Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Drei neue Studien zeigen, wie sich die Gender Pay Gap verringern lässt

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 05.03.2020 Joana Lehner
Die Gender Pay Gap steckt auch oft noch in den Köpfen fest. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Die Gender Pay Gap steckt auch oft noch in den Köpfen fest.

Laut statistischem Bundesamt liegt die Gender Pay Gap im Durchschnitt bei 21 Prozent. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung erforscht die Ursachen.

Dass Männer mehr verdienen als Frauen ist Fakt: Laut statistischem Bundesamt beträgt die Lücke zwischen den Gehältern durchschnittlich 21 Prozent. Drei neue Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben die Gender Pay Gap genauer untersucht und zeigen, womit man sie verringern könnte:  

Die Kinderbetreuung sollten Frauen und Männer gleichermaßen übernehmen

Die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern vergrößert sich rasant im Laufe des Lebens. Während sie bei den unter 30-Jährigen noch neun Prozent beträgt, liegt sie bei Beschäftigten über 49 Jahren schon bei 28 Prozent. Dabei driften die Gehälter ab einem ganz bestimmten Zeitpunkt auseinander: im Alter von 30 Jahren. Hier bekommen Frauen im Durchschnitt ihr erstes Kind, sie beginnen in Teilzeit zu arbeiten, pausieren oder geben ihren Job komplett auf. In dieser Zeit verdienen sie kein oder kaum Geld, denn Teilzeitarbeit wird meist schlechter bezahlt.   

Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern steigt mit dem Alter © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern steigt mit dem Alter

Den Studien zufolge könnte man dieses Problem lösen, indem sich Männer genauso viel um die Kinder, den Haushalt oder um pflegebedürftige Angehörige kümmern würden. Frauen könnten dann genauso viele Stunden arbeiten wie ihre Männer. Denn aktuell ist es laut Studienautorin Aline Zucco so, “dass die sehr ungleich verteilte Sorgearbeit – sprich insbesondere die Betreuung von Kindern – dazu beiträgt, dass die Stundenlöhne von Frauen ab 30 Jahren nicht weiter steigen. Männer hingegen können bis zum 50. Lebensjahr ein deutliches Gehaltsplus verzeichnen“. 

Gezielte Anreize sehen die Autoren der Studie etwa in mehr Partnermonaten beim Elterngeld, der Einführung einer Familienarbeitszeit und der Reform des Ehegattensplittings. 

Frauen in Führungspositionen haben das Potenzial zu Vorbildern

Das alleine reicht aber nicht aus, um die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern verschwinden zu lassen. Denn die Studie zeigt auch: Selbst wenn Frauen ununterbrochen weiterarbeiten, liegen die Gehälter noch immer rund sechs Prozent unter denen der Männer.  

Eine Ursache dafür zeigt sich in der zweiten Studie des DIW: Den Teilnehmern wurden fiktive Personen beschrieben, basierend darauf sollten sie bewerten, ob diesen ein bestimmtes Gehalt zusteht. Auffällig war hier, dass sowohl Frauen als auch Männer es tatsächlich als gerecht empfanden, wenn Frauen trotz gleicher Tätigkeit, gleichen Alters und Arbeitsleistung ein geringeres Gehalt bekommen. Der Lohn für Männer wird den Ergebnissen zufolge für gerecht gehalten, wenn er etwa drei Prozentpunkte höher liegt als der gerecht empfundene Lohn für Frauen, heißt es in der Studie.  

Sowohl Männer als auch Frauen finden niedrigere Löhne für Frauen fair. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Sowohl Männer als auch Frauen finden niedrigere Löhne für Frauen fair.

Mit Blick auf das Alter der Befragten ließen sich allerdings unterschiedliche Antworten feststellen. Die unter 33-Jährigen beurteilten gleich hohe Löhne für beide Geschlechter als fair — Älteren dagegen nahmen auch größere Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen noch als fair hin.

Die dritte Studie der DIW ergab: Insbesondere junge Akademikerinnen erwarten im Laufe ihres Berufslebens viel geringere Gehaltserhöhungen als ihre männlichen Kollegen. Das aber kann Frauen in ihren beruflichen Entscheidungen bremsen und womöglich die Gehaltslücke verfestigen. 

Frauen und Männer haben unterschiedliche Lohnerwartungen © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Frauen und Männer haben unterschiedliche Lohnerwartungen

Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics am DIW Berlin, erklärt wie sich dieser Kreislauf aus pessimistischen Erwartungen und klassischen Vorstellungen von Geschlechterrollen durchbrechen lässt: „Ein höherer Anteil von Frauen in Führungspositionen hat das Potenzial, stereotype Zuschreibungen mit Blick auf die Fähigkeiten und Verdienste von Frauen und Männern zu verändern.“ 

Photo by Brooke Cagle on Unsplash © Photo by Brooke Cagle on Unsplash Photo by Brooke Cagle on Unsplash

 Mehr auf MSN

Video wiedergeben
| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Business Insider Deutschland

Business Insider Deutschland
Business Insider Deutschland
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon