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Konjunkturdaten versetzen Anleger in Kauflaune

Reuters-Logo Reuters 23.06.2020
A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt © Reuters/KAI PFAFFENBACH A plastic bull figurine, symbol of the Frankfurt stock exchange is pictured in front of the share price index DAX board at the stock exchange in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie steigen Anleger wieder in die Aktienmärkte ein.

Die Sorgen vor einem Wiederaufflammen der Pandemie rückten in den Hintergrund, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Die Hürde für einen zweiten Lockdown liegt höher, so dass eine zweite Welle wirtschaftlich nicht annähernd so schädlich sein wird wie die erste."

Dax und EuroStoxx50 stiegen am Dienstag um jeweils etwa zwei Prozent auf 12.523,76 und 3298,83 Punkte. An der Wall Street kletterte der Technologie-Index Nasdaq auf ein Rekordhoch von 10.190,02 Zählern. Rückenwind erhielten die beiden Ersteren vom überraschend starken Anstieg der Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager Deutschlands und der Euro-Zone. Sie blieben allerdings unterhalb der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. "Diese Zahlen sind nur begrenzt aussagekräftig, bis wir nach dem Ende der Sommerferien sehen, wo sich die Wirtschaftstätigkeit einpendelt", mahnte Anlagestratege Kit Juckes von der Bank Societe Generale. Entscheidend sei, welches Niveau an Normalität erreicht werden könne.

HANDELSSTREIT USA/CHINA WIEDER IM BLICKPUNKT

Erleichtert reagierten Börsianer zudem auf die Aussage von US-Präsident Donald Trump, das Handelsabkommen mit China sei "völlig intakt". Zuvor hatte die Äußerung seines Beraters Peter Navarro, der Deal sei gestorben, für Unruhe gesorgt. "Die Realität ist aber, dass die Beziehungen zwischen den USA und China außergewöhnlich schlecht sind", warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Aber zumindest auf dem Papier ist der Handelsdeal noch lebendig."

Der Konjunkturoptimismus der Anleger spiegelte sich auch im Ölpreis wider. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 43,63 Dollar je Barrel (159 Liter). Zusatzschub erhielten die Kurse vom anhaltenden Rückgang der US-Ölförderung. Dort fiel die Zahl der aktiven Bohrungen in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit 2009.

Gleichzeitig markierte Gold mit einem Preis von 1768,96 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) den höchsten Stand seit knapp acht Jahren. Die anhaltende Flut billigen Notenbankgeldes und die billionenschweren Hilfsprogramme der Regierungen schürten die Furcht vor Inflation und die Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Gold, sagte Analyst Ole Hansen von der Saxo Bank.

BAYER BEI GLYPHOSAT-VERHANDLUNGEN OFFENBAR AUF ZIELGERADEN

Bei den deutschen Unternehmen rückte Bayer ins Rampenlicht. Insidern zufolge könnte der Pharma- und Agrarchemiekonzern im Streit um den Unkrautvernichter Glyphosat noch in dieser Woche einen Vergleich mit US-Klägern verkünden. Zuvor hatte das "Handelsblatt" von Zahlungen in Höhe von acht bis zehn Milliarden Dollar berichtet. Bayer-Aktien stiegen um knapp sechs Prozent.

An der Wall Street brachen die Titel von Spirit AeroSysems dagegen um 14 Prozent ein. Der größte Zulieferer des Airbus-Rivalen Boeing bittet wegen wegbrechender Aufträge seine Gläubiger um Zahlungserleichterungen. Das Unternehmen rechnet für 2020 nur noch mit dem Verkauf von Teilen für 72 Boeing-Maschinen. Das ist ein Drittel der ursprünglich angepeilten Menge.

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