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Kollatz bekommt Wutbesuch: Jugendamt-Mitarbeiter streiken für bessere Bezahlung

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 19.02.2019 Christian Gehrke
Die etwa 350 Mitarbeiter der Jugendämter waren laut. © Markus Wächter / Waechter Die etwa 350 Mitarbeiter der Jugendämter waren laut.

Als der Demonstrationszug um 10.30 Uhr die Senatsverwaltung in der Klosterstraße erreicht, heizt sich die Stimmung schnell auf. „Jugendschutz braucht Zeit und Geld“ und „Wir sind es wert“, rufen etwa 350 Sozialarbeiter.

Die Mitarbeiter der Jugendämter aller Bezirke haben gestreikt. Für sechs Prozent mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) vertritt die Arbeitgeberseite. Und die bewegt sich nicht. Der nächste Streik ist für den 26. Februar angekündigt – auch Kitas, Horte und Schulen beteiligen sich. Die Gewerkschaften rufen alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst dazu auf, auch am 27. Februar zu streiken.

Freie Stellen in den Jugendämtern durch bessere Bezahlung besetzen

Eine Demonstrantin rechnet vor: Im Jugendamt in Marzahn-Hellerdorf verdiene sie 2700 Euro brutto. Um Dutzende freie Stellen in den Jugendämtern zu besetzen, bräuchte es eine bessere Bezahlung. „Wir sind eigentlich nur der Feuerlöscher für dringende, schlimme Fälle“, sagt Juliane Leonhardt (32).

Für richtige Sozialarbeit oder Prävention fehle die Zeit. Sie bearbeitet etwa 150 Fälle, zulässig seien 65. Ihre Kollegin: „Wir retten auch Leben, das weiß keiner.“ Demonstrantin Désiré Lasczyk (32) sagt: „Beim Jugendamt trägst du eine Verantwortung, die sich nur wenige Leute zutrauen.“   

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