Schon immer sucht Amazon nach neuen flexiblen und innovativen Arten, Pakete auszuliefern. Ob per Drohnen, Fahrradkurrier oder als Amazon Flex-Lieferpartner.

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Wie funktioniert Amazon Flex?

Im Jahr 2015 startete Amazon Flex als Programm in Seattle, Washington: Über eine Android-App erhalten Fahrer dabei einen Lieferauftrag und die dazugehörigen Abholinformationen. Innerhalb von nur ein bis zwei Stunden sollen die Pakete auf diesem Wege beim Besteller ankommen. Ende 2017 startete Amazon Flex auch in Deutschland, wie der Unternehmenswebsite zu entnehmen ist. Mittlerweile haben über vier Millionen Fahrer weltweit die Amazon Flex-App heruntergeladen, so Bloomberg. Als Amazon Flex-Lieferpartner kann man laut Amazon in Schichten von zwei bis acht Stunden am Tag, mindestens 25 Euro pro Stunde mit dem ausliefern von Paketen verdienen. Um ein Amazon Flex-Lieferpartner zu werden, muss man lediglich 18 Jahre alt sein und über einen Führerschein sowie ein Handy und Auto verfügen.

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Fahrer im Konkurrenzkampf mit Bots um Lieferaufträge

Im Februar 2020 berichtete das US-amerikanische Portal für Wirtschaftsnachrichten CNBC über den Konkurrenzkampf zwischen Lieferpartnern und Bots: Um an mehr Aufträge zu kommen, nutzen einige der Zusteller verschiedene Arten der technischen Unterstützung. Obwohl ein Amazon-Sprecher selbst gegenüber CMBC erklärte, dass solche Manipulationen untersagt seien und sogar zum Ausschluss führen können, ist die Nachfrage in manchen Gebieten der USA wohl so hoch, dass Fahrer nur noch mit Hilfe von selbst erstellten Bot-Programmen an die ersehnten Lieferaufträge gelangen. Bei den Bot-Prorammen handelt es sich z.B. um das bis zu 500 US-Dollar teure Zero Flex. Dieses Programm analysiert mithilfe eines Skripts den Netzverkehr zwischen der Flex-App auf dem Gerät des Nutzers und den Amazon-Servern. Erkennt das Skript einen neuen verfügbaren Auftrag, kann es sich diesen sichern, noch bevor er für andere Nutzer freigegeben wird. Bei der Hardware handelt es sich um Module wie Autotapper oder Blockgrabber, welche die physische Aktion des Antippens der App automatisieren.

Automatisierte Kündigung per App

Erst kürzlich berichtete das Wirtschaftsnachrichtenportal Bloomberg davon, dass einige Amazon Flex-Lieferpartner über die App durch einen Algorithmus entlassen werden. Bei Interviews mit mehreren Betroffenen zeigte sich, dass die Gründe der Kündigungen außerhalb der eigenen Kontrolle lagen. Amazon überlässt den Maschinen und Algorithmen immer mehr Verantwortung, das Personalwesen miteingeschlossen. So setzt der Konzern Software ein, um z.B. Vertragsverfahren, unabhängige Lieferfirmen sowie die Leistungen der Büroangestellten zu überwachen - so auch im Fall der Amazon Flex-Lieferanten. Menschliches Feedback erhalten die Fahrer selten. Sie müssen sich eher auf ihre Bewertung in den Kategorien "Fantastisch", "Großartig", "Angemessen" oder "Gefährdet" verlassen. Wollen Fahrer eine schlechte Bewertung anfechten, können sie nicht genau sagen, ob es sich bei den Antworten um echte Menschen oder automatisch erstellte Antworten handelt, so ein Fahrer in einem Interview mit Bloomberg. Amazon-Sprecherin Kate Kudrna gibt laut Bloomberg in einer Stellungnahme bekannt, dass die Behauptungen der Fahrer über unfaire Kündigungen anekdotisch seien und nicht die Erfahrungen der großen Mehrheit der Flex-Fahrer widerspiegelten.

E. Schmal / Redaktion finanzen.net

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