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Biontech-Chef – So lange hält der Impfschutz

WELT-Logo WELT 21.11.2021 Martin Heller
Ugur Sahin, Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Entwicklers Biontech, im Axel Springer Haus in Berlin (Archivbild) Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka © dpa/Bernd von Jutrczenka Ugur Sahin, Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Entwicklers Biontech, im Axel Springer Haus in Berlin (Archivbild) Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka

Der Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen setzt sich fort. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, erhöhte sich der Wert auf 372,7 und erreichte damit den 14. Tag in Folge einen neuen Höchststand. Am Samstag hatte die Inzidenz bei 362,2 gelegen, am Sonntag vergangener Woche hatte sie noch 289,0 betragen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an. Am 8. November hatte der Wert die Schwelle von 200 und damit die bisherige Höchstmarke seit Pandemiebeginn von 197,6 überschritten. Seitdem wurden täglich neue Höchstwerte registriert.

Wie das RKI am Sonntag weiter mitteilte, wurden bundesweit binnen 24 Stunden 42.727 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Todesopfer der Pandemie in Deutschland stieg demnach um 75 auf 99.062 Fälle. Am Wochenende werden in der Regel weniger Fallzahlen gemeldet, unter anderem weil weniger getestet wird.

Biontech-Chef Ugur Sahin hält seinen Impfstoff trotz der Impfdurchbrüche für sehr wirksam. Der Impfstoff nehme erst „ab dem vierten Monat“ ab, sagt Sahin der „Bild am Sonntag“ einem Vorabbericht zufolge. Der Schutz vor einer schweren Erkrankung sei noch bis zum neunten Monat sehr hoch. Sahin empfiehlt einen Booster zur Impfauffrischung, der sei „sehr gut vor Erkrankung, er hilft aber auch, weitere Ansteckungsketten zu unterbrechen.“ Sahin rechnet in Zukunft mit jährlichen Auffrischungsimpfungen, ähnlich wie bei Influenza.

Alle Entwicklungen im Liveticker

05:30 Uhr – Grünen-Experte fordert Vorbereitung für Patientenverlegungen

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert wegen der anhaltend starken Zunahme von Corona-Infektionen umfassende Vorbereitungen für Patientenverlegungen in andere Kliniken. Dies sei „ein koordinativer Kraftakt“, der frühzeitig und zentral gesteuert werden sollte, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist durchaus realistisch, dass Hunderte Patienten in Kürze verlegt werden müssen.“ Für diese Herausforderung brauche es endlich einen operativen Bund-Länder-Krisenstab, den es bereits seit Beginn der Pandemie hätte geben müssen.

„Schon nächste Woche werden zahlreiche Intensivstationen keine neuen Patienten mehr aufnehmen können“, warnte Dahmen. Im Süden und Osten des Landes reichten die Versorgungskapazitäten absehbar nicht aus. „Da wir wissen, dass etwa 0,7 Prozent aller Neuinfizierten auf der Intensivstation landen werden, können wir den Bedarf an Intensivbetten heute bereits zuverlässig für die nächsten zehn Tage vorhersagen.“ Daher müsse jetzt mit länderübergreifender Koordination und der logistischen Organisation der Patientenverteilung begonnen werden. „Das gelingt nur zentral und nicht, indem wir es auf ohnehin überlasteten Schultern abladen.“

05:02 Uhr – Industrie rechnet mit schwierigem Winter


Video: Impfkommission: Unter 30-Jährige nur mit Biontech impfen (glomex)

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Die Sorgen der unter Materialmangel leidenden deutschen Industrie wachsen angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen. „Die jüngste Entwicklung des internationalen Infektionsgeschehens erhöht die Risiken für die Industrieproduktion in diesem Winter massiv“, sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). „Schon ohne neue öffentliche Corona-Beschränkungen ist eine erneute spürbare Kaufzurückhaltung zu befürchten. Zum Glück sind die Auftragsbücher in vielen Branchen momentan noch gut gefüllt.“

Viele Hersteller können die gut gefüllten Orderbücher wegen Lieferengpässen allerdings nicht wie gewohnt abarbeiten. Das dämpft die Produktion, wie aus dem aktuellen Industriebericht des BDI hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes war die Industrieproduktion zuletzt gesunken. Hart trifft es dem BDI zufolge unter anderem die Autobauer, die unter Rohstoffknappheit und Halbleitermangel leiden.

„Wir erwarten für das Jahr 2021 nur noch einen Anstieg der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um vier Prozent – halb so viel wie bislang“, sagte Lang. Um das Niveau vor der Corona-Krise zu erreichen, müsste die deutsche Industrie im kommenden Jahr dann um siebeneinhalb Prozent wachsen.

05:01 Uhr – Verkehrsunternehmen bereiten sich auf 3G-Regel vor

Die Deutsche Bahn will Anfang der Woche bekannt geben, wie sie mit der neuen 3G-Regel für Fahrgäste umgehen wird. „Die DB bereitet sich auf die Umsetzung der jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor“, sagte ein Sprecher. Man stelle sich darauf ein, dass die neuen Regeln im Laufe der Woche in Kraft träten.

Bundestag und Bundesrat hatten wegen stark gestiegener Corona-Zahlen beschlossen, dass Fahrgäste in Bussen und Bahnen geimpft, genesen oder getestet sein müssen (3G). Erwartet wird, dass die Regelung ab Mitte der Woche greift.

04.20 Uhr – Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 372,7

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 42.727 Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Das sind 9229 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche, als 33.498 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf Rekordhöhe von 372,7 von 362,2 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 75 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen eines Tages auf 99.062. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 5,35 Millionen Corona-Tests positiv aus.

01:45 Uhr – Biontech-Chef Ugur Sahin – Impfstoff trotz der Impfdurchbrüche sehr wirksam

Biontech-Chef Ugur Sahin hält seinen Impfstoff trotz der Impfdurchbrüche für sehr wirksam. Der Impfstoff nehme erst „ab dem vierten Monat“ ab, sagt Sahin der „Bild am Sonntag“ einem Vorabbericht zufolge. Der Schutz vor einer schweren Erkrankung sei noch bis zum neunten Monat sehr hoch. Sahin empfiehlt einen Booster zur Impfauffrischung, der sei „sehr gut vor Erkrankung, er hilft aber auch, weitere Ansteckungsketten zu unterbrechen.“ Sahin rechnet in Zukunft mit jährlichen Auffrischungsimpfungen, ähnlich wie bei Influenza.

00:20 Uhr – Kindermediziner warnen vor erneuten Schulschließungen

Kindermediziner warnen angesichts der härteren Regeln zur Pandemie-Eindämmung vor erneuten Schulschließungen. „Wir haben in verschiedenen Untersuchungen festgestellt, dass die Hauptansteckungen bei Kindern und Jugendlichen eben nicht in den Schulen passieren, sondern im familiären Umfeld“, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post“.

Zudem komme es nicht während der Schulzeit zu den meisten Ansteckungen, sondern in den Ferien. „Die Schulen tragen aktuell also dazu bei, Infektionen bei Kindern zu kontrollieren – vor allem das regelmäßige Testen, Masketragen und Hygiene sind dabei ausschlaggebend.“ Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) erklärte, Schul- und Kitaschließungen würden nie primär dem Schutz der Kinder und Jugendlichen dienen, sondern vor allem dem Schutz von ungeimpften Erwachsenen.

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