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Neue Corona-Regeln: Wann kann man in diesem Jahr wieder in den Urlaub fahren?

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 05.03.2021 Christiane Rebhan

In fünf Stufen soll Deutschland wieder aufmachen, darauf haben sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer beim Gipfel am Mittwoch verständigt. Grundsätzlich soll der Corona-Lockdown zwar noch bis zum 28. März anhalten. Doch für botanische Gärten, Museen, Sportangebote und Flugschulen gibt es bereits ab Montag Lockerungen. Danach soll es in fünf Stufen, abhängig von den Inzidenzen in Landkreisen oder Bundesländern, Schritt für Schritt weitergehen, so etwa auch mit Restaurants.

Einige Branchen bleiben jedoch vorerst weiter dicht – und das ohne Perspektive. Erst auf der zehnten des 13-seitigen Beschlusspapiers der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) wird etwa die Hotellerie- und Reisebranche erwähnt. Erst am 22. März wolle die MPK über das weitere Vorgehen bei Hotels und Gaststätten beraten. Damit ist klar: Bis sich die Deutschen über Wandern in der Sächsischen Schweiz oder im Nordseewatt freuen können, ist es noch ein langer Weg.

Dabei gab es zwischenzeitlich Hoffnung. In einer Version des Beschlusspapiers kurz vor Beginn des Gipfels am Mittwoch um 14 Uhr, die Business Insider vorliegt, hieß es: Bei einer stabilen oder sinkenden Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollte in einem vierten Öffnungsschritt – frühestens ab 22. März – der Aufenthalt in Ferienwohnungen, -häusern und Wohnmobilen wieder erlaubt sein. Sofern diese jedenfalls über eigene Bäder und Toiletten verfügen.

Verwirrung um Öffnungen für Ferienwohnungen

Warum diese Passage, die zumindest für manche Betreiber von Übernachtungsangeboten eine Perspektive geboten hätte, wieder aus dem Papier geflogen ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Aus Bundestagskreisen heißt es, mutmaßlich das Kanzleramt hätte den Teil aus dem Dokument gestrichen. Möglich ist auch, dass auf Wunsch von Sachsen zurückgerudert wurde. Dort sind die Inzidenzen so hoch, Urlaubsperspektiven andernorts hätte einen Wettbewerbsnachteil für das Bundesland bedeutet.

So oder so: In der Schlussfassung des Beschlusspapiers heißt es nun nur noch: „Über weitere Öffnungsschritte und die Perspektive für die hier noch nicht benannten Bereiche aus den Branchen (...) Reisen und Hotels werden die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder am 22. März beraten.“ Urlaubswillige müssen also weitere 24 Tage warten, erst dann könnten frühestens neue Regeln für diesen Bereich in Kraft treten. Denn von der MPK bis zur neuen Verordnung vergeht meist eine knappe Woche.

Wer also verreisen will, dem bleibt aktuell nur das Ausland. Tui bietet beispielsweise auf ihrer Internetseite Pauschalreisen nach Antalya und Dubai an. Das wichtigste Reiseziel des Corona-Winters sind demnach die Kanarischen Inseln, auch die Malediven empfangen deutsche Urlauber. Bei diesen Reisezielen müssen sich Rückkehrer vor der Einreise nach Deutschland registrieren, und sich außerdem in eine zehntägige Quarantäne begeben. Diese kann nur mit einem negativen PCR-Test nach dem fünften Tag aufgehoben werden.

Unverständnis bei Parlamentariern und Hotelverband

Doch gerade diese Alternativen ärgern so manchen Bundestagsabgeordneten. Es sei schwer nachvollziehbar, dass ein Urlaub auf Mallorca theoretisch möglich ist, aber die sichere Ferienwohnung im Schwarzwald verschlossen bleibt, heißt es. Druck kam dazu vom Hotel- und Gaststättenverband: „Die Politik soll durch mehr Tempo und Professionalität beim Impfen, Testen und bei der digitalen Kontaktverfolgung alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine Öffnung der Hotels und Restaurants ab 29. März zu gewährleisten.“

Sorgt sich um die Hotels und Gaststätten: Thomas Bareiß, Tourismus-Beauftragter der Bundesregierung. © Bereitgestellt von Business Insider Deutschland Sorgt sich um die Hotels und Gaststätten: Thomas Bareiß, Tourismus-Beauftragter der Bundesregierung.

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), zeigt Verständnis: „Nach dieser langen Zeit der unfreiwilligen Schließung kann ich den Frust und Ärger der Touristiker verstehen. Die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz waren noch einmal bitter für die Branche.“

Mit Verweis auf die umfangreicheren Impfungen und die Teststrategie will er Hoffnung stiften: „Eines ist klar, viele wollen an Ostern wieder raus. Ich hab die Hoffnung dafür nicht aufgegeben.“ Bleiben die Zahlen gut, müssten am 22. März weitere Öffnungen – gegebenenfalls auch nur regional – folgen.

Half-Timber Buildings in Black Forest Town © Richard Klune/Getty Images Half-Timber Buildings in Black Forest Town
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