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Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+: Wo bekommt man das meiste für sein Geld?

Finanzen.net-Logo Finanzen.net 14.06.2020

Am 24. März 2020 startet der Streamingdienst Disney+ in Deutschland. Neben den bisherigen Anbietern Netflix und Amazon Prime Video, besitzt dieser das Potenzial, zu einem weiteren Hochkaräter auf dem Video-on-Demand-Markt zu werden. Nutzern fällt die Wahl des richtigen Abos nun immer schwieriger.

TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net GmbH TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images

Laut einer Analyse von Statista wird sich der deutschlandweite Umsatz im Segment Video-Streaming im Jahr 2020 auf etwa 990 Millionen Euro belaufen. Die Prognose sagt bis 2024 eine weitere Erhöhung des Marktvolumens auf 1,102 Milliarden Euro voraus. Auch wenn damit bald der Höhepunkt erreicht sein dürfte, möchte Disney mit dem Start seines eigenen Streamingdienstes noch an dem Fortschreiten des Trends mitverdienen. Dafür muss sich der Neuling allerdings gegenüber den etablierten Marktgrößen Netflix und Amazon behaupten. Hierbei gilt es zunächst zu klären, worin sich die verschiedenen Anbieter überhaupt unterscheiden.

Netflix

Netflix sagt über sich selbst, dass es seinen Mitgliedern "ein vielseitiges Angebot von preisgekrönten Serien, Filmen, Dokumentationen und mehr auf Tausenden mit dem Internet verbundenen Geräten" bietet. Die Nutzer können unbegrenzt und werbefrei die ausgewählten Titel anschauen und monatlich kommen neue Inhalte hinzu. Über den genauen Umfang des Angebots macht das Unternehmen keine eigenen Angaben. Nur über inoffizielle Seiten wie "uNoGS.com" (unofficial Netflix online Global Search) sind Informationen über das Film- und Serienpaket erhältlich. Nach deren Datenbank können deutsche Kunden zurzeit bei Netflix auf insgesamt 2.941 Filme und 1.532 Serien zugreifen.

Die verfügbaren Abo-Möglichkeiten gliedern sich in drei Stufen. Die Basis-Variante kostet 7,99 Euro pro Monat. Hiermit erhält man Zugang zu allen Inhalten, jedoch können diese nicht in HD-Qualität abgespielt werden. Außerdem ist eine zeitgleiche Nutzung der App auf zwei Geräten nicht möglich. Für die Freischaltung der beiden Einschränkungen wird ein Standard-Abo benötigt, welches monatlich 11,99 Euro kostet. Die höchste Stufe, die Premium-Variante für 15,99 Euro monatlich, stellt darüber hinaus noch die Wiedergabe in Ultra-HD und das parallele Streamen auf vier Geräten zur Verfügung. Als Netflix-Nutzer hat man exklusiven Zugriff auf deren Eigenproduktionen. Serien wie "Haus des Geldes", "Riverdale", "Sex Education" und "The Witcher" können nur hier angeschaut werden. Hinzu kommen weitere Filme und Dokumentationen

Amazon Prime Video

Eine Amazon Prime-Mitgliedschaft bietet den Kunden gleich mehrere Vorteile bezüglich exklusiver Dienste. Zum einen garantiert Amazon "für Millionen von Artikeln" einen kostenlosen Premiumversand im Online-Shop. Zum anderen beinhaltet ein Abo das unbegrenzte Streaming von Filmen und Serien mit Prime Video, das Streaming von über zwei Millionen Liedern mit Prime Music sowie das Ausleihen von Büchern aus dem Prime Reading Katalog. Der Preis des Services unterscheidet sich je nach Zahlungsform. Bei einer jährlichen Zahlungsvereinbarung kostet der Beitrag insgesamt 69 Euro. Wer sich für eine monatliche Überweisung entscheidet, zahlt jeweils 7,99 Euro monatlich. Für Studenten und Auszubildende bietet Amazon sogar eine vergünstigte Mitgliedschaft an. In den ersten zwölf Monaten übernimmt ein Sponsor die Kosten des Abos. Nach Ablauf dieser Zeit werden die geforderten Beträge nur etwa zur Hälfte fällig.

Nach eigenen Angaben von Amazon enthält Prime Video über 12.000 Filme und Serienepisoden. Hierbei zählt das Unternehmen augenscheinlich jede Folge einer Serie einzeln auf. Die Angebote von Prime Video und Netflix lassen sich dadurch nur schwer miteinander vergleichen, da uNoGS.com lediglich den Umfang der Titel bei Netflix erfasst. Außerdem ist es nicht ersichtlich, ob alle Inhalte bei Amazon von Prime-Kunden auch kostenlos genutzt werden können. Viele Filme und Serien sind nicht im Abo enthalten und müssen kostenpflichtig ausgeliehen oder gekauft werden.

Abonnenten von Prime-Video bekommen ähnlich wie bei Netflix Eigenproduktionen und exklusive Inhalte zu sehen, die sonst nirgendwo gestreamt werden können. Hierzu zählen beispielsweise "The Man in the High Castle", "American Gods", "Mr. Robot" und die neueste Staffel von "Vikings". Die Inhalte können im Internet-Browser oder auf internetfähigen Endgeräten wie Smart TVs, Blu-Ray-Playern und Spielekonsolen wiedergegeben werden.

Disney+

Disney+ ist in Deutschland seit dem 24. März 2020 verfügbar. Bis dahin konnten sich Kunden noch einen Frühbucherrabatt sichern und ein Jahresabo für 59,99 Euro kaufen. Anschließend sollen jährlich 69,99 Euro fällig werden. Nach eigenen Angaben beläuft sich das spätere Angebot auf über 1.000 Filme, Serien und Originals. Diese setzen sich aus den Produktionen von "Disney", "Pixar", "Marvel", "Star Wars" und "National Geographic" zusammen. Titel wie "The Mandalorian", "High School Musical - die Serie" und "Star Wars: The Clone Wars" werden nur hier zu sehen sein. Nach Informationen von "Computer Bild" sollen auch für Disney+ alle gängigen Browser und internetfähigen Endgeräte zum Streaming geeignet sein.

Fazit

Alle drei Anbieter haben unzählige Filme, Serien und Dokumentationen für ihre Kunden parat. Achtet man lediglich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, schneidet Amazon mit der Prime-Mitgliedschaft am besten ab. Neben der großen Auswahl bei Prime Video, eröffnet ein Abonnement dem Nutzer zusätzlich noch weitere Vorteile bei anderen Diensten des Internetgiganten. Zudem profitieren Studenten und Auszubildende von saftigen Rabatten. Mit einem Standard-Abo für 11,99 Euro pro Monat ist Netflix am teuersten. Ob dies auch mit einem größeren Angebot der Inhalte zusammenhängt, lässt sich nur schwer objektiv feststellen. Letztendlich sind die ausschlaggebenden Faktoren aber ohnehin die persönlichen Vorlieben der Kunden. Alle drei Plattformen bieten exklusive Titel an und besitzen jeweils individuelle Vorteile. Fans von Star Wars, Marvel und Disney werden sich wohl für ein Disney+-Abo entscheiden. Ebenso werden Liebhaber von Serien wie "Stranger Things" und "Haus des Geldes" wahrscheinlich Netflix treu bleiben.Redaktion finanzen.net

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