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Hoher Frauenanteil in Topetage städtischer Unternehmen

dpa-Logodpa 26.07.2021 dpa
Eine Frau telefoniert am Fenster eines Bürozimmers. © Annette Riedl/dpa/Illustration Eine Frau telefoniert am Fenster eines Bürozimmers.

Frauen kommen in der Topetage von Bundes- und Landesunternehmen einer Studie zufolge in der Summe besser voran als in vielen Städten. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage allerdings ganz anders: Bei 18 Unternehmen des Landes sind demnach nur 4,8 Prozent der Positionen im Top-Management von einer Frau besetzt, das ist im bundesweiten Ländervergleich mit Abstand der letzte Platz.

Ganz anders ist das Bild der Studie zufolge bei insgesamt 84 kommunalen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern: Dort werden 25,9 Prozent der Stellen im Top-Management von Frauen besetzt - der drittbeste Wert bundesweit.

Insgesamt liegt bei den 508 Unternehmen des Bundes und der Länder, die mehrheitlich in öffentlicher Hand sind, der Anteil der Managerinnen in der obersten Führungsebene bei 26,5 beziehungsweise 19,9 Prozent (Stand: März/April 2021), wie aus einer Auswertung der Zeppelin Universität Friedrichshafen hervorgeht. In den Unternehmen der 69 ausgewerteten größeren Städte sind es 19,5 Prozent.

Als mögliche Gründe sollten Studienleiter Ulf Papenfuß zufolge unter anderem politischer Druck, bereits ergriffene Maßnahmen und Besonderheiten bei den Unternehmen weiter analysiert werden. «Da auf kommunaler Ebene aber besonders viele öffentliche Unternehmen vorliegen, sollte gerade auch für Städte genau geschaut werden.»

Auf kommunaler Ebene gibt es große Unterschiede. In 12 Städten liegt der Anteil von Managerinnen im Vorstand, der Geschäftsleitung oder Geschäftsführung bei mehr als 30 Prozent, in 17 Städten unter 10 Prozent. Unter den Spitzenreitern ist der Studie zufolge Rostock mit einem Wert von 36,4 Prozent, der im bundesweiten Vergleich nur vom hessischen Offenbach (47,8) übertroffen wird. Auch in Greifswald (30,8) ist der Wert relativ hoch. Stralsund (21,1), Schwerin (20,8) und Neubrandenburg (17,4) liegen im Mittelfeld.

«Insgesamt zeigen die Zahlen, dass etwas getan werden muss, wenn die Politik, die von ihr formulierten Ziele zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern ernst nimmt», sagte Papenfuß. «Ein zentraler Schritt ist die Etablierung eines Public Corporate Governance Kodex in jeder Gebietskörperschaft.» Darin sollte auch festgehalten werden, dass das Top-Management auch für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Unternehmensspitze Zielgrößen festlegt und jährlich darüber auf der Firmenhomepage berichtet.

Der Professor an der Zeppelin Universität hofft zudem auf eine Strahlkraft des jüngst beschlossenen Gesetzes für mehr Frauen in Spitzenpositionen in der Wirtschaft. In größeren börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen mit mehr als drei Vorständen und bei Bundesunternehmen mit mehr als zwei Führungskräften muss künftig mindestens eine Frau vertreten sein.

Die Studie untersuchte insgesamt 1974 öffentliche Unternehmen, davon 1466 in 69 Städten. Verglichen wurden Stadtstaaten, Landeshauptstädte und die größten Kommunen je Bundesland. Die Forscher weisen darauf hin, dass in Bundesländern mit wenig größeren Städten, vergleichsweise viele kleinere Kommunen analysiert wurden, die weniger kommunale Firmen haben.

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