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Das Eigenheim altersgerecht umbauen

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 18.01.2022 RP ONLINE

Düsseldorf. Der Anteil der Älteren in der Gesellschaft wächst. Daher müssten viele Häuser und Wohnungen anders gebaut oder umgerüstet werden. In Deutschland fehlen aktuell Millionen altersgerechte Wohneinheiten.

© sasirin pamai

Rolf Buch, Chef des Wohnungskonzerns Vonovia, hat bereits im November beim Ständehaustreff in Düsseldorf die Messlatte hoch gelegt: „Wir brauchen in den nächsten zehn Jahren drei Millionen altersgerechte Wohnungen“, hat Buch seinerzeit erklärt – und gesagt, der größte Teil aller neu gebauten Wohnungen müsse so sein.

Kein Wunder: Die Zahl der älteren Menschen wächst und damit auch der Bedarf an seniorengerechten Immobilien. Vor sieben Jahren lebten in Deutschland noch etwa 17,3 Millionen Menschen, die älter als 65 Jahre alt waren. Bis 2030 wird diese Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 26 Prozent auf knapp 22 Millionen steigen. Das hängt natürlich vor allem damit zusammen, dass die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Baby-Boomer, in Rente gehen oder dies bereits getan haben.

Wohnen im Eigenheim gilt in Deutschland grundsätzlich als eines der besten Mittel zur Altersvorsorge. Das funktioniert aber nur so lange, wie Gesundheit und Fitness mitspielen. Wenn die Treppe zu viel, der Einstieg in die Dusche zum Problem, die Gartenpflege zu mühsam wird, stellt sich die Frage: altersgerecht umbauen oder in ein entsprechendes neues Zuhause umziehen? Wenn ja, wie muss das aussehen?

Die Antwort: Die Räume sollten möglichst barrierefrei sein. Viele Menschen benötigen Hilfe beim Duschen, vielleicht – je nachdem, wie die Technik sich in Zukunft entwickeln wird – einen Treppenlift, einen Rollstuhl, der breitere Eingänge erfordert, oder etwa auch ein Hausnotrufsystem, mit dem man im Notfall Angehörige, Nachbarn oder Freunde verständigen kann. Rutschfeste Bodenbeläge, die Stürze vermeiden sollen, sind ebenso sinnvoll wie Griffe im Bad, an denen man sich festhalten kann und die womöglich sogar die Krankenasse zahlt, wenn der Arzt sie verschreibt. In der Küche könnten Geräte wie der Ofen, die Spülmaschine oder der Herd so hoch sein, dass man sie auch als Rollstuhlfahrer bedienen könnte.


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Solche Umbauten kosten natürlich viel Geld. Entsprechend sollte man solche baulichen Veränderungen rechtzeitig in Angriff nehmen, wenn man im eigenen Haus bleiben will, und sich darauf einrichten, dass Wohnen im Alter deutlich teurer wird, weil solche Wohnungen teurer sind. Für diejenigen, die aus dem Eigenheim umziehen und danach auch altersgerecht wohnen wollen, heißt es vor allem in den großen Städten: Es wird teurer. Das Immobilienportal Immowelt hat bei einer Untersuchung in den 14 größten deutschen Städten herausgefunden, dass in zwölf von ihnen (darunter auch in Düsseldorf) im Durchschnitt seniorengerechte Wohnungen für mehr als 100 Euro mehr angeboten wurden als andere Wohnungen. In fünf Städten waren es demnach sogar 200 Euro mehr.

Beim Umbauen des Eigenheims gibt es auch Hilfe vom Staat. Die bundeseigene Kfw vergibt beispielsweise nach eigenen Angaben über das Programm „Altersgerecht umbauen“ Förderkredite bis 50.000 Euro mit einem effektiven Zinssatz ab 0,04 Prozent – „unabhängig von Ihrem Alter“, wie die Förderbank betont. Alternativ bekamen Menschen, die die Barrieren in Haus oder Wohnung verringern, lange Zeit 6250 Euro als Investitions­zuschuss Und förderfähig war beispielsweise auch der .Einbau von Sicherungssystemen im Haus als Einbruchschutz – mit Nachrüstsystemen für Türen und Fenster, Alarmanlagen, Gitter, Rollläden, Bewegungsmelder. Dafür gab es 1600 Euro Zuschuss extra. Aber für beide Zuschussformen gilt: Momentan ist kein Geld mehr da. Für die barrierereduzierenden Maßnahmen seien die Mittel für 2021 aufgebraucht, so die KfW. Daher sind gegenwärtig keine Anträge mehr für den Investitionszuschuss möglich. Gleiches gilt beim Zuschuss für den Einbruchschutz. Sobald Bundesmittel bereitstünden, werde die Antrag­stellung wieder möglich sein. „Wir werden Sie darüber auf dieser Seite und in unserem Newsletter informieren“, so die KfW. Es lohnt sich also, hin und wieder auf die Website der Förderbank zu schauen.

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