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FIRMEN-BLICK-Niedrige Faserpreise drücken Gewinn von Lenzing

Reuters-Logo Reuters 06.05.2020

06. Mai (Reuters) - Es folgt der Reuters-Blick zu wichtigen Entwicklungen aus der Unternehmenswelt über die Top-Themen des Tages hinaus:

LENZING - Wien: Der Faserhersteller hat im ersten Quartal infolge der Corona-Krise einen erhöhten Preis- und Mengendruck zu spüren bekommen. Unter dem Strich brach der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 17,7 (Vorjahr: 42,8) Millionen Euro ein. Der Umsatz sank um 16,7 Prozent auf 466,3 Millionen Euro. Einen Ausblick wagt der Konzern nicht, da die Auswirkungen der Covid-19-Krise nach wie vor nicht zuverlässig eingeschätzt werden können. Zudem weicht Lenzing von den bisherigen Plänen ab, für 2019 eine Dividende von 1,0 Euro je Aktie auszuschütten. Die Aktionäre müssen nun auf eine Gewinnausschüttung verzichten.

HANNOVER RÜCK - München: Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hat für die Auswirkungen der Corona-Pandemie in diesem Jahr zunächst 220 Millionen Euro reserviert. Das geht aus dem Bericht zum ersten Quartal hervor. Trotzdem lag der Gewinn im ersten Quartal mit 301 (294) Millionen Euro leicht über Vorjahr. Die Prognose für das Gesamtjahr hatte Hannover Rück bereits gekippt. Bei der Erneuerung der zum 1. April fälligen Rückversicherungsverträge - vor allem in Japan - erhöhte die Talanx-Tochter das Prämienvolumen um 25,1 Prozent.

RATIONAL - München: Der Großküchen-Ausrüster erwartet in diesem Jahr zumindest eine schwarze Null. "Wir erwarten in Summe für 2020 keine Verluste, wie viele andere Unternehmen dies jetzt tun", schrieb Vorstandschef Peter Stadelmann im Quartalsbericht an die Aktionäre. "Wir müssen keine Kapitalmaßnahmen durchführen oder Leistungsträger entlassen." Im ersten Quartal brach der Nettogewinn wegen der Coronakrise um 54 Prozent auf 16,7 Millionen Euro ein.

NORMA - Düsseldorf: Das schwache Automobilgeschäft und die Restriktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben dem Industriezulieferer zugesetzt. Bei einem Umsatzrückgang um acht Prozent auf 253,6 Millionen Euro brach das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) im ersten Quartal um 31,6 Prozent auf 27,1 Millionen Euro ein. Da die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kundennachfrage und die Lieferketten unklar seien, könne keine Jahresprognose gegeben werden, erklärte der Vorstand.

TELEFONICA DEUTSCHLAND - Berlin: Der Mobilfunker hat in der Corona-Krise Umsatz und Ergebnis gesteigert. Die Erlöse kletterten im ersten Quartal um 3,8 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro, wie das zum spanischen Telefonica-Konzern gehörende Unternehmen mitteilte. Kunden hätten stärker bei Tarifen mit höherem Datenvolumen zugegriffen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Oibda) von Telefonica Deutschland - hierzulande vor allem für die Marke "o2" bekannt, stieg wegen Investitionen um 1,6 Prozent auf 532 Millionen Euro. Das Unternehmen bestätigte seinen Ausblick.

FRAPORT - Düsseldorf: Die Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab März haben der Frankfurter Flughafengesellschaft erstmals seit dem Börsengang 2001 in einem ersten Quartal einen Verlust eingebrockt. Bei einem Umsatzrückgang um 17,8 Prozent auf 661,1 Millionen Euro lag der Fehlbetrag im Konzern bei 35,7 Millionen Euro nach einem Gewinn von 28 Millionen Euro vor Jahresfrist. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden nach den Worten des Vorstandes im zweiten Quartal noch "massiver." Fraport wagte allerdings keine konkrete Aussage für das Gesamtjahr sondern kündigte lediglich an, dass das Gesamtergebnis negativ sein wird.

MATTEL - Bangalore: Der US-Spielwarenhersteller geht auch von einem deutlichen Rückgang der Verkäufe im zweiten Quartal aufgrund der Coronavirus-Beschränkungen aus. Das Unternehmen prognostizierte einen noch stärkeren Rückgang des Umsatzes im zweiten Quartal als den Rückgang um 14 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres, wodurch seine Aktien im erweiterten Handel um zehn Prozent nach unten geschickt wurden. Der Babie- und Hot Wheels-Hersteller erzielte im ersten Quartal einen Nettoumsatz von 594,1 Millionen Dollar und verfehlte damit die Analystenschätzungen von 652,7 Millionen Dollar. Mattel-Vorstandschef Ynon Kreiz sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Rückgang auf die Schließungen der Einzelhandelsgeschäfte Ende März infolge des Coronavirus-Ausbruchs zurückzuführen sei, die normalerweise etwa ein Drittel des Umsatzes von Mattel ausmachen. Für die zweite Jahreshälfte zeigte sich der CEO jedoch optimistischer. "Obwohl nicht rezessionssicher, war die Spielzeugindustrie in Abschwüngen widerstandsfähig. Wir glauben, dass Eltern auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterhin Ausgaben für ihre Kinder priorisieren werden", sagte er in einem Telefonat mit Analysten. "Etwa 65 bis 70 Prozent unseres Umsatzes werden in der zweiten Jahreshälfte erzielt. Es bleibt also Zeit, die Verkaufsdynamik wiederzuerlangen." Dem Unternehmen stünde eine Kreditlinie von 1,6 Milliarden Dollar und genug Bargeld zur Verfügung, um die Krise zu überstehen.

QIAGEN - Berlin: Das Biotechunternehmen Qiagen erwartet wegen einer hohen Nachfrage nach Testprodukten für den Nachweis des Coronavirus im zweiten Quartal einen Umsatzzuwachs gegenüber dem selben Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr wagt Qiagen wegen der Unsicherheit rund um die Pandemie dagegen keine Prognose. Auf der Grundlage der bisherigen Trends geht das im MDax notierte Unternehmen für das zweite Quartal von einem Nettoumsatzwachstum von mindestens zwölf Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2019 bei konstanten Wechselkursen und einem bereinigten Gewinn pro Aktie von mindestens 0,40 Dollar aus.

WALT DISNEY - Los Angeles: Der Medienkonzern hat auch die abgesenkten Gewinnerwartungen für das erste Quartal verfehlt und vor allem wegen der Schließung seiner Themenparks 1,4 Milliarden Dollar weniger Profit gemacht. Der Gewinn im Mediengeschäft mit dem Sportsender ESPN und ABC stieg um sieben Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. In den Themenparks brach das Betriebsergebnis indes um 58 Prozent auf 639 Millionen Dollar ein. Der Gewinn des Filmstudios sank um acht Prozent auf 466 Millionen Dollar. Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen noch mit einem Rekordjahr für sein Filmstudio und einem guten Start ins Streaming-Geschäft gerechnet. Ab Ende Januar litt Disney dann jedoch unter der Corona-Pandemie: Zunächst mussten die Themenparks in Shanghai und Hongkong schließen, bis Mitte März waren alle Parks weltweit dicht. Die Kinosäle stehen seither leer, die Filmproduktion ist ausgesetzt. ESPN sitzt ohne Sportveranstaltungen ebenfalls auf dem Trockenen. Es wird erwartet, dass die Krise Disney im laufenden Quartal sogar noch härter trifft.

JENOPTIK - Frankfurt: Der Technologiekonzern hat im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von bereinigt acht Prozent auf 165 Millionen Euro verbucht. Das adjustierte Betriebsergebnis (Ebitda) sank auf rund 17 (23,8) Millionen Euro, die adjustierte Ebitda-Marge auf 10,5 (12,9) Prozent. Das zweite Halbjahr werde stärker, so dass für das Gesamtjahr ein Umsatz von etwa 800 Millionen Euro bei einer Ebitda-Marge von 14,3 Prozent erwartet werde.

DEUTSCHE BETEILIGUNGS AG - Anders als viele andere Firmen wagt die Investmentgesellschaft inmitten der Corona-Krise eine neue Prognose: Für das Gesamtjahr werde ein Konzernverlust leicht über dem Halbjahreswert von minus 76,7 Millionen Euro erwartet. Diese Prognose sei allerdings "mit einer noch höheren Unsicherheit behaftet als sonst", warnte das Unternehmen. Aus heutiger Sicht überwögen die Risiken gegenüber den Chancen.

AXA - Paris: Der französische Versicherungskonzern rechnet damit, seinen Kunden rund eine halbe Milliarde Euro für abgesagte Veranstaltungen auszuzahlen. Für eine Schadenschätzung aus Betriebsunterbrechungsversicherungen sei es noch zu früh, teilte der Versicherer mit.

CAMPARI - Mailand: Der italienische Getränkekonzern hat im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie einen fünfprozentigen Umsatzrückgang verzeichnet. Der Gesamtumsatz fiel in den ersten drei Monaten auf 360 Millionen Euro, im Vergleich zu 370 Millionen Euro im Vorjahresquartal, wie Campari mitteilte. Die Gruppe erwarte, dass ihr Geschäft im zweiten Quartal und zu Beginn des dritten Quartals noch stärker belastet werde.

INTERNATIONAL AIR TRANSPORT ASSOCIATION(IATA) - Paris/London: Der Airline-Verband hat sich gegen das Freilassen von Mittelsitzen in Flugzeugen aufgrund der Corona-Pandemie ausgesprochen. Stattdessen sollten Passagiere als eine Maßnahme während des Flugs Masken tragen, um eine Ansteckungsgefahr zu vermindern, sagte IATA-Gesundheitsberater David Powell. Zusätzlich solle die Temperatur der Fluggäste vor Antritt des Fluges gemessen und die Flugzeuge gründlicher gereinigt werden. Damit schwenkt der Verband um: Im April hatte IATA-Chef Alexandre de Juniac noch gesagt, das Leerlassen des mittleren Sitzes gehöre zu den wahrscheinlichen Bedingungen für eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs und solle mit Regierungen weltweit diskutiert werden. IATA-Chefökonom Brian Pearce sagte, die meisten Fluggesellschaften hätten im vergangenen Jahr kein Geld verdienen können, wenn ein Drittel der Sitze der meistgeflogenen Flugzeuge der Branche entfernt worden wäre.

GERRY WEBER - Halle/Westfalen: Der Modekonzern reagiert auf die Folgen der Coronakrise mit dem Abbau von weiteren 200 Arbeitsplätzen. Dies sei Teil des Zukunftskonzepts, das auch vorsehe, dass die Eigentümer erhebliche Beiträge einbringen sollen. Zudem würden die ehemaligen Insolvenzgläubiger gebeten, 35 Prozent ihrer Forderungen bis zum 31. Dezember 2023 zu stunden. Das Konzept sei notwendig geworden, weil durch die Schließungen im Zuge der Coronakrise ein Umsatz von deutlich mehr als 100 Millionen Euro verloren gegangen sei.

DUPONT - Frankfurt: Der US-Chemiekonzern verschärft angesichts der Corona-Krise seinen Sparkurs. Das Unternehmen verdoppelt sein jährliches Einsparziel und senkt die Investitionen um rund 500 Millionen Dollar, wie DuPont am Dienstag mitteilte. In diesem Jahr will DuPont nun 180 Millionen Dollar einsparen, statt bislang geplanter 90 Millionen Dollar. Seine Prognose für das laufende Jahr hat der Konzern wegen der Pandemie gestrichen. Im ersten Quartal fiel der Umsatz um vier Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um acht Prozent auf 1,3 Milliarden. Unter dem Strich rutschte DuPont in die roten Zahlen und schrieb einen Verlust von 610 Millionen Euro nach einem Gewinn von 18 Millionen vor Jahresfrist.

ISRA VISION - München: Der schwedische Industriekonzern Atlas Copco hat sich 92,2 Prozent an dem Darmstädter Technologieunternehmen gesichert. In der Nachfrist nahm ein Großteil der verliebenen Isra-Aktionäre das Übernahmeangebot der Schweden an, wie Atlas Copco mitteilte. Nun stehe nur noch die Genehmigung der Übernahme durch die für Auslandsinvestitionen zuständige US-Behörde CFIUS aus. Mit mehr als 90 Prozent könnte Atlas Copco die restlichen Aktionäre von Isra Vision zwangsweise abfinden.

APPLE - Paris: Frankreich hat dem US-Technologiekonzern vorgeworfen, Bemühungen im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus zu untergraben. Das Unternehmen weigere sich, seine iPhones kompatibler mit der geplanten "StopCovid"-App zur Nachverfolgung von Kontakten Infizierter zu machen, sagte Digitalminister Cedric O dem Fernsehsender BFM Business. Konkret geht es darum, dass Frankreich an einer zentralen Speicherung der App-Daten festhält, während Apple nur eine dezentrale Speicherung auf dem Handy unterstützen will. Unter anderem deswegen hat die Bundesregierung eine Kehrtwende vollzogen und letztlich Deutsche Telekom und SAP mit der Entwicklung einer dezentralen App beauftragt. Während die französische App ab Anfang Juni verfügbar sein soll, ist bisher unklar, wann es in Deutschland so weit sein wird.

PFIZER/BIONTECH - New York: Der US-Pharmakonzern und das deutsche Biotechnologieunternehmen sind nun auch in den USA mit einer klinischen Studie für einen möglichen Coronavirus-Impfstoff an den Start gegangen. Sollte sich der Impfstoff als sicher und wirksam erweisen, könnte er möglicherweise bis Ende des Jahres in großem Maßstab in den USA eingesetzt werden, teilten die Firmen mit. Damit würde sich die sonst über Jahre dauernde Impfstoffentwicklung erheblich verkürzen. Die US-Studie ist Teil eines umfassenden globalen Programms, das bereits in Deutschland angelaufen ist.

INTESA SANPAOLO - Mailand: Die italienische Großbank hat im ersten Quartal einen überraschenden zehnprozentigen Nettogewinnanstieg verzeichnet. Intesa Sanpaolo teilte mit, ein starkes Erlöswachstum, das vor allem von Handelsgewinnen getragen wurde, habe dazu beigetragen, die inmitten der Corona-Pandemie stagnierenden Gebühreneinnahmen auszugleichen. Der Nettogewinn für das erste Quartal betrug 1,15 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen von 805 Millionen Euro. Die Einnahmen lagen bei 4,88 Milliarden Euro und übertrafen die Prognosen ebenfalls deutlich.

FIAT CHRYSLER - Bangalore: Der vor der Fusion mit dem Rivalen Peugeot stehende Autobauer hat im ersten Quartal infolge des Shutdown zur Eindämmung des Cornavirus einen nettoverlust verbucht. Unter dem Strich stand aus fortgeführtem Geschäft ein Minus von 1,7 Milliarden Euro, bereinigt waren es 0,5 Milliarden. Trotz der Krise erwirtschaftete der Autobauer operativ einen Gewinn von 52 Millionen Euro.

N26 - Berlin: Die Internetbank bekommt 100 Millionen Dollar frisches Geld von ihren Investoren. Das Geld werde in die Produktentwicklung und das Wachstum in Kernmärkten gesteckt, kündigte das Berliner Unternehmen mit inzwischen mehr als fünf Millionen Kunden an. Es hätten sich alle großen Investoren an der Aufstockung der Series-D-Finanzierungsrunde beteiligt, die sich damit auf insgesamt 570 Millionen Dollar erhöhe. An N26 halten unter anderen der Versicherungskonzern Allianz, der Staatsfonds Singapurs, der chinesische Internet-Riese Tencent und der deutsch-amerikanische Investor Peter Thiel Anteile. Die Bewertung steigt laut Deutschland-Chef Georg Hauer im Zuge der Geldspritze auf 3,6 Milliarden Dollar. N26 rechne damit, dass der Trend zum digitalen Zahlen auch nach der Coronakrise andauert.

TOTAL - Paris: Der französische Energiekonzern hält trotz eines Gewinneinbruchs und sinkender Ölpreise an seiner Dividende fest. Die Zwischendividende für das erste Quartal werde bei 0,66 Euro je Aktie stabil gehalten und ausschließlich in bar ausgezahlt, teilte Total mit. Der bereinigte Nettogewinn fiel zum Jahresauftakt um 35 Prozent auf 1,78 Milliarden Dollar, lag damit aber über den Schätzungen der Analysten von 1,3 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr will Vorstandschef Patrick Pouyanne die Investitionen auf 14 Milliarden Dollar reduzieren und gleichzeitig Kosten in Höhe von einer Milliarde Dollar einsparen.

ESSILORLUXOTTICA - Danzig: Die Coronakrise hat dem Oakley- und Ray-Ban-Hersteller im ersten Quartal einen Umsatzrückgang eingebrockt. Das Unternehmen warnte vor einem noch größeren Einbruch im laufenden Quartal, da der Ausbruch des Coronavirus zu Ladenschließungen führte. "Der Umsatz und die Rentabilität des zweiten Quartals werden noch immer von der Krise negativ beeinflusst und zwar stärker als im ersten Jahresviertel", teilte der Konzern mit. Der Umsatz fiel im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut zehn Prozent auf 3,78 Milliarden Euro. Der Konzern, der Brillen für Luxusmarken wie Chanel, Prada und Versace herstellt, erklärte, dass der Verkauf von Korrektionsbrillen in China noch robuster war als der von Sonnenbrillen. Die Nachfrage nach Sonnenbrillen sank, weil die Menschen wegen der Sperrmaßnahmen im Zuge der Pandemie zu Hause blieben.

LGT - Zürich: Das Liechtensteiner Finanzhaus LGT wird aufgespalten. Im Januar 2021 werde das Institut in drei eigenständige Unternehmen mit Schwerpunkten in Private Banking, Asset Management und Impact Investing aufgeteilt. LGT Private Banking, LGT Capital Partners und Lightstone würden in Zukunft direkt von der Stiftung Fürst Liechtenstein gehalten. Die neue Struktur erlaube es den drei Einheiten, sich auf ihre jeweiligen Bedürfnisse auszurichten. Im Zuge der Reorganisation sei kein Personalabbau vorgesehen. LGT verwaltete Ende 2019 mit über 3600 Mitarbeitern Vermögen von 228 Milliarden Franken. Im bisherigen Jahresverlauf habe LGT Nettoneugeld-Zuflüsse und steigende Erträge verbucht.

HYPOPORT - Düsseldorf: Der vom Immobilienboom profitierende Finanzdienstleister hat nach ersten Berechnungen zum Jahresauftakt einen Wachstumssprung verbucht. Die Erlöse wie auch das operative Ergebnis (Ebit) schnellten um jeweils rund 30 Prozent auf 100 Millionen beziehungsweise auf über zehn Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen sollen am 11. Mai veröffentlicht werden.

PANDORA - Kopenhagen: Der Gewinn des weltgrößten Schmuckherstellers ist wegen der Coronakrise zu Jahresbeginn eingebrochen. "Die COVID-19-Pandemie hat die finanzielle Leistung im Quartal erheblich negativ beeinflusst, zunächst in China und anschließend im März in allen anderen Schlüsselmärkten", erklärte das dänische Unternehmen. Das Betriebsergebnis (Ebit) ohne Restrukturierungskosten fiel um 41 Prozent auf 638 Millionen Dänische Kronen (85,5 Millionen Euro). Rund 90 Prozent der 2.746 Geschäfte seien im Laufe des Quartals aufgrund staatlicher Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie geschlossen worden. Positiv stimmte das Management der Anstieg der Online-Verkäufe und die Wiedereröffnung von Geschäften in Deutschland und mehreren anderen Ländern.

VESTAS - Kopenhagen: Der weltgrößten Windturbinenbauer hat überraschend zum Jahresauftakt einen operativen Verlust vor Sondereinflüssen von 54 Millionen Euro verbucht. Analysten hatten dagegen mit einem Gewinn von 91 Millionen Euro gerechnet. Als Grund für das Minus nannte der Vorstand Lieferengpässe infolge der Coronakrise sowie weniger auskömmliche Aufträge. Konzernchef Henrik Andersen betonte aber, die Nachfrage nach Windenergie sei trotz COVID-19 stark. So habe die Firma im ersten Quartal einen Rekordauftragsbestand von über 34 Milliarden Euro verbucht. Wegen der unsicheren Aussichten infolge der Pandemie setzte Andersen seine Jahresziele allerdings aus.

OERLIKON - Zürich: Der Anlagenbauer streicht als Reaktion auf die Corona-Krise rund 800 Stellen. Dies entspreche etwa zehn Prozent des Personalbestandes im Geschäft mit Oberflächenlösungen. Stillstände in China und erste Lockdown-Maßnahmen in Europa hätten dem Bestellungseingang, dem Umsatz und dem operativen Ergebnis im ersten Quartal zugesetzt, teilte Oerlikon mit. Das Betriebsergebnis sackte um 86,4 Prozent auf sechs Millionen Franken ab, die Jahresprognose wurde zurückgezogen. Das mittelfristiges Margen-Ziel gelte dagegen weiter, teilte das Management mit. Das Unternehmen verzeichne weltweit starkes Interesse nach Anlagen, die bei der Herstellung chirurgischer Gesichtsmasken eingesetzt werde. Oerlikon rechne mit einer weiter steigenden Nachfrage und habe die Produktionskapazität hochgefahren.

LPKF LASER - Düsseldorf: Der Hersteller von Lasersystemen ist im ersten Quartal ins Minus gerutscht, erwartet aber im weiteren Verlauf die Rückkehr in die Gewinnzone. Im Zeitraum Januar bis März brach der Umsatz um 46 Prozent auf 19,5 Millionen Euro ein. Das führte zu einem operativen Verlust (Ebit) von 2,4 Millionen Euro nach einem Gewinn von 6,1 Millionen vor Jahresfrist. Als Grund für das schwache Quartal nannte der Vorstand das saisonale Timing von Großaufträgen der beiden größten Kunden. Im zweiten Quartal peilt die Firma einen Umsatz zwischen 28 und 33 Millionen Euro an und ein Ebit von einem bis vier Millionen Euro.

PFEIFFER VACUUM - Düsseldorf: Der Vakuumpumpenhersteller hat infolge der Coronakrise im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Bei stagnierenden Erlösen von 153,3 Millionen Euro sank das operative Ergebnis (Ebit) um knapp 30 Prozent auf 12,8 Millionen Euro. Netto sank der Gewinn um 31,3 Prozent auf 8,9 Millionen Euro. Der Auftragseingang kletterte indes um 16,2 Prozent auf 172,9 Millionen Euro. Bedeutende Halbleiterkunden hielten trotz der Coronakrise an ihrer Expansion fest und auch Bestellungen im Bereich Analytik, der den Kampf gegen COVID-19 unterstützt, seien stark. Wegen der unsicheren Aussichten wagte der Vorstand aber keine Jahresprognose.

HUGO BOSS - Düsseldorf: Geschäftsschließungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie haben dem Modekonzern zum Jahresauftakt einen Verlust eingebrockt. Der Vorstand erwartet im zweiten Quartal noch stärkere Einbußen. In den ersten drei Monaten 2020 sanken die Erlöse um 16 Prozent auf 555 Millionen Euro. Im operativen Geschäft (Ebit) rutschte der Herrenausstatter mit 14 Millionen Euro ins Minus nach einem Gewinn von 57 Millionen Euro vor Jahresfrist. Wegen der Ladenschließungen in Europa und Amerika, wo rund 85 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftete werden, rechnet der Vorstand im zweiten Quartal mit Erlöseinbußen von 50 Prozent. Er will mit zusätzlichen Einsparungen von 150 Millionen Euro gegensteuern.

BNP PARIBAS - Paris: Die Corona-Krise hat der französischen Großbank im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Mit 1,28 Milliarden Euro verdiente das Institut ein Drittel weniger, wie BNP Paribas mitteilte. Vor allem im Aktienhandel und im Geschäft mit Derivaten und anderen sturkturierten Produkten habe es wegen der Börsenturbulenzen in Folge der Pandemie Belastungen gegeben. Auch andere europäische Geldhäuser hatten mit solchen Produkten in den ersten drei Monaten Geld verloren. Auch in der Firmenkundensparte gingen die Erträge zurück. Deutlich mehr nahm BNP Paribas dagegen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren ein. Insgesamt schrumpften die Erträge um 2,3 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite nahm um 85 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro zu.

GRENKE - Düsseldorf: Die IT-Leasingfirma kürzt die Dividende für das abgelaufene Jahr. Statt 88 Cent sollen 80 Cent ausgeschüttet werden, wahlweise in bar oder teilweise in Aktien, teilte Grenke mit. Zum Jahresauftakt schnellten die Zahlungsausfälle und die Risikovorsorge angesichts der Folgen der Coronakrise um fast 80 Prozent auf 50,8 Millionen Euro nach oben. Das ließ das operative Ergebnis um ein Viertel auf 31,4 Millionen Euro sinken. Netto ging der Gewinn um 30 Prozent auf 23,7 Millionen Euro zurück. Der Vorstand wagt keine Prognose für das Jahr mehr.

ADECCO - Zürich: Der Personalvermittler hat im ersten Quartal tiefrote Zahlen erwirtschaftet. Wertberichtigungen von 362 Millionen Euro im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Covid-19 auf das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinterließen einen Verlust von 348 (Vorjahr: Gewinn von 133) Millionen Euro. Der Umsatz sei um neun Prozent auf 5,14 Milliarden Euro gesunken. Im April setzte der Konzern gar 40 Prozent weniger um. Während sich der beispiellose Rückgang kurzfristig auf die Rentabilität auswirken werde, profitiere das Unternehmen von einer flexiblen Kostenstruktur und einem robusten Cash-Flow. Adecco verfüge über eine starke Bilanz und Barmittel von 1,4 Milliarden Euro.

HELLOFRESH - Berlin: Der Kochbox-Anbieter setzt sich nach einem Umsatz- und Gewinnsprung zum Jahresstart höhere Ziele. Die Covid-19-Pandemie habe in der zweiten Märzhälfte zu einer weiteren Beschleunigung des Wachstums geführt, teilte das Berliner Unternehmen mit. In den ersten drei Monaten kletterten die Erlöse um 66,4 Prozent auf fast 700 Millionen Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) lag bei 63,1 Millionen Euro nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 26,1 Millionen Euro in der Bilanz stand. HelloFresh begründete die Verbesserung damit, dass in der Krise weniger Marketing nötig gewesen sei. Im Gesamtjahr soll der Umsatz um 40 bis 55 Prozent steigen statt um 22 bis 27 Prozent. Die Ebitda-Marge wird nun zwischen sechs und zehn Prozent liegen und nicht mehr zwischen 4,0 und 5,5 Prozent.

HAMBORNER REIT - Düsseldorf: Die Immobilienfirma ist mit Zuwächsen ins Jahr gestartet. Die Erlöse aus Mieten und Pachten kletterten im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf 21,8 Millionen Euro und das operative Ergebnis (FFO) um 8,8 Prozent auf 13,3 Millionen Euro. Auch Hamborner bekommt die Coronakrise zu spüren. Rund 140 Mieter - vor allem Einzelhändler - hätten wegen ihrer prekären Lage die Mieten reduziert oder ausgesetzt, so dass sich allein im April offene Forderungen von 1,4 Millionen Euro summierten. Das seien 15 Prozent der Gesamtmieten. Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen stimmten den Vorstand zuversichtlich, Lösungen mit den Mietern zu finden.

BOEING - Sydney: Der US-Flugzeugbauer baut für das australische Militär unbemannte Kampf-Drohen. "Wir erwarten Mitte des Jahrzehnts, vielleicht etwas früher, dass diese in Produktion gehen", sagte Shane Arnott, Direktor von Boeings Airpower Teaming System, bei der Vorstellung von drei Prototypen der in Australien entwickelten Loyal Wingman-Drohnen. Bis zu 16 dieser Drohnen könnten ein bemanntes Flugzeug bei einer Mission unterstützten. Erste Testflüge könnten Ende des Jahres erfolgen. Rüstungsunternehmen investieren zunehmend in autonome Technologie, da Militärs auf der ganzen Welt nach einem billigeren und sichereren Weg suchen, um ihre Ressourcen zu maximieren. Das Loyal Wingman Flugzeug ist 11,60 Meter lang und hat eine Reichweite von 3704 Kilometern. Es ist Australiens erstes im Inland entwickeltes Kampfflugzeug seit dem Zweiten Weltkrieg und Boeings größte Investition in unbemannte Systeme außerhalb der USA.

KINGSOFT CLOUD - New York: Das chinesische Software-Unternehmen will bis zu 450 Millionen Dollar an Aktien in einem US-Börsengang (IPO) einsammeln. 25 Millionen amerikanische Depotaktien (ADS) sollen zu einem Preis zwischen 16 und 18 Dollar pro ADS ausgegeben werden, teilte das Unternehmen mit. Der Börsengang würde am Donnerstag bepreist und am Freitag unter dem Symbol "KC" in den Handel an der New Yorker Nasdaq zu starten. Durch den Börsengang könnte der Cloud-Dienstleister auf bis zu 3,6 Milliarden Dollar geschätzt werden. Cloud-Computing ist bisher einer der wenigen Geschäftsfelder, die durch die Coronavirus-Krise Gewinne einfahren: Unternehmen und Mitarbeiter müssen infolge digitaler Heimarbeitsplätze verstärkt auf die Cloud zurückgreifen. Kingsoft wird der erste große US-Börsengang eines Unternehmens sein, das weder ein Biotechnologie-Unternehmen noch ein Zweck-Akquisitionsunternehmen (SPAC) ist, seitdem der Coronavirus-Ausbruch im März die globale Aktienmärkte ins Wanken brachte. Bio- und SPAC-IPOs sind in der Regel immun gegen breitere Marktschwankungen.

INTEL - Jerusalem/New York: Der US-Chiphersteller hat den israelischen Transit-App-Hersteller Moovit für etwa 900 Millionen Dollar gekauft. "Moovit ist eine Akquisition, die einige sehr kritische Lücken füllt, die wir in Zukunft haben", sagte Amnon Shashua, Chef der Autoeinheit Mobileye von Intel in Israel, der Nachrichtenagentur Reuters. Moovit soll als unabhängiges Unternehmen bestehen bleiben und mit seiner Technologie und Daten der rund 800 Millionen Nutzer die Entwicklung selbstfahrender "Robotertaxis" für Mobileye vorantreiben, wie das Unternehmen mitteilte. Der gezahlte Preis war fast doppelt so hoch wie die Bewertung von 500 Millionen Dollar, als Moovit zuletzt 2018 Geld sammelte. Intel besaß bereits etwa sieben Prozent von Moovit durch eine frühere Beteiligung und zahlte rund 840 Millionen Dollar in bar für die vollständige Übernahme. "Für ein Unternehmen wie Intel, das einen sehr systematischen Plan hat, wie sich die Zukunft entwickeln soll, sollte das Coronavirus kein Rückschlag sein. Im Gegenteil, man sollte sich die Krise ansehen und dann Chancen finden", erklärte Shashua. Intel prognostiziert, dass der Markt für selbstfahrende Taxen bis 2030 160-Milliarden-Dollar-schwer sein wird. (Zusammengestellt in den Redaktionen Berlin, Frankfurt, Wien, Zürich und Danzig. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1232 oder +49 30 2888 5168.)

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