausflug an den See ziemlich ins Gewicht fällt.

Rechtzeitig zum anstehenden Sommer legt Sonos jetzt nach: Zusätzlich zur bisherigen schwarzen Version ("Shadow Black") gibt es den Move nun auch in Weiß ("Lunar White"). Geliefert wird ab 7. Juli, der Preis bleibt bei recht happigen 399 Euro. Wichtiger als die neue Farbe ist ein Software-Update für alle Moves, das die Akku-Laufzeit von den bisherigen zehn auf elf Stunden erhöht.

5. Österreich: Twitter-Skandal um Geldstrafe für Darmwind

Über diesen Österreich-Skandal lacht die Welt. Und er sorgt für mächtig viel Wind auf Twitter. Mittlerweile berichtet sogar der Guardian aus England über die Pups-Affäre. Dort lautet die Überschrift: "Die österreichische Polizei verteidigt ihre Entscheidung, einen Mann für einen 'provokativen' Furz zu bestrafen." Und darum geht es: Bei einer Ausweiskontrolle in Wien verhielt sich der 22-jährige Student Mitja M. angeblich nicht so kooperativ, wie sich die Polizei das gewünscht hätte. Stattdessen ließ er, nun ja, "provokativ" einen lautstarken Darmwind entfleuchen, von dem sich die Beamten beleidigt fühlten. Sie verurteilten ihn zu einer Geldstrafe von 500 Euro.

Auf Twitter verteidigt die Wiener Polizei die Maßnahme: "Natürlich wird niemand angezeigt, wenn einmal versehentlich 'einer auskommt'. Der Angezeigte verhielt sich jedoch während der gesamten vorangegangenen Amtshandlung bereits provokant und unkooperativ. Er erhob sich leicht von der Parkbank, blickte die Beamten an und ließ offenbar in voller Absicht einen massiven Darmwind in unmittelbarer Nähe der Beamten ab. Und anfurzen lassen sich die Kollegen dann doch eher ungern." Twitter amüsiert sich prächtig über die windige Affäre, mit Tweets wie "Gibt es hier Normwerte, die dann ebenso im Strafmaß zu beziffern sind? Frage für einen Freund mit Blähungen." Oder: "Wenn‘s Oaschal brummt, is Herzal g’sund. Oba 500 Euro? Do griagst jo an Kasper!" Der Windmacher ließ jetzt auf oe24.at wissen, dass er die Strafe nicht zu bezahlen gedenkt – zumal nur ein zuvor verzehrtes Bohnengericht seiner Oma zu dem "Schas" geführt habe. Der Skandal bläht sich weiter auf.

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