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Coronavirus: Deutsche Kreditwirtschaft hebt Limit für kontaktloses Zahlen an

Finanzen.net-Logo Finanzen.net 09.04.2020

Bisher war kontaktloses Zahlen in Deutschland nur bei Beträgen von bis zu 25 Euro möglich - das soll sich in näherer Zukunft ändern, beschloss die Deutsche Kreditwirtschaft.

INDRANIL MUKHERJEE/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net INDRANIL MUKHERJEE/AFP/Getty Images

Kontaktloses Zahlen, das bedeutet der Zahlungsverkehr ohne physischen Kontakt zu einem Kartenlesegerät, kommt immer mehr in Mode. Allerdings sind derlei Zahlungen nur bis zu einem bestimmten Betrag möglich, in Deutschland sind das momentan 25 Euro. Dieses Limit soll nun angehoben werden.

Trotzdem weiterhin Pin-Eingabe nach fünf Transaktionen

In einer Pressemitteilung vom 30. März verkündete die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) ihre Pläne bezüglich der Veränderung. Demnach solle die kontaktlose Kartenzahlung am Point-of-Sale von 25 Euro auf 50 Euro erhöht werden. Spätestens nach fünf Transaktionen oder nach einer überwiesenen Gesamtsumme von 150 Euro muss aber weiterhin eine Pin eingegeben werden. Das entspricht der Änderung des PSD2 von September 2019. Die weiterhin bestehende PSD2-Änderung verpflichtet ebenfalls zur "starken Kundenauthentifizierung" - das bedeutet: Bei Online- und Kartenzahlungen muss der Zahlende sich durch zwei von drei voneinander unabhängigen Kategorien identifizieren. Diese Kategorien sind Pin- oder Passworteingabe, Besitz einer Geldkarte oder eines mobilen Geräts und Inhärenz, also beispielsweise die Verifikation durch einen Fingerabdruck am Smartphone.

In der Pressemitteilung bezieht sich die DK auf das Coronavirus und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen in Supermärkten. Und kontaktlose Zahlung, so die DK, würde helfen, den direkten physischen Kontakt so gut es ginge zu minimieren.

Zahlung per Handy, SmartWatch oder Karte: So geht‘s

In Deutschland ist kontaktloses Zahlen mit Kreditkarte, Smartphone, SmartWatch oder der GiroCard, also einer EC-Karte, möglich. Karten, mit denen kontaktlos gezahlt werden kann, lassen sich durch das wellenartige Near Field Communication (NFC)-Symbol erkennen.

Der Zahlvorgang funktioniert dann wie folgt: Wer mit Karte zahlt, muss diese nur über beziehungsweise neben das ebenfalls NFC-fähige Lesegerät halten und die Transaktion ist abgeschlossen. Demnächst wird dann bei einem Einkauf im Wert von mehr als 50 Euro eine Pin abgefragt.

Für eine Zahlung mit Handy oder SmartWatch muss zunächst die Google-Pay-App installiert oder die auf iPhones vorinstallierte Wallet-App aktiviert werden. In der App fügt der User seine gewünschte Zahlungsmethode hinzu - das funktioniert mit Karten oder auch PayPal. Gezahlt werden kann dann ganz einfach: Der Bildschirm wird entsperrt, anschließend das Gerät anstelle der Karte über das Kartenlesegerät gehalten. Apple-User verifizieren sich als tatsächlichen Besitzer des Geräts noch etwas gründlicher, da sie zunächst zwei Mal die Seitentaste drücken und sich per Face- oder Touch-ID identifizieren müssen, bevor das Gerät über das Kartenlesegerät gehalten werden kann. Auf sein Mobilgerät erhält der Nutzer zusätzlich eine Push-Nachricht, die über die Transaktion informiert. Das soll vor Missbrauch schützen.

Übrigens ist die Wahrscheinlichkeit, dass durch engen Kontakt des Zahlungsmediums mit einem Lesegerät einmal eine nicht vom Karten- oder Geräteinhaber gewünschte Transaktion stattfindet angeblich sehr gering. Passiert das doch, muss der Zahlende nur einen kleinen Versicherungsbeitrag zahlen und nicht den gesamten Verlust selbst tragen.

NFC-Zahlung immer mehr genutzt

Die NFC-Zahlungsmöglichkeiten scheinen auf den ersten Blick dennoch kompliziert und unsicher - in dem Fall kann immer noch auf herkömmliche Zahlungsweisen zurückgegriffen werden. Viele Menschen scheinen sich aber langsam an NFC zu gewöhnen: GiroCard veröffentlichte Daten einer Statistik zur Nutzung der kontaktlosen Zahlungsweise. Diese Daten besagen, dass im Jahr 2019 der Anteil an kontaktlosen Transaktionen extrem anstieg. Während 2019 in Deutschland insgesamt 18,7 Prozent mehr Menschen mit GiroCard zahlten als im Vorjahr, fanden Anfang des Jahres nur 15 Prozent der Zahlungen kontaktlos statt. Ende des Jahres waren es schon ganze 35,7 Prozent.

NFC verbreitet sich also auch in Deutschland immer mehr und die Deutsche Kreditwirtschaft leistet ihren Beitrag dazu, indem sie das Limit von 25 Euro auf 50 Euro erhöhen wird.Redaktion finanzen.net

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